Die neue Omi

Samstag, 14. Mai 2011 von Alzheimer-Telefon

Cover zu "Die neue Omi"So selten sind Kinderbücher über das Thema Demenz nicht mehr, denn auch Kinder haben Großmütter und Großväter, die an Demenz leiden. Ein Heranführen an das Thema durch Kinderbücher stellt eine wunderbare Methode dar.

Ein weiteres Buch, das sich mit dem Thema beschäftigt, heißt „Die neue Omi“ von Elisabeth Steinkellner und Michael Roher. Das Buch handelt von einer alten Omi, die sich immer über Finis neue Frisuren gewundert hat, aber trotzdem mit ihr in den Park gegangen ist um Enten zu füttern und von der neuen Omi, die lieber die Krümel – eigentlich für die Enten- selber isst. Fini findet die neue Omi vielleicht ein wenig seltsam, aber für ihr Verständnis so normal, dass sie mühelos mit den Veränderungen umgehen kann und schlussendlich der neuen Omi beim Essen hilft und sie sogar frisiert.

„Die neue Omi“ ist ein Kinderbuch mit einer einfachen und unkomplizierten Geschichte. Es werden weder Emotionen angesprochen noch eine Beurteilung der Situation abgegeben, sondern es scheint, dass die Autoren sich nur auf das Beschreiben beschränken. Das Erklären und Antworten auf eventuelle Fragen kommt mit dem Erzählen der Geschichte. Dieses Buch ist ein leichter Einstieg, wenn Kinder, vor allen Dingen jüngere Enkel an das Thema „Menschen können sich verändern“ herangeführt werden.

Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen, die liebevoll und fröhlich gestaltet sind. Auf jeder Seite gibt es kleine und interessante Besonderheiten zu entdecken: Postkarten aus aller Welt im Baum, Mäuse, die mit einer Kaffeetasse Feuerwehr spielen, weil die „neue Omi“ sich an den Herdplatten die Hände wärmt. Die bildliche Darstellung ist eine gelungene Ergänzung der Geschichte. 

Es gibt wunderbare Bücher für Kinder, die mitunter schwere Themen erklären. Dieses Buch kann dazu gezählt werden.

Christa Waschke, Berlin

„Die neue Omi“ von Elisabeth Steinkellner und Michael Roher, Jungbrunnen 2011, ISBN: 978 3 702 65826 7, 13,90 €

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Kinderbücher zum Thema Alzheimer

Donnerstag, 24. März 2011 von Redaktion Alzheimerblog

Wir haben hier im Blog ja bereits das ein oder andere Kinderbuch zum Thema Demenz vorgestellt. Die Webseite der Zeitschrift “Eltern Familiy” hat eine kleine Sammlung weiterer Bücher zum Thema erstellt. Sie finden die Auswahl auf www.eltern.de

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Bezauberndes Kinderbuch “Vom Fuchs, der den Verstand verlor”

Dienstag, 23. November 2010 von Alzheimer-Telefon

Baltscheit: Vom Fuchs, der den Verstand verlor

Martin Baltscheit erzählt in seinem Buch von einem Fuchs, der langsam seinen Verstand verliert. Zuerst wird der Fuchs vergesslich: er bringt die Wochentage durcheinander, vergisst Geburtstage. Dann weiß er nicht mehr wo er wohnt und er vergisst das Essen. Zum Schluss weiß der Fuchs nicht mehr, dass er ein Fuchs ist.

Martin Baltscheit beschreibt mit undramatischen und unverschnörkelten Worten die Erlebnisse des Fuchses. Durch die einfache Beschreibung der jeweiligen Situationen gelingt ihm ein Hinführen auf das Wesentliche. Am Ende des Buches weiß der Fuchs zwar nicht mehr wer ist, er kann sich aber dennoch sicher und geborgen fühlen, denn die jungen Füchse sind jetzt immer bei ihm und erzählen ihm ihre Geschichten. Dazu ein kleiner Ausschnitt: „Er wusste nichts und fühlte nur. Er fühlte, wenn jemand seine Wunden leckte. Er fühlte, wie es ist, keinen Hunger zu haben. Er liebte es, wenn die jungen Füchse von der Jagd erzählten. Er mochte ihre Ticks, vor allem den mit dem Strohhalm.“

Die Erzählung wirkt nahezu unkompliziert und doch muss man manche Bilder erst entdecken, wie zum Beispiel die Darstellung und Anordnung der Seitenzahlen.

Und dann bleibt noch die Frage, was eigentlich mit der Amsel passiert ist.

„Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor“ ist ein wunderbares Kinderbuch, das auch für Erwachsene lesenswert ist. Warum es für Erwachsene lesenswert ist? Kinderbücher, so wie dieses drücken manchmal mehr aus als Bücher für Erwachsene, denn man findet den Inhalt in den Zeilen und muss ihn nicht erst zwischen den Zeilen suchen.

Christa Waschke

Martin Baltscheit: Die Geschichte vom Fuchs, der den Verstand verlor, Verlag Bloomsbury 2010, 32 Seiten, 13,90 €

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Kinderbuch “Ein himmlischer Platz”

Dienstag, 9. Juni 2009 von Alzheimer-Telefon
G. Kuijer: Ein himmlischer Platz

G. Kuijer: Ein himmlischer Platz

Werden alte Leute im Heim tatsächlich an Stühlen festgebunden? Müssen Katja, die unbedingt mit ihm gehen will, obwohl sie so viel größer ist, und er sich deshalb alleine um die alte Frau Raaphorst kümmern, die Gabeln und Schlüssel, Töpfe und Dachpfannen verwechselt? Und warum gibt es eine Kuhstraße aber keine Alzheimerstraße?

Dies sind nur ein paar der schwierigen Fragen, auf die Florian eine Antwort finden muss, nachdem sich, an einem eigentlich ganz gewöhnlichen Tag, plötzlich ein Spatz in seinen Haaren eingenistet hat. Ein fast schon philosophisches Buch über erste Liebe, Gefühle, die einem wie Elefanten durch den Leib trampeln, und die Möglichkeiten, das Richtige zu tun, auch wenn man erst 10 Jahre alt ist.

Eine empfehlenswerte Lektüre – nicht nur zum Thema Demenz – für Kinder ab 10 Jahren.

Guus Kuijer: Ein himmlischer Platz, Verlag Friedrich Oetinger, 2007, 112 Seiten, 9,90 €

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Kinderbuch “Herbst im Kopf”

Mittwoch, 20. Mai 2009 von Alzheimer-Telefon

Herbst im Kopf - Alzheimer Kinderbuch

„Stell dir vor, Oma Annis ganzes langes Leben wäre ein großer Baum!“ Jedes Erlebnis, jede Erfahrung, alles, was sie getan hat, stellt ein Blatt an diesem Baum dar. Und jetzt ist Herbst in Oma Annis Kopf. „Von ihrem Lebensbaum fallen die Blätter ab. Von Monat zu Monat mehr. Aber sie fallen nicht überall gleichzeitig ab, sondern als Erstes fallen die obersten ab. Und dann erst die, die darunter hängen. Und immer weiter so.“

Solche Erklärungen helfen Paula, die Krankheit Alzheimer, unter der ihre Oma leidet, besser zu verstehen. Und Paula begreift sehr gut, wie ihre Oma sich fühlen muss, wenn sie merkt, dass sie nicht mehr alles versteht, was um sie herum vorgeht. Dann ist sie ganz besonders lieb zu ihr. Außerdem weiß Paula, dass es noch vieles gibt, was mit ihrer Oma besonders schön ist. – Zum Beispiel Bilderbücher ansehen, weil sie nie ungeduldig zur nächsten Seite blättert.

Ein sehr schönes, informatives und einfühlsames Bilderbuch für Kinder ab etwa fünf Jahren.
Dagmar H. Mueller, Verena Ballhaus: Herbst im Kopf. Meine Oma Anni hat Alzheimer, Annette Betz-Verlag 2006, 32 Seiten, 12,95 €

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Kinderbuch Als Oma seltsam wurde

Dienstag, 10. Februar 2009 von DAlzG
Als Oma seltsam wurde

Als Oma seltsam wurde

An einem Donnerstag wird Oma plötzlich seltsam und geizig. Als das Bäckerauto kommt, kauft sie ihrem kleinen Enkel keine Kekse, so wie sonst immer, sie holt ihr gesamtes Geld von der Bank und versteckt es überall im Haus, sie weiß nicht mehr, wie ihr Enkel heißt und denkt, er sei ihr Sohn.
Bewaffnet mit Pfeil und Bogen übernimt der Sechsjährige nun die Verteidigung seiner Oma gegen mögliche Diebe und Räuber. Zum Glück gibt es einen aufmerksamen Bankangestellten, der einen Arzt zu Oma schickt.
Sehr erleichtert ist der Enkel, als Oma nach der Spritze des Arztes nicht mehr seltsam und geizig ist und ihn wieder erkennt.
Der schwedische Autor Ulf Nilsson hat seine eigenen Erfahrungen mit der Demenz von Großmutter und Mutter in diesem humorvollen Kinderbuch verarbeitet. “Auf so etwas vorbereitet zu sein, ist vielleicht ganz gut. Sich zu trauen, darüber zu sprechen, sich zu trauen, darüber zu scherzen.” (aus der Vorbemerkung).
Detailreich und witzig illustriert wurde das Bilderbuch von Eva Eriksson. Es eignet sich für Kinder ab ca. 4 Jahren.
Ulf Nilsson, Eva Eriksson, Als Oma seltsam wurde, Moritz-Verlag Frankfurt a.M. 2008

Ulrike Oerter, Berlin

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