Nonverbale Kommunikation in der späteren Krankheitsphase

Donnerstag, 16. Dezember 2010 von DAlzG

Menschen mit Demenz verlieren zunehmend die Fähigkeit, verbal, über die Sprache, zu kommunizieren. Wie steht es aber mit der Körpersprache? Verändert sich die nonverbale Kommunikationsfähigkeit der Betroffenen?
Grundsätzlich ist es so, dass die körpersprachlichen Fähigkeiten bei den allermeisten Formen der Demenz länger erhalten bleiben als die verbalen. Es kommt allerdings zu einem immer größer werdenden Ungleichgewicht zwischen ihrer Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit: Bis weit in die Krankheit hinein können sie einen großen Teil unserer nonverbalen Signale richtig entschlüsseln. Wesentlich schneller verlieren sie jedoch die Fähigkeit, nonverbale Signale so zu produzieren, dass wir sie auch verstehen können.

Was sie wahrnehmen können
Menschen mit Demenz sind zumeist in der Lage, mimische Signale richtig zu deuten: Sie interpretieren ein Lächeln als Anzeichen von Freude und Stirnrunzeln sowie zusammengepresste Lippen als Hinweise für Ärger. Am Klang unserer Stimme, an unserer Körperhaltung sowie an unserer Geschwindigkeit erkennen sie, ob wir entspannt oder gestresst, gut gelaunt oder verärgert sind. Sie erkennen eine angebotene Hand oder ein Winken als Grußgesten. Daran, wie wir sie berühren und wie nahe wir ihnen kommen, lesen sie ab, ob wir sie mögen oder nicht.
Menschen mit Demenz merken es, wenn wir versuchen, etwas vor ihnen zu verbergen. Vor allem aber sind sie durch körpersprachliche Signale anderer Menschen, also beispielsweise durch deren gute Laune, Wut oder Unruhe ansteckbar: In dem Bemühen, zu verstehen, warum ein anderer Mensch ruft oder klopft, imitieren sie dieses Verhalten; und wenn man sie anstrahlt, verfliegen im Nu die Wut oder die Traurigkeit, die sie gerade eben noch empfunden und ausgedrückt haben. (Weiterlesen…)

9 Personen gefällt dieser Artikel.

Stichwörter:



Unsere Seite bei Facebook