Freitag, 27. November 2009 von DAlzG
Auf unterhaltsame und verständliche Art informieren die Autoren, Hans Förstl als Direktor einer psychiatrischen Universitätsklinik und Carola Kleinschmidt als Fachjournalistin, in diesem Buch über die Alzheimer-Krankheit, die damit verbundenen Veränderungen im Gehirn und heutige und künftige Behandlungsansätze. Dabei lernt man auch die Personen kennen, die an dem Erkenntnisgewinn der letzten Jahrzehnte beteiligt waren, was das Buch sehr menschlich macht und weniger medizinisch.
Im Vordergrund des Buches stehen aber nicht nur die Fakten rund um die Alzheimer-Krankheit und ihre Entdeckung und Beforschung, sondern Hinweise und Tipps zum gesunden Altern und zu den Möglichkeiten der Prävention der Alzheimer-Erkrankung. Dabei ist die Gesundheit nur ein Teil. Die Autoren räumen auch dem Geheimnis der Zufriedenheit im Alter mit all seinen Einschränkungen einen Platz in ihrem Buch ein und wollen explizit nicht dem Jugendwahn anhängen.
Der Titel wirkt zunächst verwirrend und lässt nicht erkennen, was das Buch bietet. Aber er macht neugierig und als Leserin bereut man nicht, das Anti-Alzheimer-Buch in die Hand genommen zu haben. Fazit: Ein sehr lesbares Buch, das nicht nur informiert sondern auch Mut macht, sich dem Thema und dem eigenen Altern offensiv zuzuwenden und seine Lebensweise anders auszurichten.
Sabine Jansen, Berlin
Hans Förstl, Carola Kleinschmidt: Das Anti-Alzheimer-Buch, Kösel-Verlag München 2009, 224 Seiten, ISBN 978-3-466-30814-9, € 17,95
Stichwörter: Alois Alzheimer, Alzheimer-Krankheit, Buch, Prävention
Freitag, 27. März 2009 von DAlzG
Folgenden Bericht erhalten wir per Mail und veröffentlichen ihn hiermit mit der Erlaubnis des Autors:
Ich bin Mitglied der Alzheimer Gesellschaft in Bonn und betreute zuerst mit meiner Mutter meinen Stiefvater, Prof. Dr. Wilhelm Lauer, der kurz nach der Übersiedlung von Bonn nach Wuppertal im Juli 2007 starb; jetzt betreue ich meine Mutter, die in die mittlere Demenzphase übergeht.
Die Vernachlässigung insbesondere Dementer im Krankenhaus ist - wie es der Hausarzt meiner Mutter ausdrückte - eine Katastrophe und eine weitere Versorgung zuhause wurde bis auf weiteres durch das Verhalten von Krankenhaus und Arzt blockiert.
Meine Mutter erkrankte an Trigeminus-Neuralgie und wurde ab Dezember 2008 mit starken Beruhigungsmitteln und Opiaten betäubt, um die Schmerzen zu verringern; trotzdem konnte sie zuletzt kaum mehr essen und ein befreundeter Arzt vermittelte die Trigeminus-Operation im Bethestha - Krankenhaus der Diakonie in Wuppertal.
Prof. Karten ist ein guter Operateur und die Operation gelang mit gutem Erfolg. Im Anschluss daran begann jedoch eine “Nachsorge”, die ihren Namen zu Unrecht führt: (Weiterlesen
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Stichwörter: Arzt, Inkontinenz, Krankenhaus
Mittwoch, 18. März 2009 von DAlzG

Kein Buch eines Angehörigen hat bisher soviel Aufsehen erregt wie das von Tilman Jens. Nach einem Vorabdruck in der „Bild“-Zeitung brachte die überregionale Presse erregte Besprechungen, zahlreiche Interviews und Auftritte in Talkshows folgten.
Der Journalist Tilman Jens (53) schreibt über seinen prominenten Vater Walter Jens (86), emeritierter Professor für Rhetorik in Tübingen, einen der wichtigsten linksliberalen Intellektuellen der Bundesrepublik. Walter Jens ist 2003 demenziell erkrankt (vaskuläre und Alzheimer Demenz). In dem schmalen Band geht es um Vielerlei: die Krankengeschichte, die Vater-Sohn-Beziehung, Sterben und Sterbehilfe sowie die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit der Vätergeneration.
Letztere ist Gegenstand des zentralen Kapitels „Die fatale Schweigekrankheit“. Darin bringt Tilman Jens die Demenzerkrankung seines Vaters in Zusammenhang damit, dass 2003 öffentlich wurde, dass Jens seit 1942 als Mitglied der NSDAP geführt wurde. Darüber habe der Vater nie gesprochen. Sein Kommentar war, dass die Aufnahme in die Partei „ohne eigenes Wissen“ geschehen sei, etwa als kollektive Übernahme. Beweise gibt es nicht. Bemerkenswert ist nun, dass Tilman Jens „politisches Vergessen“ als Ursache der Demenzerkrankung seines Vaters darstellt. Wissenschaftlich gibt es für die Verursachung von Demenzerkrankungen durch lebensgeschichtliche Ereignisse oder psychische Konflikte keinerlei Hinweise. Darüber hätte sich der Autor leicht informieren können. So ist es das Ärgernis dieses Buches, dass Jens seine spekulative Privattheorie im Buch und in den Massenmedien ausbreitet.
Anders als Ronald Reagan weiß Walter Jens nicht von seiner Diagnose und hat sich dazu nie öffentlich geäußert. Ist die Darstellung wie er durch sein Haus irrt, schreit und seine Frau an den Rand ihrer Kräfte gelangt in seinem Sinne, wie der Sohn behauptet? Oder wird damit die Privatheit von jemand beschädigt, der sich nicht mehr wehren kann?
Eindrücklich dargestellt wird, wie die bekannten Probleme von Diagnose, Behandlung, Krankenhausaufenthalten auch dem prominenten Walter Jens und seiner Frau nicht erspart blieben. Seit einiger Zeit wird er überwiegend von einer warmherzigen Nachbarin betreut, die einen Bauernhof hat. Der große Gelehrte füttert Kaninchen, hält eine Puppe im Arm, liest mühsam in einem Kinderbuch. Das ist erschütternd, „er aber fühlt sich wohl“. Ein zwiespältiges Buch, dessen Lektüre nicht gleichgültig lässt.
Tilman Jens: Demenz – Abschied von meinem Vater. Gütersloher Verlagshaus, 2009, 142 S.
Stichwörter: Angehörigenbericht, Buch
Dienstag, 10. Februar 2009 von DAlzG

Als Oma seltsam wurde
An einem Donnerstag wird Oma plötzlich seltsam und geizig. Als das Bäckerauto kommt, kauft sie ihrem kleinen Enkel keine Kekse, so wie sonst immer, sie holt ihr gesamtes Geld von der Bank und versteckt es überall im Haus, sie weiß nicht mehr, wie ihr Enkel heißt und denkt, er sei ihr Sohn.
Bewaffnet mit Pfeil und Bogen übernimt der Sechsjährige nun die Verteidigung seiner Oma gegen mögliche Diebe und Räuber. Zum Glück gibt es einen aufmerksamen Bankangestellten, der einen Arzt zu Oma schickt.
Sehr erleichtert ist der Enkel, als Oma nach der Spritze des Arztes nicht mehr seltsam und geizig ist und ihn wieder erkennt.
Der schwedische Autor Ulf Nilsson hat seine eigenen Erfahrungen mit der Demenz von Großmutter und Mutter in diesem humorvollen Kinderbuch verarbeitet. “Auf so etwas vorbereitet zu sein, ist vielleicht ganz gut. Sich zu trauen, darüber zu sprechen, sich zu trauen, darüber zu scherzen.” (aus der Vorbemerkung).
Detailreich und witzig illustriert wurde das Bilderbuch von Eva Eriksson. Es eignet sich für Kinder ab ca. 4 Jahren.
Ulf Nilsson, Eva Eriksson, Als Oma seltsam wurde, Moritz-Verlag Frankfurt a.M. 2008
Ulrike Oerter, Berlin
Stichwörter: Kinderbuch
Freitag, 6. Februar 2009 von DAlzG
Vor einigen Tagen bekamen wir per Mail eine Linkempfehlung zu einem Blog zum Thema Erinnerungspflege, die wir hier gerne weitergeben möchten.
Der Blog enthält 33 Anregungen, wie man die geistigen Aktivitäten demenzkrankern Menschen anregen kann. Dieses Blog wurde von einem Sozialpädagogen aufgebaut, der in einer Einrichtung in NRW arbeitet, die auf Bewohner mit Demenzerkrankung spezialisiert ist.
Er selbst beschreibt seine Erfahrungen: “Das Erinnern an “alte Zeiten” ist dabei eine Stärke gerade der altgewordenen Menschen, die uns sonst eher durch ihre “Defizite” auffallen. Insgesamt war ich selbst erstaunt, welche positiven Erfahrungen ich machen konnte.”
In dem Blog gibt es viele unterschiedliche Anregungen, mit denen man an alte Erinnerungen der Dementen anknüpfen kann. Sei es alte Filme oder Fotos anzuschauen, oder Schlager und Lieder aus alten Zeiten anzuhören und gemeinsam zu singen.
Auch Hinweise zu weiterführenden Büchern, die bei der Erinnungspflege weiterhelfen können, werden dort genannt.
Erinnerungspflege kann nicht als Heilmittel eingesetzt werden, hat aber einen nachweisbaren Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden der Kranken, wie der Autor in seinem Blog selbst beschreibt.
Schade ist nur, dass das Blog nicht weiter gepflegt wird, aber vielleicht fallen Ihnen selbst auch noch andere Möglichkeiten ein?
Zum Blog geht es hier: http://erinnerungspflege.wordpress.com/
Stichwörter: blog, erinnerung, Erinnerungspflege, Übungen
Donnerstag, 1. Januar 2009 von DAlzG

Wir wünschen Ihnen allen ein gutes Neues Jahr! Auf dass Sie für alle anstehenden Herausforderungen immer genügend Kraft und Energie finden und trotz aller möglichen Schwierigkeiten immer wieder auch Ruhe und Zeit für sich selbst finden.
Ihre Redaktion des Alzheimerblogs
Mittwoch, 10. Dezember 2008 von DAlzG
Bei unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass es bestimmte Themen gibt, die zwar eigentlich wichtig sind, aber im Alltag untergehen, weil man einfach nicht daran denkt.
So wie im Beitrag von Susanna S., die erst beim Tod ihrer Großmutter festgestellt hat, dass ihr Sohn mit der Krankheit seiner Uroma große Probleme hatte.
Wir werden hier zukünftig alle 2-3 Monate ein Fokusthema veröffentlichen, um genau diese besonderen Aspekte im Blog verstärkt zu diskutieren. Beiträge zu anderen Themenbereichen sind natürlich auch immer gewünscht.
Wir hoffen damit beitragen zu können, bislang zu wenig beachtete Schwerpunkte den Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten näher bringen zu können. Wir freuen uns über zahlreiche Beiträge und Kommentare!
Meine Oma hat Alzheimer
Ich wohne in Berlin und meine Großeltern in Süddeutschland. Wenn wir sie besucht haben, hat meine Oma mich immer wieder mitgenommen, und wir sind Schuhe kaufen gegangen. Im Winter waren es Winterstiefel, im Sommer Sandalen. Später hat sie meiner Mutter Geld gegeben, damit ich mit ihr Schuhe kaufen gehen kann. Heute hat sie es ganz vergessen und meist weiß sie auch nicht mehr, wer ich bin. Ich glaube schon, dass mich meine Oma mag. Sie war ganz lieb zu mir und hat sich gefreut, wenn ich kam. Wir haben auch viel miteinander gespielt. „Mensch ärgere dich nicht“ mochte sie besonders gern. Doch dann hat es mir keinen Spaß mehr gemacht, weil sie ihre eigenen Regeln erfunden hat. Sie setzte ihre Kegel auf das Feld und wanderte schnurstracks rückwärts ins Ziel. Das hat mich dann geärgert, und wir haben nicht weiter gespielt. Was meine Oma nicht mochte war, wenn mein Cousin kam und wir das Sofa als Turngerät nutzten. Das Laute war ihr häufig zu viel und sie schimpfte mit uns.
Meine Mutter hat Oma oft gebadet oder ihr beim Waschen geholfen. Manchmal hat sie mich gebeten, bei ihr zu bleiben, weil sie noch etwas holen musste. Oma wollte dann oft hinterher. Manchmal hörte sie nicht auf mich. Dann habe ich sie an der Hand genommen, und ihr gesagt, sie soll doch bei mir bleiben. Das hat geholfen. (Weiterlesen
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Stichwörter: demenz, fokus, Kinder
Samstag, 29. November 2008 von DAlzG
In der Wissenssendung “Quarks & Co.” steht diesmal Alzheimer im Mittelpunkt.
Es geht um die Grundlagen, um die Erforschung der Krankheit, um nicht-medikamentöse und medikamentöse Behandlung sowie um Vorsorge und Risikofaktoren.
2.12.08, 21:00 - 21:45, WDR Fernsehen: Quarks & Co: “Alzheimer - Forschen gegen das Vergessen”
Die Sendung im Internet: http://www.wdr.de/themen/homepages/webtv.jhtml?search=or&y=0&words=alzheimer
Stichwörter: Fernsehen, Wissensmagazin
Freitag, 28. November 2008 von DAlzG
In der Servicezeit:Gesundheit des WDR gibt es am 1.Dezember einen Schwerpunkt zum Thema Alzheimer. Besonders neue Betreuungs- und Wohnkonzepte sowie begleitende Therapien sollen vorgestellt werden.
1.12.2008, 18:20 - 18:50 Uhr, WDR Fernsehen: Servicezeit: Gesundheit - “Alzheimer:Hilfen für Angehörige bei Betreuung und Pflege”
Mehr zur Sendung: http://www.wdr.de/unternehmen/presselounge/programmhinweise/
fernsehen/2008/12/20081201_sz_gesundheit.phtml
Stichwörter: Fernsehen, Reportage
Dienstag, 18. November 2008 von DAlzG
Der kreative Kopf Carolus Horn (1921 - 1992) aus der Werbebranche hat sich trotz der eintretenden Alzheimer-Krankheit weiterhin seinem Hobby des Malens gewidmet. Die Art der Bilder hat sich mit dem Fortschreiten der Krankheit geändert. Diese Bilder sind öfter zu sehen, aktuell kann man sich die Bilder in Gronau noch bis zum 30.11. täglich von 9-18 Uhr zu sehen.
Am 26.11. gibt es dort auch “Iris“ zu sehen, ein Film über die Schriftstellerin Iris Murdoch, die 2001 an Alzheimer erkrankte.
Mehr Informationen dazu unter:
http://www.borkenerzeitung.de/lokales/kreis_borken/gronau/714533_Auswirkungen_von_Alzheimer.html
Stichwörter: Ausstellung, Bilder, Gronau, Horn