Gedanken-Hygiene

Mittwoch, 3. August 2011 von Heidi

Unser Neurologe sagt, Mutter sei in der finalen Phase angekommen. Wenn die Medikamentenschachtel leer ist, bleibt es dabei. Ein weiterer Abschnitt hat also begonnen. Wie lange noch? Trotz der unsäglichen Trauer im Loslassen-Müssen denke ich unsere gemeinsame verbleibende Zeit so nutzen, dass die spätere Erinnerung gut sein kann.

Dazwischen steht der Alltag und die Gedanken kommen ununterbrochen, ganz ungebeten. Jedenfalls bei mir. Sie formen sich zu kurzen, innerlich gesprochenen Sätzen als Meinung, als Gefühl in Worte gefasst. Meine Gedanken sind aufdringlich. Sie sind beharrlich und verwirren. Ich brauche aber Klarheit. Die Diagnose des Neurologen verschafft „Klarheit“ – und schon sind sie wieder da, die nagenden Gedanken. Eine Freundin brachte es auf den Punkt: „du denkst zu viel schädlichen Ballast! Es muss nicht sein, dass du dir zusätzlich zur Versorgung deiner Mutter, im Job, zwei Haushalten, den Papierkram und den kleinen und großen Sorgen deiner Freunde und Nachbarn selbst eine Megadosis Stress zu verordnest.“

Stimmt. Abschalten geht zwar nicht – aber Umdenken. Erkennen, welche überflüssigen Gedanken bewusst umformuliert oder ganz ausgemistet werden können. Ein mentales Aufräumen a) brauche ich es ?  b) ist es sentimental, aber wichtig?  c) ist es nützlich? (Weiterlesen…)

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