Ein Gedicht von Anke Kopietz über Alzheimer

Freitag, 17. Juli 2009 von Alzheimer Gesellschaft e.V.

Alzheimer

In Erinnerung an meine Mutter

Leider, vor gar nicht langer Zeit,
verlor dich dein Gedächtnis.
Nichts blieb uns mehr, von deiner Zeit.
Erinnerung, ist dein Vermächtnis.

Dein Lachen, wurde Lächeln, zaghaft.
Nur Angst, stand fragend im Gesicht.
Und Abwehr, wurde deiner habhaft,
Vertrauen? Nein, konntest du nicht.

Wem auch? Fremd waren wir dir alle.
Mann, Kinder, Umfeld und auch Haus
So grenztest du, in diesem Falle,
uns ganz, aus deinem Leben aus.

Wir wurden krank, voll Kummer, Sorgen.
Wollten verbinden, helfen, da sein.
Dachten an heute, nicht an Morgen.
Dachten, das kann doch gar nicht wahr sein

Machten dir, uns, auf alle Fälle,
sah`n nicht, wie uns die Zeit verrann,
den Rest des Lebens schon zur Hölle,
als schleichend Sterben, schon begann.

Wir suchten Dich in deiner Hülle.
Haderten mit dem Schicksal nur.
Fanden nicht deines Lebens Fülle.
Zerschlagen deine Lebensuhr.

Oh, hätten wir doch alle nur,
viel besser deine Zeit genutzt.
Gezeigt dir, unsre Liebe pur.

Nun, sind die Flügel uns gestutzt.

© Anke Kopietz 15. Juli 2009

Mit freundlicher Genehmigung der Autorin.

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