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	<title>Alzheimer BLOG &#187; fokus</title>
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	<description>Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft</description>
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		<title>Die Sprache verstehen</title>
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		<pubDate>Mon, 03 Jan 2011 09:41:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich arbeite seit fünf Jahren in einem Wohnbereich für demenzkranke Menschen und bin immer noch davon fasziniert, was für Wörter ihnen einfallen und wie geschickt sie gewisse Dinge umschreiben können. Wir müssen nur lernen, zwischen den Zeilen zu lesen! Frau Schäfer saß im Rollstuhl und konnte wegen massiver Gleichgewichtsstörungen nur in Begleitung laufen. Da sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich arbeite seit fünf Jahren in einem Wohnbereich für demenzkranke Menschen und bin immer noch davon fasziniert, was für Wörter ihnen einfallen und wie geschickt sie gewisse Dinge umschreiben können.</p>
<p>Wir müssen nur lernen, zwischen den Zeilen zu lesen!</p>
<p>Frau Schäfer saß im Rollstuhl und konnte wegen massiver Gleichgewichtsstörungen nur in Begleitung laufen. Da sie selbst nicht mehr in der Lage war, die Gefahr eines Sturzes einzuschätzen, wurde sie zu ihrem eigenen Schutz mit einem Bauchgurt im Rollstuhl fixiert.</p>
<p>Das empfand sie verständlicherweise oft als störend.</p>
<p>Eines Nachmittags hatte sie schon eine Weile vergeblich versucht, den Gurt zu öffnen und suchte nun Hilfe bei ihren Mitbewohnern.</p>
<p>Sie rief im Kommandoton: „Wer macht denn hier die Kohlen los? Wer leitet denn hier die Kompanie? Durchschneiden! Sofort! Haben Sie schon die Bremse los?“</p>
<p>Wenn man weiß, was Frau Schäfer beabsichtigte, klangen ihre Befehle durchaus logisch, oder?</p>
<p>Frau Pretorius fuhr, als sie nicht mehr selbständig laufen konnte, unermüdlich mit dem Rollstuhl über die Flure des Wohnbereichs. Als sie mich aus einem Zimmer kommen sah, winkte sie mich zu sich heran.</p>
<p>Sie fragte: „Wissen Sie eigentlich, wie ich mich morgens fühle?“<span id="more-1753"></span></p>
<p>Ich dachte nach, was sie meinen könnte. Abends, wenn wir sie ins Bett legten, wurde sie oft wütend, beschimpfte uns, schlug um sich und versuchte, uns zu beißen. Meinte sie das?</p>
<p>Ich fragte nach: „Wie Sie sich morgens fühlen? Nicht gut?“</p>
<p>„Nein, nicht gut! Ich fühl mich böse!“ antwortete sie.</p>
<p>„Kann ich Ihnen denn helfen, damit Sie sich nicht böse fühlen?“</p>
<p>„Ja, Sie können zu mir herein kommen und mich gut machen!“</p>
<p>„Abgemacht!“, sagte ich. „Wenn das hilft, komme ich zu Ihnen herein!“</p>
<p>Mit einem „Nu“ gab sie mir zu verstehen, dass sie mit unserem Gespräch zufrieden war und fuhr weiter über die Flure.</p>
<p>Man sieht, die Kommunikation mit Demenzkranken ist gar nicht so schwer. Wenn wir uns ein wenig in ihn einfühlen, ihn so akzeptieren wie er ist und ihn nicht ständig verbessern oder belehren wollen, dann ist schon viel für einen menschenwürdigen Umgang miteinander getan.</p>
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		<title>Bunt und unkelunk</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/11/24/bunt-und-unkelunk/</link>
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		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 14:39:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>

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		<description><![CDATA[In der Kommunikation mit Demenzkranken sind neben dem Einfühlungsvermögen Humor und ein ehrliches Lächeln dankbare Begleiter. Frau Wieland lag im Bett, ich faltete die Hände, um mit ihr zu beten. Sie machte es ebenso und begann: „Vater im Himmel, gereinigt werde dein Haus! Amen!“ Stolz lächelnd fragte sie mich, ob es so richtig sei. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In der Kommunikation mit Demenzkranken sind neben dem Einfühlungsvermögen Humor und ein ehrliches Lächeln dankbare Begleiter.</p>
<p>Frau Wieland lag im Bett, ich faltete die Hände, um mit ihr zu beten. Sie machte es ebenso und begann: „Vater im Himmel, gereinigt werde dein Haus! Amen!“</p>
<p>Stolz lächelnd fragte sie mich, ob es so richtig sei. Ich konnte nicht anders, als sie in den Arm zu nehmen und ihr zu versichern, dass dieses Gebet einfach wunderbar war.</p>
<p>Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz kommt es häufig vor, dass die Betroffenen unermüdlich vor sich hin reden. Manche wiederholen sich ständig, bei anderen kann man nur einzelne Wörter verstehen. Der Tonfall kann von gleichmäßig ruhig über bestimmt bis hin zu wütend und laut variieren. Manchmal hört es sich an, als würde jemand telefonieren, einen Vortrag halten oder ein Gedicht aufsagen. Auch tauchen oft einzelne Begriffe aus dem Berufsleben auf. Ist die Biografie des Betroffenen bekannt, kann man oft über diese berufliche Schiene an ihn heran kommen.<span id="more-1751"></span></p>
<p>Herr Niemeier war ein Meister in kreativen Wortschöpfungen:</p>
<p>„Die ham ja die Hinderbindering, wenn die Mörcheln gelärgert haben, da ist ja die kleine Ölemöle, der hat doch geschneiselt, ich habe gefritzt, sonst übersehen die mir!“</p>
<p>Herr Lindemeier erzählte folgendes: „Zwei und das zwei, das sind die drei! Das ist doch bunt und unkelunk. Falle auf Bauch. Wo ist denn dieser Dammelwald? Er meint, dass die von dem baffen die Raster und dann brauch die nicht mehr so hin. Ich geh gleich lauf hier, lass das anstoßen, dann kommt hier die Frau. Ich bin ein Samsumert!“</p>
<p>Mal ehrlich, wer von uns nicht Demenzkranken kann sich so fantastische Wörter ausdenken?</p>
<p>Dann rief Herr Lindemeier plötzlich: „Jetzt muss ich was sagen! Was haltet ihr davon, wenn der Leistenbruch gefestigt wird?“</p>
<p>Ich stimmte ihm zu und lobte ihn für diesen guten Vorschlag. Herr Lindemeier war sichtlich zufrieden und stolz.</p>
<p>Auch wenn man nicht jedes Wort versteht, ist es möglich, mit Demenzkranken im fortgeschrittenen Stadium zu kommunizieren. Je nach Tonfall kann man ihm antworten und  das Gefühl geben, verstanden und akzeptiert zu werden.</p>
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		<title>Auch in Pflegeoasen wird gelacht</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2010/09/07/auch-in-pflegeoasen-wird-gelacht/</link>
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		<pubDate>Tue, 07 Sep 2010 14:30:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAlzG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Humor]]></category>
		<category><![CDATA[Lachen]]></category>

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		<description><![CDATA[Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz verlieren die Betroffene nicht nur ihre Sprachfähigkeit und Mobilität, sondern zunehmend auch ihre Fähigkeit zu lachen und sich über etwas freuen zu können. Zunächst waren wir bei unserer Begleitforschung in „Pflegeoasen“ für schwer demenziell Erkrankte überrascht, auch hier Momente der Heiterkeit und der Situationskomik anzutreffen. Offenbar wirken diese besonderen Milieus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2010/08/Fotolia_12007826_XS.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1530" style="margin: 10px;" title="Seniorin mit Apfel" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2010/08/Fotolia_12007826_XS.jpg" alt="" width="141" height="212" /></a>Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz verlieren die Betroffene nicht nur ihre Sprachfähigkeit und Mobilität, sondern zunehmend auch ihre Fähigkeit zu lachen und sich über etwas freuen zu können. Zunächst waren wir bei unserer Begleitforschung in „Pflegeoasen“ für schwer demenziell Erkrankte überrascht, auch hier Momente der Heiterkeit und der Situationskomik anzutreffen. Offenbar wirken diese besonderen Milieus entspannend, anregend und Kontakt fördernd. In der stimulierenden Umgebung entstehen Situationen, in denen gelacht werden kann, und wenn erst einmal einer lacht, wirkt dies oft ansteckend auf alle anderen. Immer wieder gibt es Momente im Alltag, in denen die Erkrankten sich derart freuen, dass sie unbeschwert in Lachen verfallen.<br />
<span id="more-1529"></span>Pflegeoase in Bayern<br />
Frau K. stammt ursprünglich aus Hessen und ist später nach Bayern gezogen. Sie liebt die Bayerische Kultur mit ihrer Musik und ihren Spezialitäten. Sie befindet sich im Stadium der Schwerstdemenz, kann nicht mehr sprechen und selbstständig gehen. In der Pflegeoase hat sie jedoch das Interesse an ihrer Umwelt wieder gewonnen. Als ich im Zuge unserer wissenschaftlichen Begleitung den Raum betrete geht ein breites Lachen über ihr Gesicht. Mein Vollbart hatte sie offenbar an schöne Zeiten erinnert. Da gerade die Oktoberfestzeit angebrochen war, spielt die Musiktherapeutin typische Festzeltmusik auf der Flöte und der Gitarre und singt dazu. Frau K. hat den Blick weiter auf mich gerichtet und beginnt im Takt zu wippen, versucht mitzusingen, wippt mit den Füßen und lacht. Die Mitbewohnerinnen am Tisch lachen mit und versuchen mit den Händen oder den Füßen die Musik zu begleiten. Das wirkt derart ansteckend, dass Frau K. das Gitarrenspiel mit „Luftgitarre“ begleitet, so dass alle im Raum, Bewohner, Besucher wie auch die Therapeutin minutenlang lachend in die Musik einfallen.</p>
<p>Pflegeoase in Niedersachsen<br />
Frau F. ist noch etwas mobil, kann mitunter einige Sätze sprechen, steht aber bereits im Stadium schwerster Demenz. Während unseres Besuches  „diskutiert“ sie mit der Pflegerin die Behandlung der Mitbewohnerinnen. Da einige der schwerst erkrankten Bewohnerinnen nicht gleich auf Ansprache reagieren, schlägt Frau F., offenbar in Erinnerung an die eigene Kindheit, eine militante Vorgehensweise vor. „Wenn die nicht hören, kriegen die auf die Nase. Nur die Erwachsenen, die kriegen dann einen leicht auf die Zinne“. Und mit einem Seitenblick auf mich und meinen Bart: „So ist das Opa!“ Als wir sie alle erstaunt ansehen fängt sie an zu lachen, zunächst etwas verunsichert  stimmen wir ein. Hat sie uns auf den Arm genommen? Plötzlich erfüllt das Lachen den ganzen Raum. Auch die anderen Bewohnerinnen haben sich anstecken lassen.</p>
<p>Pflegeoasen sollen ihren Bewohnerinnen und Bewohnern ein anregendes Milieu bieten. Situationen, die zum Lachen animieren fördern die sozialen Verhaltensweisen. Das geschieht nicht von selbst, sondern dazu müssen Gelegenheiten geschaffen werden. In den vom Institut für sozialpolitische und gerontologische Studien ISGOS Berlin wissenschaftlich begleiteten unterschiedlichen Oasetypen werden derartige Zugänge zu den Bewohnern eröffnet. Die gute Stimmung zeigt insbesondere in den oben beschriebenen Szenen, dass der Einsatz verschiedener Therapieformen wie Milieutherapie und Musiktherapie Menschen auch im schwersten Demenzstadium erreichen und den ihnen eigenen Humor zum Klingen bringen können. Die bisherigen Ergebnisse der Studien belegen eine fördernde Wirkung auf Stimmung, Wohlbefinden und soziales Verhalten.</p>
<p>Jürgen Dettbarn-Reggentin / Heike Reggentin<br />
Institut für sozialpolitische und gerontologische Studien, ISGOS-Berlin</p>
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		<title>Wie schlimm die Demenz seiner Uroma für meinen Sohn war, habe ich viel zu spät verstanden</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2008/12/11/wie-schwer-die-demenz-seiner-uroma-fur-meinen-sohn-war-habe-ich-viel-zu-spat-erfahren/</link>
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		<pubDate>Thu, 11 Dec 2008 10:20:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Susanna S.</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>
		<category><![CDATA[Krankenhaus]]></category>
		<category><![CDATA[Tod]]></category>

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		<description><![CDATA[Am 1. Advent ist meine Großmutter gestorben. Wir haben an diesem Tag ihren 97. Geburtstag mit ihr gefeiert. Vor mehr als 11 Jahren ist bei ihr eine Demenz &#8211; &#8220;Alzheimer mit untypischen Verlauf&#8221; &#8211; diagnostiziert worden und seit 5 1/2 Jahren hat sie in einem Heim gelebt. Lange Zeit ging es meiner Großmutter im Heim [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 1. Advent ist meine Großmutter gestorben. Wir haben an diesem Tag ihren 97. Geburtstag mit ihr gefeiert. Vor mehr als 11 Jahren ist bei ihr eine Demenz &#8211; &#8220;Alzheimer mit untypischen Verlauf&#8221; &#8211; diagnostiziert worden und seit 5 1/2 Jahren hat sie in einem Heim gelebt.</p>
<p>Lange Zeit ging es meiner Großmutter im Heim relativ gut. Sie fühlte sich wohl und gut versorgt und die Demenz schritt so langsam voran, dass wir manchmal an der Dignose zweifelten. Erst in den letzten Monaten baute sie auch körperlich sehr ab und verbrachte die letzte Woche vor ihrem Geburtstag im Krankenhaus. Wir haben sie als ganze Familie dort besucht. Wie eine Antwort auf ihre ständig wiederkehrende Frage &#8220;Wen hab ich denn noch? Wer gehört denn noch zu mir?&#8221; haben sich an diesem Tag alle, die noch zu ihr gehörten, bei ihr versammelt. An ihrem letzten Tag war sie schon nicht mehr ganz in unserer Welt. Sie öffnete die Augen nicht mehr und konnte auch nicht mehr mit Worten auf unsere Zuwendung reagieren. Trotzdem merkten wir immer wieder, dass sie uns, die Gebete, die wir sprachen, und die Lieder, die wir sangen, wahrnahm. Der Anblick meiner Großmutter, die so dünn und schwach geworden war, rührte mich zu Tränen. Die heftige Reaktion meines 18jährigen Sohnes hat mich dennoch überrascht. Er brach in Tränen aus und war untröstlich. <span id="more-462"></span>Das hatte ich nicht erwartet, weil er seine Uroma in den letzten Jahren nur sehr selten besucht hatte und ich dachte, dass er eine so alte Frau einfach langweilig fände. Als er mir unter Tränen erklärte, dass er sie nur deshalb in den letzten Jahren so selten besucht hat, weil er sich das Bild seiner fröhlichen Urgroßmutter, das er aus frühen Jahren in Erinnerung hatte, bewahren wollte, hat mich das zutiefst erschüttert. Er hat mir das vorher nie erzählt und überhaupt nur wenig über die Uroma gesprochen.</p>
<p>Ich selbst habe mich mit den Veränderungen meiner Großmutter ganz gut abfinden können und wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass es für meine Kinder so schlimm sein könnte. Im Nachhinein sehe ich, dass ich ihnen viel mehr Gespräche und Hilfestellungen hätte anbieten sollen!</p>
<p>Großmutter ist am Nachmittag ihres Geburtstages gestorben. Mein großer Sohn hat ihre Hand gehalten, meine Mutter hat ihren Rücken gestreichelt und ich hielt sie im Arm. Es war ein sanftes Ende und alles rundherum stimmte. Auch das Krankenhaus bot uns eine so ruhige und wohltuende Umgebung, dass dieser Abschied bei aller Trauer auch eine gute Erfahrung war.</p>
<p>Und ich bin froh, dass mein Sohn dabei war und gespürt hat, dass sein Da-Sein am Ende auch sehr wichtig war für seine liebe Uroma.</p>
<p>Susanna S.</p>
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		<title>Im Fokus: Wie gehen Kinder mit Demenz um?</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2008/12/10/thema-des-monats-wie-gehen-kinder-mit-demenz-um/</link>
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		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 09:42:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAlzG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[demenz]]></category>
		<category><![CDATA[fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Kinder]]></category>

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		<description><![CDATA[Bei unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass es bestimmte Themen gibt, die zwar eigentlich wichtig sind, aber im Alltag untergehen, weil man einfach nicht daran denkt. So wie im Beitrag von Susanna S., die erst beim Tod ihrer Großmutter festgestellt hat, dass ihr Sohn mit der Krankheit seiner Uroma große Probleme hatte. Wir werden hier [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong><span style="color: #ff6600;">Bei unserer Arbeit haben wir festgestellt, dass es bestimmte Themen gibt, die zwar eigentlich wichtig sind, aber im Alltag untergehen, weil man einfach nicht daran denkt.</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff6600;">So wie im Beitrag von Susanna S., die erst beim Tod ihrer Großmutter festgestellt hat, dass ihr Sohn mit der Krankheit seiner Uroma große Probleme hatte.</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff6600;">Wir werden hier zukünftig alle 2-3 Monate ein Fokusthema veröffentlichen, um genau diese besonderen Aspekte im Blog verstärkt zu diskutieren. Beiträge zu anderen Themenbereichen sind natürlich auch immer gewünscht.</span></strong></p>
<p><strong><span style="color: #ff6600;">Wir hoffen damit beitragen zu können, bislang zu wenig beachtete Schwerpunkte den Betroffenen, Angehörigen und Fachleuten näher bringen zu können. Wir freuen uns über zahlreiche Beiträge und Kommentare!</span></strong></p>
<h2><strong>Meine Oma hat Alzheimer</strong></h2>
<p>Ich wohne in Berlin und meine Großeltern in Süddeutschland. Wenn wir sie besucht haben, hat meine Oma mich immer wieder mitgenommen, und wir sind Schuhe kaufen gegangen. Im Winter waren es Winterstiefel, im Sommer Sandalen. Später hat sie meiner Mutter Geld gegeben, damit ich mit ihr Schuhe kaufen gehen kann. Heute hat sie es ganz vergessen und meist weiß sie auch nicht mehr, wer ich bin. Ich glaube schon, dass mich meine Oma mag. Sie war ganz lieb zu mir und hat sich gefreut, wenn ich kam. Wir haben auch viel miteinander gespielt. „Mensch ärgere dich nicht“ mochte sie besonders gern. Doch dann hat es mir keinen Spaß mehr gemacht, weil sie ihre eigenen Regeln erfunden hat. Sie setzte ihre Kegel auf das Feld und wanderte schnurstracks rückwärts ins Ziel. Das hat mich dann geärgert, und wir haben nicht weiter gespielt. Was meine Oma nicht mochte war, wenn mein Cousin kam und wir das Sofa als Turngerät nutzten. Das Laute war ihr häufig zu viel und sie schimpfte mit uns.</p>
<p>Meine Mutter hat Oma oft gebadet oder ihr beim Waschen geholfen. Manchmal hat sie mich gebeten, bei ihr zu bleiben, weil sie noch etwas holen musste. Oma wollte dann oft hinterher. Manchmal hörte sie nicht auf mich. Dann habe ich sie an der Hand genommen, und ihr gesagt, sie soll doch bei mir bleiben. Das hat geholfen.<span id="more-471"></span></p>
<p>Bei schönem Wetter saß Oma ganz oft draußen in ihrem Stuhl. Sie war ganz braun im Gesicht und auf den Armen. Manchmal kam es dann vor, dass sie einfach weggegangen ist. Wir sind dann die ganzen Straßen abgelaufen und haben nach ihr gesucht. Das war schlimm – ich habe mir richtig Sorgen um sie gemacht. Ich war sehr froh, als wir sie wieder gefunden hatten.</p>
<p>Heute bin ich 11 Jahre und meine Oma lebt im Altenheim. Sie mag es sehr gerne, wenn wir singen. Meine Mutter kennt sie nicht mehr, meinen Vater auch nicht, doch von manchen Liedern kennt sie noch alle Strophen, z.B. von „Auf der schwäbischa Eisenbahna.“ Mein Opa ist jetzt ganz allein in dem großen Haus und manchmal fühlt er sich sehr einsam. Er ist auch traurig, dass Oma im Heim ist.</p>
<p>Ich weiß schon seit langem, dass meine Oma krank ist. Man muss sich damit zurechtfinden, dann wird es leichter. Ich kenne sie ja fast nur krank und kann mich kaum noch daran erinnern, wie sie vor ihrer Krankheit war. Nur manchmal, wenn meine Freundinnen von ihren Großeltern erzählen, was sie alles mit ihnen machen, dann stimmt es mich traurig. Dann denke ich daran, dass ich zwar zwei lebendige Omas habe, aber nur noch mit einer etwas machen kann.</p>
<p>Wenn wir wieder zurück nach Berlin fahren, dann drücken wir die Oma ganz fest. Und wenn wir in die Kirche gehen, zünden wir eine Kerze für sie an und denken an sie und wünschen ihr, dass es ihr gut geht.</p>
<p>Jana</p>
]]></content:encoded>
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