“Momentaufnahmen” aus der Welt des Vergessens

Samstag, 16. August 2008 von Alzheimer-Telefon

Die Idee zu diesem Fotokunstprojekt entstand in der Betreuungsgruppe im Kreis Offenbach. Der Fotojournalist Ralf Braum sorgte für die kreative Umsetzung: Menschen mit Demenz fotografierten sich selbst mit Hilfe eines Selbstauslösers.

Die Selbstportraits wurden der Öffentlichkeit am 5. September 2007 im Rathaus Neu-lsenburg vorgestellt. Viele Besucher kamen: Menschen, die beruflich mit dem Thema zu tun hatten, Menschen, die davon gehört hatten und die Kranken selbst, die „Models”, wie sie liebevoll von ihren Betreuerinnen genannt wurden.

Die großformatigen Fotos zeigen Momentaufnahmen von Menschen mit Demenz, die sich von dem gemeinsamen Tun ansprechen und begeistern ließen. Ihre Gesichter sind lebendig und präsent:
in dem Moment, in dem sie den Auslöser der Kamera betätigten, waren sie voller Stolz und Freude.

Dieses Projekt rückt die Stärken der Menschen in den Vordergrund und macht deutlich: Der Zugang zu Menschen mit Demenz verlangt nach Kreativität, Einfallsreichtum, aber auch nach fundiertem Wissen. Wenn es uns ernst damit ist, Menschen mit Demenz zu ermöglichen am Leben teilzuhaben, dann bedeutet dies, Lösungen zu finden, die es ihnen erlauben, sich als wertvoll zu erleben. Vielleicht gelingt es durch mutige Projekte wie dieses, verstärkt zu einer anderen Form der Auseinandersetzung mit der Krankheit zu finden.

Helga Schneider-Schelte, Berlin
Weitere Fotos:
www.kreis-offenbach.de

Stichwörter: ,

Ein Kommentar zu ““Momentaufnahmen” aus der Welt des Vergessens”

  1. Bernadette_Moll schreibt:

    Ein wirklich wunderschönes Projekt! Hut ab vor Herrn Braum und seiner künstlerischen Arbeit, die mein Gemüt bewegt hat!

Kommentar schreiben

Sie müssen eingeloggt sein um einen Kommentar zu schreiben.