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Wo bleibt die Würde eines demenzkranken Menschen

Dienstag, 2. Februar 2010 von Brigitte

Es begann im Jahr 2006, da fiel uns auf, daß Mutti Sachen anstellte, wie das nasse Handtuch in einen Cosmetikeimer zu stecken,  ihre Brille nicht mehr zu finden. Was man ihr sagte kurze Zeit später vergessen hat, sie es immer wieder neu fragte, bis man selber am Durchdrehen war. Das sie einen anrief und immer wieder die gleichen Fragen stellten, die man ihr immer wieder beantwortet bis man nicht mehr ans Telefon gehen wollte. Dafür schäme ich mich heute. Das sie ihr Geld suchte und man es ihr weggenommen hat. Das sie ihre Brille suchte sie später in Papier eingewickelt  in irgend einer Schublade. Leider lagen unsere Nerven blank und wir reagierten falsch und hatten keine Geduld. Wir wollten mit Mutti zum Arzt, aber sie verweigerte es. Sie wurde immer aggressiver und ging zum Teil auf uns los. Heute denke ich sie hatte Angst, weil wir sie nicht verstanden und sie immer berichtigten. Mein Vater stellte Antrag auf Pflegestufe, der medizinische Dienst lehnte dies zwei Mal ab. Wir wußten uns nicht mehr zu helfen.

Damals ahnten wir das sie an Alzheimer oder Demenz leidet. Ich erkundigte mich bei einer Beratungsstelle. Man sagte mir ,man müsse sich an das Amtsgericht wenden und den Fall schildern. Das wollte ich dann auch nicht, so tat es mein Vater. Vom Amtsgericht und anderen Stellen kamen Leute vorbei, die sich meine Mutter anschauten, mein Vater legte sich zu diesem Zeitpunkt ins Krankenhaus und überließ mir den Part. Sie war sauer auf mich, daß ich so etwas mit der eigenen Mutter mache . Ich war hilflos, am Ende entschied der Amtsrichter, daß meine Mutter eine Berufsbetreuerin zugewiesen bekommt das war im Mai 2007. Mein Vater nahm sich dann eine Putzfrau und meine Mutter sah rot, denn sie sah die Geliebte meines Vaters darin und griff diese Frau immer an.  Als dies die Betreuerin mitbekam entschloss sie sich, daß meine Mutter ins Krankenhaus nach Friedberg gebracht werden sollte. Sie bestellte einen Krankenwagen und die Polizei und erklärte meiner Mutter, daß sie nun freiwillig mitgehen kann oder sie die Hilfe der Polizei nutzen muß. (Weiterlesen…)