Theaterworkshop “Altern – was ist das?”

Dienstag, 22. Februar 2011 von Marita Gerwin

Alle Fotos von Dr. Jürgen Richter

“Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!”

Anne sitzt mit ihrem grünen Plastiksack auf der Bühne der Kulturschmiede in Arnsberg. Sie hat all ihre Habseligkeiten, an denen sie hängt, in diesem grünen Sack verstaut. Sieben Damen schauen sie schweigend an, dabei summen sie das Lied „Ganz Paris träumt von der Liebe….“
Rund um die Bühne sitzen 90 Zuschauer. Hautnah erleben sie die Präsentation der Ergebnisse des Theater-Workshops der acht Teilnehmerinnen im Alter zwischen 40 bis über 70 Jahren im TEATRON THEATER.
Geschäftiges Treiben auf der Bühne: Johanna strickt; Rosi liest Anweisungen auf Medikamentenschachteln; Eva schaut alte Fotos an; Doris schreibt Gedichte; Lisa zieht ihre langen Handschuhe an; Dorothee repariert etwas.
Ein munterer Satz-Pingpong beginnt. Scheinbar wild aneinander gereihte Sätze, gestenreich und emotional von den Damen vorgetragen, nebeneinander gesetzt, verschmelzen zu einer Einheit, verbinden sich zu einer Geschichte rund um das Altern. Es ist mucksmäuschen still im Publikum. Gebannt hören wir zu und entdecken Parallelen zu unserer eigenen Lebenswelt……
Im Alter muss man nicht mehr schön sein…aber man muss gut aussehen. Für einen Flammkuchen – da würde ich mein Leben geben.Und dann noch ein gutes Glas Rotwein dazu……. Mhm …..Wenn du Herzschmerzen hast, dann nimm Baldrian, das beruhigt. Ich bin Elektroniker, eigentlich Elektronikerin, E – lek – tro – ni – ke – rin. Falten, Besenreiser, Cellulitis, rote Flecken, braune Flecken, Altersflecken. Was ist Schein, was ist Wahrheit? Meine Mutter hat ihr Leben lang im Garten gearbeitet, und bei jeder Blume denke ich an sie. Ein Altenheim mitten im Wohngebiet? Das will doch keiner! Jung dynamisch ist in! Mein 81- jähriger Vater hat sich wieder eine Freundin ausgesucht, aber er meint, das wird wohl nichts, die ist noch zu fit. Wenn ich nicht mehr laufen kann, kauf ich mir ´n Rentnerporsche! Oh, ich freu mich jetzt schon – wenn ich alt bin, geht der Wecker nicht mehr. Mein Bauchnabel hat sich gesenkt. Alter ist ja auch was Schönes! Man kommt schon ins Überlegen, was wohl mal sein wird mit dem eigenen Tod. Die ganz Alten, die will ja keiner sehen! Ich habe morgens immer solche Verdauungsprobleme. Lasst mich doch alle einfach in Ruh! Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden!“

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Mein Poesiealbum für Greta.

Donnerstag, 4. November 2010 von Marita Gerwin

Ein regnerischer Sonntag. Ich stehe vor meinem Bücherregal im Wohnzimmer. Ein ledergebundenes, kleines Buch fällt mir in den Blick. Herauspurzeln drei längst vergessene Glanzbilder. Gedankenverloren schlage ich es auf und entdecke eine wunderschöne, bunt bemalte Seite in schönster Kinder-Schrift. Schmunzelnd tauche ich ein in eine längst vergangene Welt und lese: “Wenn du einst nach vielen Jahren,  dieses Büchlein nimmst zur Hand, denk daran, wie froh wir waren, auf der kleinen Schülerbank!” Deine Freundin Ingrid – 1961!

Daneben gibt mir Annette, meine hochbetagte Nachbarin mit auf den Lebensweg: “Wenn Du einst als Großmama im Lehnstuhl sitzt bei Großpapa, dann nimm Dir dieses  Buch zur Hand, und denk: Die hab ich auch gekannt!”

Oh, nein! Wie schön! Mein Poesiealbum ist wieder aufgetaucht. Ich bin wie elektrisiert.

Meine Erinnerungen erwachen. Längst vergessenen Erinnerungen aus meiner Kinderzeit  tauchen vor meinem geistigen Auge wieder auf, obwohl Jahrzehnte dazwischen liegen. Meine Grundschulklasse wird lebendig:  Gisela, Friedel, Mechthild, Ewald und auch Edeltraud  haben mir ihre heiteren, besinnlichen und witzigen Lebensweisheiten mit auf den Weg gegeben.

Wie ein Blitz schießt  mir in diesem Moment eine Idee durch den Kopf, die ich gleich in die Tat umsetzte: Spontan klemme ich mir mein Poesiealbum unter den Arm und besuche meine hochbetagte, demenzerkrankte Nachbarin Greta. Sie freut sich jedes Mal, wenn ich komme. Sie redet nicht viel. Doch ihre Mimik und ihre leuchtenden Augen signalisieren mir, dass ich immer willkommen bin.

Ich werde Greta mein Poesiealbum zeigen, ihr die Sprüche und Lebensweisheiten vorlesen. Mal schauen was passiert und wie sie reagiert. Ich habe die Hoffnung, dass mein Poesiealbum  für einen Moment, für einen Augenblick  ihren Schleier des Vergessens lüftet. Gespannt und voll freudiger Erwartung klingele ich an ihrer Haustür. Ihr Ehemann Otto öffnet. Er ist begeistert, dass ich ein wenig Zeit mitbringe, heute am hochheiligen Sonntag. (Weiterlesen…)

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Figuren und Marionetten erblicken das Licht der Welt!

Freitag, 22. Oktober 2010 von Marita Gerwin

Ein Fest für die Sinne! Premiere im Jugendzentrum in Arnsberg.

Dass Figurentheater der Generationen präsentiert seine Ergebnisse und feiert vor begeistertem Publikum seine Premiere im vollbesetzten Saal des Jugendzentrums in Arnsberg: Standing Ovation! Applaus, Komplimente, Glückwünsche an die Künstler zwischen 6 bis 90 Jahren.

Ein Dialog der Generationen par excellence!

Wochenlang haben Sie zusammen gewerkelt, wundersame Figuren an langen Fäden zum Leben erweckt, ihnen eine Geschichte auf den Leib geschrieben, die Choreographie für das Theaterspiel entwickelt, das faszinierende Bühnenbild gestaltet.

Das Lampenfieber der Akteure ist zum Greifen nah.  Kribbeln im Magen bei Alt und Jung.  “Wird es gelingen?” (Weiterlesen…)

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Alle Neune! Mit Rollator, Gehilfe, Hörgerät und Brille!

Mittwoch, 20. Oktober 2010 von Marita Gerwin

Farina, eine 19- jährige Schülerin des Franz- Stock-Gymnasiums in Arnsberg schildert ihre beeindruckenden Erlebnisse aus ihrem Praktikum.

Lesen Sie selbst, was sie bewegt und berührt und wie ein gelungenes  Praktikum das Leben eines jungen Menschen verändern kann.

“Im Rahmen meines Schul-Praktikums in der Zukunftsagentur der Stadt Arnsberg nutzte ich neben vielen anderen beindruckenden Erlebnissen die Chance, den bürgerschaftlich engagierten Patinnen Anni, Luise, Alina und Georg beim Kegel mit hochbetagten und demenzerkrankten Menschen in einem Seniorenzentrum in Arnsberg über die Schulter zu schauen.

Ich traute meinen Augen nicht! Was ich erlebte, stellte mein Bild vom Alter völlig auf den Kopf.

Das Außergewöhnliche an diesem Treff war schon der Ort des Geschehens: Zu meiner Überraschung wurde die „Kegelbahn“ mitten in einem der Flure und Gemeinschaftsräume aufgebaut. Alle interessierten Seniorinnen und Senioren des Hauses wurden persönlich zur improvisierten Kegelbahn geleitet. Das heiße Wetter an diesem Tag, hielt keinen davon ab, mitzumachen. (Weiterlesen…)

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Plakate zum Projekt Demenz Arnsberg

Freitag, 15. Oktober 2010 von Marita Gerwin

An vielen Orten in Arnsberg finden Sie unsere Plakate, die auf unser Beratungsangebot zum Thema Demenz hinweisen. Nach den positiven Rückmeldungen, die unsere Plakatmotive erhalten haben, haben wir uns entschlossen, eine weitere Motivreihe zu entwickeln. Die neuen Plakate sind als Weiterführung des ursprünglichen Ansatzes gedacht und verweisen auf die ersten Bilder.

Hier können Sie die Plakate im PDF-Format herunterladen. Klicken Sie hierzu bitte auf eines der Motive.

Als besonderen Service für andere interesierte Demenz-Initiativen und andere Partner, die das Thema in die öffentliche Diskussion tragen wollen, bieten wir an, die Plakate für Sie persönlich zu personalisieren, damit Sie sie in Ihrer Region verwenden können.

Falls Sie Interesse haben, nehmen Sie bitte Kontakt auf.

Projektleitung:
Projekt Demenz Arnsberg
Martin Polenz
Lange Wende 16a
59755 Arnsberg
Tel. 02932 201-2206
Fax 02932 529056
mobil 0151 16582189
e-mail: m.polenz@arnsberg.de

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Videos: Schweizer Fernsehen im Zirkus der Generationen

Montag, 20. September 2010 von Marita Gerwin

36.9° ist das Gesundheitsmagazin des Schweizer Fernsehsenders TSR, Television Suisse Romande. Die Schweizer Fernsehleute interessieren sich für das Projekt Demenz Arnsberg . Bei ihrer Recherche für einen 40-minütigen Film über die Alzheimer-Krankheit und “Brain Ageing” sind sie in einem Gespräch mit dem Neurologen Prof. Dr. Peter Whitehouse in der USA auf die Arnsberger Lernwerkstadt Demenz gestoßen. Neugierig geworden, was in diesem Projekt geschieht, haben sie in Arnsberg den Fernseh-Film 36,9° gedreht. Hier der Link zum Video in französischer Sprache und der Link zu einer Video-Kurzfassung in deutscher Sprache.
Französische Langfassung.
Deutsche Kurzfassung.

Weiter Informationen im Internet unter: www.projekt-demenz-arnsberg.de

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Bilderbücher vermitteln Kindern die Lebenswelt der Menschen mit Demenz

Freitag, 17. September 2010 von Marita Gerwin


Wir haben im Projekt Demenz Arnsberg  eine Bilderbücher-Empfehlungsliste zusammengestellt, um Büchereien, Kindergärten, KITAS, Familienzentren, Schulen, Eltern, Großeltern, Erziehern und Lehrern zu ermutigen, die Themen rund um das Alter in den Erziehungs- und Bildungsauftrag  aufzunehmen.
In  berührenden Geschichten und empfehlenswerten, bunt illustrierten Bilderbüchern geht neben dem aktiven Alter auch um das Verhältnis zwischen Kindern und Menschen mit Demenz. Sich begegnen, gemeinsam erleben, für einander da sein.  Ausflüge in Zurückliegendes, Momentaufnahmen aus der konkreten Lebenssituation, so wie ein Ausblick in die Zukunft.

Viele spannende Themen eröffnen den betrachtenden Kindern die Möglichkeit, sich zu orientieren, über sich und andere Menschen nachzudenken. Das Lebensverständnis älterer Menschen unterliegt einem starken, gesellschaftlichen Wandel. Alter heißt heute nicht,  auf bestimmtes Verhalten reduziert sein. Auf der Suche nach vielfältigen Lebensmodellen und Einstellungen „Älterer“ im Bilderbuch für Kinder, entstand diese Literaturliste.

Kinder bilden aus dem, was sie erfahren, eine persönliche Haltung. Sie sind die Meinungsträger von Morgen. Es ist wichtig, dass Kinder über angemessene Literaturangebote und konkrete, regelmäßige Begegnungen mit „Älteren“ ein wertschätzendes, tolerantes Bild vom Alter entwickeln.

Diese Literatur-Empfehlungsliste soll unterstützend bei der Zusammenarbeit zwischen den Generationen dienen. Für neue Buchvorschläge sind wir dankbar. Wir nehmen Sie gern in unsere Liste der Buchempfehlungen auf.
Die Bilderbuch- Empfehlungsliste finden Sie hier.

Kontakt:
Ulla Hüser, Leiterin des Stadt. KITA „Entenhausen“ in Arnsberg, Tel: 02932-34006, e-mail: kitabruchhausen@arnsberg.de

Martin Polenz, Projekt Demenz Arnsberg, Lange Wende 16 a, 59755 Arnsberg
Tel: 02932-201-2206, e-mail: m.polenz@arnsberg.de
Internet: www.projekt-demenz-arnsberg.de

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Film-Tipp „Diagnose Demenz“

Mittwoch, 15. September 2010 von Marita Gerwin

Wir haben in Arnsberg den Film „Diagnose Demenz” gedreht, in dem die Situation einer an  Morbus Alzheimer erkrankten Arnsbergerin und ihrer Familie anschaulich dargestellt wird.
Unter folgender Webadresse  können sie den authentischen, sehr einfühlsamen Film im Internet ansehen:
http://www.projekt-demenz-arnsberg.de/demenz/diagnose-film/

Was bedeutet es, an Demenz zu erkranken?
Demenz ist ein Oberbegriff für Veränderungen im psychischen und physischen Bereich, in deren Verlauf bestimmte geistige und körperliche  Fähigkeiten abnehmen. Alzheimer ist mit einem Anteil von etwa 60% die häufigste Ursache für Demenz und wurde bereits 1906 von dem Arzt Alois Alzheimer beschrieben. Im Zuge der demographischen Entwicklung, die u. a. durch einen deutlichen Anstieg der Lebenserwartung und ein steigendes Durchschnittsalter der Bevölkerung gekennzeichnet ist, wird auch mit einem deutlichen Anstieg der Demenz gerechnet. Denn die Wahrscheinlichkeit, von Demenz betroffen zu sein, steigt mit dem Alter.
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Kinder zaubern Lach-Falten!

Montag, 13. September 2010 von Marita Gerwin

Hereinspaziert in den Zirkus der Generationen in Arnsberg!

Das Jugendbegegnungszentrum Liebfrauen betreibt seit vielen Jahren sehr erfolgreich den “Zirkus Fantastello”.  Darauf aufbauend  haben die Kinder und Jugendlichen in den letzten zwei Jahren ein spannendes Experiment gewagt.

Gemeinsam mit Bewohnern des in der Nähe gelegenen Seniorenzentrums des Caritas-Verbandes in Arnsberg haben sie den Zirkus der Generationen ins Leben gerufen. Bei den wöchentlichen Proben – entweder im Seniorenzentrum oder im Jugendbegegnungszentrum – übten die jungen und alten Artisten gemeinsam Kunst- und Zauberstücke ein. (Weiterlesen…)

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Buchtipp: Opa ist … Opa

Freitag, 10. September 2010 von Marita Gerwin

Ich möchte Ihnen gern ein tolles Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren zum Thema “Demenz” vorstellen, mir dem wir in Arnsberg in unseren KITAS die Kinder und Eltern auf den Kontakt zu den demenzerkrankten Menschen vorbereiten. Gern wird dieses Bilder-Buch auch von Familien mit Kleinkindern angeschaut, deren Großeltern und Urgroßeltern an Demenz erkrankt sind.

“Opa ist… Opa” lautet der Titel dieses sehr einfühlsamen Bilderbuches für Kinder ab 3 Jahren.

Wir haben schon einige Lesungen der Autorin in den Kindertageseinrichtungen der Stadt Arnsberg erlebt, die die Tür zur Kooperation zwischen Kindern und demenzerkrankten Menschen weit geöffnet und Barrieren in den Köpfen beiseite geräumt hat.

Bilderbuch von Lilli Messina: “Opa ist… Opa”
Kinderbuchverlag Wolff, 2005. – ISBN: 3-9387-6605-0


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