Buchtipp: Vatertage – Begegnung mit einer deutschen Geschichte

Samstag, 10. September 2011 von Susanna S.

Katja Thimm ist Journalistin, aufgewachsen in Bonn, als es noch Hauptstadt der Bundesrepublik war. Ihren Vater, Beamter im Bundesgesundheitsministerium, hat sie als einen Mann kennengelernt, der ihr oft unverständlich war: Karg und großzügig, strikt und liebevoll, stur und zuverlässig und manchmal anstrengend. Über sein Leben weiß sie wenig, bis sich im Alter die Zeichen der Demenz häufen und Katja Thimm sich mit ihm auf Spurensuche nach Masuren in die Heimat seiner Kindheit begibt. Dort und in langen Gesprächen, die sich über viele Monate hinziehen, erfährt sie von seiner Flucht als 13-Jähriger zusammen mit der kleinen Schwester, sieben Wochen im Flüchtlingstreck ohne Eltern, bis nach Brandenburg. Sie hört zu, als er über das Wegräumen der Trümmer und Leichen nach Kriegsende unter Aufsicht der russischen Besatzer erzählt und über die Jahre in Gefängnissen der DDR. So kann sie auch die Ängste verstehen, die ihren Vater heimsuchen, als er immer mehr in die Demenz abgleitet und die Ängste der Jugend und Kindheit erneut durchlebt. (Weiterlesen…)

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