Kochen und Alltagstätigkeiten nach Bildern

Dienstag, 30. September 2008 von Nicole Ki-Kre

Oft ist es so, das Reihenfolgen vertauscht werden oder Betroffene nicht mehr erinnern können, wie zum Beispiel Kaffee mit der Maschine zubereitet wird oder ähnliches. Die Verzweiflung ist verständlicherweise gross und es macht häufig Angst, solche Alltagskompetenzen zu verlieren.

Hier ein kleiner Tipp, der sich im Praxisalltag schon oft bewehrt hat:

Ich mache es oft mit den Patienten so, das ich sie zunächst aufschreiben lasse, wie eine bestimmte Tätigkeit, zum Beispiel eben Kaffee kochen, aussieht. Bestehen Lücken oder Verwechsler helfe ich gerne, aber nicht belehrend weiter.

Haben wir die Reihenfolge festgelegt, führen wir die Tätigkeit Schritt für Schritt aus, dies machen wir möglichst entweder im häuslichen Umfeld oder aber mit den häuslichen Gerätschaften (wir wollen ja Alltagsdinge beüben).

Es werden nun nach Absprache die einzelnen Tätigkeitsschritte fotografiert und mit dem aufgeschriebenen Text versehen. Diese Karten klebe ich auf recht festen Karton, je nach Thema einer Farbe zugeordnet.

So entstehen Bildkarten, die nummeriert werden und mit dem Text (der ggf. von mir  gut lesbarer Größe abgetippt wird) versehen werden.

Ich habe Patienten, die haben mehrere beschriftete Bildkartenboxen zu den verschiedensten Themen und kommen so mit weniger Hilfe zurrecht und werden wieder etwas sicherer.

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Ergotherapie und Tiergestützte Therapie als Hilfe für Demenzkranke

Montag, 29. September 2008 von Nicole Ki-Kre

Seit nunmehr 15 Jahren arbeite ich als Ergotherapeutin, seit 10 Jahren in eigener Praxis und seit dieser Zeit auch mit Hunden und Pferden als Co- Therapeuten.

Ich betreue viele Patienten die an unterschiedlichen Demenzformen erkrankt sind und versuche ihnen ein Stück Selbständigkeit und Lebensfreude zu erhalten oder wieder langsam aufzubauen. Wichtig ist mir in meiner Arbeit eine möglichst anheimelnde Atmosphäre zu schaffen, die Angst und Unsicherheit nimmt und den Patienten vermittelt “Hier bin ich gut aufgehoben und sicher.”

Ich arbeite mit den Patienten sowohl in der Praxis als auch bei Hausbesuchen/Heimbesuchen oder aber in Alltagssituationen ausserhalb der Praxis. Hier gehe ich mit den Betroffenen einkaufen, zum Beispiel nachdem wir ein Rezept geplant haben und dieses nun verwirklichen wollen. Wir gehen schwimmen, mit den Hunden spazieren, verabreden uns mit den Angehörigen am Stall, wo wir mit dem Pferden arbeiten, Waldspaziergänge planen oder Ãhnliches. Natürlich finden auch computergestützte Medien, Arbeitsblätter und therapeutische Spielmaterialien ihren Einsatz.

Bei der Arbeit mit meinen Tieren ist mir aufgefallen, das die meisten Patienten deutlich wacher und agiler werden, sich häufig besser konzentrieren und auch das Erinnerungsvermögen heller wird. Ganz davon abgesehen ist der Umgang mit Tieren auch für die Seele immer sehr wohltuend und die Tiere können der Seele viel Angst und Kummer abnehmen- was uns als Menschen nur teilweise gelingt. Mein Hund ist bei den Einheiten bis auf wenige Ausnahmen (Allergien, extreme Angst) immer dabei.

Ich versuche immer die Angehörigen mit einzubeziehen, auch dort Unsicherheiten abzubauen, Hilfestellungen zu leisten und Alltagshilfen zusammenzustellen. Ich biete den Angehörigen Informations- und Entspannungskurse an und arbeite gerade an einer gemeinsamen Wirbelsäulengymnastikgruppe.

Enorm wichtig finde ich die Einbindung Demenzkranker in den Alltag, Isolation führt zu einer schnelleren Isolation in sich selbst!

Zur Zeit entwickle ich Heimübungsprogramme, die ich meinen Patienten sozusagen als Hausaufgabe an die Hand gebe, denn ein oder zweimal in der Woche eine dreiviertel Stunde oder neunzig Minuten sind natürlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein.

Für mich ist es wichtig immer als Ansprechpartner für meine Patienten, aber auch für “meine” Angehörigen da zu sein, denn manchmal brennt es eben nicht gerade in der vorgeplanten Therapiezeit.

Diese Seite finde ich sehr wichtig und ich möchte nun gerne, immer wenn es meine Zeit erlaubt alltagstaugliche Tipps einfließen lassen, Heimübungsprogramme anbieten (können auch umfassender über meine Praxis angefordert werden) und für fachliche Fragen zur Verfügung stehen.

Ihre

Nicole Kirschner- Kresse

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Blankenheim Open – Alzheimer – Regen

Dienstag, 16. September 2008 von Dagmar Harder

Auch bei viel Idealismus, das muss man nicht oft haben. Eine Gewerbeschau im Regen und die Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V. mit ihrem Informationsstand  mittendrin.

Dabei hatte es um beim Aufbau noch recht gut ausgesehen, wir waren zwischen einen Treppenerneuerer und einer bekannten Marke für Küchenplastik gut aufgestellt. Immerhin wurden 30 000 Besucher erwartet und der Veranstalter machte eine Verlosung (Hauptgewinn ein 12 000 € teures neues Auto) und die Hälfte der Einahmen aus dem Losverkauf sollte die  Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V. erhalten.

Die ersten Besucher näherten sich mit einer gewissen Skepsis – trotz unseres Hinweises, die Alzheimer Krankheit sei nicht ansteckend. (Weiterlesen…)

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Alzheimer Gesellschaft – humanitäre Hilfe zur Selbsthilfe

Sonntag, 14. September 2008 von Anna Audorf

Die Alzheimer Erkrankung stellt eine große Herausforderung in unserer Gesellschaft dar. Nur wenige Menschen sind in der Lage, mit diesen oft kaum vorstellbaren Schwierigkeiten umzugehen, die im Zusammenleben mit einem demenzkranken Menschen entstehen. Die kompetente Beratung der Alzheimer Gesellschaft erleichtert das Leben unserer Familie sehr. Hilfestellungen gibt es zu diesen Punkten:

  • Nach der Diagnose der Krankheit das sofortige Aufsuchen eines Notares und Hilfe beim Verfassen der notariell beglaubigten Patientenverfügung und der Vorsorgevollmachten, die Wohnen, Finanzen und Gesundheit regeln
  • Aufklärung über die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung
  • Antrags- u. Begutachtungsverfahren / Verhinderungs- u. Kurzzeitpflege (PflEG)
  • Sonstige Leistungen, z.B. Anerkennung der Schwerbehinderung
  • Befreiung von der Ausweispflicht
  • Beantragung einer Reha-Maßnahme trotz der Pflegestufe III
  • In Würde Abschied nehmen – Demenzkranke begleiten bis zuletzt

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Wir fahren immer noch Tandem!

Mittwoch, 10. September 2008 von Wilfried Georgi

Bei meiner Frau Waltraud (Jahrgang 1929) wurde im Februar 2000 eine Demenz diagnostiziert. Um mehr für unsere Gesundheit zu tun, kauften wir uns neue Fahrräder. Bei der ersten Fahrt lag meine Waltraud schon nach 100 Metern unter dem Fahrrad und stieg dann nie wieder auf. Wie sollte sie auch – ohne Rücktrittbremse und mit 21 Gängen!

Da musste eine andere Lösung her. Sie kam schon im Mai 2000 durch einen Zufall. Auf einer Urlaubsreise las ich während eines Spaziergangs das Schild: „Tandemverleih”. Das müsste doch gehen -schoss es mir durch den Kopf. Waltraud war mit einem Versuch einverstanden. Aufsteigen und losfahren: das ging dank guter Gangschaltung ganz wunderbar, trotz ordentlicher Steigung, und es machte Waltraud große Freude. (Weiterlesen…)

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Betreuter Urlaub für Demenzkranke

Montag, 8. September 2008 von Ellen Nickel

Herr M. aus Oberhausen erkundigt sich bei uns am Alzheimer-Telefon nach betreutem Urlaub. Er kümmert sich um seine an Alzheimer erkrankte Ehefrau seit fünf Jahren rund um die Uhr und braucht dringend Erholung. Anfangs konnte er noch allein mit seiner Frau verreisen, aber mit dem Fortschreiten der Krankheit traut er sich das nicht mehr zu.

Frau O. aus Rostock hat ihre demenzkranke Mutter vor zwei Jahren bei sich zu Hause aufgenommen. Ihre Mutter ist körperlich noch in sehr guter Verfassung, aber ausgesprochen unruhig. Den ganzen Tag läuft sie in der Wohnung umher, die Tochter hat nicht eine ungestörte freie Minute für sich. Frau O. möchte so gern mal wieder ein paar Tage ausspannen, sie kann aber ihre Mutter nicht allein zu Hause lassen. Eine stundenweise Versorgung durch einen Pflegedienst würde nicht ausreichen und in eine Kurzzeitpflege-Einrichtung möchte sie ihre Mutter nur ungern geben.

So wie in diesen Beispielen geht es vielen Angehörigen. Sie kümmern sich oft schon mehrere Jahre intensiv und häufig ganz alleine um ihre demenzkranken Familienmitglieder. Die ständige Sorge um die Kranken und der meist aufreibende Pflegealltag lässt Angehörigen häufig sehr wenig Raum, an ihre eigene Gesundheit zu denken und nach Erholungsmöglichkeiten zu suchen.
Am Alzheimer-Telefon bekommen (nicht nur) Angehörige Informationen, welche Möglichkeiten der Betreuung und Entlastung sich in der Versorgungslandschaft für demenzkranke Menschen und ihre Familien etabliert haben. Ein solches Angebot ist der so genannte betreute Urlaub. (Weiterlesen…)

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Ein neuer Anfang

Sonntag, 7. September 2008 von Editha

Meine Schwiegermutter lebt seit zweieinhalb Jahren in einer Wohngemeinschaft, wo sie zusammen mit sieben weiteren Bewohner/innen von einem ambulanten Pflegedienst rund um die Uhr versorgt wird. Der Pflegedienst ist ständig präsent, versteht sich aber als Gast. Es ist unsere Wohnung, mit allen Freiheiten und Pflichten, die damit verbunden sind. Hauptmieter ist der Verein für menschenwürdiges Leben im Altere. V. Er unterstützt und koordiniert die Gruppe der Angehörigen und Bewohner. Das Miteinander so vieler verschiedener Akteure braucht klare Absprachen und erfordert auch soziale Kompetenzen. Wir haben gemeinsam eine Satzung erarbeitet, die den Rahmen für das Leben in dieser kleinen Gemeinschaft festlegt. (Weiterlesen…)

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Wie halte ich meinen Mann vom Autofahren ab?

Freitag, 5. September 2008 von Heike Mueller-Schulz

Das Autofahren stellt für viele Menschen ein Symbol ihrer Unabhängigkeit und Mobilität dar. In der älteren Generation tun sich gerade Männer schwer damit, wenn sie es aus gesundheitlichen Gründen aufgeben sollen. Der Umgang mit dem Autofahren ist auch ein häufiges Thema der Angehörigen, die am Alzheimer-Telefon Rat suchen.

Frau S. aus Hamburg wendet sich an das Alzheimer-Telefon. Sie berichtet von ihrem Mann, der von der AlzheimerKrankheit betroffen ist. Ihr Mann, ein leidenschaftlicher Autofahrer, wurde vom behandelnden Arzt aufgefordert, seinen Führerschein abzugeben. Er kann das nicht fassen, scheint die Situation auch nicht zu begreifen und beteuert immer wieder, er sei nach wie vor ein sicherer Autofahrer. Seine Frau berichtet von zahlreichen Begebenheiten im Straßenverkehr, bei denen ihr Mann die Übersicht verloren habe. Er habe Konzentrationsschwierigkeiten, könne die Geschwindigkeiten und Entfernungen nicht mehr richtig einschätzen, so dass er in Situationen, in denen rasch reagiert werden muss, überfordert wirkt. Die Gefahr, dass er sich und andere gefährdet, ist sehr groß. Frau S. ist es nicht gelungen, „vernünftig” mit ihrem Mann über die Angelegenheit zu reden. Am Alzheimer-Telefon überlegen wir gemeinsam, welche Möglichkeiten es gibt. (Weiterlesen…)

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Kernfragen am Anfang

Donnerstag, 4. September 2008 von Heidi

Bis zum Ausbruch der Krankheit meiner Mutter vor dreieinhalb Jahren hatte ich noch nie einen demenzkranken Menschen gesehen. Kleine Kinder, Erwachsene, Ausländer, erkenne ich sofort wenn sie mir begegnen. Weil ich eben von Klein auf den Umgang mit ihnen gewöhnt bin, weiß ich automatisch, wie ich mit ihnen umgehe. Warum meine Mutter aber auf einmal so verdreht sprach und immer öfter widersinnig handelte, dafür kannte ich kein Beispiel. Es machte mich ungeduldig und hilflos.

Ein Freund riet mir, einen Kursus für pflegende Angehörige zu belegen. Bettlägerig war Mutter aber nicht. Weshalb also einen Kurs? Vielleicht doch lieber ein Anleitungsbuch? Ein Blick ins Internet machte mich schlauer. Unter dem Stichwort Alzheimer eröffnet sich eine Welt von Grundwissen, Tipps sowie einige kostenfreie Schulungsangebote. Mein erster Crashkurs war bei der Alzheimergesellschaft. Und es ging überhaupt nicht um Bettlägerigkeit oder Füttern. Nein. Die ersten Fragen, mit denen ich mich beschäftigen sollte lauteten

  • Was will ich für meinen Angehörigen?
  • Was will ich für mich selbst?
  • Wo muss ich mir Hilfe hereinholen?

Diese drei Fragen sind auch heute noch der Schlüssel für wichtige grundlegende Entscheidungen. Sie lassen mich handlungsfähig bleiben, wenn die Situation ausweglos erscheint oder wenn ich in meinem normalen Alltag zwischen der Betreuung meiner Mutter und meinem eigenen Privatleben abwägen muss. Und sie bringen mich zum Nachdenken, wenn ich wieder einmal ungeduldig bin, weil Mutter einfach nicht begreift, was ich gerade von ihr erwarte.

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