Er macht fast gar nichts mehr, was kann ich tun?

Dienstag, 24. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

Mein Mann war immer sehr sportlich. Er hat Tennis gespielt, wir sind Fahrrad gefahren oder haben mit Freunden gemeinsam etwas unternommen. Doch seit seiner Erkrankung macht er fast gar nichts mehr. Er sitzt oft stundenlang auf dem Sofa und lässt sich für nichts begeistern. Das macht mich ganz unruhig. Ich denke mir, das kann doch nicht gut sein, er verlernt dann ja noch mehr, und die Krankheit schreitet rascher voran. Also lege ich ihm die Zeitung hin oder ein Kreuzworträtsel, damit er sein Gedächtnis ein wenig trainiert. Ich habe das Gefühl, mir zuliebe nimmt er dann zwar die Zeitung in die Hand. Doch bald liegt sie irgendwo, und er schaut wieder aus dem Fenster. Was soll ich denn tun? Oder soll ich ihn einfach nur sitzen lassen? Doch das wäre für mich, als ob ich ihn auf­ geben würde.“ (Weiterlesen…)

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Einladung zum Fachtag “Musik im Alter” in Arnsberg.

Dienstag, 24. April 2012 von Marita Gerwin

Behutsam will ich dir begegnen – Musik als hilfreicher Türöffner in der Arbeit mit Menschen, die an fortgeschrittener Demenz erkrankt sind.

Es gibt kaum etwas, das besser im Gedächtnis der Menschen haften bleibt, als Musik: Musik setzt Erinnerungen frei. Meist sind diese auch mit Gefühlen verbunden, deren Entstehungsgeschichten sich beim Hören einer Melodie oder eines längst vergessen geglaubten Liedes wieder in Erinnerung rufen. Musik aktiviert Körper und Geist und kann das Erleben von Gemeinschaft stärken, beispielsweise,wenn ein Liedtext nach und nach zusammen „rekonstruiert“ und das Lied anschließend gemeinsam gesungen wird. In der beruflichen Arbeit und dem bürgerschaftlichen Engagement mit älteren Menschen kommt der Musik daher große Bedeutung zu. Der Fachtag „Musik im Alter“ bietet in zwei unterschiedlichen Workshops Zugänge zum Einsatz von Musik mit älteren Menschen an: (Weiterlesen…)

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Fundstück: Bewegung hilft gegen Alzheimer

Donnerstag, 19. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

In unserem aktuellem Fokusthema “Alltagsgestaltung für Menschen mit Demenz”  wird in mehreren Blogbeiträgen erwähnt, dass  auch demenzkranken Menschen Bewegung gut tut. Ob Spazierengehen, Haus- oder Gartenarbeiten, alles hilft den Erkrankten und auch den Angehörigen den Alltag zu gestalten.

Passend dazu erschien heute auf der Webseite der Ärztezeitung ein kurzer Artikel über ein aktuelles Forschungsergebnis, dass Bewegung auch das Risiko einer Alzheimer-Erkranung reduzieren kann:
“Tägliche körperliche Übung ist einer Studie zufolge mit einem deutlich reduzierten Alzheimer-Risiko assoziiert, sogar noch bei Menschen über 80 Jahren, teilen Forscher aus Chicago mit.”

Zum gesamten Artikel geht es hier: www.aerztezeitung.de

Bewegung tut also auf jeden Fall gut, solange man gesund ist, aber auch wenn eine Demenzerkrankung bereits eingetreten ist.

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Ich lass ihn einfach machen…

Dienstag, 17. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

Alle zwei Wochen findet im Seniorenzentrum Lamm in Zorge das „Demenzcafé“ der Alzheimer Gesellschaft Harz statt, geleitet von Jutta Kindereit und Manuela Oehler. Gäste sind Familien aus dem Land- kreis Osterode am Harz mit und ohne erkrankten Partner, sowie Teilnehmer, die nach dem Abschiednehmen alleine leben und immer wieder die Vertrautheit dieser Treffen suchen. In einem schönen Ambiente mit großzügigen Räumen und durch die wunderbaren, treuen Helferinnen, die für diese Zeit die Begleitung der Menschen mit Demenz in der benachbarten Wohnung „Sternstunde“ übernehmen, kann ungestört gesprochen, geweint und gelacht werden. Aus dieser Runde waren drei Paare bereit, über ihren Alltag zu sprechen.

Randolf und Erika –frische Luft und Halma
„… ich lass ihn einfach machen!“ erzählt Erika, wenn Randolf im Herbst im Garten jedes einzelne Blatt aufsammelt, immer und immer wieder. Er bewegt sich an der frischen Luft, fühlt sich gut, und sie kann beruhigt andere Dinge im Haus tun. (Weiterlesen…)

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Schwiegermutter

Freitag, 13. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

Meine Schwiegermutter ist stolze 88 Jahre alt, sie lebt mit ihrem 91 jährigen Mann noch fast selbständig in einem Seniorenzentrum in unserer Nähe. Sie behauptet aber viel jünger zu sein („Mach mich doch nicht so alt!“). Wenn ich sie mit Hilfe ihres Geburtsdatums dazu bringe, nachzurechnen, bekommt sie ihr tatsächliches Alter wirklich heraus, ist sehr erstaunt („Das hätte ich nicht geglaubt, dass ich schon so alt bin!“).

Wie lange sie schon dort wohnt, weiß sie nicht. Sie glaubt, dass der Umzug erst vor kurzem erfolgt ist. Wenn ich ihr sage, dass sie schon fast drei Jahre dort wohnt, sagt sie glatt:“ Das kann nicht sein, das glaube ich Dir nicht.“

Den Umzug haben beide gewollt, auch eine kleinere Wohnung. Seit dem Einzug beschwert sie sich regelmäßig. “Die Wohnung ist viel zu klein!“ – Vorher hatten sie 75 m², heute haben sie 64 m². Ihr Mann ist mit der Wohnungsgröße völlig zufrieden.

Die früher notwendigen Hausarbeiten erledigt mittlerweile der Ehemann, der ihre Demenz trotz ständiger Erklärungen nicht richtig versteht und auf viele ihrer „Macken“ mit Unverständnis reagiert. Erschwert wird die Entwicklung durch seine zunehmende Schwerhörigkeit – „die Batterien für vorhandene Hörgeräte werden geschont.“ (Weiterlesen…)

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Alltagsgestaltung und Beschäftigungen für Menschen mit Demenz

Dienstag, 10. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

Ob es nun um Aktivitäten im Haus oder Garten, um Bewegung, Sport und Spiele, um Ausflüge, Reisen, Musik, um Feiern, Hobbys oder um innere Einkehr geht, es hat sich bewährt, sich an folgenden Grundsätzen zu orientieren:

Weder über- noch unterfordern
Es gilt Balance zu halten und die Tätigkeiten so zu gestalten, dass Menschen mit Demenz weder über- noch unterfordert werden. Bei allem, was geplant oder unternommen wird, sollte die individuelle Situation der Erkrankten bedacht werden: Was heute noch ging, geht morgen vielleicht nicht, dafür ist etwas anderes möglich. Und was abends nicht klappt, geht vielleicht am nächsten Morgen. Balance halten ist aber auch ein wichtiger Ratschlag für die Betreu- enden und Pflegenden. Wer zu viel von sich verlangt, überfordert sich und hat das Gefühl, seinen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Pflegende Angehörige haben einen langen Weg vor und oft auch hinter sich und müssen immer wieder aufs Neue Kraft auftanken. Das geht nur, wenn Aufgaben abgegeben und Unterstützung angenommen wird, wenn Inseln der Ruhe gefunden werden. Niemand muss ein schlechtes Gewissen haben, weil er oder sie einfach keine Zeit hat. Es ist völlig in Ordnung, nach Möglichkeiten zu suchen, die den anderen einfach mal  „nur“ beschäftigen: Papier zerreißen, Knöpfe sortieren, Wäsche falten, eine DVD einlegen. Danach findet sich auch wieder Zeit für ein intensives Miteinander.

Freude am Tun statt Perfektion
Bei Aktivitäten mit Demenzkranken sollten das gemeinsame Tun, Spaß und Freude, Kreativität im Vordergrund stehen, nicht Leistung, gute Ergebnisse, das genaue Befolgen von Regeln. Leistungsdruck führt nur zu Enttäuschung und Hilflosigkeit. Besser ist es, sich über alles zu freuen, was noch möglich ist. Nur so kann den Betroffenen die Angst zu versagen genommen werden und sich die Sicherheit neu bilden: Ich kann etwas und gehöre dazu.

Eigenständigkeit erhalten – so weit und  so lange es möglich ist
Tätigkeiten, die eigenständig durchgeführt werden können, sollten immer wieder angeregt werden, damit sie nicht zu früh verloren gehen. Dafür wird den Betreu enden vor allem Geduld abverlangt. Denn es geht meist schneller und komplikationsloser, wenn die Betreuenden alles selbst erledigen. Aber mit Ruhe und einfühlsamer Unterstützung können viele Kranke durchaus noch allein zur Toilette gehen, sich waschen, kämmen und anziehen oder auch in der Küche helfen und wie gewohnt die Zeitung aus dem Briefkasten holen. Zu Beginn der Krankheit können auch noch Aufgaben übernommen, neue Hobbys entdeckt werden. Wichtig ist die Ermutigung, dies auch zu tun. (Weiterlesen…)

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Teil 6: Abwärts.

Dienstag, 10. April 2012 von Adrienne

Vor ein paar Tagen habe ich mit dem Heim telefoniert. Eigentlich wollte ich nur wissen, ob bei meinem Vater der Husten, den er noch vor einigen Tagen mit sich herumschleppte, aufgehört hat, damit ich auch mal wieder gemeinsam mit meiner Tochter zu ihm kann, aber aus der kurzen Nachfrage wurde ein längeres Gespräch über den derzeitigen Zustand meines Vaters. Kurz gesagt: Tendenz abwärts.

Die lange Version: die Pflegerin sagte mir, dass er sich beharrlich weigere, auch bei mittlerweile 15 Grad Außentemperatur die dicken Winterstiefel gegen leichteres Schuhwerk und den dicken Winteranorak gegen eine Übergangsjacke zu tauschen. Auch seine Mütze setze er nach wie vor auf. An sich ist es ja ihm überlassen, wie er sich anzieht – aber dass die Füße dadurch fürchterlich schwitzen und deshalb leiden, und dass mein Vater nun langsam anfängt unangenehm zu riechen (sich aber nach wie vor weigert regelmäßig unter die Dusche, in die Wanne oder zumindest an den Waschlappen zu gehen), macht die Geschichte doch etwas prekär. (Weiterlesen…)

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Fröhliche Ostern

Samstag, 7. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

Das Redaktionsteam des Alzheimerblogs wünscht Ihnen fröhliche und unbeschwerte Osterfeiertage!

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Unterstützungsaufruf: Machen Sie Demenz zum Thema des Zukunftsdialogs der Bundeskanzlerin!

Donnerstag, 5. April 2012 von DAlzG

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat die Bürger zum Zukunftsdialog eingeladen. Sie stellt drei zentrale Fragen “Wie wollen wir zusammenleben?”, “Wovon wollen wir leben?” und “Wie wollen wir leben?”

Zu diesen Fragestellungen sollen die Bürger ihre Ideen und Denkanstöße einbringen und konkrete Handlungsvorschläge machen. Über diese Vorschläge wird online abgestimmt. Die Absender der 10 Vorschläge mit den meisten Stimmen werden ins Bundeskanzleramt eingeladen, um mit der Bundeskanzlerin über ihre Ideen zu sprechen.

Heike von Lützau-Hohlbein, 1. Vorsitzende der Deutschen Alzheimer Gesellschaft, hat zur Fragestellung “Wie wollen wir zusammen leben?” einen Vorschlag online gestellt: “Voraussetzungen für ein gutes Leben mit Demenz schaffen”.

Noch bis zum 15. April können Sie diesen Vorschlag unterstützen und dafür sorgen, dass Demenz ein Thema des Zukunftsdialogs wird:

Geben Sie ihm Ihre Stimme unter:

https://www.dialog-ueber-deutschland.de/DE/20-Vorschlaege/10-Wie-Leben/Einzelansicht/vorschlaege_einzelansicht_node.html?cms_idIdea=12849

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Rezension: ICH-Pass

Mittwoch, 4. April 2012 von Redaktion Alzheimerblog

Im Sommer 2004 lag der Vater von Sigrid Hofmaier im Koma und reagierte nur noch auf akustische Reize. “Niemand kam auf die Idee, ihm einen Kopfhörer aufzusetzen, denn keiner der Pfleger kannte seine Lieblingsmusik” erinnert sie sich.Da kam ihr Idee zum ICH-PASS: ein Buch, in dem jeder seine Vorlieben, Interessen und Abneigungen notieren kann. Sortiert nach unterschiedlichen Bereichen wie Liebe, Arbeit, Spiritualität, Träume oder Vergangenheit gibt es in dem Buch schöne Bilder, inspirierende Zitate und Fragen, die zum Nachdenken anregen.

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