Montag, 29. September 2008 von Nicole Ki-Kre
Seit nunmehr 15 Jahren arbeite ich als Ergotherapeutin, seit 10 Jahren in eigener Praxis und seit dieser Zeit auch mit Hunden und Pferden als Co- Therapeuten.
Ich betreue viele Patienten die an unterschiedlichen Demenzformen erkrankt sind und versuche ihnen ein Stück Selbständigkeit und Lebensfreude zu erhalten oder wieder langsam aufzubauen. Wichtig ist mir in meiner Arbeit eine möglichst anheimelnde Atmosphäre zu schaffen, die Angst und Unsicherheit nimmt und den Patienten vermittelt “Hier bin ich gut aufgehoben und sicher.”
Ich arbeite mit den Patienten sowohl in der Praxis als auch bei Hausbesuchen/Heimbesuchen oder aber in Alltagssituationen ausserhalb der Praxis. Hier gehe ich mit den Betroffenen einkaufen, zum Beispiel nachdem wir ein Rezept geplant haben und dieses nun verwirklichen wollen. Wir gehen schwimmen, mit den Hunden spazieren, verabreden uns mit den Angehörigen am Stall, wo wir mit dem Pferden arbeiten, Waldspaziergänge planen oder Ãhnliches. Natürlich finden auch computergestützte Medien, Arbeitsblätter und therapeutische Spielmaterialien ihren Einsatz.
Bei der Arbeit mit meinen Tieren ist mir aufgefallen, das die meisten Patienten deutlich wacher und agiler werden, sich häufig besser konzentrieren und auch das Erinnerungsvermögen heller wird. Ganz davon abgesehen ist der Umgang mit Tieren auch für die Seele immer sehr wohltuend und die Tiere können der Seele viel Angst und Kummer abnehmen- was uns als Menschen nur teilweise gelingt. Mein Hund ist bei den Einheiten bis auf wenige Ausnahmen (Allergien, extreme Angst) immer dabei.
Ich versuche immer die Angehörigen mit einzubeziehen, auch dort Unsicherheiten abzubauen, Hilfestellungen zu leisten und Alltagshilfen zusammenzustellen. Ich biete den Angehörigen Informations- und Entspannungskurse an und arbeite gerade an einer gemeinsamen Wirbelsäulengymnastikgruppe.
Enorm wichtig finde ich die Einbindung Demenzkranker in den Alltag, Isolation führt zu einer schnelleren Isolation in sich selbst!
Zur Zeit entwickle ich Heimübungsprogramme, die ich meinen Patienten sozusagen als Hausaufgabe an die Hand gebe, denn ein oder zweimal in der Woche eine dreiviertel Stunde oder neunzig Minuten sind natürlich nur ein Tropfen auf den heissen Stein.
Für mich ist es wichtig immer als Ansprechpartner für meine Patienten, aber auch für “meine” Angehörigen da zu sein, denn manchmal brennt es eben nicht gerade in der vorgeplanten Therapiezeit.
Diese Seite finde ich sehr wichtig und ich möchte nun gerne, immer wenn es meine Zeit erlaubt alltagstaugliche Tipps einfließen lassen, Heimübungsprogramme anbieten (können auch umfassender über meine Praxis angefordert werden) und für fachliche Fragen zur Verfügung stehen.
Ihre
Nicole Kirschner- Kresse
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Stichwörter: Ergotherapie, Heimübungsprogramme, Tiere