Erinnerung

Dienstag, 7. Juni 2011 von Anke Kopietz

Erinnerung

an meinen Vater

Seine Waldzither, die er so gerne gehalten in der Hand,
hängt heute, wie verloren, am Nagel, an der Wand.
Die kleine Mandoline hängt auch gleich daneben.
Für ein erneutes Spiel würde ich gern alles geben.

Doch er weiß heute nicht einmal wofür sie taugen.
Betrachtet sie mit verlorenen, hilflosen Augen.
Heute weiß er nichts mehr über Vergangenheit, Zeit.
Sie gingen verloren. Erinnern ist weit.

Er ist in sich selber, seit langem gefangen.
Betrachtet sein Umfeld mit Zittern, voll Bangen.
Lebt in einem Zeitraum, den ich gar nicht kenne.
Erzählt mir von Namen. Verwirrtheit ich`s nenne.

Ich möchte ihn halten, doch er kennt mich nicht mehr.
Wo ist er geblieben? Ich lieb ihn so sehr.
Ich möchte ihm alle, ganz ohne Bedenken,
von ihm und von mir, Erinnerung schenken.

©Anke Kopietz 26. Mai 2011

15 Personen gefällt dieser Artikel.

Stichwörter: ,



Unsere Seite bei Facebook