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	<title>Alzheimer BLOG &#187; Erfahrungen</title>
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	<description>Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft</description>
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		<title>Interview mit Ursula von der Leyen bei Mona Lisa (ZDF)</title>
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		<pubDate>Thu, 19 May 2011 09:55:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Alzheimerblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Erlebnisse von Betroffenen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Fernsehen]]></category>
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		<description><![CDATA[Die Krankheit Alzheimer kann jeden treffen, auch Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen bzw. deren Familienmitgliedern. So auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, deren Vater an Alzheimer erkrankt ist. In einem Interview im Frauenmagazin Mona Lisa schildert sie ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung ihres Vaters:  http://monalisa.zdf.de Das Thema Alzheimer wird immer wieder mal in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Krankheit Alzheimer kann jeden treffen, auch Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen bzw. deren Familienmitgliedern. So auch Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen, deren Vater an Alzheimer erkrankt ist. In einem Interview im Frauenmagazin Mona Lisa schildert sie ihre eigenen Erfahrungen mit der Erkrankung ihres Vaters:  <a href="http://monalisa.zdf.de/ZDFde/inhalt/14/0,1872,8238894,00.html" target="_blank">http://monalisa.zdf.de</a></p>
<p>Das Thema Alzheimer wird immer wieder mal in den Medien präsentiert, aber nicht immer findet man die Sendungen rechtzeitig. Doch das ZDF hat eine Auswahl an Artikeln und Videos gesammelt, die <a href="http://www.zdf.de/ZDFde/suche.html?pn=1&amp;kw=alzheimer&amp;Suchen.x=0&amp;Suchen.y=0" target="_blank">hier</a> zu finden sind.</p>
<p>Es sind viele interessante und informative Beiträge, die mal eher persönlich, mal eher sachlich gehalten sind, die aber helfen können, mit der Alzheimer-Krankheit umzugehen.</p>
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		<title>Dämmerlicht</title>
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		<pubDate>Wed, 19 Nov 2008 14:04:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wilfried Georgi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>
		<category><![CDATA[Familie]]></category>
		<category><![CDATA[Innensicht Betroffener]]></category>
		<category><![CDATA[Tagesablauf]]></category>

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		<description><![CDATA[Hallo Wilfried, wie telefonisch versprochen, schicke ich Dir im Anhang einige von mir geschriebene Zeilen zum Thema Demenz. Entstanden sind sie, während ich meinen Vater beobachtet habe, wenn er geistesabwesend vor sich hinsinnt. Dabei mache ich mir oft Gedanken, was so in seinem Kopf vor sich geht. Manchmal stelle ich mir das so wie unten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Hallo Wilfried,</p>
<p>wie telefonisch versprochen, schicke ich Dir im Anhang einige von mir geschriebene Zeilen zum Thema Demenz. Entstanden sind sie, während ich meinen Vater beobachtet habe, wenn er geistesabwesend vor sich hinsinnt. Dabei mache ich mir oft Gedanken, was so in seinem Kopf vor sich geht.<br />
Manchmal stelle ich mir das so wie unten geschildert vor.</p>
<p>Viele Grüße auch von meinem Mann,<br />
die Neumänner</p>
<p>Dämmerlicht</p>
<p>Ich sitze im Dämmerlicht. Die Beine hochgelegt, den Rücken bequem –warm –gemütlich in die Kissen gelehnt. Langsam wird es um mich herum dunkel.<br />
Jemand kommt – fasst sanft meine Hand: „Gut so? Alles klar?“ „Alles klar?“ – Ich nicke. Danach eine andere Hand, klein, klebrig. Als ich später an meinen Fingern lecke, schmecken sie nach Schokolade. „Alles klar, Opa?“ Alles klar? – Nichts ist klar! Wer war das eben? Was tue ich hier? Wo bin ich?</p>
<p>Ich! – Wer bin ich; und wozu bin ich noch da, wenn ich das alles nicht mehr weiß? Alles klar. Ich bin ich! Wo, warum, wann – egal. Jetzt ist alles gut! Ich bin ich; hier und heute.</p>
<p>Wer bin ich, wo bin ich, welcher Tag ist heute? Früher war alles gut; alles klar. Ich war jung, verheiratet, hatte Kinder, Freunde, Kollegen; war angesehen, geschätzt, wurde überall gebraucht, zu Hause und im Betrieb. Selbst die Jungen kamen und fragten um Rat … .<br />
<span id="more-434"></span><br />
Ich glaube, ich habe wieder verpasst, rechtzeitig zur Toilette zu gehen. Ständig verlangen sie von mir, ein Windelhöschen zu tragen. Eigentlich brauche ich so was doch gar nicht. Nur eben jetzt war es mal gut. Aber sonst? Manchmal, ganz früh am Morgen, wenn sie noch schlafen (jemand schläft), schaffe ich es, mich unbemerkt ins Bad zu schleichen. Ich lasse Wasser und gehe wieder ins Bett – ohne Windel. Ein herrliches Gefühl. Später, wenn sie mich wecken, sind sie böse auf mich. „Muß das sein? Die ganze Spur geht vom Bett durch den Flur bis ins Bad. Und das Bett ist auch wieder durchgeweicht! Glaubst Du eigentlich, wir haben sonst nichts zu tun?“</p>
<p>Weißt Du eigentlich, wie viele Windeln ich Dir gewechselt habe?!, möchte ich ihr entgegen schreien. Doch ich habe ihren Namen vergessen. Und ich schäme mich. Ich schäme mich, weil ich ihren Namen vergessen habe; und weil man das ab 3 Jahren nicht mehr macht: und weil mir mein Schwiegersohn gleich die Genitalien und den Po waschen wird – und weil ich eigentlich auch schon nicht mehr weiß, warum ich mich jetzt schon wieder schämen muß.</p>
<p>Blödsinn – diese ganze Schämerei! Es gibt Frühstück. Toast, Honig, Käse – und diese runden Dinger vom Huhn, die so gut schmecken; auch mit Schale. Aber seitdem ich eines im Ganzen verputzt habe, passen sie auf. Kein Vergnügen gönnen sie mir: kein Leben ohne Windel,  keine runden Dinger mit Schale. Auch beim Sonntagsbraten werden die Knochen entfernt. Dabei habe ich Rippchen immer so gern abgeknabbert. Und so oft habe ich meine Zähne doch noch gar nicht vergessen rein zu tun.</p>
<p>Moment – habe ich sie jetzt drin? Meine Zunge fährt suchend unter die Lippen. Ja! Da sind sie. – Ach so, der Junge hat sie mir heute früh aus der Schachtel gegeben. Der Junge- überhaupt; ich habe mir immer einen Jungen gewünscht. Aber dann war es doch nur ein Mädchen, und dann ist die Frau operiert worden, und dann war es aus mit Kindern und dem Jungen auch.</p>
<p>Wo kommt denn jetzt mit einem Mal der Junge her? Er ist gut zu mir. Besonders er. Aber er ist auch viel fort. „Auf Arbeit“, sagen sie.<br />
Auf Arbeit war ich auch – fast ein ganzes Leben lang. Erst in der Grube – „Unter Tage“ nannte man das. Da war ich fast noch ein Kind, gerade 14 Jahre und dürr wie eine Spindel. Das war hart. Es fehlte überall. Vor allem an der Technik. Arbeitsschutz, Gesundheit – wen hat das damals interessiert. Nach zwei Jahrzehnten war der Rücken kaputt, die Beine offen. Damals habe ich mich auch geschämt: Untauglich für die Grube.</p>
<p>Warum soll ich mich jetzt schon wieder schämen? Ach so, das Messer und die Gabel – man nimmt nicht die Finger. Warum eigentlich nicht? Ist doch viel praktischer. Geht schneller, der Bauch ist satt und kaum Abwasch. Ich glaube, ich kann ihnen nichts richtig machen.  Einerseits beklagen sie sich über die viele Wäsche von mir; andererseits werden sie böse, wenn ich ihnen den Abwasch ersparen will. „Das macht doch die Spülmaschine“, sagt sie.</p>
<p>Wenn ich doch nur wüßte, wer sie ist, daß sie so eine dicke Lippe riskieren kann, wo ich mich doch mit dem Jungen heute Morgen so gut verstanden habe. Ich müßte einfach mal mit der Faust auf den Tisch hauen. – Zack! So! „ Schluß mit der Meckerei! Schließlich bin ich Dein Vater!“</p>
<p>Ihr Vater? Ja, jetzt weiß ich – sie ist meine Tochter.<br />
Also! Ich krümme die Finger. Es knackt in den Gelenken. Was haben diese Hände früher nicht alles getan: Kartoffeln aus der Erde gewühlt, den Garten umgegraben, … , aber auch ihre Wangen gestreichelt, wenn sie sich weh getan hatte oder traurig war.</p>
<p>Verwundert betrachte ich die geballte Faust. Der Ehering ist tief im Fleisch eingewachsen. Wenn ich nur wüßte, was ich vorhatte? Unsicher stecke ich die kämpferische Hand erst mal in die Hosentasche. So, jetzt ist sie weg. – Mein Kamm auch, stelle ich entsetzt fest. Mein Kamm! Den brauche ich doch! Der ist doch immer in der Tasche! Was soll ich nur ohne ihn machen?! Hektik macht sich in mir breit. Mühselig stemme ich mich hoch und tapse unsicher in die Küche. Die Beine wollen in letzter Zeit nicht mehr so schnell wie ich.</p>
<p>Die Tochter steht an der Spüle und schält Kartoffeln. Ein fragender Blick: „Was suchst Du? Wieder den Kamm?“ Sie trocknet die Hände ab, geht ins Wohnzimmer. Ich schlurfe hinterher. Mit wissendem Blick greift sie in die Sofaritze und zieht einen schwarzen Kamm heraus. „Das ist nicht meiner; meiner ist braun.“ Ein genervtes Lächeln huscht über ihr Gesicht: „Der letzte war braun. Den hast Du auch verbummelt.“ Auch verbummelt? Unfug! Ich habe noch nie etwas verlegt. Wahrscheinlich bringt sie mein Zeug weg. Aber ich bin ja alt – mir kann man ja alles in die Schuhe schieben.</p>
<p>Unzufrieden nehme ich den fremden Kamm und stecke ihn ein. Müde lasse ich mich wieder in die Ecke plumpsen. So eine Aufregung wegen einem Kamm! Sie schickt sich an, wieder in der Küche zu verschwinden. Doch bevor sie geht, streicht sie mir sanft mit der Hand über den Kopf: „Es ist wirklich Deiner.“ Da fühle ich mich plötzlich wieder verstanden, und alles ist gut.</p>
<p>Zufrieden döse ich vor mich hin, bis kleine Füße hastig die Treppe herunterpoltern. Mit Schwung fliegt die Stubentür auf. Wieder fasst die kleine klebrige Hand nach meiner alten, faltigen. Dieses Mal riecht sie nach Honig und Plätzchen. „Opa, wollen wir Memory spielen?“ Ein kleines Gesicht mit Zöpfen und frecher Stupsnase taucht vor mir auf. Ich schaue überrascht in dieses Kindergesicht und dann auf unsere beiden Hände: „Klar, spielen wir. Und dieses Mal gewinne ich!“ Ein vergnügtes Lachen gluckst auf: „Das werden wir noch sehen!“ Dann läuft sie nach dem Spiel suchen; und ich sitze wieder im Dämmerlicht.</p>
<p>Doch dann scheint hinter den Gardinen für einen Augenblick die Wintersonne ins Zimmer. Um mich herum wird es warm und hell, und ich bin dankbar für dieses Licht.</p>
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		<title>Kernfragen am Anfang</title>
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		<pubDate>Thu, 04 Sep 2008 11:08:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Bis zum Ausbruch der Krankheit meiner Mutter vor dreieinhalb Jahren hatte ich noch nie einen demenzkranken Menschen gesehen. Kleine Kinder, Erwachsene, Ausländer, erkenne ich sofort wenn sie mir begegnen. Weil ich eben von Klein auf den Umgang mit ihnen gewöhnt bin, weiß ich automatisch, wie ich mit ihnen umgehe. Warum meine Mutter aber auf einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis zum Ausbruch der Krankheit meiner Mutter vor dreieinhalb Jahren hatte ich noch nie einen demenzkranken Menschen gesehen. Kleine Kinder, Erwachsene, Ausländer, erkenne ich sofort wenn sie mir begegnen. Weil ich eben von Klein auf den Umgang mit ihnen gewöhnt bin, weiß ich automatisch, wie ich mit ihnen umgehe. Warum meine Mutter aber auf einmal so verdreht sprach und immer öfter widersinnig handelte, dafür kannte ich kein Beispiel. Es machte mich ungeduldig und hilflos.</p>
<p>Ein Freund riet mir, einen Kursus für pflegende Angehörige zu belegen. Bettlägerig war Mutter aber nicht. Weshalb also einen Kurs? Vielleicht doch lieber ein Anleitungsbuch? Ein Blick ins Internet machte mich schlauer. Unter dem Stichwort Alzheimer eröffnet sich eine Welt von Grundwissen, Tipps sowie einige kostenfreie Schulungsangebote. Mein erster Crashkurs war bei der Alzheimergesellschaft. Und es ging überhaupt nicht um Bettlägerigkeit oder Füttern. Nein. Die ersten Fragen, mit denen ich mich beschäftigen sollte lauteten</p>
<ul>
<li>Was will ich für meinen Angehörigen?</li>
<li>Was will ich für mich selbst?</li>
<li>Wo muss ich mir Hilfe hereinholen?</li>
</ul>
<p>Diese drei Fragen sind auch heute noch der Schlüssel für wichtige grundlegende Entscheidungen. Sie lassen mich handlungsfähig bleiben, wenn die Situation ausweglos erscheint oder wenn ich in meinem normalen Alltag zwischen der Betreuung meiner Mutter und meinem eigenen Privatleben abwägen muss. Und sie bringen mich zum Nachdenken, wenn ich wieder einmal ungeduldig bin, weil Mutter einfach nicht begreift, was ich gerade von ihr erwarte.</p>
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