<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	xmlns:atom="http://www.w3.org/2005/Atom"
	xmlns:sy="http://purl.org/rss/1.0/modules/syndication/"
	xmlns:slash="http://purl.org/rss/1.0/modules/slash/"
	>

<channel>
	<title>Alzheimer BLOG &#187; Martina Rühl</title>
	<atom:link href="http://www.alzheimerblog.de/author/martina/feed/" rel="self" type="application/rss+xml" />
	<link>http://www.alzheimerblog.de</link>
	<description>Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft</description>
	<lastBuildDate>Tue, 07 Feb 2012 14:22:14 +0000</lastBuildDate>
	<language>en</language>
	<sy:updatePeriod>hourly</sy:updatePeriod>
	<sy:updateFrequency>1</sy:updateFrequency>
	<generator>http://wordpress.org/?v=3.0.1</generator>
		<item>
		<title>Biografien der Heimbewohner berücksichtigen</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2011/11/22/biografien-der-heimbewohner-berucksichtigen/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2011/11/22/biografien-der-heimbewohner-berucksichtigen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 10:25:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=2367</guid>
		<description><![CDATA[Die allermeisten Heime geben an, sich bei der Betreuung an der Biografie der Einzelnen zu orientieren. Oft steht dieser Anspruch nur auf dem Papier. Wie es funktionieren kann, verdeutlicht der folgende Artikel. Ich arbeite in einem speziellen Wohnbereich eines Pflegeheims, in dem bis zu 25 demenzkranke Menschengepflegt und betreut werden. Um das Wohlbefinden des Einzelnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die allermeisten Heime geben an, sich bei der Betreuung an der Biografie der Einzelnen zu orientieren. Oft steht dieser Anspruch nur auf dem Papier. Wie es funktionieren kann, verdeutlicht der folgende Artikel.</p>
<p>Ich arbeite in einem speziellen Wohnbereich eines Pflegeheims, in dem bis zu 25 demenzkranke Menschengepflegt und betreut werden. Um das Wohlbefinden des Einzelnen steigern zu können, ist es äußerst wichtig, über biografisches Wissen zu den Bewohnern zu verfügen. Das bedeutet z. B. herauszufinden, was jemand gern gegessen oder getrunken hat, welche Musik er gehört, mit welchen Themen er sich beschäftigt und welchen Beruf er ausgeübt hat.</p>
<p>Die Biografie wird von der Bezugspflegekraft und einer Mitarbeiterin des sozialen Dienstes entweder durch ein Gespräch mit dem Bewohner (so weit das noch möglich ist), den Angehörigen oder einem Betreuer erstellt, in einem Biografiebogen erfasst und dann in die Pflegeplanung eingebunden. Während einer Teamsitzung oder – wenn nötig – bei einer längeren Fallbesprechung werden die Informationen an die Kollegen weitergegeben, so dass alle Pflege- und auch Hauswirtschaftskräfte darüber Bescheid wissen.<span id="more-2367"></span></p>
<p>Die Bezugspflegekraft sorgt dann z. B. dafür, dass einem Bewohner von dessen Taschengeld ein CD-Player und CDs gekauft werden. Nun ist es kein Arbeitsaufwand mehr, dem Bewohner während oder nach der Pflege seine Lieblingsmusik einzuschalten. Des Weiteren kann biografisch orientierte Betreuung im Heimalltag bedeuten, dass eine Bewohnerin, die ihr Leben lang sportbegeistert war, sich wunderbar entspannt, wenn sie mit einer Wolldecke über den Beinen und einem Glas Rotwein vor dem Fernseher sitzt und Sportsendungen schaut.</p>
<p>Es kann bedeuten, ein Bad mit dem Lieblingsduft, einen heißen Kakao oder einen Spaziergang durch den blühenden Garten zu genießen, es kann das Wäsche falten sein, um sich gebraucht und angenommen zu fühlen. Eine schicke Frisur, gepflegte Kleidung und nicht zuletzt die Benutzung eines Lippenstiftes können das Selbstbewusstsein und damit das Wohlbefinden steigern.</p>
<p>Häufiger Personalwechsel kann die biografisch orientierte Arbeit sicherlich erschweren. Wir haben die günstige Situation, seit fast sechs Jahren, so lange es diesen Wohnbereich gibt, mit einem festen Stamm von acht Mitarbeiterinnen arbeiten zu können, von denen jede bereit ist, auch mal nach Feierabend über einen Bewohner nachzudenken oder etwas für ihn einzukaufen. Neues Personal wird dementsprechend eingearbeitet. Vielleicht klappt es deshalb, vielleicht auch, weil wir alle sehr hohe Ansprüche an unsere Arbeit stellen, was das Wohlbefinden und die pflegerische Versorgung der Bewohner betrifft.</p>
<p>Martina Rühl, Dörentrup</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2011/11/22/biografien-der-heimbewohner-berucksichtigen/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>„Musst Du noch in die Stadt?“</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2011/04/08/%e2%80%9emusst-du-noch-in-die-stadt%e2%80%9c/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2011/04/08/%e2%80%9emusst-du-noch-in-die-stadt%e2%80%9c/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 11:05:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsstress]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=2020</guid>
		<description><![CDATA[Erfahrungen mit Stress im Heimalltag Stress ist erfahrungsgemäß im Umgang mit demenzkranken Menschen ein Faktor, der nicht wünschenswert, aber leider nicht komplett auszuschalten ist. Schließlich sind wir alle nur Menschen. Im Wohnbereich für Demenzkranke geraten wir Pflegekräfte z.B. bei personeller Unterbesetzung in Stress. Wenn mir die Zeit davon rennt, dann versuche ich natürlich, mich zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erfahrungen mit Stress im Heimalltag</strong></p>
<p>Stress ist erfahrungsgemäß im Umgang mit demenzkranken Menschen ein Faktor, der nicht wünschenswert, aber leider nicht komplett auszuschalten ist. Schließlich sind wir alle nur Menschen.</p>
<p>Im Wohnbereich für Demenzkranke geraten wir Pflegekräfte z.B. bei personeller Unterbesetzung in Stress. Wenn mir die Zeit davon rennt, dann versuche ich natürlich, mich zu beeilen. Demenzkranke lassen sich aber nicht gerne hetzen und reagieren darauf auf unterschiedliche Weise. Eine Bewohnerin fragte mich, als ich es tatsächlich eiliger hatte als sonst:“ Mein Gott, was ist denn nur mit dir los? Musst du noch in die Stadt?“</p>
<div id="attachment_2144" class="wp-caption alignleft" style="width: 162px"><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/Stadtstress.jpg"><img class="size-full wp-image-2144" title="Shopping mall" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/Stadtstress.jpg" alt="" width="152" height="101" /></a><p class="wp-caption-text">© *Sindy* - Fotolia.com</p></div>
<p>Andere, die ihr Unbehagen nicht mehr verbal ausdrücken können, werden unruhig oder reagieren abwehrend. Was aus Zeitmangel schneller erledigt werden soll, dauert somit wesentlich länger und führt nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Mein eigener Stress überträgt sich schnell auf die Demenzkranken, die für Stimmungen ihrer Mitmenschen sehr empfänglich sind. Ich versuche deshalb, wenn ich in ein Bewohnerzimmer gehe, Ruhe auszustrahlen und mich nur auf den Menschen darin und seine individuellen Bedürfnisse zu konzentrieren. Schaffe ich das mal nicht, bitte ich eine Kollegin, einen besonders empfindlichen Bewohner zu versorgen.<span id="more-2020"></span></p>
<p>Für einen Demenzkranken kann außerdem eine Stresssituation entstehen, wenn er überfordert oder mit zu vielen Reizen überflutet wird. Dazu gehören neben lauten Geräuschen im Umfeld auch die Beschallung aus Radio und Fernsehen. Er ist bei diesen Hintergrundgeräuschen nicht in der Lage, sich auf das zu konzentrieren, was gerade von ihm gefordert wird (z.B. essen, Gesicht waschen, Zähne putzen).</p>
<p>Was demenzkranke Menschen noch in Stress geraten lässt, sind Abweichungen von der festen Tagesstruktur und von festen Ritualen. Alles, was nicht so läuft wie sonst, beunruhigt sie.</p>
<p>Wir beobachten immer wieder, dass Veranstaltungen innerhalb des Hauses, wie z.B. Singen, Gymnastik oder eine Weihnachtsfeier, zu denen der Wohnbereich für eine gewisse Zeit verlassen und der gewohnte Tagesablauf unterbrochen wird, zu vermehrter Verwirrtheit führen. Danach wollen jedes Mal einige Bewohner zum Bahnhof oder nach Hause, wissen aber nicht, wie sie dort hin gelangen oder haben kein Geld, um die Fahrt zu bezahlen. Dann sind wir Pflegekräfte gefordert, um beruhigend und ablenkend dem Stress der Betroffenen entgegen zu wirken.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2011/04/08/%e2%80%9emusst-du-noch-in-die-stadt%e2%80%9c/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Die Sprache verstehen</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2011/01/03/die-sprache-verstehen-2/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2011/01/03/die-sprache-verstehen-2/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 09:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1753</guid>
		<description><![CDATA[Ich arbeite seit fünf Jahren in einem Wohnbereich für demenzkranke Menschen und bin immer noch davon fasziniert, was für Wörter ihnen einfallen und wie geschickt sie gewisse Dinge umschreiben können. Wir müssen nur lernen, zwischen den Zeilen zu lesen! Frau Schäfer saß im Rollstuhl und konnte wegen massiver Gleichgewichtsstörungen nur in Begleitung laufen. Da sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich arbeite seit fünf Jahren in einem Wohnbereich für demenzkranke Menschen und bin immer noch davon fasziniert, was für Wörter ihnen einfallen und wie geschickt sie gewisse Dinge umschreiben können.</p>
<p>Wir müssen nur lernen, zwischen den Zeilen zu lesen!</p>
<p>Frau Schäfer saß im Rollstuhl und konnte wegen massiver Gleichgewichtsstörungen nur in Begleitung laufen. Da sie selbst nicht mehr in der Lage war, die Gefahr eines Sturzes einzuschätzen, wurde sie zu ihrem eigenen Schutz mit einem Bauchgurt im Rollstuhl fixiert.</p>
<p>Das empfand sie verständlicherweise oft als störend.</p>
<p>Eines Nachmittags hatte sie schon eine Weile vergeblich versucht, den Gurt zu öffnen und suchte nun Hilfe bei ihren Mitbewohnern.</p>
<p>Sie rief im Kommandoton: „Wer macht denn hier die Kohlen los? Wer leitet denn hier die Kompanie? Durchschneiden! Sofort! Haben Sie schon die Bremse los?“</p>
<p>Wenn man weiß, was Frau Schäfer beabsichtigte, klangen ihre Befehle durchaus logisch, oder?</p>
<p>Frau Pretorius fuhr, als sie nicht mehr selbständig laufen konnte, unermüdlich mit dem Rollstuhl über die Flure des Wohnbereichs. Als sie mich aus einem Zimmer kommen sah, winkte sie mich zu sich heran.</p>
<p>Sie fragte: „Wissen Sie eigentlich, wie ich mich morgens fühle?“<span id="more-1753"></span></p>
<p>Ich dachte nach, was sie meinen könnte. Abends, wenn wir sie ins Bett legten, wurde sie oft wütend, beschimpfte uns, schlug um sich und versuchte, uns zu beißen. Meinte sie das?</p>
<p>Ich fragte nach: „Wie Sie sich morgens fühlen? Nicht gut?“</p>
<p>„Nein, nicht gut! Ich fühl mich böse!“ antwortete sie.</p>
<p>„Kann ich Ihnen denn helfen, damit Sie sich nicht böse fühlen?“</p>
<p>„Ja, Sie können zu mir herein kommen und mich gut machen!“</p>
<p>„Abgemacht!“, sagte ich. „Wenn das hilft, komme ich zu Ihnen herein!“</p>
<p>Mit einem „Nu“ gab sie mir zu verstehen, dass sie mit unserem Gespräch zufrieden war und fuhr weiter über die Flure.</p>
<p>Man sieht, die Kommunikation mit Demenzkranken ist gar nicht so schwer. Wenn wir uns ein wenig in ihn einfühlen, ihn so akzeptieren wie er ist und ihn nicht ständig verbessern oder belehren wollen, dann ist schon viel für einen menschenwürdigen Umgang miteinander getan.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2011/01/03/die-sprache-verstehen-2/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Bunt und unkelunk</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/11/24/bunt-und-unkelunk/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/11/24/bunt-und-unkelunk/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 14:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1751</guid>
		<description><![CDATA[In der Kommunikation mit Demenzkranken sind neben dem Einfühlungsvermögen Humor und ein ehrliches Lächeln dankbare Begleiter. Frau Wieland lag im Bett, ich faltete die Hände, um mit ihr zu beten. Sie machte es ebenso und begann: „Vater im Himmel, gereinigt werde dein Haus! Amen!“ Stolz lächelnd fragte sie mich, ob es so richtig sei. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Kommunikation mit Demenzkranken sind neben dem Einfühlungsvermögen Humor und ein ehrliches Lächeln dankbare Begleiter.</p>
<p>Frau Wieland lag im Bett, ich faltete die Hände, um mit ihr zu beten. Sie machte es ebenso und begann: „Vater im Himmel, gereinigt werde dein Haus! Amen!“</p>
<p>Stolz lächelnd fragte sie mich, ob es so richtig sei. Ich konnte nicht anders, als sie in den Arm zu nehmen und ihr zu versichern, dass dieses Gebet einfach wunderbar war.</p>
<p>Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz kommt es häufig vor, dass die Betroffenen unermüdlich vor sich hin reden. Manche wiederholen sich ständig, bei anderen kann man nur einzelne Wörter verstehen. Der Tonfall kann von gleichmäßig ruhig über bestimmt bis hin zu wütend und laut variieren. Manchmal hört es sich an, als würde jemand telefonieren, einen Vortrag halten oder ein Gedicht aufsagen. Auch tauchen oft einzelne Begriffe aus dem Berufsleben auf. Ist die Biografie des Betroffenen bekannt, kann man oft über diese berufliche Schiene an ihn heran kommen.<span id="more-1751"></span></p>
<p>Herr Niemeier war ein Meister in kreativen Wortschöpfungen:</p>
<p>„Die ham ja die Hinderbindering, wenn die Mörcheln gelärgert haben, da ist ja die kleine Ölemöle, der hat doch geschneiselt, ich habe gefritzt, sonst übersehen die mir!“</p>
<p>Herr Lindemeier erzählte folgendes: „Zwei und das zwei, das sind die drei! Das ist doch bunt und unkelunk. Falle auf Bauch. Wo ist denn dieser Dammelwald? Er meint, dass die von dem baffen die Raster und dann brauch die nicht mehr so hin. Ich geh gleich lauf hier, lass das anstoßen, dann kommt hier die Frau. Ich bin ein Samsumert!“</p>
<p>Mal ehrlich, wer von uns nicht Demenzkranken kann sich so fantastische Wörter ausdenken?</p>
<p>Dann rief Herr Lindemeier plötzlich: „Jetzt muss ich was sagen! Was haltet ihr davon, wenn der Leistenbruch gefestigt wird?“</p>
<p>Ich stimmte ihm zu und lobte ihn für diesen guten Vorschlag. Herr Lindemeier war sichtlich zufrieden und stolz.</p>
<p>Auch wenn man nicht jedes Wort versteht, ist es möglich, mit Demenzkranken im fortgeschrittenen Stadium zu kommunizieren. Je nach Tonfall kann man ihm antworten und  das Gefühl geben, verstanden und akzeptiert zu werden.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/11/24/bunt-und-unkelunk/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Neumoderner Kram</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/05/neumoderner-kram/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/05/neumoderner-kram/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 06:28:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1445</guid>
		<description><![CDATA[Frau V., 92 Jahre, nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt und dement, wurde von einer Kollegin und mir im Bett gewaschen. Dabei schaute sie meiner Kollegin in den Ärmel und fragte ganz entsetzt: „Was ist das denn? Sag mal, hast du gar keine Haare unter’m Arm? Hast du die etwa abrasiert oder was?“ „Ja, die hab [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau V., 92 Jahre, nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt und dement, wurde von einer Kollegin und mir im Bett gewaschen. Dabei schaute sie meiner Kollegin in den Ärmel und fragte ganz entsetzt:<br />
„Was ist das denn? Sag mal, hast du gar keine Haare unter’m Arm? Hast du die etwa abrasiert oder was?“<br />
„Ja, die hab ich abrasiert, dann riecht man nicht so schnell nach Schweiß, das ist viel angenehmer!“<br />
Ich mischte mich ein: „Und wissen Sie was? Die Frauen heutzutage rasieren sich nicht nur die Haare unter den Armen, sondern auch an den Beinen!“<br />
Frau V. ganz erstaunt:“ Sach bloß! Was ist das denn für ein neumoderner Kram, da muss ich doch wohl nicht auch noch mit anfangen, oder?<br />
„Nein, keine Angst, man muss ja nicht jede Mode mit machen!“<br />
„Na Gott sei Dank! Nee, also so ein Theater fange ich nicht mehr an, die Beine rasieren, wo sind wir denn? Außerdem wird mir das viel zu teuer, da müsste ich mir ja noch extra einen Rasierapparat kaufen. Das sehe ich nicht ein!“<br />
Da soll noch mal einer sagen, bei der Pflege könnte man keinen Spaß haben?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/05/neumoderner-kram/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Sommerfest</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/03/sommerfest/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/03/sommerfest/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 06:10:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1443</guid>
		<description><![CDATA[Wie jedes Jahr feierten wir in unserer Einrichtung ein Sommerfest. Es gab Würstchen vom Grill, kühle Getränke, Eis und was das wichtigste war, es gab Musik aus der guten, alten Zeit. Einer unserer Bewohner, der körperlich noch recht fit ist, tanzte mit verschiedenen Damen und hatte sichtlich Freude daran. Nachdem das Fest beendet war und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie jedes Jahr feierten wir in unserer Einrichtung ein Sommerfest. Es gab Würstchen vom Grill, kühle Getränke, Eis und was das wichtigste war, es gab Musik aus der guten, alten Zeit.<br />
Einer unserer Bewohner, der körperlich noch recht fit ist, tanzte mit verschiedenen Damen und hatte sichtlich Freude daran.<br />
Nachdem das Fest beendet war und alle Bewohner für die Nacht versorgt wurden, kam er, schon im Schlafanzug, auf den Flur des Wohnbereichs und summte die Melodie von: Du, du liegst mir im Herzen…, vor sich hin. Als eine Kollegin aus einem der Zimmer kam, schnappte er sie und tanzte mit ihr im Walzertakt über den Flur. Als ihm die nächste Kollegin über den Weg lief,   wechselte er zu ihr und tanzte weiter im Schlafanzug über den Flur. Von dem Gelächter angelockt, kamen nun alle Mitarbeiterinnen, die noch im Wohnbereich waren, auf den Flur und der alte Herr gab nicht eher Ruhe, bis er mit jeder einzelnen getanzt hatte.</p>
<p>Ob im Anzug oder im Schlafanzug, was macht das für einen Unterschied, wenn man so viel Spaß bei der Sache hat?</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/03/sommerfest/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Musik macht müde</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/08/26/musik-macht-mude/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/08/26/musik-macht-mude/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Aug 2010 06:28:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Spaß]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1447</guid>
		<description><![CDATA[Frau K. bekam eines Morgens von mir das Frühstück im Bett angereicht. Dabei hörten wir eine CD mit Walzerklängen. Sie liebte diese Musik und hatte früher selbst Klavier gespielt. Mehrmals schwärmte sie mit einem zufriedenen Grinsen: „Ist das herrliche Musik, einfach herrlich!“ Ich sagte zu ihr: „Hier ist der Becher Kaffee, nehmen Sie ihn mal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau K. bekam eines Morgens von mir das Frühstück im Bett angereicht. Dabei hörten wir eine CD mit Walzerklängen. Sie liebte diese Musik und hatte früher selbst Klavier gespielt.<br />
Mehrmals schwärmte sie mit einem zufriedenen Grinsen:<br />
„Ist das herrliche Musik, einfach herrlich!“<br />
Ich sagte zu ihr: „Hier ist der Becher Kaffee, nehmen Sie ihn mal bitte in die Hand und trinken Sie etwas!“<br />
Sie hob den rechten Arm, ließ ihn wieder fallen und sagte lachend:<br />
„Ich glaube, der Arm ist eingeschlafen, wahrscheinlich hat ihm die Musik auch so gut gefallen wie uns beiden!“</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/08/26/musik-macht-mude/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>1</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Tach, Herr Doktor</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/29/tach-herr-doktor/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/29/tach-herr-doktor/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 06:25:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aus der praktischen Arbeit mit Demenzkranken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1206</guid>
		<description><![CDATA[Frau H. läuft den ganzen Tag im Wohnbereich herum. Eines Nachmittags betrat sie das Zimmer von Herrn V., erkrankt an Alzheimer im Endstadium. Er saß an seinem kleinen Tisch, als sie herein kam, sie&#160;setzte sich ihm gegenüber auf einen Stuhl und fing an zu reden: &#8220;Tach Herr Doktor, also das ist so, ich brauche eine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau H. läuft den ganzen Tag im Wohnbereich herum. Eines Nachmittags betrat sie das Zimmer von Herrn V., erkrankt an Alzheimer im Endstadium. Er saß an seinem kleinen Tisch, als sie herein kam, sie&nbsp;setzte sich ihm gegenüber auf einen Stuhl und fing an zu reden:</p>
<p>&#8220;Tach Herr Doktor, also das ist so, ich brauche eine Tablette, aber eine leichte, Herr Doktor, verstehen Sie? Starke Tabletten hab ich nämlich schon genug und deshalb dachte ich, Sie verschreiben mir eine leichte, wohlgemerkt nur eine leichte Tablette, nech, Herr Doktor, und ich komme dann morgen früh vorbei und bringe Ihnen das Geld. Was sagen Sie dazu?&#8221;</p>
<p>Der &#8220;Herr Doktor&#8221; saß nur schweigend und etwas müde da und sagte gar nichts dazu. Das störte Frau H. aber keineswegs. Sie verabschiedete sich mit den Worten: &#8220;Also abgemacht, Herr Doktor, ich komme dann morgen früh und bringe Ihnen das Geld. Auf Wiedersehen!&#8221;&nbsp;</p>
<p>Frau H. stand auf und verließ zufrieden das Zimmer.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/29/tach-herr-doktor/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Schulpflichtig oder nicht?</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/29/schulpflichtig-oder-nicht/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/29/schulpflichtig-oder-nicht/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 29 Mar 2010 06:25:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Aus der praktischen Arbeit mit Demenzkranken]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1201</guid>
		<description><![CDATA[Frau F., eine 88-jährige Bewohnerin, befand sich einige Monate lang in einer Phase, in der sie ständig meinte, zur Schule gehen zu müssen. Das konnte ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit einfallen. Sie zog sich dann komplett an, vergaß auch Schal und Mantel nicht und schaffte es sogar, sich ganz akkurat die Schnürsenkel zu binden. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau F., eine 88-jährige Bewohnerin, befand sich einige Monate lang in einer Phase, in der sie ständig meinte, zur Schule gehen zu müssen. Das konnte ihr zu jeder Tages- und Nachtzeit einfallen. Sie zog sich dann komplett an, vergaß auch Schal und Mantel nicht und schaffte es sogar, sich ganz akkurat die Schnürsenkel zu binden. Glücklicherweise begenete sie meistens jemandem von uns, noch bevor sie das Haus verließ.</p>
<p>Wo immer wir sie auch trafen, mußten wir uns etwas einfallen lassen, um sie zum Bleiben zu überreden. Da sie ja der festen Überzeugung war, erst 14 Jahre alt zu sein und dringend zur Schule gehen zu müssen, hätte es wenig Sinn gehabt, sie auf ihr fortgeschrittenes Alter aufmerksam zu machen und darauf zu hoffen, dass ihr einfiele, dass es mit der Schulpflicht schon etwas länger her war.  Im Gegenteil, sie hätte sich unverstanden gefühlt und sich erst recht auf den Weg gemacht.</p>
<p>Also hieß es: Heute ist gar keine Schule, es ist Sonntag; es sind gerade Schulferien; es ist glatt auf den Straßen, deshalb fällt die Schule aus, bis hin zum Ausflug der Lehrer, die sich auf einem Weihnachtsmarkt vergnügen wollten.</p>
<p>Bereitwillig gab sie sich jedesmal mit den Antworten zufrieden und sagte erleichtert: &#8220;Gott sei Dank, dann kann ich ja ganz in Ruhe einen Kaffee trinken und muß mich nicht so beeilen. Ich hatte schon Angst, dass ich zu spät komme.&#8221;</p>
<p>Nachdem wir sämtliche Ausreden mehrfach benutzt hatten und sie wieder einmal zum Bleiben überreden wollten, sagte sie ganz erstaunt: &#8220;Mein Gott, ich hab aber auch ein Glück in letzter Zeit! Immer, wenn ich verschlafe, ist es entweder am Wochenende oder in den Schulferien!&#8221;</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/29/schulpflichtig-oder-nicht/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
		<item>
		<title>Danke für alles</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/26/danke-fur-alles/</link>
		<comments>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/26/danke-fur-alles/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 26 Mar 2010 09:58:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://www.alzheimerblog.de/?p=1228</guid>
		<description><![CDATA[So schwer und anstrengend die Arbeit mit demenzkranken Bewohneren auch manchmal ist, so gibt es doch tagtäglich Momente, die jegliche Anstrengung vergessen lassen. Das folgende Beispiel beschreibt so einen Moment: Frau E. hatte sich gegen Abend bis in den Rücken eingenäßt, wurde von mir gebadet und sagte, als sie frisch duftend im Bett lag: &#8220;Martina, ich danke dir [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So schwer und anstrengend die Arbeit mit demenzkranken Bewohneren auch manchmal ist, so gibt es doch tagtäglich Momente, die jegliche Anstrengung vergessen lassen. Das folgende Beispiel beschreibt so einen Moment:</p>
<p>Frau E. hatte sich gegen Abend bis in den Rücken eingenäßt, wurde von mir gebadet und sagte, als sie frisch duftend im Bett lag: &#8220;Martina, ich danke dir ganz herzlich für die liebevolle Arbeit an meinem Körper!&#8221;</p>
<p>An einem anderen Abend unterstützte ich sie beim Umziehen, waschen und Zähne putzen. Als ich ihr eine gute Nacht wünschte, sagte sie: &#8220;Danke Martina, für deine liebevolle HIlfe und danke für alles, was du heute für uns alle getan hast. Ach, weißt du was? Ganz einfach danke, dass du da bist und dass du so bist, wie du bist!&#8221;</p>
<p>Das sind die Augenblicke, die schmerzende Füße und Müdigkeit dahin schwinden und mich wieder wissen lassen, warum ich gerade diese Arbeit mit Herzblut ausübe.</p>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/26/danke-fur-alles/feed/</wfw:commentRss>
		<slash:comments>0</slash:comments>
		</item>
	</channel>
</rss>

