Wie überzeuge ich den Betroffenen vom erforderlichen Facharztbesuch?
Als ich im Spätherbst 1999 die Defizite in Gedächtnis und logischem Denken meiner Frau endlich als krankhaft einstufen konnte stand die Frage: “Wie bekomme ich sie zum Neurologen”. – Es wird bei jedem Betroffenen anders ein, aber meist muss man erfinderisch sein und einen Trick anwenden.
Nach einer Magen-Total-OP muss monatlich ein Depot an Vitamin B12 intra muskulaer gegeben werden um das ZNS vor dem Verfall zu bewahren.
“Ich kann doch noch alles selbst, ich bin doch nicht verrückt.”
Auf meinen Vorschlag verkaufte die Hausärztin das meiner Frau unter dem Hinweis, dass nach 12 Jahren endlich mal geprüft werden müsse, ob die DOSIS dieser Gabe richtig sei. – “Das kann natürlich nur ein Neurologe” – und schon war meine Frau zu diesem Besuch bereit. 5 Fragen, die sie alle falsch beantwortete ergaben erst mal die Diagnose Demenz. Nach weiteren 12 Monaten konnte diese durch einen stationären Klinikaufenthalt in Morbus Alzheimer präzisiert werden und eine spezielle medikamentöse Dauerbehandlung schloss sich segensreich an.
Bei fast jedem Betroffenen ist ein Argument zu erfinden was von ihm auch akzeptiert wird. Das ist eigentlich schön am Begleiten, sehen wir es positiv: Immer neue Voraussetzungen und Ideen, die uns selbst geistig beweglich und frisch halten, uns Begleiter selbst vor Demenz bewahren oder den Verlauf dehnen.





