heimat “heim”

Dienstag, 12. Januar 2010 von helgajuttapetrauwe

in der zeit, in der meine mutter im altersheim lebte, fing ich an, mit einigen der  – mehr oder weniger dementen – damen einmal in der woche tänze-im-sitzen zu veranstalten, zur freude aller beteiligten und mit viel schwung und (etwas weniger…)sachkenntnis meinerseits. es kam zu kleinen aufführungen, erst zum sommerfest, dann auch zur weihnachtsfeier. personal und leitung des heimes freuten sich, machten mit und bedankten sich herzlich bei mir. für mich war es ein vergnügen und eine gute möglichkeit, mich im heim meiner mutter wohl zu fühlen und es als “unser zuhause” zu betrachten, quasi mit den freundinnen meiner mutter zusammen etwas zu unternehmen.

nun ist meine mutter anfang november gestorben.

ich war zum üben im dezember und auch zur weihnachtsfeier da und als letzte woche der ganze feiertagssrummel vorbei war, meldete ich mich bei der zuständigen schwester und habe jetzt wieder begonnen mit den tänzen-im-sitzen.

ich hatte kein beklommenes gefühl, wie befürchtet, als ich die wohlbekannten räume betrat, den platz meiner mutter ohne sie sah, ihr zimmer wieder belegt. ich spürte eine große vertrautheit mit dem haus, dem personal und vor allem auch mit vielen der bewohnerinnen, die mich freundlich begrüßten, mir zuwinkten, mich anlächelten, ein paar worte mit mir wechselten.

nach dem tanzen dann noch ein kurzer besuch bei einer mir besonders am herzen liegenden dame, die mich anstrahlte; auch sie dement. Sie hatte die letzten wochen in der psychiatrie verbracht, weil keiner mehr mit ihr fertig wurde. ich war heilfroh, dass sie mit mir sprach wie die wochen zuvor, mit mir ihr liebenswertes lachen teilte – und ich weiß: so bald werden die mich nicht los…

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