Demenz – Filmratgeber für Angehörige

Donnerstag, 17. Juni 2010 von DAlzG
Filmbox Demenz

Das KDA (Kuratorium Deutsche Altershilfe) hat sein umfangreiches Informationsangebot zum Thema Demenz erweitert und die  DVD-Box „Demenz-Filmratgeber für Angehörige” in sein Onlineshopangebot aufgenommen. Die DVD-Box beinhaltet den Spielfilm „Eines Tages…”, zwei weitere DVDs mit 12 Themenfilmen (360 Min.) sowie eine CD-ROM mit Materialien. Initiiert und gefördert wurde das Filmprojekt vom Landschaftsverband Rheinland, dem Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes NRW und den nordrhein-westfälischen Pflegekassen mit fachlicher Unterstützung u.a. des Kuratoriums Deutsche Altershilfe.

Der Spielfilm „Eines Tages…” mit Horst Janson, Annekathrin Bürger, Heinrich Schafmeister u.v.a. beschreibt in drei miteinander verwobenen Episoden die Entwicklung einer Demenzerkrankung in ihren unterschiedlichen Phasen.

Ziel des Medienangebotes ist es, Angehörigen von Demenzkranken aber auch ehrenamtlich und professionell Betreuenden konkrete Hilfestellung zu bieten. In den 12 Themenfilmen geben Ärzte, Pflegekräfte, Experten und Angehörige ihre Erfahrungen mit dem Thema in zahlreichen Interviews weiter. Dazwischen zeigen Spielfilmszenen typisches Verhalten, bringen Konflikte auf den Punkt und weisen Lösungswege. Die Mischung aus Fiktion und realen Erlebnisberichten ermöglicht vielschichtige Einblicke in den Alltag mit Demenz und gibt wertvolle Hinweise für die häusliche Betreuung. Medizinische und rechtliche Informationen ergänzen die Themenpalette. Die CD-ROM mit Materialien gibt Textinformationen zu den Themenfilmen, enthält Dokumente, Checklisten, wichtige Adressen und Links.

Den Film können Sie im KDA-Onlineshop bestellen.

Vorab können Sie sich hier den Trailer dazu anschauen:

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Rückenschule

Donnerstag, 17. Juni 2010 von Heidi

Seit Pfingsten kann meine Mutter den rechten Fuß nicht belasten, knickt sofort ein. Damit sind wir zur Fortbewegung vollständig auf den Rollstuhl angewiesen.

Ich möchte trotzdem, dass sie diesen so wenig wie möglich nutzt und weiterhin auf dem Lieblingsplatz auf dem Sofa und in der Küche auf dem normalen Stuhl sitzt.

Das heisst, ich hebe sie nun mehrmals hoch zum Umsetzen. Toilettengänge sind nur  mit einem Ausflug in den ersten Stock möglich, wir haben auf aufnahmefähigere Windeln umgestellt, denn den Sinn des Toilettenstuhls erkennt Mutter noch nicht.

In den ersten Tagen habe ich Arbeitskollegen und Bekannten von der Neuerung berichtet, wenn sie fragten, wie es Mutter geht. Unweigerlich kam der Kommentar „da musst du aber auf deinen Rücken aufpassen, am besten du holst dir einen Pflegdienst“.

Damit wäre ich zeitlich und örtlich gebunden, abgesehen vom wechselnden Personal dieses Pflegedienstes, das für Mutter nur zu noch mehr Verwirrung führen würde zusätzlich zum Aufstehen/Umsetzen/Windelwechsel-Stress, wonach sie jetzt schon erschöpft ist.

Es gibt so viele Berufe in denen schwer gehoben und getragen wird – und bitte schön: hat der Pflegedienst keinen „Rücken“ den er/sie schonen sollte? Herr S und Frau W heben tagtäglich viele Patienten hin und her, gehen in Badezimmern ein und aus – und ich soll nicht in der Lage sein, das mit einem einzigen Menschen, meiner Mutter, zu können? Immerhin ist das nächtliche Umlagern doch auch seit fast zwei Jahren kein Thema mehr.

Inzwischen kenne ich schon einige Tricks und Techniken, es geht ganz gut. Auch ins Auto kann ich Mutter setzen – unsere Freiheit ist uns wiedergegeben.

Und ich widerspreche jetzt ganz frech, wenn der gutgemeinte Rat, auf meinen Rücken zu achten ertönt.

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