Demenz und Spiritualität
Spiritualität, das ist für mich, auf die kürzeste Formel gebracht, die geistige Haltung, aus der wir leben und unser Leben im Tod loslassen. Auskunft über die eigene Spiritualität zu geben, ist nicht einfach, muss stets vorläufig bleiben und erfordert große Aufrichtigkeit und Mut.
Wer Umgang mit demenzkranken Menschen hat, wird auch diese Beziehung oder Arbeit in einem gewissen Geist gestalten. Sicher lässt sich hier viel und Wichtiges über eine „günstige“ Spiritualität sagen. Mich allerdings bewegt vor allem die Frage nach der Spiritualität des demenzkranken Menschen selbst. Bleibt sie im Verlauf der Erkrankung erhalten oder ändert sie sich? Kann es überhaupt noch eine Spiritualität geben, wenn die kognitiven Fähigkeiten immer mehr zerstört werden? Und – quälendste aller Fragen: Warum kann Menschen, warum darf ihnen so etwas zustoßen, dass sie sich selber und ihre eigene Tiefe offenbar verlieren? Warum müssen wir – oder doch zumindest einige von uns – so jämmerlich enden?!
Dieses Aufbegehren ist befriedet worden – nicht durch rationale Einsichten, die allgemein gültige Antworten bescheren, stattdessen mit der Überzeugungskraft persönlicher Erfahrung.
Die Frau, an deren Seite ich sie machen durfte, hatte mit 88 Jahren die Diagnose „Demenz vom Alzheimer-Typ“ bekommen. Im Laufe der folgenden Jahre hatte sie zunehmend ihre Orientierung verloren. Seit sie im Heim versorgt wurde, beruhigte sich ihr kritisches und unzufriedenes Gemüt, sie wurde mehr und mehr zum lieben, gehorsamen Kind, ein Liebling der Pflegekräfte. Ihr logisches Denkvermögen schien kaum beeinträchtigt, ebenso ihre sprachliche Kompetenz, nur gab es kaum noch Inhalte, die für Gespräche taugten. Singen machte ihr Freude, und in mir, die von ihren Liedern – meist Kirchenliedern – schon als Kind umgeben gewesen war, weckten diese oft starke Gefühle. In solch gemeinsamem Singen habe ich mich ihr am nahesten gefühlt. Sonst galt es vor allem, ihren immer gleichen Fragen standzuhalten: „Welchen Tag haben wir eigentlich?“ „Wo bin ich?“ „Wie spät ist es?“ Ich bemühte mich mehr oder weniger, der ermüdenden Eintönigkeit ihres Singsangs nicht überdrüssig zu werden:
„Vorbei, vorbei die schöne Zeit, ein kurzer Traum war’s bloß.
Der tiefste Schmerz im Menschenherz bleibt stumm und tränenlos.“
„Ach“, gab sie immer wieder bereitwillig zu, „so kurz war der Traum gar nicht.“
Und nach dem Schmerz befragt, schüttelte sie nur erstaunt den Kopf, „nein, nein“.
Im letzten Jahr ihres Lebens verschlechterte sich ihr körperlicher Zustand.
Gelegentlich überraschte sie mich nun durch Äußerungen, die eine neue Qualität zu haben schienen. Es war wie ein Nachsinnen.
So fragte sie – eine Frau, die zwei Weltkriege miterlebt hatte – am Beginn dieses letzten Jahres: „Habe ich denn auch mal Schlechtes erlebt? Ich kann mich nur an Gutes erinnern.“ (Allerdings wusste sie auch dieses Gute nicht mehr zu benennen.)
Wie denn sollte ein erinnerungsleerer Geist Bilanz ziehen!
Was war denn noch von ihr übrig geblieben?
Sie war eine fromme und eifrige Kirchgängerin gewesen.
Die Gottesdienste im Heim blieben ihr fast bis zuletzt wichtiger als irgendein Besucher.
„Was Gott tut, das ist wohlgetan“; „der Mensch denkt und Gott lenkt“ – diese allgegenwärtigen Formeln der Lebensbewältigung hatten Erinnerungen an Ereignisse und Menschen überdauert. Ab und zu tauchten Namen aus dem Vergessen auf, zuordnen aber konnte sie sie nicht mehr, ihre eigenen Eltern, Geschwister, Ehemänner, erst recht nicht Enkel und Urenkel – alle waren in freundlichen Nebel getaucht.
Vorbei, vorbei die schöne Zeit …!
Sie wurde sichtlich lebensmüder.
Ja, es ginge ihr gut, versicherte sie auf jede diesbezügliche Frage, nein, ihr fehle nichts, nein, sie habe keine Schmerzen. „Aber es reicht. Was soll ich denn noch?“ Hatte ich sie je eine Sinnfrage stellen hören? Sie tat ihre Pflicht, achtete fast bis zuletzt darauf, dass auch ich pünktlich war, ordentlich aussah, mich vernünftig benahm. Das schien ihr genügend Sicherheit zu geben.
Aber das alles war jetzt unwichtig geworden.
Ich erlebte eine Frau, die zu allem, was einmal wichtig gewesen war, zunehmend Abstand gewann, der nichts und niemand mehr bedeutsam schien, bis sie zwei Monate vor ihrem Tod einmal wie nebenbei erwähnte: “Ich nehme mich selbst gar nicht mehr wichtig.”
Welt- und Selbstverlust einer Demenzkranken? Oder das große Loslassen einer Sterbenden?
Ihr Sterbewunsch wurde immer intensiver, sie betete darum, endlich sterben zu dürfen und bat mich, ihr beim Beten um einen baldigen Tod zu helfen. “Du musst mir beten helfen!” Verstört hörte ich sie fragen, ob nicht der Arzt helfen könne – “aber das darf er vielleicht nicht?”. Und schließlich dachte sie sogar daran, sich selbst ein Ende zu setzen: “Wie sagt man, wenn man selber – ich meine, zum Sterben…?” – „Meinst du Selbstmord?“ – “Ja, ja! Aber das ist vielleicht verboten?”
Was soll ich nur antworten?
„Lieber Heiland, schenke mir Gnade …… und Gesundheit, oder nimm mich zu dir“, betet sie händeringend.
Ja, ich versichere ihr, mit ihr um einen baldigen und guten Tod zu beten.
Warum nur muss sich das so lange hinziehen? Wozu diese Seelenqual? Gibt es vielleicht etwas, das sie zu gehen hindert? Beklommen frage ich: „Hast du Angst, dass Er dich nicht zu sich nehmen wird?“ – Ein Zögern. „Vielleicht?“ So halte ich ihr vor Augen, wie sehr sie sich doch immer bemüht hat … „Ja“, nickt sie, „eigentlich müsste Er mir dankbar sein.“
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Und wieder stimmt sie ihren Singsang an:
Vorbei, vorbei die schöne Zeit, ein kurzer Traum war‘s bloß.
Der tiefste Schmerz im Menschenherz bleibt stumm und tränenlos.
Einmal, als wir so zusammensitzen, stellt sie unverhofft eine verblüffende Frage: „Wie habe ich dich eigentlich?“ Erschrocken muss ich erst überlegen, ob sie wirklich meint, was ich verstanden habe. „Du hast mich großgezogen. So könntest du mich deine Tochter nennen. Aber es war deine Schwester, die mich geboren hat, du hast mich auch als Nichte.“ „Meine Nichte!“ sagte sie mit Erleichterung. „Ich wusste doch, dass ich keine Kinder haben konnte.“ Das also war nicht ausgelöscht. War es ihre tiefste und noch immer ungestillte Wunde? Nie hatte ich gewagt, mit ihr darüber zu sprechen.
Als sie das vierte Mal in diesem Jahr ins Krankenhaus gebracht wird, sagt sie:
“Ich glaube, dass es jetzt zuende geht.” Sie ist sehr schwach und elend. Überrascht treffe ich sie am dritten Tag im Stuhl sitzend an: “Es sieht aus, als ginge es dir besser.“ „Ja“, sagt sie, „das kann schon sein. Da hat vielleicht jemand einen Fehler gemacht.“
Aber da wurde kein Fehler gemacht, es war das Geschenk von 4 kostbaren Tagen. Tage zwar eines ohnmächtigen Dahindämmerns, doch hin und wieder unterbrochen mit lichtvollen Momenten von großer Klarheit durchstrahlt.
„Wer bin ich?“, fragt sie einmal leise. Was für eine Frage! Ich höre sie von ihr zum ersten Mal. Kann sie von ein paar biographischen Angaben beantwortet werden?
Die früher so häufig geträllerte Strophe „Weiß nicht, was ich will, …“ wird plötzlich ergänzt : „Ich weiß nicht, was ich will. Was will ich denn? – Vielleicht bin ich ja zufrieden?“ O, lass‘ gut sein, nun brauchst du nicht mehr zu wollen, du darfst einwilligen, geh ein in deinen Frieden.
Und da gibt es noch weitere der großen Fragen, die sie in diesen Tagen ausspricht, wieder und wieder:
„Wo kann ich mich halten?“ Sie liegt da auf ihrem Krankenbett und sucht mit den Händen immer wieder nach einem Halt. Erschüttert nehme ich ihre Hände in die meinen – was sonst gäbe es zu sagen?
Eine ihrer Dauerfragen, die man geneigt ist, so gedankenlos zu beantworten, wie sie scheinbar gestellt werden, gewinnt an neuer Dringlichkeit: „Wo bin ich?“ Erst recht, wenn ich den Besuch beenden möchte, zerreißt sie mir das Herz. Wie kann ich sie zurücklassen, wenn sie sofort wieder vergisst, dass sie im Krankenhaus ist und niemand da sein wird, ihr zu antworten! In dieser Not greife ich zu einer Antwort, die beim Aussprechen ihre Floskelhaftigkeit verliert: „Du bist im St. N.N.-Krankenhaus, Mutti, aber ist doch egal. Sage dir einfach: Wo ich auch bin, ich bin in Gottes Hand.“ Ein Lächeln geht über ihr Gesicht: „Ja, danke, da hast du mir einen guten Rat gegeben.“
Ich habe sie danach diese Frage nicht mehr stellen hören.
Und schließlich: Wer bist du? Ach, Mutti, ich bin des Erklärens müde. „Ursula“, sage ich nur. Da geschieht etwas Wunderbares: „Meine Tochter?!“ ruft sie hocherfreut. Dann richtet sie sich ein Stück auf, sie umarmt und küsst mich liebevoll und in großer Freude.
Hat sie sich schließlich und zuletzt doch ausgesöhnt mit der Art und Weise, wie sie ein Kind hat haben können? Die unerfüllte Sehnsucht loszulassen, mag schwerer sein, als all die guten Gaben und Freuden des Lebens.
(Hätte ich auf ihr so häufig wiederholtes „wer bist du?“– statt vernünftige Erklärungen abzugeben – vielleicht nur sagen brauchen: „ich bin deine Tochter“? Doch eben das konnte ich ja nicht mal selber bis zuletzt. Da musste mein Name meine Ambivalenz überdecken.
Aber können wir die Frage nach uns selbst ohne die Antwort unseres Gegenüber beantworten? Und ist das nicht die beste Weise, die eigene Identität – immer neu – zu finden?)
Der Rest war ein großes Danken, das ihrem Herzen wie ein lauterer Quell entströmte.
Staunend und tief berührt habe ich ihr zugehört – und auch beschämt: Wenn wir aus ganzem Herzen danken, wo bleibt da noch Raum für kleinliches Feilschen und Abwägen? „Wir wissen gar nicht, was und wie viel wir füreinander tun“, sinniere ich, „das weiß nur Gott allein.“ „Ja, so ist es, das weiß nur der liebe Gott.“
Traurigkeit und Glückseligkeit verschmelzen in eins.
Das unentwegte „Vorbei, vorbei die schöne Zeit, ein kurzer Traum war‘s bloß“ tauchte noch gelegentlich auf. So fragte ich schließlich: „Bist du traurig, dass es vorbei ist?“ „Ja“, sagt sie schlicht und ohne Zögern.
Ein letztes Mal kommt diese Zeile über ihre Lippen, doch diesmal abgewandelt, als könnte sie nun ihre eigene Wahrheit aussprechen:
„Vorbei, vorbei die schöne Zeit – und niemand weiß, was bleibt.“
Dieser – unfromme aber zutiefst aufrichtige – Satz ist auf ihren Grabstein gemeißelt.
Für mich bleibt es ein unermessliches Geschenk, dass ich „Muttis“ Sterben, dass ich das Sterben meiner Mutter miterleben durfte. Staunen und Ehrfurcht hat es in mir ausgelöst, und eine unauslöschliche Ahnung von der Kostbarkeit auch des armseligsten Menschen. (Diese schlichte, demente Frau, Hilfe und Ärgernis meines Lebens, dieses Häufchen Elend – und unaussprechliche Kostbarkeit. geheimnisvolles Wunder des Lebens!, vor dem ich mich verneige.
Diese Frau, dem Licht des rationalen Bewusstseins entzogen, war bedürftig geworden wie ein Kleinkind. Aber die Frage, die mit jedem Menschen neu in die Welt kommt, die er mit seinem Leben und Sterben beantwortet und die er dennoch jenseits aller Kontingenzen bleibt, ist in ihr zur Reife gelangt. Sie wurde mir zum Vermächtnis.)
Im Prozess ihres Sterbens hat diese Frau mich gelehrt, dass die wesentlichen Fragen uns nicht zu Antworten führen, sondern in die Tiefe ihrer Unbeantwortbarkeit, in ein Schweigen jenseits von Frage und Antwort, dorthin, wo Trost und Hoffnung aufkeimen.
Einige sehr persönliche Überlegungen, die mich seitdem intensiv beschäftigen, wage ich ans Ende dieses Berichtes zu stellen:
- Die Diagnose „Demenz“, so viel sie auch zur Erklärung und zur Bewältigung der Situation beiträgt, kann uns leicht zu einem Vorurteil verleiten, das uns für die Gewichtigkeit der Fragen des Erkrankten unsensibel werden lässt. Hinter der oberflächlichen Fassade mühsam erhaltener Konversationskompetenz könnte die unaussprechbare Hoffnung stehen, endlich möge sich in dieser Frage- und Antwortroutine eine tiefere Dimension eröffnen.
- Es trifft wohl allgemein zu, dass wir nie mit Genauigkeit wissen können, was wir in unseren verschiedensten Beziehungen einander bedeuten und verdanken. Ohne die Mitteilung des Anderen, ohne sein Feedback bleiben wir uns selber dunkel. Wie viel bedürftiger mag in dieser Hinsicht gerade ein an Demenz Erkrankter sein! Und wie sehr vermag auch er, uns zu beschenken!
- Wir trachten alle danach, ein „gutes Leben“ zu haben, wie sehr sich die Kriterien im Einzelnen auch unterscheiden mögen. Das Schlagwort vom „erfolgreichen Altern“ drängt uns, so lange wie möglich ein Höchstmaß an Kontrolle zu erhalten. Doch sind es wirklich unsere Lebensgeschichte und unsere Selbstdefinitionen, die unsere Identität im Tiefsten ausmachen?
Wenn all unsere Rollen und Identitäten unserem materiellen Verfall erliegen – sind wir dann niemand mehr und nur noch bedauernswert? Oder könnte es tatsächlich sein, wenn wir so zugrundegehen, dass wir einen Grund erreichen, der trägt? Unseren eigenen Grund?
„Und niemand weiß, was bleibt!“
Wenn es im Leben und im Sterben um eine Realisierung, ich sage lieber „Klärung“ dessen geht, wer wir sind – kann es nicht sein, dass manchmal der Intellekt und unsere festgefügten Denkmuster eher störend als hilfreich, dass sie nicht Ressourcen, sondern Barrieren sind? Darf man den Gedanken wagen, dass auch eine Demenz in ein abschließendes Großes Danken eingeschlossen werden kann?
Autorin: Ursula Kiesslinger






Donnerstag, 23. Dezember 2010 um 12:34
Danke für diese sensible und differenzierte Schilderung.
Ich bin der Auffassung, dass wir Menschen uns “in der Trennung” vorfinden und unsere Aufgabe es ist, diese Trennung durch das Durchleben unseres Lebens zu überwinden. Mit Trennung meine ich unsere Wahrnehmung einer eigenen Identität (“Ich bin”) und daneben die Wahrnehmung “der Welt”. Dabei ist es gerade diese Trennung von Subjekt und Objekt die uns überhaupt erst Erfahrungen ermöglicht. Mit Durchleben meine ich: Sich der Welt, ihren Anforderungen und auch ihren Schwierigkeiten stellen und selbstverantwortlich handeln. Wobei uns natürlich ständig “der göttliche Funke” begleitet, diese Ahnung davon, wie es ist, nicht getrennt zu sein, wobei ich das überhaupt nicht konfessionell verstanden wissen möchte. Der Kontakt zu diesem “ich bin alles und alles ist in mir” ist uns bzw. den meisten Menschen der heutigen Zeit allerdings nicht bewußt, was jedoch nichts daran ändert. Und das, was man gemeinhin “Seele” nennt, überdauert unser “Ich”, unsere Egopersönlickeit (Ego meint nicht egoistisch im wertenden Sinn, sondern unsere Indentifikation mit “ich”). Diese Instanz “Seele” in uns ist es meiner Meinung nach letztlich, die nach Erfahrung giert, auf deren Entwicklung kommt es letztlich an, nicht auf die Entwicklung unseres Egos. Doch dafür benötigt sie nun mal dieses Ego. Dass unsere Egopersönlichkeit darunter manchmal leidet, ist der Seele sozusagen egal, Hauptsache, sie kann sich reiben und spüren in der Welt, um diese dadurch zu überwinden (und nicht durch Weltflucht).
Das Schicksal eines einzelnen Menschen kann immer nur dieser Mensch verstehen, das sollte allen Therapeuten und Angehörigen klar sein, wenn diese sagen: “Wie kann man denn nur…” (so denken, so fühlen, so handeln usw.) und sich damit anmaßen, Ihre Ego-Ansicht anderen überzustülpen. Was könnte es an Ausdruck größerer Liebe und Wertschätzung eines Menschen geben, als z. B. – und jetzt komme ich endlich auf den Punkt – einem Demenzkranken sein Schicksal zuzugestehen und zu schätzen, dass er evtl. gar nicht leidet unter seinen Symptomen, die wir als “Gesunde” so schrecklich empfinden? Warum maßen wir uns an darüber zu urteilen, welche Erfahrung für eine Seele “besser” oder “wichtiger” oder “wertvoller” sein soll? Den Wert einer “dementiellen Erfahrung” für eine Seele kann doch ein Ego, und schon gar nicht ein fremdes Ego, überhaupt nicht beurteilen. Der Grund ist: Dieses Ego hat natürlich Angst, sich zu verlieren, zu sterben, zu verschwinden. Das ist nicht falsch oder schlimm, aber bewußt sein sollte es einem, wenn man mit kranken, dementen und sterbenden Menschen zu tun hat.
Die Entwicklung der Ego-Persönlichkeit mag wichtig sein in der ersten Hälfte unseres Lebens, danach scheint mir wichtiger zu sein, der seelischen (spirituellen) Entwicklung mehr Aufmerksamkeit zu schenken. Und in dieser Hinsicht empfinde ich den Beitrag von Frau Kiesslinger als stimmig und Mut machend.
Danke dafür.
Michael Baar