Samstag, 16. August 2008 von Alzheimer-Telefon
Zur Bedeutung der Biografie im Umgang mit Demenzkranken
Frau A. bittet beim Alzheimer-Telefon um Rat:
„Schon seit einigen Jahren pflege ich meine Schwiegermutter. Sie leidet an Alzheimer-Demenz, ist 86 Jahre alt und lebt bei uns im Haus. Mein Mann hilft, wo er kann, aber die Hauptlast der Pflege liegt bei mir. Bisher ging eigentlich auch alles ganz gut.
Seit einigen Wochen taucht nun aber immer wieder dasselbe Problem auf: Meine Schwiegermutter schläft morgens, ganz entgegen ihrer bisherigen Gewohnheiten, nur noch bis um 4 Uhr, steht dann in der Schlafzimmertür und weckt meinen Mann und mich, meist mit den Worten: „Hast’ die Pferde schon gefüttert?” oder „Jetzt geht’s aber in die Kirch’!” Wenn ich sie zurück ins Bett bringen möchte - mein Mann muss meist früh raus - fängt sie an zu zittern, wird teilweise regelrecht wütend und aggressiv. An Schlaf ist dann für die ganze Familie nicht mehr zu denken, sogar unsere Kinder werden wach und sind unausgeschlafen und meine Geduld ist am Ende angelangt. Was kann ich nur tun?” (Weiterlesen
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Stichwörter: Biografie, Vergangenheit
Samstag, 16. August 2008 von Alzheimer-Telefon

Die Idee zu diesem Fotokunstprojekt entstand in der Betreuungsgruppe im Kreis Offenbach. Der Fotojournalist Ralf Braum sorgte für die kreative Umsetzung: Menschen mit Demenz fotografierten sich selbst mit Hilfe eines Selbstauslösers.
Die Selbstportraits wurden der Öffentlichkeit am 5. September 2007 im Rathaus Neu-lsenburg vorgestellt. Viele Besucher kamen: Menschen, die beruflich mit dem Thema zu tun hatten, Menschen, die davon gehört hatten und die Kranken selbst, die „Models”, wie sie liebevoll von ihren Betreuerinnen genannt wurden.
Die großformatigen Fotos zeigen Momentaufnahmen von Menschen mit Demenz, die sich von dem gemeinsamen Tun ansprechen und begeistern ließen. Ihre Gesichter sind lebendig und präsent:
in dem Moment, in dem sie den Auslöser der Kamera betätigten, waren sie voller Stolz und Freude.
Dieses Projekt rückt die Stärken der Menschen in den Vordergrund und macht deutlich: Der Zugang zu Menschen mit Demenz verlangt nach Kreativität, Einfallsreichtum, aber auch nach fundiertem Wissen. Wenn es uns ernst damit ist, Menschen mit Demenz zu ermöglichen am Leben teilzuhaben, dann bedeutet dies, Lösungen zu finden, die es ihnen erlauben, sich als wertvoll zu erleben. Vielleicht gelingt es durch mutige Projekte wie dieses, verstärkt zu einer anderen Form der Auseinandersetzung mit der Krankheit zu finden.
Helga Schneider-Schelte, Berlin
Weitere Fotos:
www.kreis-offenbach.de
Stichwörter: Fotografie, Kunst
Samstag, 16. August 2008 von Susanne Gocht
Tiere können Demenzkranken anders begegnen als Menschen: ohne Sprache, spontan und direkt. Wenn sie weich sind und sich bereitwillig streicheln lassen, regen sie die Kranken zur Kontaktaufnahme an und können sie aktivieren. Auf dieser Seite stellen wir anhand dreier Beispiele den Einsatz von Hunden und erste Erfahrungen mit einer computergesteuerten Robbe vor.
Angefangen hat das Ganze vor etlichen Jahren als ich meine im Altenheim lebende Oma mit meinen zwei Schäferhunden besuchte. Jedes Mal, wenn wir in das Heim kamen, haben sich alle anderen Bewohner so gefreut, dass ich die Besuche bald zu einer festen Institution machte. (Weiterlesen
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Stichwörter: Hunde, Körperkontakt, Tiere
Samstag, 16. August 2008 von DAlzG

Im ersten Kapitel spricht Carol Bowlby Sifton die Pflegenden an: Nehmen Sie sich wichtig, sorgen Sie für sich, denn „Wer pflegt, muss sich pflegen”. Dann zitiert sie Menschen mit Demenz. In bewegenden Worten sprechen diese von ihrem Gefühl der Schutzlosigkeit, wenn sie sich z.B. in Zeit und Raum verlassen fühlen. Demenz verändert einen vertrauten Menschen, Gewohntes geht verloren. Wissen darüber, was eine Demenz ist, kann Pflegende davor schützen, Erwartungen an die Kranken zu stellen, die sie nicht erfüllen können. Dies beugt Enttäuschungen vor und erleichtert das Miteinander. Ziel ist es, die Beziehung, die sich durch die Demenz verändert, trotzdem lebendig zu halten und Lebensqualität für alle Beteiligten aufrecht zu erhalten.
Sehr praxisnah spricht Sifton in den nachfolgenden Kapiteln mögliche Wege an: Eine unterstützende Umgebung schaffen, den gewohnten Lebensstil beibehalten und den Alltag meistern. Doch es gibt auch schwere Tage und Verhalten, das herausfordert.
Etwa wenn Herr Krüger bei der Intimpflege aggressiv wird und um sich schlägt. Ganz konkret zeigt die Autorin, dass schwierige Verhaltensweisen immer auch Versuche sind zu kommunizieren. Wenn es gelingt herauszufinden, was dieser Person fehlt, welches Bedürfnis unbefriedigt bleibt, liegt die Lösung oft nahe und ist manchmal verblüffend einfach.
Man lernt in diesem Buch viele Menschen mit Demenz und deren Familien kennen. Indem man sie begleitet, sich ihrer Welt öffnet und viele Einsichten erhält, kann es gelingen, den eigenen persönlichen Weg leichter zu finden.
Detlef Rüsing ist sehr zu danken, dass er dieses Buch aus dem Amerikanischen in ein gut lesbares Deutsch übersetzt hat.
Helga Schneider-Schelte, Berlin
Carol Bowlby Sifton: Das Demenz-Buch - Ein „Wegbegleiter” für Angehörige, Pflegende und Aktivierungstherapeuten. Deutschsprachige Ausgabe herausgegeben von Detlef Rüsing.
Huber-Verlag, 2008, 540 Seiten, 29,95 €
Stichwörter: Buch, Pflege, Ratgeber
Samstag, 16. August 2008 von DAlzG
Berit Degnaes erzählt die Geschichte ihres Lebensgefährten Richardt, der 52 Jahre alt ist, als bei ihm die Diagnose Alzheimer gestellt wird. Sie beschreibt ihr Leben vor der Krankheit, dann die Phase die bestimmt wird durch das „Gefühl, dass etwas nicht in Ordnung ist” und schließlich das Leben mit der Krankheit, bis ihr Mann mit 55 Jahren in einem Pflegeheim stirbt.
Richardt und seine Familie leben in Norwegen. Genau wie in Deutschland mangelt es dort an Einrichtungen, die auf so junge Alzheimer-Kranke eingestellt sind. Berit Degnaes ist oft verzweifelt, erschöpft, wütend und fühlt sich allein gelassen. Doch bis zum Ende bleiben Richardt und sie „ein Paar”, immer wieder sagt sie „mein Geliebter”. Viele Freunde und Bekannte ziehen sich zurück, doch sie freut sich, wenn ihre erwachsenen Söhne sich verständnisvoll um ihn kümmern, oder wenn ehemalige Arbeitskollegen ihn regelmäßig besuchen. Neben Angst, Unruhe und Unsicherheit erlebt Richardt auch „Lichtblicke”, Freude über einen Ausflug, oder den Besuch eines Spielmannszugs.
Berit Degnaes: Ein Jahr wie tausend Tage. Ein Leben mit Alzheimer
Mit einem Vorwort von Heike von Lützau-Hohlbein
Aus dem Norwegischen von Christiane Hahn von Dorsche
Walter Verlag, Düsseldorf 2006, 170 Seiten, 14,90 €
Stichwörter: Buch, Paar, Tagebuch
Freitag, 15. August 2008 von DAlzG
Uta van Deun hat Ihren Ehemann Peter durch zehn Jahre seiner Alzheimer-Krankheit begleitet. Sie hat den Schmerz des langen Abschieds angenommen und möchte mit ihrem Buch: „Alzheimer - der lange Weg des Abschiednehmens” auch andere Angehörige darin bestärken, sich auf diese leidvolle Seite des Lebens einzulassen. Einfühlsam und authentisch beschreibt sie in Form eines Tagebuches ihre Erfahrungen mit der Krankheit, mit ihrem Mann, mit Freunden und Familienmitgliedern. Ihre Gedichte zeugen von der engen Verbindung und der großen Liebe zu ihrem Mann.
Das erstmalig 2005 bei R. G. Fischer erschienene Taschenbuch ist nun im Herder Verlag neu aufgelegt worden.
Uta van Deun: Alzheimer - der lange Weg des Abschiednehmens
Herder Spektrum, Freiburg 2007, 123 Seiten, 8,90 €
Stichwörter: Buch, Rezension
Freitag, 15. August 2008 von DAlzG
Hans Weber ist 58 Jahre alt, lebt in Berlin und ist von der Alzheimer-Krankheit betroffen.
Herr Weber, Sie sind jetzt im Ruhestand. Was haben Sie davor beruflich gemacht?
Hans Weber: Ich war über 30 Jahre Lehrer und in den letzten Jahren Rektor einer Gesamtschule. Ich war Lehrer mit Leib und Seele und habe mit den Schülerinnen und Schülern gerne Klassenfahrten gemacht, auch ins Ausland, z. B. in die Türkei.
Freter: Wie hat es mit Ihrer Erkrankung angefangen?
Hans Weber: 2004 war ich mit einer Klasse zu einem mehrtägigen Aufenthalt im Norden Berlins. Obwohl es nur wenige Tage waren, war es für mich ungewohnt anstrengend. Einige Zeit später wollte ich im Leistungskurs Mathematik etwas an der Tafel entwickeln und bin dabei gescheitert. Ich habe dann auf dem Flur gesessen und geheult und mir gesagt: „Du kriegst das nicht mehr hin.” Ich bin zum Hausarzt gegangen, der mich mehrmals krankgeschrieben hat. Dann musste ich zum Amtsarzt und wurde mit 54 in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.
Freter: Mit der Diagnose Alzheimer?
Hans Weber: Nein, es gab keine klare Diagnose. Im Ruhestand ging es mir zunächst recht gut, da es die schulischen Belastungen nicht mehr gab. Als ich einige Zeit später mehrmals einen starken Druck im Kopf hatte, bin ich im März 2006 zu einem Neurologen gegangen. Dort wurden Gedächtnistests und weitere Untersuchungen gemacht. Schließlich sagte mir der Arzt: „Ihr Gehirn ist geschrumpft. Sie haben Alzheimer und Medikamente gibt es nicht”.
Freter: Keine weitere Aufklärung und Beratung?
Hans Weber: Nein, nichts, auch keine Hinweise auf die weitere Lebensweise und positive Aktivitäten. Natürlich gab es damals auch Medikamente.
Freter: Was haben Sie dann gemacht?
Hans Weber: Ich habe mich noch mal in der Gedächtnissprechstunde einer Universitätsklinik untersuchen lassen. Das Ergebnis war: „Alzheimer 100 Prozent.” Dort wurde ich beraten und mir wurde ein Antidementivum verschrieben, das ich bis heute nehme. Seit zwei Jahren lebe ich also mit der Diagnose Alzheimer. (Weiterlesen
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Stichwörter: Interview