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	<title>Alzheimer BLOG &#187; Dagmar</title>
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	<description>Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft</description>
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		<title>Beschäftigung für und mit Demenzkranken</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 10:40:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mutti ging 5 Tage in der Woche in die Tagespflege. Sie ging &#8220;arbeiten&#8221;. Sie war ihr Leben lang berufstätig und dies war für sie wichtig. Damit war sie beschäftigt. Die Tagespflege war eine sehr gute Einrichtung, die sich sehr gut mit den Betreuten beschäftigten, so dass auch einige Ältere die Tagespflege besuchten, weil sie sonst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mutti ging 5 Tage in der Woche in die Tagespflege. Sie ging &#8220;arbeiten&#8221;. Sie war ihr Leben lang berufstätig und dies war für sie wichtig. Damit war sie beschäftigt. Die Tagespflege war eine sehr gute Einrichtung, die sich sehr gut mit den Betreuten beschäftigten, so dass auch einige Ältere die Tagespflege besuchten, weil sie sonst vereinsamten. Allerdings nur 1x in der Woche, da finanziell ohne Pflegestufe es nicht machbar war. Ein kleines Wohnhaus mit großem Garten war für Mutti eine wichtige Quelle für ihre Ausgeglichenheit.</p>
<p><span id="more-3049"></span>Sie wuchs in einer Gartenkolonie in Berlin auf und hatte somit als Kind Gartenarbeit und den Umgang mit Tieren gelernt und als wohltuend empfunden. Sie beseitigte das &#8221; Unkraut&#8221;, dass dabei auch Petersilie &amp; Co daran glauben mussten, war für mich nebensächlich. Auch das Füttern der Hühner bereitete ihr Freunde sowie das Streicheln der Hunde und das Schmusen mit dem Kater. Wichtig waren auch die täglichen gemeinsamen Spaziergänge und später das tägliche Ausfahren mit dem Rollstuhl oder das gemeinsame Spielen. Als ihre Mobilität immer verringerte, hatte ich ihr &#8220;vorgelesen&#8221;. Sie verstand den Inhalt nicht, aber bei ihr zu sein und mit ihr zu sprechen beruhigte sie. Ich las die Zeitung laut oder das von mir gelesene Buch. Zwei Vorteile hatte dies: Mit Mutti habe ich mich beschäftigt und ich habe gleichzeitig was für mich getan.</p>
<p>Eine liebe Frau vom Märkischen Sozialverein unterstützte mich dabei tatkräftig. Sie sagte mir:&#8221; dass es für sie und für Mutti bei mir sehr angenehm auf Grund der breiten Abwechslungsmöglichkeiten war.&#8221; Sie empfand es für die Betreuten und für sich selber sehr belastend sich 3 Stunden in einem Zimmer, ohne äußere Reize, sich mit diesen zu beschäftigen, wie sie es bei anderen Familien machen musste. Sicherlich die äußeren Bedingungen waren bei mir sehr gut und bei schlechtem Wetter konnten sie die verschiedenen Räume benutzen. Wichtig für die Angehörigen ist es zu erkennen, was machten sie früher gern, nicht was mussten sie machen. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ihr in der Tagespflege angeboten wurde, Kartoffeln für das Mittagessen zuschälen. Ihre Empörung war groß.<br />
Mit freundlichen Grüßen<br />
Ihre Dagmar</p>
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		<title>Kleine Begegnungen mit anderen Angehörigen</title>
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		<pubDate>Mon, 31 Jan 2011 15:18:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[gegenseitige Unterstützung]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine Tochter ca 50 Jahre begleitete ihre Mutter zum Arzt. Als ich bemerkte, dass die Tochter vergeblich ihre Mutter versuchte zu überzeugen, dass sie in der Anmeldung kein Rezept erhält und ihre nächsten Termine in der Küche hängen (Mutter wohnt noch allein), sagte ich als die Situation sich zuspitzte: Hier ist das Rezept und nahm [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine Tochter ca 50 Jahre begleitete ihre Mutter zum Arzt. Als ich bemerkte, dass die Tochter vergeblich ihre Mutter versuchte zu überzeugen, dass sie in der Anmeldung kein Rezept erhält und ihre nächsten Termine in der Küche hängen (Mutter wohnt noch allein), sagte ich als die Situation sich zuspitzte: Hier ist das Rezept und nahm einen Zettel. Die Mutter war zufrieden und die Tochter verwirrt. Ich sagte ihr&#8221; streiten sie nicht, sie versteht es nicht. Beruhigen sie ihre Mutter, dass alles vorhanden ist.&#8221; Einen Hinweis gab ich ihr noch: &#8220;Rechtzeitig die Mutter zu sich zu nehmen oder andere Maßnahmen einzuleiten, damit sie sich noch eingewöhnen kann. Außerdem schaffen Sie es nicht mehr zwei Haushalte zu führen und ständig bei ihrer Mutter zu sein.&#8221;<br />
Sie schaute mich dankbar an und ich wünschte ihr viel Kraft und sie solle sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.<br />
Ein anderer Fall: ein gut gekleideter älterer Herr wurde von seinem Sohn begleitet. Der Sohn fühlte sich nicht &#8220;wohl in seiner Haut&#8221;. Für mich entstand der Eindruck, dass es ihm peinlich war. Der Vater war unsicher, er brauchte seinen Sohn, ihm vertraute er. Der Sohn gab ihm halt. Dem Vater war bewußt, dass er vieles nicht mehr richtig einordnen konnte. Ich mußte an meine Mutter denken, die sich ebenfalls vertrauenvoll an mich klammerte, als wir erstmals wegen ihrer Demenz den Arzt aufsuchten.<br />
Dem Sohn sagte ich: es ist sehr gut dass Sie sich um Ihren Vater kümmern. Es gibt ihm den nötigen Halt. Seien Sie für ihn da. Nutzen Sie alles um ihrem Vater zu helfen.&#8221;</p>
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		<title>Nachthemd</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 14:25:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Lachen,die Freude ist für den Kranken äußerst wichtig. Dies habe ich an meiner Mutter gut beobachten können. Sie lachte gern, so dass ich bewußt Gelegenheiten herbeizauberte, damit wir beide herzlichst lachen konnten. Aber bitte kein erzwungenes Lachen, dies können die Kranken empfinden. So hatte ich ihr Nachthemd mir falsch über den Kopf gezogen und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Lachen,die Freude ist für den Kranken äußerst wichtig. Dies habe ich an meiner Mutter gut beobachten können. Sie lachte gern, so dass ich bewußt Gelegenheiten herbeizauberte, damit wir beide herzlichst lachen konnten. Aber bitte kein erzwungenes Lachen, dies können die Kranken empfinden.</p>
<p>So hatte ich ihr Nachthemd mir falsch über den Kopf gezogen und meinte zu ihr &#8220;Jetzt habe ich mir Dein Nachthemd verkehrt herum angezogen und du bist nackt, ich bin aber scheußlich.&#8221; Wir lachten beide über mein &#8220;Ungeschick&#8221;.</p>
<p>Manches Mal zog ich auch Grimassen, die sie erheiterten. Mit lachen, einem freundlichen Gesichtsausdruck und ruhiger Sprache ohne Hast ging für uns beide vieles leichter.<br />
Es grüßt Euch Dagmar</p>
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		<title>Zahnschmerzen</title>
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		<pubDate>Mon, 22 Mar 2010 10:02:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit ihren 89 Jahren hat Mutti noch einige eigene Zähne im Mund. Sie gaben der Teilprothese im Ober- und Unterkiefer den nötigen Halt. Seit einigen Wochen konnte ich ihr nicht mehr die Prothese einsetzen. Gelang mir dies, so hat sie diese sofort wieder entfernt. Sie hat den Mund zugekniffen, als sie die Prothese sah, so dass ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit ihren 89 Jahren hat Mutti noch einige eigene Zähne im Mund. Sie gaben der Teilprothese im Ober- und Unterkiefer den nötigen Halt. Seit einigen Wochen konnte ich ihr nicht mehr die Prothese einsetzen. Gelang mir dies, so hat sie diese sofort wieder entfernt. Sie hat den Mund zugekniffen, als sie die Prothese sah, so dass ich aufgab. Von Mundpflege konnte keine &#8220;Rede&#8221; mehr sein. Ihre Mundspülung sah ungewöhnlich aus. Sie nahm Wasser in den Mund. Es war kein Gurgeln, sie wiegte ihren Kopf von rechts nach links und wieder nach rechts bis ich ihr sagte, dass sie bitte ausspucken soll. Sie verstand es nicht und ich machte es ihr vor. Diese Art von Mundpflege blieb eines Tages aus.</p>
<p>Mutti hielt ihre Hand im Gesicht. Da dies auf Schmerzen deutet, fragte ich: &#8220;Margot hast du Schmerzen?&#8221; Ja; kam es von ihr. &#8220;Wo tut es dir weh?&#8221; Ihre Antwort &#8220;ja&#8221;. Zeige mir bitte wo es dir weh tut. Wieder kam ein&#8221;ja&#8221;. Gezeigt hatte sie mir nicht, wo es schmerzt. So komme ich nicht weiter dachte ich bei mir. Vorsichtig drückte ich ihren Hals und tastete mit leichten Druck ihr Gesicht ab. Keine Reaktion von ihr. Kein Zucken, kein Aua. Ist ja prima dachte ich und sagte zu ihr: &#8221; Margot mach mal deinen Mund auf&#8221;. Ja, sagte sie und schon war er wieder geschlossen. Ich konnte nichts sehen. Sage mal &#8220;A&#8221; bat ich. Der Mund war wieder sehr schnell zu.  Margot wir werden jetzt um die Wette &#8220;A&#8221; sagen. Wer länger &#8220;A&#8221; sagt, bekommt ein Stück Schokolade. Mutti war damit einverstanden. Wir übten beide das &#8220;A&#8221;, wobei ich versuchte ihr in den Mund zu schauen. Dabei nahm ich einen abgebrochenen Zahn wahr. Muß das auch noch sein, war mein Gedanke. <span id="more-1231"></span>Einen Termin beim Zahnarzt erhielten wir sehr schnell. Mit Ruhe und Geduld konnte der Zahnarzt den abgebrochenen Zahn bestätigen. &#8220; Ohne Betäubung ist es nicht möglich ihr den Zahn zu ziehen. Dabei sollen ihr gleich alle Zähne gezogen werden&#8221; sagte ich. Der Zahnarzt sagte:&#8221; Sie muß zum Kiefernchirugen. Also ich hin, ohne Mutti. Der Kiefernchirugin gab ich die Überweisung und notwendige Informationen zu ihrer Demenz. Sie schickte mich zum Anästhesisten. Die gleiche Info habe ich nochmals gegeben. Weil sie Alzheimer hat, wurde sich geweigert, sie zu behandeln. Das kann nur im Krankenhaus gemacht werden,sagte man mir. Ich war stinksauer und machte meinen Ärger auch &#8220;Luft&#8221;. Es half nichts. Kranknhaus bedeutet für Mutti eine sehr große Belastung. Und in`s Krankenhaus wollte ich sie nicht mehr geben. Im Umkreis telefonierte ich die Kieferchirugen ab. Die Fahrzeit wollte ich so kurz als möglich halten. In Tegel wurde ich fündig. Ich fragte auch nach, ob ein Fahrstuhl existiert, da sie im Rollstuhl sitzt. Dies wurde bestätigt.</p>
<p>Es war Februar, kalt, glatt, die Gewege nicht geräumt, der Wind peitschte den Regen in`s Gesicht. Einen Parkplatz fand ich. Etwa 10 Minuten mußte ich Mutti zum Zahnarzt schieben. Es war anstrengend und Mutti wollte nach Hause. Wir waren im Hof der Zahnarztpraxis angelangt und ich fand den Fahrstuhl nicht. Ich schob Mutti an die Hauswand, so dass sie nicht aufstenen konnte und rannte die Treppen nach oben. Immer die Angst im Nacken, dass ihr was passiert. Der Fahrstuhl war eine halbe Treppe hoch. Ich bat um Hilfe. Das hätte ich mir sparen können. Eine Sprechstundenhilfe, stabil gebaut, kam mit in den Hof. Sie machte jedoch keine &#8220;anstalten&#8221; mit anzufassen. Bleib ruhig, bleib ruhig sagte ich mir. Wir wurden zum Alex, einer Zweigstelle, geschickt, weil der Fahrstuhl dort bis in`s Ergeschoß reicht.</p>
<p>Es war bereits 16.00 Uhr. Zum Alex, Parkplatzsuche, sie wieder bei dem Wetter vielleicht 1/2 Stunde schieben. Nein, sagte ich mir. Es wird für Mutti und mich zu anstrengend. Wir fuhren wieder nach Hause. Es war bereits 17.00 Uhr. Den Rollstuhl holte ich aus den Auto und wollte Mutti beim Aussteigen behilflich sein. Sie wollte nicht aussteigen. Es gelang mir sie zu überzeugen. Ehe ich sie in den Rollstuhl setzen konnte, liess sie sich fallen. Ich konnte sie nicht im Stand halten. Sicherte sie nur ab, damit sie nicht stürzt. Nun saß sie auf der Erde und legte sich lang. Es war für sie eine Strapaze. Ich habe sie nicht wieder hoch bekommen. Pflegedienst oder meine Schwester anrufen hilft mir nicht, da sie frühestens in einer Viertelstunde bei mir sein konnten. Bei dem Wetter unmöglich. Auf eine Decke wollte ich sie setzen um sie damit in´s Haus zu ziehen. Sie machte sich steif, so dass ich sie kurzerhand von hinten unter die Achsel packte und zog oder auch schleifte sie bis in den Wintergarten. Er ist &#8220;Gott sei Dank&#8221; zu ebener Erde. Blaue Flecken hatte sie hinterher nicht, da der Po mit einer Vorlage und zwei Windelhosen gut gepolstert war. Dieser Gewaltakt hinterließ bei ihr keinen Schaden. Im Wintergarten habe ich sie liegengelassen und ihr ein Kissen für den Kopf gegeben . Ich bin erschöpft in den Sessel gesunken. Nachdem wir uns beide erholt hatten, konnte ich ihr helfen aufzustehen. Noch so einen &#8220;Kraftakt&#8221; wollte ich uns beiden nicht mehr zumuten. Ich entschloß mich sie nun in das Krankenhaus zu geben.</p>
<p>Die Charite` bzw. das Krankenhaus Neuruppin waren möglich. Für Neuruppin entschied ich mich, da ich mit dem Auto vorfahren und auch durch Pfleger Hilfe erwarten kann. Nur die Fahrzeit bereitete mir Sorgen. Einen Krankenwagen wollte ich nicht, da Mutti stark unter Verlustangst leidet. Wie immer verriegelte ich alle Türen, damit sie während der Fahrt diese nicht öffnet. Sie sitzt bei mir auf dem Beifahrersitz, so dass sie besser unter meiner Kontrolle ist. Einmal, als sie von der Tagespflege mit dem Bus nach Hause gebracht wurde, stand sie während der Fahrt hinter dem Fahrer klopfte ihm auf die Schulter und meinte, er möge an der nächten Ecke halten, damit sie aussteigen kann. Den Sicherheitsgurt hatte sie nicht geöffnet. Wie ein Aal schlängelte sie sich aus dem Gurt. Mit dem Krankenwagen wurde sie wieder nach Hause gebracht. Ihre Sachen wurden nicht alle mitgegeben. Ich hatte sie &#8220;abgeschrieben&#8221;. Bis nach Neuruppin zu fahren war mir der Aufwand zu hoch. Zahnschmerzen waren nun für die Zukunft ausgeschlossen. Zähne werden jahrzehntelang gepflegt, damit im hohem Alter mit eigenen Zähnen die Speise genossen werden kann. Wenn die Gesundheit einem im Stich lässt,gibt es dadurch ein Problem. Für die eigene Zukunft habe ich keine Lösung. Meine Zähne möchte ich mir durch Pflege erhalten.</p>
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		<title>Die Party</title>
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		<pubDate>Fri, 12 Mar 2010 10:40:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Wahrheit]]></category>

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		<description><![CDATA[Zum 60. Geburtstag gab meine Schwester eine Gartenparty. Gemeinsam mit Mutti nahm ich an der Party teil. Sie liebte Geselligkeiten, die harmonisch, nicht zu laut und ohne Streit verliefen. Ihre Füsse bewegte sie bei Walzermelodien im Takt. Es bereitete ihr ein großes Vergnügen. Sie hörte gern Musik, das wußte ich, aber tanzen? Nein. Gut bei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zum 60. Geburtstag gab meine Schwester eine Gartenparty. Gemeinsam mit Mutti nahm ich an der Party teil. Sie liebte Geselligkeiten, die harmonisch, nicht zu laut und ohne Streit verliefen. Ihre Füsse bewegte sie bei Walzermelodien im Takt. Es bereitete ihr ein großes Vergnügen. Sie hörte gern Musik, das wußte ich, aber tanzen? Nein. Gut bei drei Kindern und einen Mann der dafür kein Verständnis aufbrachte, hatte sie dafür keine Zeit und nahm sich auch dafür keine Zeit.</p>
<p>Wie immer nahm ich meinen Platz neben Mutti ein, um ihr jederzeit behilflich zu sein. Plötzlich fragte sie mich: &#8220;Wo ist Daggi?&#8221; Ich antwortete ihr: &#8220;Sie kommt gleich wieder.&#8221; Mutti war mit dieser Antwort zufrieden. Nach einiger Zeit sagte ich zu Mutti: &#8220;Margot, ich bin wieder da.&#8221; Sie lächelte mich glücklich an. Im Laufe des Tages fragte sie mich wieder: &#8221; Wo ist meine Mutti?&#8221;. Ich antwortete ihr wieder: &#8220;Sie kommt gleich wieder&#8221;. Meinen Platz hatte ich nicht verlassen und ich sagte zu ihr: &#8220;Margot, ich bin wieder da&#8221;. Zufrieden lächelte sie mich an.</p>
<p>Ein Gast fragte mich; warum ich meine Mutter verscheißere. Meine Antwort lautete: ich verscheißere sie nicht. Sie würde sich unverstanden fühlen, sobald ich versuchen würde, ihr zu sagen, dass ich die vermißte Person bin. Die Wahrheit kann ihre Verlustangst nicht beseitigen. Wir beide, Mutti und ich, ersparen uns durch mein Verhalten Streß. Streß können wir beide nicht gebrauchen.</p>
<p>Dagmar</p>
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		<title>Der Bruch</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Knochenbruch]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie stürzte. Gesehen hatte ich es nicht. Sie kam aus dem Garten und hielt sich die linke Hand. &#8220;Tut die Hand weh?&#8221;, fragte ich. &#8220;Ja&#8221; gab sie mir zur Antwort. &#8220;Wie ist es passiert?&#8221;, wollte ich wissen. &#8220;Mit einmal tat die Hand weh&#8221;, sagte sie. Ich bat sie sich in den Sessel zu setzten, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie stürzte. Gesehen hatte ich es nicht. Sie kam aus dem Garten und hielt sich die linke Hand. &#8220;Tut die Hand weh?&#8221;, fragte ich. &#8220;Ja&#8221; gab sie mir zur Antwort. &#8220;Wie ist es passiert?&#8221;, wollte ich wissen. &#8220;Mit einmal tat die Hand weh&#8221;, sagte sie. Ich bat sie sich in den Sessel zu setzten, damit ich mir die Hand anschauen kann. Vorsichtig tastete ich ihre Hand und den Unterarm ab. &#8220;Mir wird schlecht, ich kann meine Hand nicht bewegen&#8221;: meinte sie. Ihr Handgelenk schwoll langsam an, ihre Schmerzen nahmen sichtlich zu. Ich holte ihr einen Kühlakku, den ich in ein Handtuch wickelte. Außerdem gab ich ihr etwas zu trinken. Dann wollte sie nicht mehr sitzen bleiben, so dass ich einen Strumpf über die Hand zog, damit der Kühlakku das Handgelenk kühlen kann. Prima, dachte ich. Heute ist Samstag Nachmittag, da kann ich mit ihr zur Unfallaufnahme in`s Krankenhaus fahren.<span id="more-1154"></span></p>
<p>Vor dem stundenlangen Sitzen graute es mir. Es ist für Mutti und für mich eine Tortur. Sie kann nicht stillsitzen. Es ist langweilig und sie möchte ständig nach Hause. Eine Ablenkung ist nicht möglich. Etwas zu Essen und zu Trinken packte ich in meinen Rucksack. Seit ich Mutti zur Pflege habe, trage ich einen Rucksack. Die notwendigen Papiere und andere Kleinigkeiten passen in den Rucksack. Ich habe dadurch meine beiden Hände für Mutti frei. Bequeme Schuhe und Hosen sind nun meine wichtigsten Kleidungsstücke. Mein Leben habe ich auf Mutti`s Leben abgestimmt.</p>
<p>Ihre Kleidung mußte ich von Blättern und Gras sowie Unkraut säubern, ehe wir in`s Krankenhaus fuhren. Sie is,t nach ihrem Aussehen zu urteilen, auf dem Komposthaufen hingefallen, weil sie versuchte darüber den Garten zu verlassen. Sie versuchte schon oft aus dem Garten zu gelangen. Was natürlich nicht funktionierte. Eine Lampe hatte ich mir gekauft. Diese war aus einem ca 1 Meter geschwungenen Metallgestell an der die Fassungen angebracht waren. Sicherheitshalber habe ich diese nicht in`s Haus gebracht sondern in den Schuppen abgelegt. Die Lampe hatte keinen  Tag überstanden. Sie nahm diese als Hebel, um das Zweiflügelige Tor aufzuhebeln. Die Lampe war als Hebel und als Lampe danach nicht zu gebrauchen. Ihr Erfinderungsgeist verblüffte mich immer wieder.</p>
<p>Bei einem kurzen Einkauf musste ich sie allein lassen. Das Haus lasse ich immer offen, so dass sie in den Garten gehen kann. Die Wege nimmt sie dabei nicht zur Kenntnis. Über Beete, durch Sträucher wird gelaufen. Alles wird niedergemacht. Was meine Hunde nicht schaffen, schafft Mutti. Traurig bin ich dann, aber es hilft nichts, sie kann nicht dafür. Meine Hunde muntern mich auch sofort auf. Als ich nach meinem Einkauf nach Hause kam erzählte sie mir: &#8221; ich wollte mit meinem Hund gehen. Wir sind beide aus dem Haus gegangen und am Gartentor ist mein Hund wieder in`s Haus gerannt. Ich bin meinen Hund holen gegangen und am Gartentor rannte er wieder in`s Haus. Er wollte den Garten nicht verlassen. Ohne Hund konnte ich nicht gehen. Innerlich mußte ich schmunzeln.</p>
<p>Mutti brachte ich in`s Krankenhaus. Ich informierte das Personal, dass sie unter Alzheimer leidet. Es interessierte jedoch nicht. Gut vier Stunden waren wir dort. Ich war geschafft, Mutti auch. Sie ließ sich nicht beschäftigen. Mutti sollte ohne mich behandelt werden. Mutti ging jedoch nicht in das Behandlungszimmer. Sie weigerte sich. Letzlich gingen wir beide in das Behandlungszimmer. Ihre Vorsorgevollmacht hatte ich nicht mit. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass sie dachten, ohne mich zurechtzukommen. Das Röntgenbild bestätigte einen Bruch. Ihre Hand wurde in eine Schiene gelegt und mit einem Verband versehen. Wir bekamen die Order, einen Chirugen am Montag aufzusuchen. Nur gut dachte ich bei mir, dass wir in Behandlung beim Chirugen sind.</p>
<p>Der Bruch war für den Chirugen und für mich eine Herausforderung. Kompliziert war der Bruch nicht, nur Mutti konnte für die Behandlung kein Verständnis aufbringen. Am Sonntag hatte Mutti den Verband abgemacht und die Schiene im Kopfkissen versteckt. Nein, zum Krankenhaus fahre ich nicht. Wieder diese Tortur. Die Schiene und den Verband legte ich ihr an. Am Montag mußte ich ein Holzstück fertigen um diese als Schiene zu nutzen. Nach meinem Anruf beim Chirugen konnten wir  auch am gleichen Tag, ohne Wartezeit, die Sprechstunde aufsuchen. Sie bekam ihren Gipsverband. Nichts ahnend, dass wir am nächsten Tag nochmals den Chirugen aufsuchen müssen. Sie hatte mittels Schere gen Gips abgebröckelt und die Hand fast herausgezogen. Also wieder zum Arzt, der größes Verständnis aufbrachte. Sie bekam einen Gips bis zum Ellenbogen, den sie nicht mehr abmachen kann. Diesen Gips hat sie auch geschafft. Sie muß die ganze Nacht daran &#8220;gearbeitet&#8221; haben. Die Hand war im Gips  verdreht. Wir sind wieder zum Chirugen. Er meinte: &#8220;der ganze Arm wird eingegipst, dass schafft sie nie.&#8221; Sie hat es geschafft. Sie versuchte mit heißem Wasser den Gips aufzulösen. Die Küchenspüle wurde mit heißen Wasser gefüllt und sie hielt den Arm in die Spüle. Vorher hat sie mit den Finger mullartiges Gewebe herausgepult. Die Fusseln lagen überall herum. Also nochmals zum Arzt. Er meinte nur: &#8220;Das gibt es doch nicht. Jetzt bekommt sie einen Fixateur, den schafft sie nicht, dazu muß sie in`s Krankenhaus.&#8221;</p>
<p>Mutti kam am Donnerstag in`s Krankenhaus, d.h. sie bekam ihr Bett und ich sollte sie Freitag nüchtern zur OP bringen. Montag sollte sie entlassen werden, wenn alles gut geht. Prima dachte ich, dann habe ich ein ganzes freies Wochende. Mutti brachte ich nüchtern in das Krankenhaus und blieb solange bis die Narkose wirkte. An den Kühlschrank und an den Gefrierschrank kam sie schon lange nicht mehr. Diese habe ich abgeschlossen, nachdem ich das Essen im Hundenapf oder im Geschirrspüler fand. Essen konnte sie bei mir nicht heimlich.</p>
<p>Mein Wochenende hatte ich verplant. Freitag Abend bekam ich einen Anruf vom Krankenhaus. Mein Herz stand still. Ich wurde sofort beruhigt. &#8220;Ihrer Mutter geht es gut, zu gut. Sie müssen sie abholen,sofort. Jeder andere Patient ist nach der Narkose geschafft, ihre Mutter steigt über das Geländer aus dem Bett und will nach Hause.&#8221; Gut sagte ich und holte sie nach Hause.&#8221;Es kommt immer alles anders als man denkt&#8221;!</p>
<p>Dagmar</p>
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		<title>Das Langzeit EKG</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 08:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Arztbesuch; EKG]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bruch verheilte schnell, nachdem der Fixateur sie daran hinderte, diesen abzubauen. Die mehrfach neu angelegten Gipsverbände hatte sie mit Erfindergeist demontiert. Der Hausarzt wollte nun ausschließen, das der Sturtz von Mutti, auf andere gesundheitliche Probleme, wie z.B. auf Gleichgewichtsstörungen, zurückzuführen seien. Sie bekam eine Überweisung zum Internisten und für das EKG erhielt sie kurzfristig einen Termin. Mit Mutti [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bruch verheilte schnell, nachdem der Fixateur sie daran hinderte, diesen abzubauen. Die mehrfach neu angelegten Gipsverbände hatte sie mit Erfindergeist demontiert. Der Hausarzt wollte nun ausschließen, das der Sturtz von Mutti, auf andere gesundheitliche Probleme, wie z.B. auf Gleichgewichtsstörungen, zurückzuführen seien. Sie bekam eine Überweisung zum Internisten und für das EKG erhielt sie kurzfristig einen Termin. Mit Mutti bin ich zum Arzt gefahren und ihr wurde das Langzeit- EKG angelegt. Dieses sollte ich am nächsten Tag um 8.00 h wieder in der Praxis abgeben. Der Tag verlief wie jeder andere Tag mit Mutti. Sie rannte umher. Das EKG beachtete sie nicht. Es störte nicht. Abends brachte ich sie in`s Bett. Sie schlief schnell ein. In der Nacht war sie auch ruhig. Mein Schlaf wurde durch irgend etwas gestört und ich schaute nach Mutti.</p>
<p><span id="more-1156"></span>Sie lag in ihrem Bett und schlief und ich war beruhigt. In der Dunkelheit nahm ich keine Veränderungen wahr. Am Morgen wollte ich Mutti wecken. In ihrem Bett lagen verstreut Kabel. Ich ahnte schlimmes. Das Langzeit -EKG war nicht mehr an ihrem Körper. Es lag hinter dem Bett. Alle Kabel waren abgerissen. Das Gurtband zerfetzt. &#8221; Warum hast du das Gerät abgenommen?&#8221;; fragte ich. Sie gab mir zur Antwort: &#8220;Ich habe kein Gerät, ich habe nichts gemacht&#8221;. In Gedanken sagte ich zu mir:&#8221;dreimal tief durchatmen und zur Tagesordnung übergehen&#8221;. Mutti habe ich gewaschen, angezogen und ihr das Frühstück gereicht ehe sie von der Tagespflege abgeholt wurde. Die einzelnen Teile des EKG`s packte ich zusammen und brachte diese zum Internisten. Dieser war sprachlos. Das Gerät hinderte Mutti beim schlafen. Sie wußte nicht, dass das Gerät mit einem Klettverschluß an ihrem Körper befestigt war. Mit Gewalt zerrte sie an alle Kabel sowie am Gurtband und zerstörte dieses. Davon bin ich sicherlich gewacht. Als ich nach ihr schaute, war der Spuk schon vorbei. An ein Mitglied unserer Selbsthilfegruppe mußte ich denken. Ihr Mann leidet auch an Demenz und sollte beim Arzt den Oberkörper frei machen. Er hat ihn auch frei gemacht. Nur konnte er sein Unterhemd nicht ausziehen. Kurzerhand hat er die Träger mit der Schere abgeschnitten und der Oberkörper war frei. Das EKG hatte genügend Daten von Mutti aufgezeichnet. Die Auswertung ergab ein gesundes Herz.</p>
<p>Dagmar</p>
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		<title>Die Auszeichnung</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 08:38:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Duschen]]></category>
		<category><![CDATA[Tagespflege]]></category>

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		<description><![CDATA[Mutti konnte nicht mehr allein zu Hause bleiben. Nach einer Tagespflege für Mutti suchte ich. In der Selbsthilfegruppe fragte ich nach den Erfahrungen der anderen Mitglieder. Eine gute Tagespflege hatte ich dadurch schnell gefunden. Jetzt mußte ich nur noch Mutti überzeugen dort hinzugenen. Sie wollte zu Hause bleiben und meinte: Ich kann doch kochen und sauber machen, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mutti konnte nicht mehr allein zu Hause bleiben. Nach einer Tagespflege für Mutti suchte ich. In der Selbsthilfegruppe fragte ich nach den Erfahrungen der anderen Mitglieder. Eine gute Tagespflege hatte ich dadurch schnell gefunden. Jetzt mußte ich nur noch Mutti überzeugen dort hinzugenen. Sie wollte zu Hause bleiben und meinte: Ich kann doch kochen und sauber machen, dann brauchst du es nicht zu tun.&#8221; Nach kurzer Überlegung sagte ich:&#8221; das Geld, was ich verdiene reicht nicht aus. Du mußt auch Geld verdienen. Eine schöne Arbeit habe ich für dich in der Tagespflege gefunden. Dann reicht das Geld für uns&#8221;, sagte ich. Sie antwortete: &#8220;Aber als Leiter, ich war immer Leiter.&#8221; Gewiß, antwortete ich und meinte zu ihr:&#8221; du siehst dir erst einige Tage den Ablauf an und dann kannst du als Leiter arbeiten. Mutti war damit einverstanden und als sie noch mitbekam, dass sie täglich zur &#8220;Arbeit&#8221; mit dem Auto abgeholt und Nachmittags wieder nach Hause gebracht wird, war sie zufrieden.</p>
<p>Als sie früh geduscht werden sollte, gab es Gezeter von ihr. Nachdem ihr gesagt wurde, dass das eine Forderung vom Gesundheitsamt sei, funktionierte das tägliche Duschen ohne Probleme. Der Spaziergang empörte sie und sagte: &#8221; das geht doch nicht in der Arbeitszeit spazieren zu gehen, dass durfte nie einer, ich muß arbeiten&#8221;. Ihr wurde gesagt, dass der Spaziergang dazu beiträgt, dass danach höhere Leistungen zu erwarten sind. Sie schüttelte den Kopf über die neuartigen Methoden und fügte sich.<br />
Sie forderte einen Arbeitsvertrag, den ihr das Personal gern gab. Auch wollte sie wissen, wann sie das Geld bekommt. Mit der Überweisung war sie zufrieden. In der Tagespflege kam monatlich der Friseur und die Fußpflege. Mutti hatte ich dafür angemeldet. Sie weigerte sich die Fußpflege anzunehmen. Das geht entschieden zu weit während der Arbeit die Füße zu pflegen meinte sie. Eine Pflegekraft sagte zu ihr:&#8221; Die Fußpflege ist eine Auszeichnung für gute Arbeit und sie erhalten diese  Auszeichnung&#8221;. &#8220;Wenn das eine Auszeichnung ist, dann nehme ich natürlich an; sagte Mutti.</p>
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		<title>Das Ende</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 08:44:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[abschied]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Bett meiner Mutti sitze ich und muß weinen. Ich will nicht weinen. Ruhe möchte ich ausstrahlen. Zuversicht geben. Es gelingt mir nicht. Die Tränen rollen über meine Wangen. Ihre Hände halte ich. Sprechen kann ich nicht, meine Stimme versagt mir. Auf den Sensenmann warte ich. Möge sie erlöst werden von ihren Schmerzen. Ein ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Bett meiner Mutti sitze ich und muß weinen. Ich will nicht weinen. Ruhe möchte ich ausstrahlen. Zuversicht geben. Es gelingt mir nicht. Die Tränen rollen über meine Wangen. Ihre Hände halte ich. Sprechen kann ich nicht, meine Stimme versagt mir. Auf den Sensenmann warte ich. Möge sie erlöst werden von ihren Schmerzen. Ein ganz schwaches Lächeln, kaum zu erkennen, huscht über ihr Gesicht. Froh bin ich, dass sie zu Hause ihre Augen für immer schließen kann. Ihr röcheln, ihren Kampf mit anzusehen tut unendlich weh. Einen friedlichen Tod habe ich ihr gewünscht. Gewiss das Morphium dämpft alles. Das Unvermeidliche tut weh, ist schmerzhaft. Kaum auszuhalten.</p>
<p>Drei Wochen mit Höhen und Tiefen liegen hinter uns. Am Todestag von ihrem Mann unserem Vater nahm ich schon einmal Abschied. Abschied von ihr. Die Nacht saß ich auch an ihrem Bett. Gegen Morgen mußte ich mich hinlegen. Ich war gefasst, gefasst auf das Ende. Sie sagte mir Etwas und lächelte. Das Gefühl gab ich ihr, sie zu verstehen. Selten konnte sie einzelne Worte hervorbringen. In dieser Nacht setzte ihr Atem oft aus. Ich wartete, wie lange weiß ich nicht, meinen Atem hielt ich an und lauschte. Mit leiser Stimme rief ich ihren Namen &#8220;Margot&#8221;. Sie holte tief Luft und atmete weiter. Habe ich sie mit meiner Stimme zurückgeholt? Ich weiß es nicht. Vielleicht hätte ich sie nicht ansprechen sollen, dann wäre ihr das qualvolle Ende erspart geblieben.</p>
<p>Ich weiß es nicht. Eine Antwort will ich nicht. Sie konnte zum Schluß keine Nahrung zu sich nehmen. Verzweifelt war ich. Für sie habe ich alles menschenmögliche getan. Ihr ging es gut, gut trotz ihrer Krankheit. Sie ist unsere Mutter. Ein erfülltes Leben mit 90 Jahren liegt hinter ihr. Wir hätten uns die letzten gemeinsamen 10 Jahre voll genießen können, aber ihr Alzheimer prägte unser beider Leben. Es tut weh Abschied zu nehmen.</p>
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		<title>Heute ist der 2.Weihnachtsfeiertag&#8230;</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Jan 2009 13:21:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Weihnachten]]></category>

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		<description><![CDATA[Diesen wollte ich besinnlich und in aller Ruhe genießen. Deshalb bat ich den Pflegedienst zu 7.30 h und 8.00 h zu kommen, um meine Mutti zu duschen. Mit ihrer Demenz und ihren fasst 89 Jahren benötige ich Hilfe, sehr viel Hilfe. Die besitzt die Pflegestufe III Härtefallregelung. Gegen 6.00 h stand ich auf, um in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Diesen wollte ich besinnlich und in aller Ruhe genießen. Deshalb bat ich den Pflegedienst zu 7.30 h und 8.00 h zu kommen, um meine Mutti zu duschen. Mit ihrer Demenz und ihren fasst 89 Jahren benötige ich Hilfe, sehr viel Hilfe. Die besitzt die Pflegestufe III Härtefallregelung.<br />
Gegen 6.00 h stand ich auf, um in Ruhe zu frühstücken. Diese Zeit genieße ich. Ruhe am Tag, für mich, kaum.<br />
Nun bin ich deprimiert, gewiss nicht der richtige Ausdruck für meinen Seelenzustand. Nach dem Waschen brachte der Pflegedienst meine Mutter in die Küche. Sie bekam von mir das Frühstück gereicht. Danach ging ich in das Bad. Trotz meiner Erkältung nahm ich den Geruch von Kot war. Nicht schon wieder dachte ich und meine Stimmung erreichte in sekundenschnelle ihren Tiefpunkt. Den Pflegedienst habe ich zu meiner Entlastung. Aber was ist das für eine Entlastung wenn ich hinterher zusätzliche Reinigungsaufgaben bewältige? Die Duscheinlage war diesmal mit Kot beschmiert und ordnungsgemäß zusammengelegt. Es sind doch Frauen und dazu gelernter Personal. Mit der Hygiene stehen sie scheinbar auf dem „Kriegsfuß“?<br />
Die Handschuhe werden sicherlich zum persönlichen Schutz getragen. Was ist mit dem Schutz der Patienten? Oft, sehr oft sagte ich, dass sie bitte die Handschuhe wechseln möchten. Insbesondere nach der Reinigung der Genitalien sind neue Handschuhe anzuziehen und nicht mit den verkeimten Händen das Gesicht und den Oberkörper abzutrocknen.<br />
Warum schaffe ich es, die Hausschuhe ihr nicht im Bett anzuziehen? Ihr die Windeln im Bad abzunehmen und den Po zuerst mit Reinigungstücher zu säubern, ehe ich sie auf den Duschstuhl setzte. Vorher ziehe ich mir den Handschuh aus um nicht mit schmutzigen Fingern ihren Körper anzufassen. Meine linke Hand bleibt bei der Prozedur sauber. Damit greife ich die Reinigungstücher oder sonstige Gegenstände, die ich somit nicht verdrecken kann. Warum schaffen es die Pflegekräfte nicht? Mir ist es noch nie passiert, dass ich frisch angezogene Windelhosen vorn mit Kot beschmiert habe, aber den Pflegekräften. Für mich entsteht dadurch ein erhöhter Aufwand. Natürlich zog ich meiner Mutter saubere Sachen an.<br />
Es sind doch Frauen, die bestimmt nicht nach ihrem Toilettengang ohne Händewaschen ihr Gesicht mit Kosmetiker verschönern?<br />
Mir und meiner Mutter wird es jedoch zugemutet. Diese Umstände belasten mich sehr. Mit der Krankheit „Alzheimer“ meiner Mutter habe ich mich arrangiert. Abgefunden nicht. Manches Mal frage ich mich warum meine Mutti? Wir hätten uns das Leben so schön machen können.</p>
<p>Dagmar</p>
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