Mit einem ungewöhnlichen Spot macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft jetzt auf das Problem der Demenz aufmerksam.
Der Spot setzt bei den Zuschauern allerdings nicht auf Betroffenheit. Er will mit Humor und Überraschungseffekt auf das Thema hinweisen. Als Mitwirkende konnten der Entertainer Roberto Blanco sowie die Heavy Metal Band Sodom gewonnen werden, die beide im Interesse des guten Zwecks ohne Honorar auftreten. Ebenso wie alle anderen an dem Konzept und der Umsetzung des Spots Beteiligten.
Hereinspaziert in den Zirkus der Generationen in Arnsberg!
Das Jugendbegegnungszentrum Liebfrauen betreibt seit vielen Jahren sehr erfolgreich den “Zirkus Fantastello”. Darauf aufbauend haben die Kinder und Jugendlichen in den letzten zwei Jahren ein spannendes Experiment gewagt.
Gemeinsam mit Bewohnern des in der Nähe gelegenen Seniorenzentrums des Caritas-Verbandes in Arnsberg haben sie den Zirkus der Generationen ins Leben gerufen. Bei den wöchentlichen Proben – entweder im Seniorenzentrum oder im Jugendbegegnungszentrum – übten die jungen und alten Artisten gemeinsam Kunst- und Zauberstücke ein. (Weiterlesen )
Im fortgeschrittenen Stadium der Demenz verlieren die Betroffene nicht nur ihre Sprachfähigkeit und Mobilität, sondern zunehmend auch ihre Fähigkeit zu lachen und sich über etwas freuen zu können. Zunächst waren wir bei unserer Begleitforschung in „Pflegeoasen“ für schwer demenziell Erkrankte überrascht, auch hier Momente der Heiterkeit und der Situationskomik anzutreffen. Offenbar wirken diese besonderen Milieus entspannend, anregend und Kontakt fördernd. In der stimulierenden Umgebung entstehen Situationen, in denen gelacht werden kann, und wenn erst einmal einer lacht, wirkt dies oft ansteckend auf alle anderen. Immer wieder gibt es Momente im Alltag, in denen die Erkrankten sich derart freuen, dass sie unbeschwert in Lachen verfallen. (Weiterlesen )
Das Lachen,die Freude ist für den Kranken äußerst wichtig. Dies habe ich an meiner Mutter gut beobachten können. Sie lachte gern, so dass ich bewußt Gelegenheiten herbeizauberte, damit wir beide herzlichst lachen konnten. Aber bitte kein erzwungenes Lachen, dies können die Kranken empfinden.
So hatte ich ihr Nachthemd mir falsch über den Kopf gezogen und meinte zu ihr “Jetzt habe ich mir Dein Nachthemd verkehrt herum angezogen und du bist nackt, ich bin aber scheußlich.” Wir lachten beide über mein “Ungeschick”.
Manches Mal zog ich auch Grimassen, die sie erheiterten. Mit lachen, einem freundlichen Gesichtsausdruck und ruhiger Sprache ohne Hast ging für uns beide vieles leichter.
Es grüßt Euch Dagmar
Mit Humor und Demenz werden oftmals nur unsensible herabwürdigende Witze über Vergesslichkeit und Fehlhandlungen der erkrankten Menschen verbunden. Doch das Lachen und der wertschätzende Humor gehören heute neben der Bewegung und der Musik zu den wichtigsten therapeutischen Mitteln einer guten Betreuung Demenzkranker. Das echte Lächeln und Lachen erzeugt Gefühle der Geborgenheit und stärkt zwischenmenschliche Beziehungen. Zudem mindert Lachen Stress, Depression und Ängste. Ebenso stärkt es das Immunsystem und das Selbstwertgefühl.
Foto: P. Klapps
Wir sind alle von Zeit zu Zeit komisch, zum Vergnügen unserer Umgebung. Im Lachen sind wir alle gleich. Diese Momente der Gemeinsamkeit sind Augenblicke, in denen wir die Freiheit, die Befreiung suchen. Und in jedem Lachen, das wir auslösen, liegt die Hoffnung auf Verstehen und Verstandenwerden. Wenn man trotz aller Belastungen und Enttäuschungen bei der Betreuung auch komische Situationen erkennen und gemeinsam mit (und nicht über) den Betroffenen lachen kann, entlastet es beide Seiten. Sofort finden sich viele weitere Anlässe zum herzlichen Miteinander-Lachen.
Therapeutische Clowns (Klinik-Clowns) sind wichtige Unterstützer der Betroffenen, der Angehörigen und der professionellen Betreuer, sowohl im Krankenhaus als auch in Heimen.
Rheinischer Frohsinn und Alzheimer müssen keine Gegensätze sein. Die Erinnerung an das bunte karnevalistische Treiben, den rheinischen Frohsinn, ist bei einem richtigen (oder auch richtig angelernten) Rheinländer seit frühester Kindheit so tief verankert, dass auch die Alzheimerkrankheit dieses Grundverhalten erst sehr spät in Vergessenheit geraten lässt.
Kaum ertönt die „decke Trumm“ oder ein entsprechend bekanntes Karnevalslied, kommt die Erinnerung hoch und jeder, ob Betroffener oder Angehöriger, macht mit und feiert Karneval so gut er kann.
Der gelungene Versuch der Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V., eine karnevalistische Feier in den eigenen Räumen zu veranstalten mündete in dem festen Vorsatz, am nächsten Rosenmontagszug in der Kreisstadt Euskirchen teilzunehmen.
Schon diese Diskussion weckte verschüttete Erinnerungen an frühere karnevalistische Erlebnisse. Mit dem Schlachtruf „Net lang lamentieren, sondern engagieren“ wurde sich – nicht ohne das Versprechen auf eine Wiederholung abzugeben – verabschiedet.
Einer der Betroffenen schaute sich die Bilder von bekannten Persönlichkeiten mit Alzheimererkrankung – die von der karnevalistischen Dekoration nicht ganz verdeckt waren – an und meinte trocken: „Da bin ich ja in guter Gesellschaft, mir geht es gut“.
Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V.
F.d.R. Dagmar Harder
Immer wenn der Gesprächskreis von an Demenzerkrankten mit ihren Angehörigen sich zu ihrem monatlichen Ausflügen mit anschließendem gemeinsamen Kaffee trinken trifft, ist Fröhlichkeit angesagt.
So auch bei der Geburt von „Alzi“, dem bunten Stoffpapagei, der noch eingebettet in einem Hauch von Papier mit einer dicken Schleife versehen auf seine Ankunft in der Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V. wartete. Er wollte einfach nur in die Gemeinschaft aufgenommen werden und war schon sehr nervös.
Aber bevor alles eingeleitet werden konnte, ging wie immer ein Scherz voran. Dieses Mal wurde der Besuch von Frau X bei ihrem Hausarzt und der Verwechslung von Krokodil und Papagei fröhlich zur Kenntnis genommen.
Das war das Stichwort für „Alzi“. Er konnte es nicht mehr aushalten. Flugs wurde seine Hülle, in Form des Einwickelpapiers entfernt und hervor kam ein wunderschöner in allen Farben schillernder Stoffpapagei.
Die Geburt war ohne Komplikationen abgelaufen und die Freude war bei allen groß. Aber, wie bei allen „neuhinzugekommenen“ Teilnehmern hatte er ja noch keinen Namen.
Und wie es sich in einer demokratischen Gemeinschaft gehört, bekam jeder einen Zettel, um seinen Wunschnamen für „Alzi“ aufzuschreiben. Unter fröhlichem Lachen wurde „Alzi“ mit den meisten Stimmen gewählt. Er darf ab sofort an allen Ausflügen der Gruppe teilnehmen. Die anschließend eingeleitete Taufe mit viel Wasser besiegelte die Namensgebung.
Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V.
Vorsitzender: Dr. med. Hartmut Bauer
F.d.R. Dagmar Harder
Augenbroicher Str. 53
53879 Euskirchen