Thema “Alzheimer” bei Günther Jauch am letzten Sonntag
Im dritten Anlauf hat es endlich geklappt und die Diskussionsrunde am 20.11. drehte sich tatsächlich um das Thema Alzheimer. Die Meinungen zur Sendung waren geteilt. Einige Zuschauer fanden es gut, dass das Thema in diesem Rahmen aufgegriffen wurde, andere waren enttäuscht, weil schwierige Themen nicht angesprochen wurden bzw. der Gesundheitsminister Daniel Bahr keine weitergehenden Zusagen gemacht hat.
Parallel zur Sendung und im Anschluss daran wurde ein Forum geschaltet, in dem die Experten der Deutschen Alzheimer Gesellschaft auf Fragen der Zuschauer antworten. Fast 300 Fragen wurden in diesem Forum gestellt – die Mitarbeiterinnen der DAlzG sind mit ihrer Beantwortung noch immer beschäftigt.
Sie können die Sendung im Internet ansehen und sich auch im Forum über die vielen Fragen informieren unter:
http://daserste.ndr.de/guentherjauch/index.html
Alzheimer als Thema bei Günther Jauch – 2. Versuch am 13.11.11 geplatzt!!
Nachdem vergangenen Sonntag das Thema “Chaostage in Athen” bei Günther Jauch Vorrang hatte, stand für den nächsten Sonntag das “Schicksal Alzheimer” erneut auf der Agenda.
Wie wir kurzfistig erfahren haben, wurde das Thema auch diesmal verschoben, weil aktuelle Meldungen vorgezogen wurden. Sie wollen es aber irgendwann nochmal aufgreifen.
Das Thema Demenz läuft ja – leider! – nicht davon…
TV-Tipp: Helga Rohra zu Gast bei Günther Jauch am 6.11.2011
Helga Rohra lebt seit drei Jahren mit der Diagnose “Lewy-Body-Demenz”. Anfang 2010 sprach sie erstmals öffentlich über ihre Erkrankung, im Oktober 2010 trat sie auch auf dem Kongress der DAlzG in Braunschweig auf.
Als Dolmetscherin hat sie eine hohe Sprachkompetenz und vertritt die Belange der Demenzkranken auch auf internationalen Alzheimer-Kongressen.
Im September 2011 hat sie ein Buch über ihre Erfahrungen veröffentlicht: Aus dem Schatten treten. Warum ich mich für unsere Rechte als Demenzbetroffene einsetze.”
Am 6.11.2011 ist sie im Gespräch mit Günther Jauch zu sehen:
ARD, 21:45 Uhr
http://daserste.ndr.de/guentherjauch/
Filmtipp: Vergiss dein Ende – ab 22.9.2011 im Kino
Im Flur hängt das Plakat des Alzheimer-Telefons der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft. An Türen und Wänden sind Aufkleber mit Symbolen platziert: Hannelore tut alles für ihren schwer an Demenz erkrankten Mann Klaus, der sie nicht mehr erkennt und nur noch wenig spricht. Doch nach vier Jahren Pflege rund um die Uhr ist sie am Ende ihrer Kräfte. Kurz entschlossen flüchtet sie, folgt ihrem Nachbarn in dessen Ferienhaus auf einer Insel, will eine kurze Auszeit nehmen und informiert ihren Sohn telefonisch, dass er sich um seinen Vater kümmern müsse, bis sie wieder da ist. Heiko, der über das Verhalten seiner Mutter empört ist, hat sich bisher mit dem Thema Demenz beschäftigt, kümmert sich aber notgedrungen (und erstaunlich gut) um seinen Vater.
Dieser Film nähert sich einem schmerzhaften Thema auf sehr einfühlsame Weise und ohne dramatische Effekte. Beeindruckend ist dabei die Art, (Weiterlesen
)
“Demenzfreundliche Kommunen” zum beliebtesten Ort im “Land der Ideen” wählen!
Die Idee der „Demenzfreundlichen Kommune“ – angeregt durch die deutschlandweite bürgerschaftliche Initiative „Aktion Demenz e.V.“ mit Sitz in Gießen – steht zur Wahl als Publikumssieger für den beliebtesten „Ausgewählten Ort 2011“ im Wettbewerb “365 Orte im Land der Ideen” der Bundesregierung.
Zum Thema Demenz gibt es ansonsten in diesem Jahr nur medizinisch ausgerichtete Ideen, deshalb wäre es schön, wenn möglichst viele von Ihnen per Mausklick ihre Stimme für die “Demenzfreundlichen Kommunen” abgeben würden.
Die Stimmabgabe ist vom 1. bis 21. August 2011 täglich unter folgendem Link möglich:
www.land-der-ideen.de/de/365-orte/preistraeger/demenzfreundliche-kommunen
Fröhliche Ostern!

Das Redaktionsteam vom Alzheimer Blog wünscht Ihnen und Ihren Angehörigen schöne Osterfeiertage!
Wenn der Stress nicht mehr auszuhalten ist – Beratung und Hilfe suchen
Gespräch mit Gabriele Tammen-Parr von der Berliner Beratungsstelle Pflege in Not
Pflege in Not ist eine Beratungs- und Beschwerdestelle bei Konflikt und Gewalt in der Pflege älterer Menschen. Seit 1999 werden vor allem pflegende Angehörige beraten, überwiegend telefonisch. Träger der Berliner Beratungsstelle ist das Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e.V. Gabriele Tammen-Parr leitet die Einrichtung, in der drei hauptamtliche und zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen tätig sind. Pflegen in Not hat im Februar 2011 den Berliner Gesundheitspreis bekommen.
Frau Tammen-Parr, wer wendet sich an das Beratungstelefon Pflege in Not?
Gabriele Tammen-Parr: Zwei Drittel der Ratsuchenden sind Angehörige, die zu Hause pflegen. Die anderen Anruferinnen sind Angehörige von Heimbewohnern, sowie Mitarbeiterinnen aus Heimen und ambulanten Diensten. Zu 80% erfolgt unsere Beratung telefonisch. Aber wir bieten auch persönliche/psychologische Beratung sowie Mediation an. Wir erhalten etwa 150 Anrufe pro Monat. Die Mehrzahl der Anruferinnen sind pflegende Ehefrauen und Töchter im Alter zwischen 50 und 75. Viele pflegen schon sehr lange, viele acht aber auch mehr als fünfzehn Jahre. Sie rufen an, weil sie sich überlastet fühlen, an ihre Grenzen stoßen, körperlich als auch emotional oder weil es Konflikte gibt. Mit Sätzen wie: „Ich halte es nicht mehr aus!“ oder „Ich habe meine Mutter gerade wieder angeschrien!“ beginnen sie ein Gespräch bei Pflege in Not.
Welche Rolle spielen dabei Demenzerkrankungen?
Gabriele Tammen-Parr: Bei ca. 60% der Beratungen spielt Demenz eine Rolle. Mit einer Demenz werden Betreuung und Pflege häufig noch schwieriger. Von den Angehörigen wird vor allem die emotionale Belastung ganz besonders betont. Die Veränderungen des Partners oder Elternteils führen in der Zeit vor der Diagnosestellung zu vielen Konflikten und Aggressionen. Die veränderten Verhaltensweisen lösen Unverständnis wie auch Angst und Verunsicherung aus. Speziell für pflegende Ehefrauen und Ehemänner ist der Verlust des vertrauten Lebens- und Gesprächspartners häufig mit Einsamkeit verbunden.
Welche Lösungen können Sie den Anrufern vorschlagen?
Gabriele Tammen-Parr: Einige Probleme lassen sich durch praktische und organisatorische Maßnahmen lösen. Wenn z.B. die Ehefrau Probleme hat, ihren übergewichtigen Mann morgens zu duschen und in dieser Überforderungssituation laut wird, dann kann man durch Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes dieses Problem rasch lösen. Häufiger allerdings werden die Atmosphäre und der Pflegealltag durch Beziehungskonflikte geprägt. Unverziehene und unverarbeitete Konflikte aus der gemeinsamen Geschichte werden nochmal angestoßen. Wenn die oder der Pflegende manchmal ärgerlich ist und auch mal laut wird, ist das ganz normal. Wenn aber der ganze Tag von Gereiztheit, Vorwürfen und Streitereien bestimmt wird, sollte man über die Situation nachdenken und möglichst mit jemandem sprechen. Wichtig ist, sich nicht für das zu schämen was man tut oder denkt, sondern ein Gespräch zu suchen, um die Situation nicht entgleisen zu lassen. Alles was wir verbergen blüht ja im Verborgenen weiter. In unserer Beratung geht es immer um Unterstützung, nicht um Schuldzuweisungen.
Was kann hinter diesen Beziehungskonflikten stecken?
Gabriele Tammen-Parr: Oft werden alte Konflikte aktualisiert. Verletzungen und Kränkungen, die nicht besprochen oder geklärt wurden. Das sind manchmal Eheprobleme mit einer langen Vorgeschichte. Auch Konflikte zwischen Geschwistern werden durch die Pflege der Eltern plötzlich sehr deutlich. Etwa wenn die Tochter, die sich schon immer benachteiligt fühlte, jetzt pflegen soll. Die Pflege eines Familienangehörigen stellt häufig das gesamte Familiensystem noch mal auf den Prüfstand. (Weiterlesen )
Wenn Roberto Blanco auf Heavy Metal trifft
Mit einem ungewöhnlichen Spot macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft jetzt auf das Problem der Demenz aufmerksam.
Der Spot setzt bei den Zuschauern allerdings nicht auf Betroffenheit. Er will mit Humor und Überraschungseffekt auf das Thema hinweisen. Als Mitwirkende konnten der Entertainer Roberto Blanco sowie die Heavy Metal Band Sodom gewonnen werden, die beide im Interesse des guten Zwecks ohne Honorar auftreten. Ebenso wie alle anderen an dem Konzept und der Umsetzung des Spots Beteiligten.
Lassen Sie sich überraschen!
Nähere Informationen unter www.deutsche-alzheimer.de
„Die Puppe als Partner“
Behandelt man alte Menschen wie Kinder, wenn man ihnen „Handpuppen als Partner“ anbietet? Ganz und gar nicht! Wenn man die Senioren zum Spielen einlädt, bietet man ihnen die einmalige Möglichkeit, ihre eigene Lebensenge aufzubrechen und über sich hinauszugehen. Die Puppe auf der eigenen Hand ist gleichsam die Einladung, ein anderer zu werden, sich zu vergessen und sich in und mit der Puppe neu zu erfinden.
Spielt dagegen ein Betreuer für die alten Menschen, dann begegnet den Zuschauern kein Erwachsener, der in seiner Komplexität fast schon wieder beängstigend sein kann, sondern das freundliche oder gruselige Gesicht einer ganz einfachen typischen Figur, die klar und schlicht agiert und dabei ganz elementare Gefühle weckt und Reaktionen bei den Senioren hervorlockt.
Mit diesen und anderen Themen beschäftigt sich seit Jahren das Institut für Puppenspielkunst. In den schönen Räumen des Seminarhauses „Szenario“ in Heidelberg bringt die Sozialpädagogin und professionelle Puppenspielerin Ellen Heese unterschiedlichen Multiplikatoren den Umgang mit Puppen bei.
Vor einigen Jahren wurde das Seminar „Die Puppe als Partner“ für Altenpflegerinnen, die mit Alzheimer-Patienten arbeiten, weiter entwickelt. Ziel des Seminars ist das Erlernen eines Mediums, eines „Handwerkszeuges“, das das Zusammenleben mit Demenzkranken lebendiger und anregender macht. In der Kommunikation mit den Betroffenen bauen sie Vertrauen auf, wecken Gefühle und Erinnerungen und bringen Fröhlichkeit ins Leben. Sie fördern die Konzentration, können beruhigend wirken und regen die Fähigkeit zum Spielen und Erzählen an. Nicht nur auf die Patienten wirkt die Methode therapeutisch. Der Einsatz des Puppenspiels hat auch eine deutlich positive Wirkung auf die betreuenden Verwandten bzw. Altenpflegerinnen. Puppen bieten die Möglichkeit, momentane Gefühle zum Ausdruck zu bringen und dienen damit dem Abbau von Stress. Sie können offener und direkter sein als die Betreuer selbst und wirken als Katalysator in schwierigen Situationen.
Das Seminar „Die Puppe als Partner“ wird mehrmals im Jahr im Seminarhaus Szenario in Heidelberg angeboten. Es ist auch möglich, das Angebot für eine Altenpflegeeinrichtung oder Selbsthilfegruppe mobil zu buchen.
Ellen Heese, Leimen
Weitere Informationen im Internet unter: www.szenario-heidelberg.de oder unter Tel: 06224-702512.







