Erinnern ist gut für Demente
Aus dem eigenen Leben zu erzählen macht Menschen, die an Demenz erkrankt sind, große Freude (auch wenn sich die Erinnerungen manchmal miteinander verstricken und die Zeitebenen durcheinander geraten). Wenn man den Erkrankten etwas aus seiner Kinder- oder Jugendzeit fragt, so wird er mit Freude antworten, ja, seine Stimmung wird sich schlagartig erhellen; denn die Erinnerungen an die Jugend sind meist mit Freude verbunden.
Ich habe diese Erfahrung nicht nur als Jugendliche mit meiner Großmutter gemacht, sondern kürzlich wieder – bei einem dreiwöchigen Krankenhausaufenthalt, bei dem ich das Zimmer mit einer demenzkranken Frau teilte. Sobald sie schlechte Laune bekam oder ihr irgend etwas nicht passte, fragte ich sie, wie sie ihren Mann kennen gelernt hat – und sofort wurden ihre Geschichtszüge weich und fröhlich und sie erzählte mir diese Geschichte, in der sie ihren Mann mit ihrem Sohn und Berlin mit Dresden verwechselte. Aber das spielte keine Rolle – ich akzeptierte, was sie mir erzählte und korrigierte sie nicht, ich wollte ihr eine gut gelaunte Mitstreiterin sein gegen das Kranksein. (Weiterlesen )





