Heute ist der 2.Weihnachtsfeiertag…
Diesen wollte ich besinnlich und in aller Ruhe genießen. Deshalb bat ich den Pflegedienst zu 7.30 h und 8.00 h zu kommen, um meine Mutti zu duschen. Mit ihrer Demenz und ihren fasst 89 Jahren benötige ich Hilfe, sehr viel Hilfe. Die besitzt die Pflegestufe III Härtefallregelung.
Gegen 6.00 h stand ich auf, um in Ruhe zu frühstücken. Diese Zeit genieße ich. Ruhe am Tag, für mich, kaum.
Nun bin ich deprimiert, gewiss nicht der richtige Ausdruck für meinen Seelenzustand. Nach dem Waschen brachte der Pflegedienst meine Mutter in die Küche. Sie bekam von mir das Frühstück gereicht. Danach ging ich in das Bad. Trotz meiner Erkältung nahm ich den Geruch von Kot war. Nicht schon wieder dachte ich und meine Stimmung erreichte in sekundenschnelle ihren Tiefpunkt. Den Pflegedienst habe ich zu meiner Entlastung. Aber was ist das für eine Entlastung wenn ich hinterher zusätzliche Reinigungsaufgaben bewältige? Die Duscheinlage war diesmal mit Kot beschmiert und ordnungsgemäß zusammengelegt. Es sind doch Frauen und dazu gelernter Personal. Mit der Hygiene stehen sie scheinbar auf dem „Kriegsfuß“?
Die Handschuhe werden sicherlich zum persönlichen Schutz getragen. Was ist mit dem Schutz der Patienten? Oft, sehr oft sagte ich, dass sie bitte die Handschuhe wechseln möchten. Insbesondere nach der Reinigung der Genitalien sind neue Handschuhe anzuziehen und nicht mit den verkeimten Händen das Gesicht und den Oberkörper abzutrocknen.
Warum schaffe ich es, die Hausschuhe ihr nicht im Bett anzuziehen? Ihr die Windeln im Bad abzunehmen und den Po zuerst mit Reinigungstücher zu säubern, ehe ich sie auf den Duschstuhl setzte. Vorher ziehe ich mir den Handschuh aus um nicht mit schmutzigen Fingern ihren Körper anzufassen. Meine linke Hand bleibt bei der Prozedur sauber. Damit greife ich die Reinigungstücher oder sonstige Gegenstände, die ich somit nicht verdrecken kann. Warum schaffen es die Pflegekräfte nicht? Mir ist es noch nie passiert, dass ich frisch angezogene Windelhosen vorn mit Kot beschmiert habe, aber den Pflegekräften. Für mich entsteht dadurch ein erhöhter Aufwand. Natürlich zog ich meiner Mutter saubere Sachen an.
Es sind doch Frauen, die bestimmt nicht nach ihrem Toilettengang ohne Händewaschen ihr Gesicht mit Kosmetiker verschönern?
Mir und meiner Mutter wird es jedoch zugemutet. Diese Umstände belasten mich sehr. Mit der Krankheit „Alzheimer“ meiner Mutter habe ich mich arrangiert. Abgefunden nicht. Manches Mal frage ich mich warum meine Mutti? Wir hätten uns das Leben so schön machen können.
Dagmar

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Montag, 5. Januar 2009 um 17:39
Liebe Dagmar,
diese Erfahrungen, die Sie mit dem Pflegedienst machen, sind wirklich abschreckend! Ich finde, Sie sollten das nicht einfach so hinnehmen. Es gibt so genannte Pflegestandards, nach denen die Körperpflege am Menschen durchgeführt werden soll und an die sich die Pflegekräfte halten müssen. Zum Glück legen gut ausgebildete Pflegekräfte sogar von sich aus Wert darauf, diese Pflegestandards einzuhalten. Es gibt da durchaus viele positive Erfahrungen von Angehörigen.
Ich würde Ihnen deshalb dringend raten, mit der Pflegedienstleitung des Pflegedienstes zu sprechen. Vermutlich verhalten sich die Pflegekräfte, mit denen Sie diese Erfahrungen gemacht haben, bei anderen Patienten genauso und dort gibt es möglicherweise keine Angehörigen, die eine Rückmeldung geben könnten. Die Leitung weiß also wahrscheinlich gar nicht, wie sich ihre MitarbeiterInnen vor Ort verhalten.
Wenn es ein guter Pflegedienst ist, wird man für Ihre Kritik dankbar sein. Falls Sie aber nicht ernst genommen werden und sich nichts ändert, sollten Sie darüber nachdenken, den Pflegedienst zu wechseln. Denn die Einhaltung solch elementarer Hygienestandards ist das Minimum, was man von einem solchen Dienst erwarten darf!
Susanna Saxl
vom Alzheimer-Telefon