Mit einem ungewöhnlichen Spot macht die Deutsche Alzheimer Gesellschaft jetzt auf das Problem der Demenz aufmerksam.
Der Spot setzt bei den Zuschauern allerdings nicht auf Betroffenheit. Er will mit Humor und Überraschungseffekt auf das Thema hinweisen. Als Mitwirkende konnten der Entertainer Roberto Blanco sowie die Heavy Metal Band Sodom gewonnen werden, die beide im Interesse des guten Zwecks ohne Honorar auftreten. Ebenso wie alle anderen an dem Konzept und der Umsetzung des Spots Beteiligten.
Frau V., 92 Jahre, nach einem Schlaganfall halbseitig gelähmt und dement, wurde von einer Kollegin und mir im Bett gewaschen. Dabei schaute sie meiner Kollegin in den Ärmel und fragte ganz entsetzt:
„Was ist das denn? Sag mal, hast du gar keine Haare unter’m Arm? Hast du die etwa abrasiert oder was?“
„Ja, die hab ich abrasiert, dann riecht man nicht so schnell nach Schweiß, das ist viel angenehmer!“
Ich mischte mich ein: „Und wissen Sie was? Die Frauen heutzutage rasieren sich nicht nur die Haare unter den Armen, sondern auch an den Beinen!“
Frau V. ganz erstaunt:“ Sach bloß! Was ist das denn für ein neumoderner Kram, da muss ich doch wohl nicht auch noch mit anfangen, oder?
„Nein, keine Angst, man muss ja nicht jede Mode mit machen!“
„Na Gott sei Dank! Nee, also so ein Theater fange ich nicht mehr an, die Beine rasieren, wo sind wir denn? Außerdem wird mir das viel zu teuer, da müsste ich mir ja noch extra einen Rasierapparat kaufen. Das sehe ich nicht ein!“
Da soll noch mal einer sagen, bei der Pflege könnte man keinen Spaß haben?
Wie jedes Jahr feierten wir in unserer Einrichtung ein Sommerfest. Es gab Würstchen vom Grill, kühle Getränke, Eis und was das wichtigste war, es gab Musik aus der guten, alten Zeit.
Einer unserer Bewohner, der körperlich noch recht fit ist, tanzte mit verschiedenen Damen und hatte sichtlich Freude daran.
Nachdem das Fest beendet war und alle Bewohner für die Nacht versorgt wurden, kam er, schon im Schlafanzug, auf den Flur des Wohnbereichs und summte die Melodie von: Du, du liegst mir im Herzen…, vor sich hin. Als eine Kollegin aus einem der Zimmer kam, schnappte er sie und tanzte mit ihr im Walzertakt über den Flur. Als ihm die nächste Kollegin über den Weg lief, wechselte er zu ihr und tanzte weiter im Schlafanzug über den Flur. Von dem Gelächter angelockt, kamen nun alle Mitarbeiterinnen, die noch im Wohnbereich waren, auf den Flur und der alte Herr gab nicht eher Ruhe, bis er mit jeder einzelnen getanzt hatte.
Ob im Anzug oder im Schlafanzug, was macht das für einen Unterschied, wenn man so viel Spaß bei der Sache hat?
Frau K. bekam eines Morgens von mir das Frühstück im Bett angereicht. Dabei hörten wir eine CD mit Walzerklängen. Sie liebte diese Musik und hatte früher selbst Klavier gespielt.
Mehrmals schwärmte sie mit einem zufriedenen Grinsen:
„Ist das herrliche Musik, einfach herrlich!“
Ich sagte zu ihr: „Hier ist der Becher Kaffee, nehmen Sie ihn mal bitte in die Hand und trinken Sie etwas!“
Sie hob den rechten Arm, ließ ihn wieder fallen und sagte lachend:
„Ich glaube, der Arm ist eingeschlafen, wahrscheinlich hat ihm die Musik auch so gut gefallen wie uns beiden!“