Kleine Begegnungen mit anderen Angehörigen
Eine Tochter ca 50 Jahre begleitete ihre Mutter zum Arzt. Als ich bemerkte, dass die Tochter vergeblich ihre Mutter versuchte zu überzeugen, dass sie in der Anmeldung kein Rezept erhält und ihre nächsten Termine in der Küche hängen (Mutter wohnt noch allein), sagte ich als die Situation sich zuspitzte: Hier ist das Rezept und nahm einen Zettel. Die Mutter war zufrieden und die Tochter verwirrt. Ich sagte ihr” streiten sie nicht, sie versteht es nicht. Beruhigen sie ihre Mutter, dass alles vorhanden ist.” Einen Hinweis gab ich ihr noch: “Rechtzeitig die Mutter zu sich zu nehmen oder andere Maßnahmen einzuleiten, damit sie sich noch eingewöhnen kann. Außerdem schaffen Sie es nicht mehr zwei Haushalte zu führen und ständig bei ihrer Mutter zu sein.”
Sie schaute mich dankbar an und ich wünschte ihr viel Kraft und sie solle sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen.
Ein anderer Fall: ein gut gekleideter älterer Herr wurde von seinem Sohn begleitet. Der Sohn fühlte sich nicht “wohl in seiner Haut”. Für mich entstand der Eindruck, dass es ihm peinlich war. Der Vater war unsicher, er brauchte seinen Sohn, ihm vertraute er. Der Sohn gab ihm halt. Dem Vater war bewußt, dass er vieles nicht mehr richtig einordnen konnte. Ich mußte an meine Mutter denken, die sich ebenfalls vertrauenvoll an mich klammerte, als wir erstmals wegen ihrer Demenz den Arzt aufsuchten.
Dem Sohn sagte ich: es ist sehr gut dass Sie sich um Ihren Vater kümmern. Es gibt ihm den nötigen Halt. Seien Sie für ihn da. Nutzen Sie alles um ihrem Vater zu helfen.”





