Dienstag, 15. Mai 2012 von Evelyne Weissenbach
Um Texte für Demenzkranke zu schreiben, stellte ich mir ein handwerkliches Grundgerüst auf.
Dafür war es nötig, dass ich mich zuerst über die Krankheit so gut wie möglich informierte.
Auch hier weise ich gerne wieder auf den Unterschied zu Kleinkindern hin, die ja ebenfalls nicht in vollem Umfang über Begriffe und Beschreibungen erreichbar sind.
Doch Kinder können aus dem, was man ihnen erzählt, Fantasien bilden, Situationslücken damit schließen, wenn sie einzelne Worte oder ganze Sätze nicht verstehen. Sie lernen auf diese Art und Weise.
Der Demenzkranke kann nicht mehr lernen und die Fantasie kann ihm keine Hilfestellung mehr geben. Er ist darauf angewiesen, etwas in sich zu finden und daraus eine Erinnerung zu bilden. Die dann vielleicht einen ritualisierten Ablauf in ihm in Gang bringt. (Weiterlesen
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Stichwörter: Alzheimer, dementia, dementia-poetry, demenz, demenzgedichte, demenzliteratur, geriatrie, lebenshilfe, Senioren, umnachtung, vergesslichkeit
Samstag, 5. Mai 2012 von Evelyne Weissenbach
Bei der Vorbereitung für eine Lesung in einem Pflegeheim musste ich die traurige Feststellung machen, dass es FÜR demenzkranke Menschen keine Texte gab.
Man machte mir doch ernsthaft den Vorschlag, ich solle Kinderreime lesen!
Nun kann ich zwar noch akzeptieren, dass Kinderreime eventuell nette Erinnerungen für die Kranken bringen, wenn man sie im Rahmen einer Therapie anwendet.
Wenn Therapeuten Kinderlieder und Kinderreime zur Beschäftigung oder Erinnerung heranziehen.
Aber ich bin keine Therapeutin. Ich bin Autorin.
Und niemals würde ich einem Hörerkreis mit einer solchen Nichtakzeptanz entgegentreten. (Weiterlesen
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Montag, 23. August 2010 von Marita Gerwin
Was ist nur los in Uromas Kopf?
Marita Gerwin
“Sagen Sie mal, junge Dame, wer sind Sie eigentlich? Irgendwie kommen Sie mir bekannt vor? Haben wir uns schon einmal gesehen?“ fragte Uroma Hedwig ihre Enkelin Laura. Zuerst stutzte Laura ein wenig irritiert. So eine Frage!

Uroma Hedwig machte sicher einen Scherz mit ihr. Oder wusste sie es wirklich nicht? Laura zweifelte einen Moment lang. Doch dann lächelte sie ihre Uroma verschmitzt an, blinzelte ihr ein Auge zu, streichelte dabei zärtlich ihre Hand und hüfte auf ihren Schoß, so wie sie es immer getan hat.
„Ich bin Deine kleine Laura und Du bist meine Lieblings-Uroma Hedwig!“ „Das ist ja schön!“ strahlte die 86-jährige Dame erleichtert. Laura hatte das Gefühl, als wenn Uroma Hedwig ein Stein vom Herzen gefallen wäre.
Laura ist gerade 6 Jahre alt geworden. Sie weiß inzwischen, was in Uromas Kopf los ist. Die Mama hat ihr erzählt, dass Uroma Hedwig´s Gehirn nicht mehr so gut funktioniert. Erst war die Uroma nur ein bisschen vergesslich. Dann hat sie Laura dreimal am Vormittag das Gleiche erzählt und gefragt „Sag mal, hab ich das sonst auch immer so gemacht?“ Manchmal flüsterte sie Ida heimlich zu: „Weißt Du noch, wie ich heiße?“ (Weiterlesen
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Stichwörter: Alzheimer, Bürgerschaftliches Engagement, demenz, Demographischer Wandel, Kinder, Patenschaft, Senioren
Donnerstag, 19. August 2010 von Marita Gerwin
Ein Projekt führt Demenzkranke ins gesellschaftliche Leben zurück!
Tierisch gut! Zwergkaninchen öffnen Herz und Mund!
Acht drei Wochen alte Kaninchen und drei ausgewachsene Kerle mit Schlappohren warten geduldig auf ihren großen Auftritt im Ev. Altenheim “Zum guten Hirten” in Arnsberg. Die Kinder der benachbarten Städt. KITA “Kleine Strolche” und Barbara Frigger, eine engagierte junge Frau aus der Königstraße in Arnsberg mit ihren Zwergkaninchen besuchen regelmäßig die alten Menschen. Wie ein Wirbelwind sausen die Kinder mit den Kaninchen durch die Flure und bringen pure Lebensfreude ins Haus. Sie sind inzwischen richtig gute Freunde geworden. 80 / 85 / 90 Jahre trennen sie beinahe. Aber was soll´s! Beide Generationen strahlen um die Wette und freuen sich auf ihren tierischen Besuch. Begeisterung auf beiden Seiten. Leuchtende Augen und sprudelnder Kindermund. Gänsehaut macht sich breit.
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