Wie schlimm die Demenz seiner Uroma für meinen Sohn war, habe ich viel zu spät verstanden

Donnerstag, 11. Dezember 2008 von Susanna S.

Am 1. Advent ist meine Großmutter gestorben. Wir haben an diesem Tag ihren 97. Geburtstag mit ihr gefeiert. Vor mehr als 11 Jahren ist bei ihr eine Demenz – “Alzheimer mit untypischen Verlauf” – diagnostiziert worden und seit 5 1/2 Jahren hat sie in einem Heim gelebt.

Lange Zeit ging es meiner Großmutter im Heim relativ gut. Sie fühlte sich wohl und gut versorgt und die Demenz schritt so langsam voran, dass wir manchmal an der Dignose zweifelten. Erst in den letzten Monaten baute sie auch körperlich sehr ab und verbrachte die letzte Woche vor ihrem Geburtstag im Krankenhaus. Wir haben sie als ganze Familie dort besucht. Wie eine Antwort auf ihre ständig wiederkehrende Frage “Wen hab ich denn noch? Wer gehört denn noch zu mir?” haben sich an diesem Tag alle, die noch zu ihr gehörten, bei ihr versammelt. An ihrem letzten Tag war sie schon nicht mehr ganz in unserer Welt. Sie öffnete die Augen nicht mehr und konnte auch nicht mehr mit Worten auf unsere Zuwendung reagieren. Trotzdem merkten wir immer wieder, dass sie uns, die Gebete, die wir sprachen, und die Lieder, die wir sangen, wahrnahm. Der Anblick meiner Großmutter, die so dünn und schwach geworden war, rührte mich zu Tränen. Die heftige Reaktion meines 18jährigen Sohnes hat mich dennoch überrascht. Er brach in Tränen aus und war untröstlich. (Weiterlesen…)

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