Freitag, 16. Juli 2010 von DAlzG
Die Autoren Baer und Schotte leiten als Therapeuten ein Institut für Gerontopsychatrie. In ihrem Buch schildern sie ihre Erfahrungen aus ihrer Arbeit und zeigen Wege auf, wie Angehörige oder Pflegende neue Zugänge finden können zu demenzkranken Menschen. Sie schildern sehr anschaulich, dass Menschen, die an Vergesslichkeit leiden, zwar vieles verstandesmäßig vergessen, aber dass in ihnen immer noch Emotionen und Gefühle vorhanden sind, die angesprochen werden können.
Jeder, der sich mit einem demenzkranken Menschen beschäftigt, kennt die scheinbar unbegründeten und oft unerklärlichen Gefühlsausbrüche oder Reaktionen, die plötzlich zu Tage treten können. Hilflosigkeit oder der Versuch, diese Handlungen zu unterbinden, sind meist die gängigen Umgangsmethoden. Doch wer sich die Zeit nimmt, herauszufinden, welche alten Erlebnisse diese Emotionen hervorgerufen haben, kann einen ganz neuen Zugang zu diesen Menschen finden. Dies geschieht durch das Annehmen und Begleiten der Handlungen, anstatt sie zu beschwichtigen oder zu bekämpfen. Die vielen anschaulichen Fallbeispiele erläutern sehr gut, wie ein bisher vielleicht zuwenig beachteter Zugang zu demenzkranken Menschen möglich ist: nämlich über das Herz.
Einen kleinen Textauszug zu diesem Buch finden Sie auf der Website der Autoren.
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Stichwörter: Buch
Montag, 12. Juli 2010 von DAlzG
Am Welt-Alzheimertag 2009 übernahm die Journalistin und Buchautorin Wibke Bruhns die Schirmherrschaft der DAlzG von der ehemaligen Familienministerin und Bundestagsabgeordneten Renate Schmidt. Sie erregte Aufsehen, als sie 1971 als erste Frau die Hauptnachrichtensendung des ZDF moderierte.
Später arbeitete sie als Journalistin und Auslandskorrespondentin für Fernsehen und Presse. 1989 erhielt sie für eine Reportage den renommierten „Egon-Erwin-Kisch-Preis“. Große Aufmerksamkeit fand ihr 2004 erschienenes Buch „Meines Vaters Land. Geschichte einer deutschen Familie“. Wibke Bruhns lebt in Berlin.
Im Februar 2010 besuchte sie die Geschäftsstelle der DAlzG und wir konnten das folgende Gespräch mit ihr führen:
Frau Bruhns, der Kontakt zu Ihnen kam zustande durch das „Buch der Erinnerungen“, das die DAlzG 2008 herausgegeben hat. Darin haben Prominente aus Medien, Kunst, Sport und Politik Gedanken zum Thema Alzheimer aufgeschrieben. Ihr Beitrag endete mit der Zeile „Erinnerung ist Leben. Ich bin dankbar dafür“.
Wibke Bruhns: Ja, das bin ich wirklich. Es ist für mich eine schreckliche Vorstellung, das Gedächtnis weitgehend zu verlieren. Seit etwa zehn Jahren habe ich mitbekommen, dass mein Bruder, damals Mitte 70, der mit seiner Frau in Niedersachsen lebte, sich veränderte. Er wurde langsamer, sein Gedächtnis verschlechterte sich, manchmal wurde er unwirsch und aggressiv. Sein Hausarzt hat ihn dann zum Neurologen überwiesen, der die Alzheimer-Krankheit diagnostiziert hat. (Weiterlesen
)
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Stichwörter: Interview
Freitag, 9. Juli 2010 von DAlzG
Das Heft der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erscheint vierteljährlich. In jedem Heft gibt es ein Schwerpunktthema, das nächste wird sich mit dem Humor beschäftigen:
In vielen alltäglichen Begegnungen mit Demenzkranken, in Gruppen und bei Festen gibt es Anlass zum Lachen, zu Heiterkeit und Fröhlichkeit. Wo man gemeinsam lachen kann, gibt es keinen Platz für Stress und Ärger. Was haben Sie erlebt? Wie können Humor und Heiterkeit im Alltag mehr Raum bekommen?
Bitte schicken Sie uns dazu Manuskripte, gerne mit Fotos, möglichst als Datei; maximal eine dreiviertel Seite in einer 12er Schrift (ca. 350 Worte). Auswahl und Kürzungen behält sich die Redaktion vor.
Ihre Texte senden Sie bitte an redaktion@alzheimerblog.de.
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Dienstag, 6. Juli 2010 von Heidi
Es ist schon toll, was für Hilfsmittel auf Abruf bereit stehen, wenn man nur weiß, dass es sie gibt und wofür sie eingesetzt werden können.
Nehmen wir unseren Toilettenstuhl. Für Menschen mit voller Gehirnleistung eine praktische Erleichterung. Sogar mit herunterklappbaren Armlehnen. Sitz aus weißem Plastik, beinhart, die Aussparung für unseren kleinen Hintern etwas groß. Ein Eimer mit Deckel kann untergeschoben und eingerastet werden. Der Port à Potti auf Rädern überwindet auch mittleren Teppichflor.
Für mich und meine Mutter dient er nur als Transportfahrzeug ins Bad. Denn selbst wenn der Toilettenstuhl nach dem Hochklappen der Klo-Brille genau über die Schüssel gefahren werden kann und „passt“, so sieht das Möbel aus wie ein normaler Stuhl. Und was haben wir alle von Klein auf gelernt? Auf dem Örtchen darf man sich Zeit lassen, ist respektvoll ungestört, kann etwas trinken, essen und die Zeitung lesen. Aber auf einem normalen Stuhl im Schlafzimmer oder im Wohnzimmer oder auf dem Flur erledigt man kein Geschäft.
Demenzkranke können sich durch Nachdenken nicht korrigieren. Auch wenn ich Mutter den Sachverhalt erkläre, den Stuhl ins WC fahre und sie quasi auf dem Ort sitzt – für sie bleibt es ein normaler unbequemer Stuhl, und da passiert nix.
Ich habe mir schon überlegt, aus dem Baumarkt einen dieser eklig weichen Klo-Brillen aufzukleben, den weißen Plastik farblich abweichend zu streichen. Dann passt die abnehmbare kaschierende Auflage nicht mehr drauf, aber ein Klo neben dem Bett – das geht mal gar nicht.
Eine Hoffnung gibt es noch – da immer mehr Menschen demenzkrank werden, haben vielleicht auch die Designer von Hilfsmitteln Familienangehörige, bei denen Sie Wahrnehmung und Zweck ihrer Erfindungen ausprobieren können, aus der Sicht einer Noch-Minderheit. Vielleicht klappt es dann?
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