Dienstag, 10. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog
Ob es nun um Aktivitäten im Haus oder Garten, um Bewegung, Sport und Spiele, um Ausflüge, Reisen, Musik, um Feiern, Hobbys oder um innere Einkehr geht, es hat sich bewährt, sich an folgenden Grundsätzen zu orientieren:
Weder über- noch unterfordern
Es gilt Balance zu halten und die Tätigkeiten so zu gestalten, dass Menschen mit Demenz weder über- noch unterfordert werden. Bei allem, was geplant oder unternommen wird, sollte die individuelle Situation der Erkrankten bedacht werden: Was heute noch ging, geht morgen vielleicht nicht, dafür ist etwas anderes möglich. Und was abends nicht klappt, geht vielleicht am nächsten Morgen. Balance halten ist aber auch ein wichtiger Ratschlag für die Betreu- enden und Pflegenden. Wer zu viel von sich verlangt, überfordert sich und hat das Gefühl, seinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Pflegende Angehörige haben einen langen Weg vor und oft auch hinter sich und müssen immer wieder aufs Neue Kraft auftanken. Das geht nur, wenn Aufgaben abgegeben und Unterstützung angenommen wird, wenn Inseln der Ruhe gefunden werden. Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, weil er oder sie einfach keine Zeit hat. Es ist völlig in Ordnung, nach Möglichkeiten zu suchen, die den anderen einfach mal „nur“ beschäftigen: Papier zerreißen, Knöpfe sortieren, Wäsche falten, eine DVD einlegen. Danach findet sich auch wieder Zeit für ein intensives Miteinander.
Freude am Tun statt Perfektion
Bei Aktivitäten mit Demenzkranken sollten das gemeinsame Tun, Spaß und Freude, Kreativität im Vordergrund stehen, nicht Leistung, gute Ergebnisse, das genaue Befolgen von Regeln. Leistungsdruck führt nur zu Enttäuschung und Hilflosigkeit. Besser ist es, sich über alles zu freuen, was noch möglich ist. Nur so kann den Betroffenen die Angst zu versagen genommen werden und sich die Sicherheit neu bilden: Ich kann etwas und gehöre dazu.
Eigenständigkeit erhalten – so weit und so lange es möglich ist
Tätigkeiten, die eigenständig durchgeführt werden können, sollten immer wieder angeregt werden, damit sie nicht zu früh verloren gehen. Dafür wird den Betreu enden vor allem Geduld abverlangt. Denn es geht meist schneller und komplikationsloser, wenn die Betreuenden alles selbst erledigen. Aber mit Ruhe und einfühlsamer Unterstützung können viele Kranke durchaus noch allein zur Toilette gehen, sich waschen, kämmen und anziehen oder auch in der Küche helfen und wie gewohnt die Zeitung aus dem Briefkasten holen. Zu Beginn der Krankheit können auch noch Aufgaben übernommen, neue Hobbys entdeckt werden. Wichtig ist die Ermutigung, dies auch zu tun. (Weiterlesen
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