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	<title>Alzheimer BLOG</title>
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	<description>Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft</description>
	<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 09:10:15 +0000</pubDate>
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		<title>Zufall oder Wunder</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 09:10:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Sonntag im Oktober, Ende der Sommerzeit. Ich hatte Frühdienst und sollte um halb sechs meinen Dienst beginnen. Meine Kolleginnen hatten in der Nacht daran gedacht, die Uhr eine Stunde zurück zu stellen, ich nicht. Ahnungslos machte ich mich also gegen fünf Uhr auf den Weg, hörte dabei Musik im Autoradio und hatte schon über die Hälfte der Strecke zurückgelegt, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ein Sonntag im Oktober, Ende der Sommerzeit. Ich hatte Frühdienst und sollte um halb sechs meinen Dienst beginnen. Meine Kolleginnen hatten in der Nacht daran gedacht, die Uhr eine Stunde zurück zu stellen, ich nicht. Ahnungslos machte ich mich also gegen fünf Uhr auf den Weg, hörte dabei Musik im Autoradio und hatte schon über die Hälfte der Strecke zurückgelegt, als der Radiosprecher sagte: Es ist 4 Uhr und 10 Minuten.</p>
<p>So fängt es wahrscheinlich an, mit der Demenz, dachte ich. Jetzt geht es bei dir auch los und das mit 46 Jahren.</p>
<p>Umkehren lohnte sich nicht, also beschloss ich, schon einmal Kaffee zu kochen und ein paar Vorbereitungen zu treffen. Insgeheim ärgerte es mich aber doch, eine Stunde kostbaren Schlaf einfach verschenkt zu haben.</p>
<p>Ich machte mich gerade in der Stationsküche zu schaffen (um 4Uhr 20), als ich eine bekannte schrille Stimme nacheinander sämtliche Namen meiner Kolleginnen rufen hörte. Aha, Frau M. war auch schon wach. Ich ging zu ihr und fragte nach dem Grund für ihr lautes Rufen. Erleichtert kreischte sie los:&#8221;Ein Wunder, ein Wunder ist geschehen, dass du mich hier gefunden hast! Mein ganzes Bett ist nass und ich muss hier drin liegen! Wie hast du mich denn bloß gefunden?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich habe das Rufen gehört und bin dann hier ins Zimmer gekommen.&#8221;</p>
<p>Ich beruhigte sie erst einmal, half ihr aus dem Bett, wusch sie und zog sie an. Um fünf Uhr saß Frau M. glücklich am Tisch und bekam von mir Frühstück. Ich setzte mich mit einer Tasse Kaffee zu ihr und erzählte, dass ich nur so früh hier war, weil ich vergessen hatte, in der Nacht die Uhr umzustellen. Sie schaute mich einen Moment nachdenklich an und kreischte dann wieder los: &#8221;Ach herrje, das hat der Herrgott gemacht, der hat dich hier hin geschickt, um mich zu retten! Ist das nicht wirklich ein Wunder?&#8221;</p>
<p>Nun, so konnte man es auch sehen. Gibt es einen schöneren Grund, eine Stunde zu früh aufzustehen?</p>
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		<title>Geduld und Güte</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Mar 2010 09:10:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>

		<category><![CDATA[Aus der praktischen Arbeit mit Demenzkranken]]></category>

		<category><![CDATA[Tag hinzufügen]]></category>

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		<description><![CDATA[Frau M. mußte morgens laut ärztlicher Anordnung zwei Tabletten einnehmen. Die kleine, runde nahm sie nach dem Frühstück, die längliche teilte sie in zwei Teile, packte sie wieder in das Medikamententöpfchen, schob dieses möglichst weit in Richtung Tischmitte oder sie versteckte die Tablette unter dem Tischset.
Als ich an einem Vormittag den Tisch abgeräumt hatte und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Frau M. mußte morgens laut ärztlicher Anordnung zwei Tabletten einnehmen. Die kleine, runde nahm sie nach dem Frühstück, die längliche teilte sie in zwei Teile, packte sie wieder in das Medikamententöpfchen, schob dieses möglichst weit in Richtung Tischmitte oder sie versteckte die Tablette unter dem Tischset.</p>
<p>Als ich an einem Vormittag den Tisch abgeräumt hatte und in der Küche die Butterdose öffnete, hatte sie die zwei Tablettenteile in den etwas vertieften Rand der Butterdose gelegt und feinsäuberlich den Deckel darüber gestülpt.</p>
<p>Ich ging zu ihr, gab ihr die Tablette und sagte: &#8220;Hier ist deine Morgentablette, jetzt ist es schon bald MIttag und du hast sie immer noch nicht eingenommen.&#8221;</p>
<p>Sofort begann sie zu schimpfen: &#8220;Das ist doch wohl egal, wann ich die nehme, die habe ich schon immer am späten Vormittag genommen und daran wird sich wohl auch nichts ändern lassen. Die kann ich später immer noch nehmen und außerdem, was regst du dich eigentlich so auf?&#8221;</p>
<p>Ich antwortete, während ich die Tische abwischte: &#8220;Der Doktor hat sie dir für morgens verschrieben und nicht für mittags oder abends, er wird sich schon was dabei gedacht haben!&#8221;</p>
<p>Frau M. schrie mit immer schriller werdender Stimme:&#8221;Ich nehme die Tablette, wann ich will und wenn du nicht gleich aufhörst damit, dann rufe ich noch lauter!&#8221;</p>
<p>&#8220;Wen willst du denn rufen?&#8221;</p>
<p>&#8220;Den lieben Herrgott werde ich rufen!&#8221;</p>
<p>&#8220;Au Backe, was sagst du ihm denn, was er mit mir machen soll?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ich kann ihm ja wohl schlecht vorschreiben, was er mit dir machen soll. Das wird er schon alleine wissen!&#8221;</p>
<p>Ich sagte nichts mehr und wischte weiter die Tische ab. Nach einer Schweigeminute schaute Frau M. mich an und sagte ganz ruhig: &#8220;Bloß gut, dass ich die Geduld und Güte meiner Mutter geerbt habe!&#8221;</p>
<p>Da konnte ich ihr nur lachend zustimmen. Bloß gut!</p>
<p>Am nächsten Morgen saß ich mit am Tisch und versuchte vergeblich, einer Bewohnerin das Essen anzureichen, die Mund und Augen zukniff und sich in ihre Welt zurückgezogen hatte. Frau M. beobachtete das Ganze und sagte total genervt: &#8220;Mein Gott, warum macht die denn nicht den Mund auf? Das ist ja fürchterlich. Was soll denn das Theater?&#8221;</p>
<p>Ich antwortete:&#8221; Aber Hilde, ich denke, du hast die Geduld und Güte deiner Mutter geerbt?&#8221;</p>
<p>&#8220;Ja sicher hab ich das, aber so was hätte meine Mutter nicht geduldet, da hätte selbst sie kurzen Prozess gemacht!&#8221;</p>
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		<title>Der Bruch</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 09:01:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

		<category><![CDATA[Knochenbruch]]></category>

		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Sie stürzte. Gesehen hatte ich es nicht. Sie kam aus dem Garten und hielt sich die linke Hand. &#8220;Tut die Hand weh?&#8221;, fragte ich. &#8220;Ja&#8221; gab sie mir zur Antwort. &#8220;Wie ist es passiert?&#8221;, wollte ich wissen. &#8220;Mit einmal tat die Hand weh&#8221;, sagte sie. Ich bat sie sich in den Sessel zu setzten, damit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Sie stürzte. Gesehen hatte ich es nicht. Sie kam aus dem Garten und hielt sich die linke Hand. &#8220;Tut die Hand weh?&#8221;, fragte ich. &#8220;Ja&#8221; gab sie mir zur Antwort. &#8220;Wie ist es passiert?&#8221;, wollte ich wissen. &#8220;Mit einmal tat die Hand weh&#8221;, sagte sie. Ich bat sie sich in den Sessel zu setzten, damit ich mir die Hand anschauen kann. Vorsichtig tastete ich ihre Hand und den Unterarm ab. &#8220;Mir wird schlecht, ich kann meine Hand nicht bewegen&#8221;: meinte sie. Ihr Handgelenk schwoll langsam an, ihre Schmerzen nahmen sichtlich zu. Ich holte ihr einen Kühlakku, den ich in ein Handtuch wickelte. Außerdem gab ich ihr etwas zu trinken. Dann wollte sie nicht mehr sitzen bleiben, so dass ich einen Strumpf über die Hand zog, damit der Kühlakku das Handgelenk kühlen kann. Prima, dachte ich. Heute ist Samstag Nachmittag, da kann ich mit ihr zur Unfallaufnahme in`s Krankenhaus fahren.<span id="more-1154"></span></p>
<p>Vor dem stundenlangen Sitzen graute es mir. Es ist für Mutti und für mich eine Tortur. Sie kann nicht stillsitzen. Es ist langweilig und sie möchte ständig nach Hause. Eine Ablenkung ist nicht möglich. Etwas zu Essen und zu Trinken packte ich in meinen Rucksack. Seit ich Mutti zur Pflege habe, trage ich einen Rucksack. Die notwendigen Papiere und andere Kleinigkeiten passen in den Rucksack. Ich habe dadurch meine beiden Hände für Mutti frei. Bequeme Schuhe und Hosen sind nun meine wichtigsten Kleidungsstücke. Mein Leben habe ich auf Mutti`s Leben abgestimmt.</p>
<p>Ihre Kleidung mußte ich von Blättern und Gras sowie Unkraut säubern, ehe wir in`s Krankenhaus fuhren. Sie is,t nach ihrem Aussehen zu urteilen, auf dem Komposthaufen hingefallen, weil sie versuchte darüber den Garten zu verlassen. Sie versuchte schon oft aus dem Garten zu gelangen. Was natürlich nicht funktionierte. Eine Lampe hatte ich mir gekauft. Diese war aus einem ca 1 Meter geschwungenen Metallgestell an der die Fassungen angebracht waren. Sicherheitshalber habe ich diese nicht in`s Haus gebracht sondern in den Schuppen abgelegt. Die Lampe hatte keinen  Tag überstanden. Sie nahm diese als Hebel, um das Zweiflügelige Tor aufzuhebeln. Die Lampe war als Hebel und als Lampe danach nicht zu gebrauchen. Ihr Erfinderungsgeist verblüffte mich immer wieder.</p>
<p>Bei einem kurzen Einkauf musste ich sie allein lassen. Das Haus lasse ich immer offen, so dass sie in den Garten gehen kann. Die Wege nimmt sie dabei nicht zur Kenntnis. Über Beete, durch Sträucher wird gelaufen. Alles wird niedergemacht. Was meine Hunde nicht schaffen, schafft Mutti. Traurig bin ich dann, aber es hilft nichts, sie kann nicht dafür. Meine Hunde muntern mich auch sofort auf. Als ich nach meinem Einkauf nach Hause kam erzählte sie mir: &#8221; ich wollte mit meinem Hund gehen. Wir sind beide aus dem Haus gegangen und am Gartentor ist mein Hund wieder in`s Haus gerannt. Ich bin meinen Hund holen gegangen und am Gartentor rannte er wieder in`s Haus. Er wollte den Garten nicht verlassen. Ohne Hund konnte ich nicht gehen. Innerlich mußte ich schmunzeln.</p>
<p>Mutti brachte ich in`s Krankenhaus. Ich informierte das Personal, dass sie unter Alzheimer leidet. Es interessierte jedoch nicht. Gut vier Stunden waren wir dort. Ich war geschafft, Mutti auch. Sie ließ sich nicht beschäftigen. Mutti sollte ohne mich behandelt werden. Mutti ging jedoch nicht in das Behandlungszimmer. Sie weigerte sich. Letzlich gingen wir beide in das Behandlungszimmer. Ihre Vorsorgevollmacht hatte ich nicht mit. Vielmehr hatte ich den Eindruck, dass sie dachten, ohne mich zurechtzukommen. Das Röntgenbild bestätigte einen Bruch. Ihre Hand wurde in eine Schiene gelegt und mit einem Verband versehen. Wir bekamen die Order, einen Chirugen am Montag aufzusuchen. Nur gut dachte ich bei mir, dass wir in Behandlung beim Chirugen sind.</p>
<p>Der Bruch war für den Chirugen und für mich eine Herausforderung. Kompliziert war der Bruch nicht, nur Mutti konnte für die Behandlung kein Verständnis aufbringen. Am Sonntag hatte Mutti den Verband abgemacht und die Schiene im Kopfkissen versteckt. Nein, zum Krankenhaus fahre ich nicht. Wieder diese Tortur. Die Schiene und den Verband legte ich ihr an. Am Montag mußte ich ein Holzstück fertigen um diese als Schiene zu nutzen. Nach meinem Anruf beim Chirugen konnten wir  auch am gleichen Tag, ohne Wartezeit, die Sprechstunde aufsuchen. Sie bekam ihren Gipsverband. Nichts ahnend, dass wir am nächsten Tag nochmals den Chirugen aufsuchen müssen. Sie hatte mittels Schere gen Gips abgebröckelt und die Hand fast herausgezogen. Also wieder zum Arzt, der größes Verständnis aufbrachte. Sie bekam einen Gips bis zum Ellenbogen, den sie nicht mehr abmachen kann. Diesen Gips hat sie auch geschafft. Sie muß die ganze Nacht daran &#8220;gearbeitet&#8221; haben. Die Hand war im Gips  verdreht. Wir sind wieder zum Chirugen. Er meinte: &#8220;der ganze Arm wird eingegipst, dass schafft sie nie.&#8221; Sie hat es geschafft. Sie versuchte mit heißem Wasser den Gips aufzulösen. Die Küchenspüle wurde mit heißen Wasser gefüllt und sie hielt den Arm in die Spüle. Vorher hat sie mit den Finger mullartiges Gewebe herausgepult. Die Fusseln lagen überall herum. Also nochmals zum Arzt. Er meinte nur: &#8220;Das gibt es doch nicht. Jetzt bekommt sie einen Fixateur, den schafft sie nicht, dazu muß sie in`s Krankenhaus.&#8221;</p>
<p>Mutti kam am Donnerstag in`s Krankenhaus, d.h. sie bekam ihr Bett und ich sollte sie Freitag nüchtern zur OP bringen. Montag sollte sie entlassen werden, wenn alles gut geht. Prima dachte ich, dann habe ich ein ganzes freies Wochende. Mutti brachte ich nüchtern in das Krankenhaus und blieb solange bis die Narkose wirkte. An den Kühlschrank und an den Gefrierschrank kam sie schon lange nicht mehr. Diese habe ich abgeschlossen, nachdem ich das Essen im Hundenapf oder im Geschirrspüler fand. Essen konnte sie bei mir nicht heimlich.</p>
<p>Mein Wochenende hatte ich verplant. Freitag Abend bekam ich einen Anruf vom Krankenhaus. Mein Herz stand still. Ich wurde sofort beruhigt. &#8220;Ihrer Mutter geht es gut, zu gut. Sie müssen sie abholen,sofort. Jeder andere Patient ist nach der Narkose geschafft, ihre Mutter steigt über das Geländer aus dem Bett und will nach Hause.&#8221; Gut sagte ich und holte sie nach Hause.&#8221;Es kommt immer alles anders als man denkt&#8221;!</p>
<p>Dagmar</p>
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		<title>Das Langzeit EKG</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Mar 2010 08:57:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

		<category><![CDATA[Arztbesuch; EKG]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bruch verheilte schnell, nachdem der Fixateur sie daran hinderte, diesen abzubauen. Die mehrfach neu angelegten Gipsverbände hatte sie mit Erfindergeist demontiert. Der Hausarzt wollte nun ausschließen, das der Sturtz von Mutti, auf andere gesundheitliche Probleme, wie z.B. auf Gleichgewichtsstörungen, zurückzuführen seien. Sie bekam eine Überweisung zum Internisten und für das EKG erhielt sie kurzfristig einen Termin. Mit Mutti [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der Bruch verheilte schnell, nachdem der Fixateur sie daran hinderte, diesen abzubauen. Die mehrfach neu angelegten Gipsverbände hatte sie mit Erfindergeist demontiert. Der Hausarzt wollte nun ausschließen, das der Sturtz von Mutti, auf andere gesundheitliche Probleme, wie z.B. auf Gleichgewichtsstörungen, zurückzuführen seien. Sie bekam eine Überweisung zum Internisten und für das EKG erhielt sie kurzfristig einen Termin. Mit Mutti bin ich zum Arzt gefahren und ihr wurde das Langzeit- EKG angelegt. Dieses sollte ich am nächsten Tag um 8.00 h wieder in der Praxis abgeben. Der Tag verlief wie jeder andere Tag mit Mutti. Sie rannte umher. Das EKG beachtete sie nicht. Es störte nicht. Abends brachte ich sie in`s Bett. Sie schlief schnell ein. In der Nacht war sie auch ruhig. Mein Schlaf wurde durch irgend etwas gestört und ich schaute nach Mutti.</p>
<p><span id="more-1156"></span>Sie lag in ihrem Bett und schlief und ich war beruhigt. In der Dunkelheit nahm ich keine Veränderungen wahr. Am Morgen wollte ich Mutti wecken. In ihrem Bett lagen verstreut Kabel. Ich ahnte schlimmes. Das Langzeit -EKG war nicht mehr an ihrem Körper. Es lag hinter dem Bett. Alle Kabel waren abgerissen. Das Gurtband zerfetzt. &#8221; Warum hast du das Gerät abgenommen?&#8221;; fragte ich. Sie gab mir zur Antwort: &#8220;Ich habe kein Gerät, ich habe nichts gemacht&#8221;. In Gedanken sagte ich zu mir:&#8221;dreimal tief durchatmen und zur Tagesordnung übergehen&#8221;. Mutti habe ich gewaschen, angezogen und ihr das Frühstück gereicht ehe sie von der Tagespflege abgeholt wurde. Die einzelnen Teile des EKG`s packte ich zusammen und brachte diese zum Internisten. Dieser war sprachlos. Das Gerät hinderte Mutti beim schlafen. Sie wußte nicht, dass das Gerät mit einem Klettverschluß an ihrem Körper befestigt war. Mit Gewalt zerrte sie an alle Kabel sowie am Gurtband und zerstörte dieses. Davon bin ich sicherlich gewacht. Als ich nach ihr schaute, war der Spuk schon vorbei. An ein Mitglied unserer Selbsthilfegruppe mußte ich denken. Ihr Mann leidet auch an Demenz und sollte beim Arzt den Oberkörper frei machen. Er hat ihn auch frei gemacht. Nur konnte er sein Unterhemd nicht ausziehen. Kurzerhand hat er die Träger mit der Schere abgeschnitten und der Oberkörper war frei. Das EKG hatte genügend Daten von Mutti aufgezeichnet. Die Auswertung ergab ein gesundes Herz.</p>
<p>Dagmar</p>
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		<title>Roman aus Sicht einer Betroffenen: Mein Leben ohne Gestern</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Mar 2010 15:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alzheimer-Telefon</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Buch- &amp; Filmtipps]]></category>

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		<description><![CDATA[Alice ist eine Frau in den besten Jahren und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihre Kinder habe die Schule hinter sich, sie selbst ist eine anerkannte Professorin für kognitive Psychologie an der renommierten Harvard-Universität. Doch plötzlich beginnt sie Dinge zu verlegen, Termine zu vergessen, verirrt sich beim Joggen in der Nähe ihres Hauses. Nach Monaten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2010/03/genova_mein-leben-ohne-gestern.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-1159" title="genova_mein-leben-ohne-gestern" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2010/03/genova_mein-leben-ohne-gestern-188x300.jpg" alt="" width="188" height="300" /></a>Alice ist eine Frau in den besten Jahren und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihre Kinder habe die Schule hinter sich, sie selbst ist eine anerkannte Professorin für kognitive Psychologie an der renommierten Harvard-Universität. Doch plötzlich beginnt sie Dinge zu verlegen, Termine zu vergessen, verirrt sich beim Joggen in der Nähe ihres Hauses. Nach Monaten der Arztbesuche und Diagnostik erfährt sie schließlich, dass sie an einer frühen Form der Alzheimer-Krankheit leidet. Lisa Genova beschreibt in ihrem Roman Alice’ Weg von den Anfängen der Krankheit über die Schwierigkeit für sie und für ihre Familie, die Diagnose zu akzeptieren, den schrittweisen Rückzug aus dem Arbeitsleben bis in eine Zeit, in der die Namen und die Beziehungen zu den Menschen um sie herum immer undeutlicher werden. Die Autorin zeigt aber nicht nur den Verlust, den die Krankheit mit sich bringt, sondern auch die nach wie vor vorhandenen Kompetenzen, den Willen trotz Alzheimer so lange wie möglich selbstständig und von anderen unabhängig zu bleiben und auch für sich selbst zu sprechen.</p>
<p>Lisa Genova hat für diesen Roman sorgfältig recherchiert, mit Ärzten und Wissenschaftlern aber auch mit vielen Betroffenen selbst gesprochen. Es ist ihr gelungen, ein sehr bewegendes, glaubwürdiges und trotz der traurigen Thematik auch hoffnungsvolles Buch zu schreiben.</p>
<p>Auf jeden Fall lesenswert!</p>
<p>Susanna Saxl, Berlin</p>
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		<title>Die Auszeichnung</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/03/04/die-auszeichnung/</link>
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		<pubDate>Thu, 04 Mar 2010 08:38:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

		<category><![CDATA[Duschen]]></category>

		<category><![CDATA[Tagespflege]]></category>

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		<description><![CDATA[Mutti konnte nicht mehr allein zu Hause bleiben. Nach einer Tagespflege für Mutti suchte ich. In der Selbsthilfegruppe fragte ich nach den Erfahrungen der anderen Mitglieder. Eine gute Tagespflege hatte ich dadurch schnell gefunden. Jetzt mußte ich nur noch Mutti überzeugen dort hinzugenen. Sie wollte zu Hause bleiben und meinte: Ich kann doch kochen und sauber machen, dann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mutti konnte nicht mehr allein zu Hause bleiben. Nach einer Tagespflege für Mutti suchte ich. In der Selbsthilfegruppe fragte ich nach den Erfahrungen der anderen Mitglieder. Eine gute Tagespflege hatte ich dadurch schnell gefunden. Jetzt mußte ich nur noch Mutti überzeugen dort hinzugenen. Sie wollte zu Hause bleiben und meinte: Ich kann doch kochen und sauber machen, dann brauchst du es nicht zu tun.&#8221; Nach kurzer Überlegung sagte ich:&#8221; das Geld, was ich verdiene reicht nicht aus. Du mußt auch Geld verdienen. Eine schöne Arbeit habe ich für dich in der Tagespflege gefunden. Dann reicht das Geld für uns&#8221;, sagte ich. Sie antwortete: &#8220;Aber als Leiter, ich war immer Leiter.&#8221; Gewiß, antwortete ich und meinte zu ihr:&#8221; du siehst dir erst einige Tage den Ablauf an und dann kannst du als Leiter arbeiten. Mutti war damit einverstanden und als sie noch mitbekam, dass sie täglich zur &#8220;Arbeit&#8221; mit dem Auto abgeholt und Nachmittags wieder nach Hause gebracht wird, war sie zufrieden.</p>
<p>Als sie früh geduscht werden sollte, gab es Gezeter von ihr. Nachdem ihr gesagt wurde, dass das eine Forderung vom Gesundheitsamt sei, funktionierte das tägliche Duschen ohne Probleme. Der Spaziergang empörte sie und sagte: &#8221; das geht doch nicht in der Arbeitszeit spazieren zu gehen, dass durfte nie einer, ich muß arbeiten&#8221;. Ihr wurde gesagt, dass der Spaziergang dazu beiträgt, dass danach höhere Leistungen zu erwarten sind. Sie schüttelte den Kopf über die neuartigen Methoden und fügte sich.<br />
Sie forderte einen Arbeitsvertrag, den ihr das Personal gern gab. Auch wollte sie wissen, wann sie das Geld bekommt. Mit der Überweisung war sie zufrieden. In der Tagespflege kam monatlich der Friseur und die Fußpflege. Mutti hatte ich dafür angemeldet. Sie weigerte sich die Fußpflege anzunehmen. Das geht entschieden zu weit während der Arbeit die Füße zu pflegen meinte sie. Eine Pflegekraft sagte zu ihr:&#8221; Die Fußpflege ist eine Auszeichnung für gute Arbeit und sie erhalten diese  Auszeichnung&#8221;. &#8220;Wenn das eine Auszeichnung ist, dann nehme ich natürlich an; sagte Mutti.</p>
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		<title>Das Ende</title>
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		<pubDate>Mon, 01 Mar 2010 08:44:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Dagmar</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

		<category><![CDATA[abschied]]></category>

		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Bett meiner Mutti sitze ich und muß weinen. Ich will nicht weinen. Ruhe möchte ich ausstrahlen. Zuversicht geben. Es gelingt mir nicht. Die Tränen rollen über meine Wangen. Ihre Hände halte ich. Sprechen kann ich nicht, meine Stimme versagt mir. Auf den Sensenmann warte ich. Möge sie erlöst werden von ihren Schmerzen. Ein ganz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Bett meiner Mutti sitze ich und muß weinen. Ich will nicht weinen. Ruhe möchte ich ausstrahlen. Zuversicht geben. Es gelingt mir nicht. Die Tränen rollen über meine Wangen. Ihre Hände halte ich. Sprechen kann ich nicht, meine Stimme versagt mir. Auf den Sensenmann warte ich. Möge sie erlöst werden von ihren Schmerzen. Ein ganz schwaches Lächeln, kaum zu erkennen, huscht über ihr Gesicht. Froh bin ich, dass sie zu Hause ihre Augen für immer schließen kann. Ihr röcheln, ihren Kampf mit anzusehen tut unendlich weh. Einen friedlichen Tod habe ich ihr gewünscht. Gewiss das Morphium dämpft alles. Das Unvermeidliche tut weh, ist schmerzhaft. Kaum auszuhalten.</p>
<p>Drei Wochen mit Höhen und Tiefen liegen hinter uns. Am Todestag von ihrem Mann unserem Vater nahm ich schon einmal Abschied. Abschied von ihr. Die Nacht saß ich auch an ihrem Bett. Gegen Morgen mußte ich mich hinlegen. Ich war gefasst, gefasst auf das Ende. Sie sagte mir Etwas und lächelte. Das Gefühl gab ich ihr, sie zu verstehen. Selten konnte sie einzelne Worte hervorbringen. In dieser Nacht setzte ihr Atem oft aus. Ich wartete, wie lange weiß ich nicht, meinen Atem hielt ich an und lauschte. Mit leiser Stimme rief ich ihren Namen &#8220;Margot&#8221;. Sie holte tief Luft und atmete weiter. Habe ich sie mit meiner Stimme zurückgeholt? Ich weiß es nicht. Vielleicht hätte ich sie nicht ansprechen sollen, dann wäre ihr das qualvolle Ende erspart geblieben.</p>
<p>Ich weiß es nicht. Eine Antwort will ich nicht. Sie konnte zum Schluß keine Nahrung zu sich nehmen. Verzweifelt war ich. Für sie habe ich alles menschenmögliche getan. Ihr ging es gut, gut trotz ihrer Krankheit. Sie ist unsere Mutter. Ein erfülltes Leben mit 90 Jahren liegt hinter ihr. Wir hätten uns die letzten gemeinsamen 10 Jahre voll genießen können, aber ihr Alzheimer prägte unser beider Leben. Es tut weh Abschied zu nehmen.</p>
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		<title>Beinahe eine Büttenrede</title>
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		<pubDate>Tue, 16 Feb 2010 15:42:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Alltag]]></category>

		<category><![CDATA[Selbstverständnis]]></category>

		<category><![CDATA[Umwelt]]></category>

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		<description><![CDATA[Je länger ich meine Mutter betreue, je mehr Zuwendung und Pflege sie braucht, desto kritischer sehe ich meine Umwelt und mich selbst. Und komme ins Kopfschütteln über unsere sogenannte zivilisierte Industrienation, auf die wir so stolz sind.
Mutter und ich haben am Wochenende eine Freundin besucht. Nach dem Mittagessen gingen wir zur Toilette. Windelwechsel war angesagt. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Je länger ich meine Mutter betreue, je mehr Zuwendung und Pflege sie braucht, desto kritischer sehe ich meine Umwelt und mich selbst. Und komme ins Kopfschütteln über unsere sogenannte zivilisierte Industrienation, auf die wir so stolz sind.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Mutter und ich haben am Wochenende eine Freundin besucht. Nach dem Mittagessen gingen wir zur Toilette. Windelwechsel war angesagt. Für mich seit langem ein völlig normaler Vorgang. Für meine Freundin nicht. „Toll, dass du das kannst. Dass du sowas auf dich nimmst. Ich könnte das nicht, ihr den Hintern abputzen und sowas“. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Ich war noch dabei, mich und Mutter wortreich erklärend zu verteidigen, die Sache ins Normale zu reden, als der Säugling schrie.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Meine Freundin eilte ins Kinderzimmer, holte das Baby und es war Windelwechsel angesagt. Ich musste (igitt) dabei zusehen und sie erzählte mir beiläufig, dass ihr Mann sich weigere auch mal Hand anzulegen. Er ekle sich so. </span><span id="more-1124"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Später, nach einem Tässchen Kaffee schlug Michael, ihr Mann, einen kleinen Spaziergang vor. Der Hund müsse mal raus. Also Alles rein in Mützen, Schals und Mäntel, Baby in den Kinderwagen, langsam rüber in den Park. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Während wir uns angeregt unterhielten, hob der Hund sein Bein hier und dort. Und wir alle warteten geduldig. Dann kam der Moment zum Vollzug des eigentlichen Ausflugs: der Hund erledigte sein Geschäft. Michael griff in seine Manteltasche, zog ein blaues Plastiktütchen heraus, pustete hinein um es zu entfalten und stülpte es über die rechte Hand. Dann bückte er sich, nahm die frische Hinterlassenschaft in die Tüte auf und verschloss sie mit der linken Hand.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">IGITT, sagte ich, das könnte ich nicht. Wieso fragte Michael ganz erstaunt. Du kannst das Zeug doch nicht im Park so einfach rumliegen lassen. Da gibt es ganz klare Vorschriften! An den Parkeingängen gibt es ja auch spezielle Abfallkörbe und Behälter mit frischen Tüten.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Ja. aber Windelwechseln bei deinem Baby kannst Du nicht? IGITT, meinte er, das stinkt doch! Sowas überlasse ich meiner Frau!</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Wieder zurück vom Spaziergang bin ich wieder mit Mutter aufs Klo. Als ich mit meiner Plastiktüte in der Hand herauskam, meinte Michael<span style="yes;"> </span>„IGITT, das könnte ich nicht“.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Also ehrlich, wohin bewegt sich eine Gesellschaft, in der Hundeabfalltüten einem höheren ethischen Stellenwert zugemessen werden und der menschliche Toilettengang lieber einem ambulanten Pflegedienst „zugemutet“ wird?</span></p>
]]></content:encoded>
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		<title>Wo bleibt die Würde eines demenzkranken Menschen</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/02/02/wo-bleibt-die-wurde-eines-demenzkranken-menschen/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 12:09:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Brigitte</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Es begann im Jahr 2006, da fiel uns auf, daß Mutti Sachen anstellte, wie das nasse Handtuch in einen Cosmetikeimer zu stecken,  ihre Brille nicht mehr zu finden. Was man ihr sagte kurze Zeit später vergessen hat, sie es immer wieder neu fragte, bis man selber am Durchdrehen war. Das sie einen anrief und immer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es begann im Jahr 2006, da fiel uns auf, daß Mutti Sachen anstellte, wie das nasse Handtuch in einen Cosmetikeimer zu stecken,  ihre Brille nicht mehr zu finden. Was man ihr sagte kurze Zeit später vergessen hat, sie es immer wieder neu fragte, bis man selber am Durchdrehen war. Das sie einen anrief und immer wieder die gleichen Fragen stellten, die man ihr immer wieder beantwortet bis man nicht mehr ans Telefon gehen wollte. Dafür schäme ich mich heute. Das sie ihr Geld suchte und man es ihr weggenommen hat. Das sie ihre Brille suchte sie später in Papier eingewickelt  in irgend einer Schublade. Leider lagen unsere Nerven blank und wir reagierten falsch und hatten keine Geduld. Wir wollten mit Mutti zum Arzt, aber sie verweigerte es. Sie wurde immer aggressiver und ging zum Teil auf uns los. Heute denke ich sie hatte Angst, weil wir sie nicht verstanden und sie immer berichtigten. Mein Vater stellte Antrag auf Pflegestufe, der medizinische Dienst lehnte dies zwei Mal ab. Wir wußten uns nicht mehr zu helfen.</p>
<p>Damals ahnten wir das sie an Alzheimer oder Demenz leidet. Ich erkundigte mich bei einer Beratungsstelle. Man sagte mir ,man müsse sich an das Amtsgericht wenden und den Fall schildern. Das wollte ich dann auch nicht, so tat es mein Vater. Vom Amtsgericht und anderen Stellen kamen Leute vorbei, die sich meine Mutter anschauten, mein Vater legte sich zu diesem Zeitpunkt ins Krankenhaus und überließ mir den Part. Sie war sauer auf mich, daß ich so etwas mit der eigenen Mutter mache . Ich war hilflos, am Ende entschied der Amtsrichter, daß meine Mutter eine Berufsbetreuerin zugewiesen bekommt das war im Mai 2007. Mein Vater nahm sich dann eine Putzfrau und meine Mutter sah rot, denn sie sah die Geliebte meines Vaters darin und griff diese Frau immer an.  Als dies die Betreuerin mitbekam entschloss sie sich, daß meine Mutter ins Krankenhaus nach Friedberg gebracht werden sollte. Sie bestellte einen Krankenwagen und die Polizei und erklärte meiner Mutter, daß sie nun freiwillig mitgehen kann oder sie die Hilfe der Polizei nutzen muß.<span id="more-1104"></span></p>
<p>Meine Mutter fügte sich und wurde im Juli 2007 nach Friedberg auf die Geriatrische Station gebracht. Dort blieb sie 4 Wochen. Am Anfang tat sie sich schwer mit einer Zimmernachbarin, aber am Ende vertrugen sie sich. Mein Vater erklärte sich bereits eine ausländische Pflegekraft einzustellen damit Mutti wieder nach Hause kam, dann entschloss er sich wieder dagegen. Als es dann so weit war,  trafen wir uns zu einem Abschlußgespräch. Die Angehörigen, die Ärzte und die Betreuerin sowie meine Mutter war anwesend und man sprach über die Befunde.  Vor dem Arzt hatte sich mein Vater damals geäußert das er sich eine ausländische Kraft ins Haus nimmt, daß sagte der Arzt dann auch. Die Betreuerin sagte, daß  er das nicht mehr tun will ,er würde es alleine schaffen. Der Arzt fragte dann meine Mutter was sie denn dazu sagt. Meine Mutter sagte, was soll ich sagen, ich muß mich fügen und das tat mir damals schon weh. Aber ich habe selber meinen Kopf voll von Problemen, da ich vor dem Scherbenhaufen meiner Ehe stand .  Die Betreuerin sah es wie ich, daß das nicht gut geht, denn meine Vater kommandierte meine Mutter nur rum, ging einkaufen und ließ sie alleine . Deshalb  entschied sie sich meine Mutter sofort nach dem Krankenhausaufenthalt im Juli 2007 in ein Heim in Schotten zu bringen. Es wurde schon die Polizei dort verständigt, falls mein Vater meine Mutter mitnehmen würde.  Meine Mutter reagierte aggressiv gegen meinen Vater, so daß man ihm verbot meine Mutter zu besuchen. Mir war der Weg von Eschborn nach Schotten zu weit.. So suchte Vater ein neues Heim in meiner Nähe. Ich habe mir einige Heime angeschaut, die hatten mehr einen Krankenhausstil und so entschied mich dann für das private Heim in Oberursel, weil es ein kleines Heim mit nur 18 Bewohnern war und man sagte, daß man viel mit Ihnen macht, sie zusammen kochen, daß sie sich frei bewegen können und das sie sich alle lieb haben. Ich habe dem geglaubt, weil ich wollte das Mutti unter Menschen ist und es ihr besser geht als bei meinem Vater. Ich entschloss mich für dieses Heim, obwohl es ein Altbau war, daß aus  3 Stockwerken besteht und es keinen Aufzug gab, weil es ein denkmalgeschütztes Haus ist. Die Treppen sind recht steil. Mutti bekam ein Zimmer im 3. Stock und wir hatten schon Angst, sie würde die Treppen runterfallen, wenn sie nicht weiß wo sie ist. Heute weiß ich, daß sie abends Schlaftabletten bekamen, daß es nicht der Fall ist.  Die Betreuerin war mit dem Wechsel nach Besichtigung einverstanden und so kam meine Mutter am 1.8.2007 in dieses Heim. Durch das Krankenhaus bekam sie die Pflegestufe I zugewiesen.</p>
<p>Als wir dann meine Mutter nach dem ersten Eingewöhnungstag besuchten, war sie sehr freundlich in Gegenwert der Pfleger und als wir alleine saßen beschimpfte sie meinen Vater, daß er sie in ein Heim steckte nach so vielen Jahren. Ich lief weinend raus.</p>
<p>Meine Mutter war zwar jäzornig, redete ununterbrochen und lief herum, räumte alles weg oder schüttete die Getränke aus. Wenn sie laufend sagte, sie müsse auf die Toilette, waren die Pfleger und -pflegerinnen genervt und sie ordneten Toilettentraining an. Das war damit verbunden, daß die Leute 40 Minuten auf dem Toilettenstuhl setzten und damit sie nicht aufstanden, wurde dieser vor dem Waschtisch festgestellt. So lernte meine Mutter nach deren Wünschen auf die Toilette zu gehen und nicht mehr zu sagen, wenn sie mal muß.</p>
<p>Am 7.8.2007  bekamen wir den Anruf, daß meine Mutter nach Köppern  für soziale Psychiatrie  eingewiesen wurde, weil sie sich weigerte nachts die Schlaftablette zu nehmen. Ich rief die Betreuerin an und bat sie, sie dort rauszuholen, denn sie war doch erst in Friedberg und sie soll sich die Unterlagen dort holen. Ich bekam zur Antwort, der behandelnde Arzt ist im Urlaub und der Bericht ist noch nicht geschrieben. Die Ärzte gaben zur Antwort, uns interessieren nicht die Ergebnisse anderer Krankenhäuser, wir machen unsere eigenen Untersuchungen. Meine Mutter war dann dort zur Einstellung 3 Monate und bekam folgende Medikamente Lorazepam, Ciatyl, Melperon, Torasemid, Kalinor und Zietyl. Meine Mutter kam als lebens Wrack zurück, wurde im Bett festgebunden, hat sich die Infussion rausgerissen und kam mit einem kaputten Arm zurück, denn sie konnte ihn nicht mehr gerade machen. Ich war so wütend auf dieses Heim und mein Vertrauen war eigentlich hin.</p>
<p>Danach lief meine Mutter nur noch mit Einlagen rum und sagte nicht mehr, wenn sie auf die Toilette mußte. Wurde sie zur Toilette geführt, saß sie oft eine Stunde dort. Kurz nachdem meine Mutter aus Köppern zurück kam meldete sich der Medizinische Dienst an. Meine Mutter hatte im 2. Stock ihr ZImmer und in diesem befand sich in der Mitte eine Säule. Mutti stand auf und lief mit geschlossenen Augen dagegen und hatte ein blaues Gesicht. Machte nicht mehr die Augen auf und mußte gefüttert werden. Dieser Zustand wurde dann mit Pflegestufe III bewertet. Danach wurden die Medikamente wieder reduziert. Meine Mutter lief wieder herum und aß selber. Mein Vater versuchte die Pflegestufe auf zwei zurücksetzen zu lassen, aber die Pflegedienst meinte, sie haben das beschlossen und es bleibt so. Mein Vater durfte rückwirkend ab Heimbeginn nachzahlen.</p>
<p>Da meine Mutter jetzt in meine Nähe wohnte, gab die Betreuerin die Betreuung ab und ich wurde im November 2007 die Betreuerin meiner Mutter. Im Februar 2008 stellte das Heim mit dem behandeltenden Arzt  den Antrag, daß man meine Mutter am Stuhl fixieren kann. Ich war im Urlaub. Ich war nicht dabei Ließ den Beschluß rückgängig machen, denn man fixierte meine Mutter ohne meine Zustimmung schon genug, in dem man sie an die Wand setzte und auf der Gegeneite einen Rollstuhl festgestellt, oder sie setzten sie in ein Sofa, wo der Federkern kaputt war . Sie konnte sich dort nur am Tisch wieder hochziehen und den schob man ihr dann auch weg, oder aber sie zogen ihr den Pullover über die Stuhllehne, oder setzten sie in einen Nebenraum in einen Stuhl und legten ihr die Füsse hoch. Dies schrieb ich an das Gericht und zog den Antrag zurück.</p>
<p>Am Ende setzten sie sie nur noch in das Sofa zogen ihr den Tisch weg, damit sie nicht mehr aufstehen konnte, aber ich schwieg.</p>
<p>Immer wenn meine Mutter fast nur noch schlief,bat ich den Arzt  die Medikamente zu reduzieren, was das Heim ärgerte, denn eine Pflegerin meinte, wie ich es wagen könnte das zu ändern, wo sie jetzt so gut eingestellt war. Es gibt eine Frau die seit Beginn des Heimes dort lebte, die laut rief, wenn jemand aufstand, der nicht aufstehen sollte und schon war jemand des Pflegepersonals zur Stelle.</p>
<p>Neue Leute die kamen und nicht pflegeleicht waren, wurden erst mal auf Urlaub geschickt, wie man es so schön nannte, daß war dann Köpern. Ein Prof. Dr. kam dort dann wieder raus und wurde in einem Rollstuhl festgebunden, es hieß er hätte einen Schlaganfall bekommen. Später stellte ich fest, daß das gar nicht stimmte, denn wenn man ihn zur Toilette führte lief er alleine. Seine Frau nahm ihn gott sei dank irgendwann raus. Eine andere Frau sprach immer vom Teufel und die TÖchter würden klingeln und man wolle sie vergiften. Das Ende vom Lied sie war Monate in Köppern und danach nicht wieder zuerkennen. Fiel sie einmal hin, forderten sie die Frau K. auf aufzustehen, sie könnten sie nicht heben und ließen sie liegen, dann hoben sie sie doch zu tritt auf. Die Frau wurde dann auch oft nur ins Bett gelegt. Auch sie wurde ins Krankenhaus eingewiesen und die Kinder gaben sie in ein anderes Heim. Horst ist seit dem wir da sind an einem Stuhl festgebunden. Er macht immer die Anstalten aufstehen zu wollen, aber der Gurt hält ihn fest. Meine Mutter schaute dem immer zu und machte diese Bewegungen irgendwann auch. Keine hatte Zeit mit ihm zu laufen und irgendwann konnte er nicht mehr laufen und hatte die Stuhlhaltung angenommen.  Am Ende hatte er die Stuhlhaltung.  Dann gab es noch eine Frau Fischer, die immer lächelte und fragte wer man ist und wann es zu essen geht. Eines Tages wurde sie bestraft, weil sie Leute angeblich dazu bewegt, daß sie nicht mehr essen und mußte nun immer im Vorraum alleine essen. Wenn ich da war rief sie mich zu sich und weinte. Eine Pflegerin sah das, meinte sie soll die Leute nicht belästigen und sie mußte in einen Nebenraum gehen, damit sie so lernt. Die Frau ist 93 Jahre alt. Dann gibt es nur die Irmgard, die immer von der Laterne erzählt. Diese wurde dann krank und mußte wochenlang im Bett liegen. Ich bin dann in das Zimmer gegangen um Kleidung für meine Mutter zu holen, da war sie in dem Zimmer in ein Abstellzimmer mit Bett geschoben. Mehr paßte dort nicht hinein. Sie war alleine dort oben wühlte ihre Bettdecke auseinander. Ich dachte schon sie liegt dort zu Sterben.</p>
<p>Die Bewohner sitzen zu lange in ihren nassen Einlagen, sodaß die Stühle nass waren. Oft setzten wir uns als Besuche in nasse Stühle. Das Leder löste sich von diesen Stühlen auf, dann kamen Stuhlkissen drauf, später verschwanden diese wieder und es kamm so Betteinlagen darauf.</p>
<p>Ich hatte genug gesehen und meldete es bei der Heimaufsicht. Ich schilderte Sachen die ich gesehen habe. Ich fragte ob das normal wäre. Sie sagten nein und sie wollten dies überprüfen. SIe wollten meinen Namen nennen, damit war ich nicht einverstanden, denn ich wollte meiner Mutter nicht schaden, aber sie hätten es sowieso gewußt, denn mein Vater schoss immer quer und machte mich auch klein. Man versprach mir es allgemein zu überprüfen. Es dauerte über 4 Monate bis sie es taten, denn als ich wieder hörte, daß man meiner Mutter den Pullover über die Stuhllehne zogen, damit sie nicht aufstand, hatte ich genug, rief ihm Heim an und sagten ihnen das sie meine Zustimmung dafür nicht haben, da bekam ich zur Antwort, daß hätte sie sich selber gemacht daraufhin rief ich er neut die Heimaufsicht an. Was ich nicht wußte war, daß die Heimaufsicht sich einen Tag vorher ankündigten und das war im Mai 2009. Das Heim war super vorgewarnt. Sie hatten die beste Pflegerin, die gekündigt hatte um Hilfe gebeten. Sie pflegte die Leute, schmickte sie und waren auf alles vorbereitet, am Ende stand ich als Lügnerin, ich verstand die Welt nicht mehr und bin anschließend zur Therapie gegangen. Was hätte ich davon so etwas anzuzeigen, wenn es nicht stimmt. Danach mied man meine Mutter, wie man es später zugab, denn die Heimaufsicht nannte meinen Namen. Meine Mutter ging aber auf die Leute zu und so hat sie sie doch wieder erweicht.Man fragte gleich nach wie sie mich los werden könnten. Sie sagten ich wäre eine Schlage und sie warten auf einen Fehler den ich mache. Mein Vater nahm das zum Anlass noch mehr unfrieden zu stiften, denn er wollte das ich raus flog, denn es war ihm alles zu teuer immerhin zahlte er 1.800 Euro im Monat aus eigener Tasche.</p>
<p>Mehrmals ging ich mit meiner Mutter raus und sie sagte mir, daß es jetzt passiert war und sie die Hosen nass hatten, weil sie sie nicht auf die Toilette setzten. Mutti lief ungepflegt herum, teilweise eine Woche die Haare nicht gewaschen, teilweise roch sie unangenehm, als hätte man sie tagelang nicht gewaschen.</p>
<p>Ich hätte Mutti am liebsten rausgenommen. Hatte ich ein anderes Heim, war es meinem Vater zu teuer. Mutti wieder zu meinem Vater zu geben und eine Pflegekraft zu nehmen, da vertraute ich meinem Vater nicht mehr, denn er hätte sie rausgeekelt und was hätte ich dann gemacht. Ich bin gesundheitlich angeschlagen und brauch Bewegung und kann nicht den ganzen Tag zu Hause eingesperrt sein.</p>
<p>Was immer dann geschah. Ich war im September mit meiner Mutter draußen sie ist viel gelaufen, wir waren Kaffee trinken und einen Tag später lag sie da und machte keinen Augen mehr auf. Der Arzt setzte per Fax die Medkamente ab. Sie schlief 14 Tage, danach war es nicht mehr so wie früher. Sie war unsicher auf den Beinen, die Ursache fand niemand heraus.  Ich schaffte es, daß Mutti wieder herumlief, wenn auch wackelig und sie kippte den Kaffee über die Leute.</p>
<p>2009 war dann das Jahr wo sie viel hinfiel. Aber es ist ja auch niemand da der sich um die Leute kümmert. Es sind zwei Personen, wobei eine immer mit dem Essen zubereiten beschäftigt war und die andere versorgt nach und noch die Leute oder macht die Aufzeichnungen. Die Leute waren immer sich selber überlassen. Damals fragte ich, ob ich nicht ein Spiel kaufen kann und mit den Leuten spielen. Man sagte mir sie können nichts mehr. Im Flur war ein Programm angeschlagen von 15.00 - 17.00 Uhr, aber es wurde davon nie etwas gemacht. Um 15.00 Uhr war sowieso Kaffee trink Zeit.</p>
<p>Meine Mutter war zum Schluß die Einzige die noch rumlief und plapperte. Die Leute anfaßte.</p>
<p>Meine Mutter fiel dann so oft, daß sie einmal am Kopf genäht wurde, daß andere Mal dachte ich sie müssen ihr alle Zähne ziehen. Wie auch immer sie gefallen war, es weiß niemand, denn es kümmerte sich ja auch niemand um die Leute. Immer wenn meine Mutter zum Arzt gehen mußte, wurde ich gerufen mitzufahren. Dort wurde ich auch mehrfach darauf hingewiesen, daß man bei ihr keine Zahnpflege macht. Meine Mutter war stolz, daß sie mit 80 Jahren noch ihre Zähne hatte. Mit 81 Jahren fielen ihr durch Nichtpflege ein Teil der  unteren Zähne aus. Als ich das Heim daraufhin ansprach bekam ich zur Antwort, sie läßt sich die Zähne nicht putzen und ich kann mich entscheiden, sie putzen ihr die Zähne, wenn man ihr wieder mehr Medikamente gibt. Also verzichtete ich darauf.</p>
<p>Einmal kam ich mittags um meine Mutter zu füttern. Auf dem Plan stand Kartoffeln, Fisch, Remouladensoße, Nachtisch. In Wirklichkeit gab es viel zu festen Kartoffelbrei, Fischstäbchen und rote Beete Salat. Meine Mutter konnte es kaum runterschlucken so trocken war es und als Nachtisch, Kirschen aus dem Glas. Da begriff ich, daß der Plan nur für Besucher da steht.</p>
<p>Bewohner bekommen den Brei mit der SPitze, daß ging schneller. Wie ich heute weiß, ist das verboten.</p>
<p>Der Brei wird um 17.00 Uhr gekocht und auf Teller verteilt. Es roch immer nach Zwiebackbrei. Um 18.00 Uhr war Essenszeit, der Brei hatte schon Haut gezogen und war kalt. Wenn man Glück hatte kam er in die Mikrowelle . Sah ekelhaft aus.</p>
<p>Am 31.10.2009 traf ich mich mit meinem Vater und wir gingen mit meiner Mutter Kaffee trinken. Meine Mutter lächelte so schön, so holte ich meinen Fotoapparat aus dem Auto und machte Fotos. Am 2.11. wurde sie wegen 37 Fieber ins Bett gelegt. Sie schlief wieder nur. Ich wollte das man sie nicht nur im Bett ließ, denn sie lebte im ersten Stock und alle Leute die nicht mehr laufen können, verrotten dort oben. Sie sehen keinen mehr  der reinkommen , sie warten bis sich jemand erbarmt nach ihnen zu schauen. Ein paar Tage zuvor ging ich eine Jacke holen, da lag dort eine Frau schon seit Wochen, weil sie mal hingefallen war. Ich war entsetzt. Sie war nur noch Haut und Knochen und hatte kaum etwas an.  Später kam sie ins Krankenhaus.</p>
<p>Frau Fischer lag dann auch in dem Zimmer denn man schnitt ihr immer stückweise das Bein ab, aber sie wurde nie wieder aufgesetzt und verrottet in ihrem Bett bis zum nächsten Stück Bein abnehmen. Beim letzten Mal holte sie sich im Krankenhaus den MRSA Keim und als Mutti dort im Zimmer lag, kam sie zurück. Maria war eine Frau die noch viel von sich erzählte, später schlief sie fast nur noch und seit dem sie einmal gefallen ist hat sie nun den Bauchgurt und darf nicht mehr aufstehen. Heute liegt sie einen Tag im Bett und am anderen Tag sitzt sie und sie am Stuhl angebunden.Irmgard hat sich die Hand gebrochen und soll nicht rumlaufen, den Gurt hat sie wohl nicht, denn man sucht andere Wege sie am Aufstehen zu hindern und sie reißt sich den Gips laufend ab und man versucht ihr die Hände festzufinden. Diese Leute liegen wie meine Mutter jetzt im ersten Stock in einem 3 Bett Zimmer. Dann ist noch Horst oben, der sitzt auch alleine im Zimmer. Seit dem er nicht mehr mithelfen kann , dass er die Treppe hinunter kommt, seit dem muß er dort oben bleiben. Das Pflegepersonal kommt nur hoch wenn es etwas zu essen gibt. sonst tut sich da nichts.</p>
<p>Ich war jeden Tag seit dem 2.11. da. Kam ich sagte man mir, sie hätten meine Mutter gerade ins Bett gelegt. Sie schlief aber fest. Was mich auch störte war, daß meine Mutter ein Schlafanzugoberteil an hatte, aber unten rum nur eine Netzhose mit Windeleinlage. Das Schlafanzugoberteil wurde trotz Fieber 3 Tage nicht gewechselt und anschließend hatte sie einen Pilz.</p>
<p>Am 16.11. bekam ich den Anruf, daß man meine Mutter ins Krankenhaus nach Bad Homburg verlegt. Ich wollte es nicht, weil die Leute aus dem Heim dort zum Teil an dem MRSA Keim gestorben sind. Aber sie kam trotzdem dort hin. Man sagte mir abends, daß meine Mutter total ausgetrocknet ist und durch die vielen Schlaftableten die man ihr gab, der Natriumwert auf 185 war. Man wunderte sich das sie das überlebte.</p>
<p>Wieder bat ich das man meine Mutter mobilisiert. Inzwischen habe ich das Heim gekündigt um 1.12. Ich wollte meine Mutter dort nie wieder hingeben. Ich hatte dann ein neues Heim gefunden. Der Besitzer schaute sich meine Mutter im Krankenhaus an und meinte sie wäre in einem schlechten Zustand und fragte ob man sie mal auf die Bettkante setzt. Nein dafür hätte sie keine Zeit. Er untersuchte meine Mutter und setzte sie dann auch auf die Bettkante. Da machte sie die Augen auf. Man verspach mir dann das ein Physiotherapeut kommt. Dann kam wieder die Antwort, 3 Leute wären krank sie haben keine Leute. Am nächsten Tag setzen sie meine Mutter einfach 3 Stunden in einen Stuhl.  Dabei heißt es doch langsam mobilisieren. Wenn ich dann die Arztberichte lesen, welche Untersuchungen sie an meiner Mutter vornahmen ohne mich davon zu informieren bekomme ich die Krise und ganz besonders werde ich das grinsende Gesicht des Arztes nicht vergessen, als er mir sagte, ach sie sind die Betreuerin, da muß ich sie ja fragen, wenn wir ein MRT mit ihr machen müssen. Ich sagte ja und er tat es ohne meine Zustimmung.</p>
<p>Am 9.12. sollte sie dann endlich in ein anderes Krankenhaus verlegt werden. Ich bat darum sie wieder zu mobiliseren damit sie wieder laufen kann. Am 5.12. bekam sie Fieber. Man brauchte sie zum Lungenröntgen. Zwei Tage später bekomme ich den Anruf, sie hat den MRSA Keim.  Als ich dann zu ihr fuhr, fragte ich warum sie nicht isoliert liegt, bekam ich zur Antwort, sie hätten keine Anweisung dafür.Erst 3 Tage danach kommt sie in ein Einzelzimmer und von da an muß man sich vermummen. Die Venen sind schlecht, es werden immer neue Zugänge am Hals gelegt. Am 16.12. verlegt man sie in das Diakonissen Haus nach Frankfurt. Ich bekam den Anruf, daß es nicht gut aussieht. Am 19.12. sagt mir die Ärztin, daß sie einen letzten Versuch starten, weil meine Mutter sich verkrampft, man es aber nicht weiß was die Ursache ist. Sie geben ihr ein Parkison Mittel. Schlägt das auch nicht an, wollen sie die Versorgung abschalten. Am 19.12. komme ich hin und sie haben ihr eine Nasensonde gelegt.  Man hat Hoffnung. Am  21.12. bekomme ich gesagt, es war Arztwechsel und er hat den Aktenvermerk nicht richtig gelesen und es so entschieden und man bittet um Entschuldigung.  Ich schaue zu, wie man ihr die Nasensonde zieht und alle Geräte abschaltet. Sie hatte Sauerstoff bekommen und ihn jedem Arm eine Infussion.  Von da an , schaute ich dem langsamen Sterben meiner Mutter zu und hätte am liebsten geschrien sie sollen damit aufhören. Am 26.12. sagte mir dann noch der Pfleger, daß man meiner Mutter noch am 19.12. eine Rückenmarkpunktion machte. Das wußte ich nicht. Zieht man auch aus einem sterben Menschen noch das Geld. Am 27.12. war ich noch bis 21.00 Uhr bei meiner Mutter. Ein Auge schloß sie nicht mehr ich bekam Angst und ging. Um 22.20 Uhr starb meine Mutter und ich war um 0.15 Uhr noch einmal dort mich von ihr zu verabschieden. Ich bin durch die Hölle gegangen. Ich habe den Kampf verloren meiner Mutter zu helfen.</p>
<p>Meine Mutter konnte nichts mehr sagen, daß haben viele Menschen ausgenutzt.</p>
<p>Das Krankenhaus in Bad Homburg stellte an die Barmer eine Rechnung aus in Höhe von 3.667,16 Euro  in der Zeit vom 16.11.-16.12.2009 und das Diakonissen Haus in Frankfurt vom 16.12. - 27.12.2009 in Höhe von 1.950,60.</p>
<p>Mein Vater zahlte im Heim für diese schlechte Behandlung monatlich aus eigener Tasche 1.800 Euro selber.</p>
<p>Hier hat man sich an einem hilflosen Menschen bereichert und ich frage mich, wo bleibt die Menschenwürde vor dem Alter.</p>
<p>Wenn man die Menschen in ein Heim gibt, zahlt die Pflegekasse. Behält man die Person zu Hause, bekommt man weniger und muß selbst sehen, wie er über die Runden kommt. Wo bleibt da die Gerechtigkeit. Man zwingt ja so, die Leute wegzugeben.</p>
<p>Da jammern die Krankenkassen das kein Geld mehr in den Kassen ist und dann schauen sie zu, wie die Krankenhäuser sich an alten sterbenden Menschen noch bereichern damit die Kasse klingelt und es interessiert sie nicht mal.</p>
<p>Dann frage ich mich, wenn auf dieser Station schon der Keim ausgebreitet war, warum dauert es erst 5 Tage bis man in ein Einzelzimmer kommt. So überträgt man es doch viel schneller. Kein Heim hätte mir Mutti mit diesem Keim genommen.</p>
<p>Ich muß mit der Schuld leben meine Mutter weggegeben zu haben, denn wenn man ehrlich zu sich selber ist, würde eine Mutter ihr Kind  nie weggeben und es so verenden lassen. Ich durfte lernen was uns im Alter erwarten kann und das ist erschreckend und man hat Angst vor den Krankenhäusern, daß man dort nicht mehr lebend raus kommt.</p>
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		<title>Zeit und Geduld für Demenzkranke</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/02/02/zeit-und-geduld-fur-demenzkranke/</link>
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		<pubDate>Tue, 02 Feb 2010 12:08:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>

		<category><![CDATA[Bedürfnisse]]></category>

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		<description><![CDATA[Zeit und Geduld sind unmodern geworden. Sie sind so unmodern wie Einmachgläser und selbstgenähte Kleidung. Wer eine e-mail oder eine SMS heute nicht sofort beantwortet, erhält kurz danach schon eine drängende Anfrage „hast Du meine mail nicht erhalten?“. Im modernen Industrieland möchte man sich am liebsten selbst überholen.

Demenzkranke sind deshalb unzeitgemäß. Sie wechseln in ihren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Zeit und Geduld sind unmodern geworden. Sie sind so unmodern wie Einmachgläser und selbstgenähte Kleidung. Wer eine e-mail oder eine SMS heute nicht sofort beantwortet, erhält kurz danach schon eine drängende Anfrage „hast Du meine mail nicht erhalten?“. Im modernen Industrieland möchte man sich am liebsten selbst überholen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;">
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Demenzkranke sind deshalb unzeitgemäß. Sie wechseln in ihren Gedanken zwischen dem Heute und früheren Lebensabschnitten hin und her und brauchen immer länger für die einfachsten Verrichtungen. Wie wollen wir unseren Angehörigen verstehen, ihn in seiner Lebensphase unterstützen, ihn begleiten, wenn wir eigentlich nicht mehr dazu ausgerüstet sind? Wenn wir mit uns selber viel zu ungeduldig sind und stets in Hektik. Richtig viel Zeit zum Zuhören, zum Spazierengehen, Füttern usw. können wir uns heute eigentlich nicht mehr leisten, jede Minute wird vom Betreuungsdienst berechnet. Alles was Geduld erfordert, ist unbequem, stört.</span></p>
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<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Paradoxerweise nehmen wir uns Zeit und Geduld für unsere Kleinkinder – die größeren müssen schon selber sehen. Und für unsere Haustiere. Hier schmusen wir, gehen Gassi (bis das Geschäft getätigt ist, auch wenn es noch so lange dauert). Und für die Lieblingsserie im TV haben wir natürlich Zeit, denn da ruhen wir auf dem Sofa aus. Natürlich nicht Händchen haltend mit Oma oder Opa.</span><span id="more-1106"></span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Wir nehmen uns Zeit, ins Heim zu gehen, den Angehörigen dort zu besuchen. Eine genau abgemessene Zeit, für Einige eine Pflichtübung. Dort haben wir für einige Stunden Geduld.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Und wie sieht es mit der häuslichen Betreuung aus? Im vertrauten Umfeld überkommt uns wieder die Hetze, die Perfektion, das Unverständnis.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Sind wir wirklich so modern geworden, dass Zeit, Verständnis, Geduld für unseren wehrlosen Angehörigen mit einem anderen Maß gemessen werden? </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Mag für ein Kind ein „eile dich, trödel nicht so, immer brauchst du so lange“ – meistens eine „ist mir doch egal“ Reaktion bewirken, kann diese Aussage von meine demenzkranke Mutter als Zurechtweisung, Beschuldigung und Abwertung aufgefasst werden. Also extrem verletzend. Genau das Gegenteil von dem, was ich im Demenz-Seminar gelernt habe.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Als mich im IKEA Restaurant unsere Tischnachbarn beim Weggehen lobten „Sie machen das ganz toll mit Ihrer Mutter“ – da war ich überhaupt nicht stolz auf mich. Im Gegenteil. Es war mir peinlich, denn eigentlich habe ich mich ganz normal verhalten. Oder etwa doch unzeitgemäß?</span></p>
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