Der perfekte Plan
„Der perfekte Plan“ ist ein spannender Roman, in dessen Mittelpunkt Elisabeth Meyer steht, Vorsitzende der sozialdemokratischen Partei Dänemarks, die sich mitten im Wahlkampf zur Staatsministerin befindet, als sie die Diagnose „Alzheimer“ erfährt. Sie schafft es mit viel Disziplin und kleinen Tricks die zunehmenden Aussetzer so zu vertuschen, dass nicht einmal ihr Mann und ihre engsten Mitarbeiterinnen etwas von ihrer Krankheit ahnen, die auch schon ihre Mutter und andere Familienmitglieder betroffen hat.
Das Buch erzählt in mehreren Handlungssträngen von einem Plan rechtsextremistischer Fanatiker, zwar nicht Elisabeth Meyer sondern ihre politische Sprecherin Charlotte Damgaard und damit die von ihr ausersehene Nachfolgerin zu erschießen. Alles läuft auf einen spannenden Höhepunkt hinaus, der auch höchst dramatisch endet – allerdings nicht wie gedacht. Um die Spannung nicht vorweg zu nehmen, sei nur soviel gesagt: Es handelt sich um eine Art Happy-End mit Todesfolge. Als Leserin eines Buches, das einen wirklich bis zur letzten Minute fesselt, war ich mit dem Schluss sehr zufrieden. Als „Alzheimer-Aktivistin“ haben mir die letzten Sätze des Buches allerdings nicht gefallen: In unserer Gesellschaft scheine es immer noch besser, die Diagnose Alzheimer als Geheimnis mit ins Grab zu nehmen, als sich offen dazu zu bekennen. Wir sollten eigentlich alles dran setzen, dass „Alzheimer“ kein Makel ist, der einem ansonsten erfolgreichen Leben die Ehre nehmen könnte, wie es der Schluss des Buches bilanziert.
Sabine Jansen, Berlin
Hanne-Vibeke Holst: Der Perfekte Plan, Diana Verlag 2010, 672 Seiten, 21,95 € ISBN: 978-3453290723





