Bezauberndes Kinderbuch “Vom Fuchs, der den Verstand verlor”
Martin Baltscheit erzählt in seinem Buch von einem Fuchs, der langsam seinen Verstand verliert. Zuerst wird der Fuchs vergesslich: er bringt die Wochentage durcheinander, vergisst Geburtstage. Dann weiß er nicht mehr wo er wohnt und er vergisst das Essen. Zum Schluss weiß der Fuchs nicht mehr, dass er ein Fuchs ist.
Martin Baltscheit beschreibt mit undramatischen und unverschnörkelten Worten die Erlebnisse des Fuchses. Durch die einfache Beschreibung der jeweiligen Situationen gelingt ihm ein Hinführen auf das Wesentliche. Am Ende des Buches weiß der Fuchs zwar nicht mehr wer ist, er kann sich aber dennoch sicher und geborgen fühlen, denn die jungen Füchse sind jetzt immer bei ihm und erzählen ihm ihre Geschichten. Dazu ein kleiner Ausschnitt: „Er wusste nichts und fühlte nur. Er fühlte, wenn jemand seine Wunden leckte. Er fühlte, wie es ist, keinen Hunger zu haben. Er liebte es, wenn die jungen Füchse von der Jagd erzählten. Er mochte ihre Ticks, vor allem den mit dem Strohhalm.“
Die Erzählung wirkt nahezu unkompliziert und doch muss man manche Bilder erst entdecken, wie zum Beispiel die Darstellung und Anordnung der Seitenzahlen.
Und dann bleibt noch die Frage, was eigentlich mit der Amsel passiert ist.
„Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ ist ein wunderbares Kinderbuch, das auch für Erwachsene lesenswert ist. Warum es für Erwachsene lesenswert ist? Kinderbücher, so wie dieses drücken manchmal mehr aus als Bücher für Erwachsene, denn man findet den Inhalt in den Zeilen und muss ihn nicht erst zwischen den Zeilen suchen.
Christa Waschke
Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor, Verlag Bloomsbury 2010, 32 Seiten, 13,90 €








