Donnerstag, 19. Mai 2011 von Redaktion Alzheimerblog
Die Krankheit Alzheimer kann jeden treffen, auch Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen bzw. deren Familienmitgliedern. So auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, deren Vater an Alzheimer erkrankt ist. In einem Interview im Frauenmagazin Mona Lisa schildert sie ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung ihres Vaters: http://monalisa.zdf.de
Das Thema Alzheimer wird immer wieder mal in den Medien präsentiert, aber nicht immer findet man die Sendungen rechtzeitig. Doch das ZDF hat eine Auswahl an Artikeln und Videos gesammelt, die hier zu finden sind.
Es sind viele interessante und informative Beiträge, die mal eher persönlich, mal eher sachlich gehalten sind, die aber helfen können, mit der Alzheimer-Krankheit umzugehen.
4 Personen gefällt dieser Artikel.
Stichwörter: Erfahrungen, Fernsehen, Video
Mittwoch, 19. November 2008 von Wilfried Georgi
Hallo Wilfried,
wie telefonisch versprochen, schicke ich Dir im Anhang einige von mir geschriebene Zeilen zum Thema Demenz. Entstanden sind sie, während ich meinen Vater beobachtet habe, wenn er geistesabwesend vor sich hinsinnt. Dabei mache ich mir oft Gedanken, was so in seinem Kopf vor sich geht.
Manchmal stelle ich mir das so wie unten geschildert vor.
Viele Grüße auch von meinem Mann,
die Neumänner
Dämmerlicht
Ich sitze im Dämmerlicht. Die Beine hochgelegt, den Rücken bequem –warm –gemütlich in die Kissen gelehnt. Langsam wird es um mich herum dunkel.
Jemand kommt – fasst sanft meine Hand: „Gut so? Alles klar?“ „Alles klar?“ – Ich nicke. Danach eine andere Hand, klein, klebrig. Als ich später an meinen Fingern lecke, schmecken sie nach Schokolade. „Alles klar, Opa?“ Alles klar? – Nichts ist klar! Wer war das eben? Was tue ich hier? Wo bin ich?
Ich! – Wer bin ich; und wozu bin ich noch da, wenn ich das alles nicht mehr weiß? Alles klar. Ich bin ich! Wo, warum, wann – egal. Jetzt ist alles gut! Ich bin ich; hier und heute.
Wer bin ich, wo bin ich, welcher Tag ist heute? Früher war alles gut; alles klar. Ich war jung, verheiratet, hatte Kinder, Freunde, Kollegen; war angesehen, geschätzt, wurde überall gebraucht, zu Hause und im Betrieb. Selbst die Jungen kamen und fragten um Rat … .
(Weiterlesen
)
5 Personen gefällt dieser Artikel.
Stichwörter: Erfahrungen, Familie, Innensicht Betroffener, Tagesablauf
Donnerstag, 4. September 2008 von Heidi
Bis zum Ausbruch der Krankheit meiner Mutter vor dreieinhalb Jahren hatte ich noch nie einen demenzkranken Menschen gesehen. Kleine Kinder, Erwachsene, Ausländer, erkenne ich sofort wenn sie mir begegnen. Weil ich eben von Klein auf den Umgang mit ihnen gewöhnt bin, weiß ich automatisch, wie ich mit ihnen umgehe. Warum meine Mutter aber auf einmal so verdreht sprach und immer öfter widersinnig handelte, dafür kannte ich kein Beispiel. Es machte mich ungeduldig und hilflos.
Ein Freund riet mir, einen Kursus für pflegende Angehörige zu belegen. Bettlägerig war Mutter aber nicht. Weshalb also einen Kurs? Vielleicht doch lieber ein Anleitungsbuch? Ein Blick ins Internet machte mich schlauer. Unter dem Stichwort Alzheimer eröffnet sich eine Welt von Grundwissen, Tipps sowie einige kostenfreie Schulungsangebote. Mein erster Crashkurs war bei der Alzheimergesellschaft. Und es ging überhaupt nicht um Bettlägerigkeit oder Füttern. Nein. Die ersten Fragen, mit denen ich mich beschäftigen sollte lauteten
- Was will ich für meinen Angehörigen?
- Was will ich für mich selbst?
- Wo muss ich mir Hilfe hereinholen?
Diese drei Fragen sind auch heute noch der Schlüssel für wichtige grundlegende Entscheidungen. Sie lassen mich handlungsfähig bleiben, wenn die Situation ausweglos erscheint oder wenn ich in meinem normalen Alltag zwischen der Betreuung meiner Mutter und meinem eigenen Privatleben abwägen muss. Und sie bringen mich zum Nachdenken, wenn ich wieder einmal ungeduldig bin, weil Mutter einfach nicht begreift, was ich gerade von ihr erwarte.
Stichwörter: Alltag, Erfahrungen