Wenn Roberto Blanco auf Heavy Metal trifft

Sonntag, 27. Februar 2011 von DAlzG

Mit einem ungewöhnlichen Spot macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft jetzt auf das Problem der Demenz aufmerksam.

Der Spot setzt bei den Zuschauern allerdings nicht auf Betroffenheit. Er will mit Humor und Überraschungseffekt auf das Thema hinweisen. Als Mitwirkende konnten der Entertainer Roberto Blanco sowie die Heavy Metal Band Sodom gewonnen werden, die beide im Interesse des guten Zwecks ohne Honorar auftreten. Ebenso wie alle anderen an dem Konzept und der Umsetzung des Spots Beteiligten.

Lassen Sie sich überraschen!

Nähere Informationen unter www.deutsche-alzheimer.de

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Humor und Alzheimer im Film

Donnerstag, 24. Februar 2011 von Redaktion Alzheimerblog

Das Thema Demenz und Humor hatten wir vor einigen Monaten ja hier im Blog als Fokus-Thema, unter anderem gab es dazu ein Interview mit Prof. Dr. Hirsch.

Doch es ist gar nicht so einfach, Filme zu finden, die vielleicht einmal auf leichtere Art und Weise mit dieser Krankheit umgehen. Das Onlinemagazin Moviepilot hat jedoch zu diesem Fokus eine Liste erstellt, die es sich lohnt einmal anzuschauen. Die Filme bekommen Sie in Ihrer Videothek oder können Sie z.B. beim Onlineshop Amazon bestellen. Die Liste finden Sie hier.

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Theaterworkshop “Altern – was ist das?”

Dienstag, 22. Februar 2011 von Marita Gerwin

Alle Fotos von Dr. Jürgen Richter

“Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!”

Anne sitzt mit ihrem grünen Plastiksack auf der Bühne der Kulturschmiede in Arnsberg. Sie hat all ihre Habseligkeiten, an denen sie hängt, in diesem grünen Sack verstaut. Sieben Damen schauen sie schweigend an, dabei summen sie das Lied „Ganz Paris träumt von der Liebe….“
Rund um die Bühne sitzen 90 Zuschauer. Hautnah erleben sie die Präsentation der Ergebnisse des Theater-Workshops der acht Teilnehmerinnen im Alter zwischen 40 bis über 70 Jahren im TEATRON THEATER.
Geschäftiges Treiben auf der Bühne: Johanna strickt; Rosi liest Anweisungen auf Medikamentenschachteln; Eva schaut alte Fotos an; Doris schreibt Gedichte; Lisa zieht ihre langen Handschuhe an; Dorothee repariert etwas.
Ein munterer Satz-Pingpong beginnt. Scheinbar wild aneinander gereihte Sätze, gestenreich und emotional von den Damen vorgetragen, nebeneinander gesetzt, verschmelzen zu einer Einheit, verbinden sich zu einer Geschichte rund um das Altern. Es ist mucksmäuschen still im Publikum. Gebannt hören wir zu und entdecken Parallelen zu unserer eigenen Lebenswelt……
Im Alter muss man nicht mehr schön sein…aber man muss gut aussehen. Für einen Flammkuchen – da würde ich mein Leben geben.Und dann noch ein gutes Glas Rotwein dazu……. Mhm …..Wenn du Herzschmerzen hast, dann nimm Baldrian, das beruhigt. Ich bin Elektroniker, eigentlich Elektronikerin, E – lek – tro – ni – ke – rin. Falten, Besenreiser, Cellulitis, rote Flecken, braune Flecken, Altersflecken. Was ist Schein, was ist Wahrheit? Meine Mutter hat ihr Leben lang im Garten gearbeitet, und bei jeder Blume denke ich an sie. Ein Altenheim mitten im Wohngebiet? Das will doch keiner! Jung dynamisch ist in! Mein 81- jähriger Vater hat sich wieder eine Freundin ausgesucht, aber er meint, das wird wohl nichts, die ist noch zu fit. Wenn ich nicht mehr laufen kann, kauf ich mir ´n Rentnerporsche! Oh, ich freu mich jetzt schon – wenn ich alt bin, geht der Wecker nicht mehr. Mein Bauchnabel hat sich gesenkt. Alter ist ja auch was Schönes! Man kommt schon ins Überlegen, was wohl mal sein wird mit dem eigenen Tod. Die ganz Alten, die will ja keiner sehen! Ich habe morgens immer solche Verdauungsprobleme. Lasst mich doch alle einfach in Ruh! Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!“

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Mit den Kräften haushalten

Sonntag, 20. Februar 2011 von Heidi

Seit Jahren sagt man mir, einer der wichtigsten Grundsätze in der Betreuung demenzkranker Angehöriger sei das Haushalten mit den eigenen Kräften. Ich danke Dagmar für ihren Kommentar zu einem meiner letzten Beiträge, dass sie daran erinnert hat. Es stimmt. Sehr oft stelle ich in letzter Zeit fest, wie meine vermeintlich unendlichen Kräfte langsam aber sicher schwinden. Anzeichen dafür sind immer öfter auftretende Mutlosigkeit  gegen Windmühlen anzukämpfen, Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit und die Frage nach dem Sinn. Es fällt mir täglich schwerer, den Interessenskonflikt zwischen Beruf und Pflege zu überbrücken.

Während Mutter nach dem Frühstück ein kleines Nickerchen einlegt, wäre es mir wichtig vor Arbeitsantritt einige Haushaltsaufgaben zu erledigen. Waschmaschine, Vorkochen, Putzen, usw., vom Papierkram ganz zu schweigen. Dazu muss man fit sein. Bis vor einigen Wochen ging das auch. Aber auf einmal kann ich mich nicht ad hoc aufraffen, eine Sache zügig abzuarbeiten. Ich benötige eine ungewohnt lange Anlaufzeit. Ganz besonders für die Bewältigung von Papierkram fehlt die Konzentration. Sogar einfach nur den Staubsauger holen um loszulegen, ist schon zu viel. Nach dem Abendessen, wenn Mutter versorgt ist und zum Abschluss für das Trinken einer halben Tasse Wasser eine geschlagene Stunde benötigt, weil der Schluckreflex nicht mehr so richtig wirkt, schaffe ich es gerade noch so, sie zu Bett zu bringen und falle dann selbst erschöpft zwischen die Laken. Alle Vorhaben, was ich an diesem Tag erledigen wollte, werden klein durch den übermäßigen Wunsch nach nur noch Hinlegen und Augen schließen. In zwei Stunden muss ich Mutter Umlagern, um einen Dekubitus zu vermeiden.

Natürlich könnten wir die eine oder andere Hilfe von auswärts hereinholen, aber bitteschön, das kostet zusätzliches Geld, das bereits für die Finanzierung von Betreuungsgruppen und Fahrten dorthin gebraucht wird.

Wenn ich mich dann endlich zusammenreisse und die Aufgabe erledigt ist, fühle ich mich stolz erleichtert und eigentlich war es doch gar nicht so schlimm, warum habe ich das nicht schon längst erledigt. Jeden Tag ein bisschen, oder wenigstens am Wochenende, dann würde nichts liegen bleiben. Dann kommt das Wochenende und die Sonne scheint. Da werde ich diese schöne Gelegenheit bestimmt nicht mit profanem Abarbeiten einer Checkliste vertun, sondern lieber meine Mutter draußen im Rollstuhl spazieren fahren. Solange keine wichtigen Termine verschwitzt werden oder besonderer Besuch ins Haus kommt, wo mir eine unaufgeräumte Wohnung peinlich wäre, ist Alles eigentlich immer öfter egal. Durch diesen gemeinsamen Spaziergang draußen in der Sonne tanken wir beide, Mutter und ich, unsere Batterien auf, schöpfe ich mehr neue Kraft als in einer Stunde Schlaf. Das bisschen Aufräumen und den Papierkram kann ich doch auch nach der Rückkehr erledigen. Oder?

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Erinnern ist gut für Demente

Mittwoch, 16. Februar 2011 von KatrinRohnstock

Aus dem eigenen Leben zu erzählen macht Menschen, die an Demenz erkrankt sind, große Freude (auch wenn sich die Erinnerungen manchmal miteinander verstricken und die Zeitebenen durcheinander geraten). Wenn man den Erkrankten etwas aus seiner Kinder- oder Jugendzeit fragt, so wird er mit Freude antworten, ja, seine Stimmung wird sich schlagartig erhellen; denn die Erinnerungen an die Jugend sind meist mit Freude verbunden.

Ich habe diese Erfahrung nicht nur als Jugendliche mit meiner Großmutter gemacht, sondern kürzlich wieder – bei einem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt, bei dem ich das Zimmer mit einer demenzkranken Frau teilte. Sobald sie schlechte Laune bekam oder ihr irgend etwas nicht passte, fragte ich sie, wie sie ihren Mann kennen gelernt hat – und sofort wurden ihre Geschichtszüge weich und fröhlich und  sie erzählte mir  diese Geschichte, in der sie ihren Mann mit ihrem Sohn und Berlin mit Dresden verwechselte. Aber das spielte keine Rolle – ich akzeptierte, was sie mir erzählte und korrigierte sie nicht, ich wollte ihr eine gut gelaunte Mitstreiterin sein gegen das Kranksein. (Weiterlesen…)

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TV-Tipp: Alzheimer ohne Scham – Ein Mann stellt sich seiner Krankheit

Montag, 14. Februar 2011 von Redaktion Alzheimerblog

In Deutschland leben mehr als eine Million demenzkranke Menschen, die Mehrheit von ihnen mit der Diagnose “Alzheimer”. Nur die wenigsten sind bereit, öffentlich darüber zu sprechen. Demenz gilt immer noch als Stigma.

Die Scham vor dem eigenen Gedächtnisverlust lässt viele Betroffene verstummen. Der Münchener Christian Zimmermann will mit nicht einmal 60 Jahren nicht in der gesellschaftlichen Demenz-Nische verschwinden. Vor über zwei Jahren wurde Alzheimer bei ihm diagnostiziert. Als einer von ganz wenigen in Deutschland macht er seine Krankheit öffentlich, offenbart sich auch gegenüber den Massenmedien. In und durch die Alzheimer-Erkrankung lernt er neue Seiten an sich kennen, er traut sich als Laiendarsteller erstmals in seinem Leben auf die Bühne und bannt seine Krankheit malend auf die Leinwand, gibt dem Alzheimer ein Gesicht, versucht den Alzheimer zu überlisten, wie er sagt. Er will den Betroffenen Mut zusprechen: Ein sinnvolles Leben mit Alzheimer ist möglich!

SWR, 20. Februar 2011, 10.30h und 21. Februar 2011, 7.00 Uhr und
SWR, 23. März 2011, 23.00 bis 23.30 Uhr

In der Mediathek zu finden unter http://www.wdr.de/tv/tag7/videos/uebersicht.jsp?m=m04-2011&archiv_save=ausw%E4hlen&t=datum

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Montags kommt die Erinnerung!

Donnerstag, 3. Februar 2011 von Redaktion Alzheimerblog

Naturerlebnispädagogik mit an Demenz erkrankten Seniorinnen und Senioren

Im Rahmen ihrer Altenpflegeausbildung führte die Klasse AP3 Co 08 mit der Lehrkraft und Naturerlebnispädagogin Petra Schreiner das Projekt „Natur erleben – gegen das Vergessen“ durch. Daran nahmen ein Bewohner und sechs Bewohnerinnen der beschützenden Station des Laurentiushauses in Lützelbuch und neun Auszubildende, zwei Schüler und sechs Schülerinnen, des Privaten Beruflichen Schulzentrums Coburg der Gemeinnützigen Gesellschaft für soziale Dienste teil. Das Alter der Teilnehmer lag zwischen 70 und 85 Jahren, die Diagnosen lauteten leichte bis mittelschwere Demenz.

Da es kaum Literatur zum Thema „Naturerlebnispädagogik mit alten bzw. dementen Menschen“ gibt, entschloss ich mich mit meiner Klasse naturerlebnis- pädagogische Waldtage für an Demenz erkrankte Senioren anzubieten, durchzuführen und aus zu werten. Unsere Zielsetzungen waren: das Bedürfnis wecken nach Naturnähe und physischer Freiheit und das Knüpfen von sozialen Kontakten. Die Sinne sollen durch Außenreize wie Wind und Sonne stimuliert, sowie der Gleichgewichtsinn geschult werden. Die Senioren sollten die Möglichkeit erhalten, durch Sehen, Hören, Riechen, Berühren Tiere, Pflanzen und Erde, wahrzunehmen. Außerdem sollten Emotionen stimuliert und Erinnerungen geweckt werden. Am wichtigsten aber waren Spaß und Lebensfreude der Senioren.

Für die Altenpflegeschüler war es lehrreich zu beobachten, wie die Senioren emotional, psychisch, physisch und sozial auf den Aufenthalt im Wald reagierten und welche Veränderungen sich in den fünf Wochen abzeichneten. Alle wichtigen Beobachtungen, die während und nach den Waldtagen festzustellen waren, dokumentierten die Schüler und  Pflegekräfte der beschützenden Station auf selbsterarbeiteten Beobachtungsbögen und werteten sie am Ende des Projekts aus. (Weiterlesen…)

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Dinge vor dem Verlorengehen bewahren, wie geht das?

Dienstag, 1. Februar 2011 von Redaktion Alzheimerblog

Meine Mutter befindet sich seit nunmehr 1,5 Jahren in stationärer Pflege wegen fortgeschrittener Alzheimer Erkrankung. Nachdem mein Vater – wegen seiner eigener Krankheit – nicht mehr in der Lage war meine Mutter zu betreuen und auch alle der drei Kinder dies nicht leisten können, blieb nur der Schritt in die stationäre Pflege.

Dort treffe ich gerade zum zweiten Mal auf ein recht banales Problem für Brillenträger (was mir gestern im Altenheim auch andere Angehörige bestätigt haben): WO IST DIE BRILLE??? Das Pflegepersonal konnte mir nur sagen, dass diese bereits gesucht wird – bei der Gelegenheit erfuhr ich dann, dass meine Mutter bereits seit 4-5 Tagen ohne Brille durch das Heim läuft. Bei einer jahrzentelangen Brillenträgerin mit >10 Dioptrin, ist das bestimmt nicht schön (meine Mutter meinte zwar, dass es wohl gehen würde…). Da eine neue Brille fast 1.000 Euro kosten wird, würde ich diese sehr gerne wiedergefunden wissen.

Kennt jemand eine Möglichkeit eine Brille (es gehen ja auch andere persönlichste Dinge z.B. Gebiss verloren) zu kennzeichnen, damit diese einfach in einem begrenzten Raum (Heim) wiedergefunden werden kann. Ich hatte hier an einen GPS-Sender oder an die immer häufiger verwendeten RFID-Funkchips gedacht, kenne mich damit aber leider nicht aus.

Da ich aber glaube nicht allein mit diesem Problem zu sein, kann mir hier hoffentlich jemand weiterhelfen.

Uli L.

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