Läßt Alzheimer uns den Tod entschuldigen?
In der Süddeutschen Zeitung gibt es einen Artikel: Das Scheitern der Alzheimer-Forschung
Hier ein Zitat daraus:
“Ein 100-Jähriger, der noch die gleiche Gier aufs Leben hat wie ein 20-Jähriger, könnte doch gar nicht sterben”, sagt Beyreuther, der das Heidelberger Netzwerk für Alternsforschung leitet. “Alzheimer lässt uns den Tod akzeptieren.”
http://de.wikipedia.org/wiki/Konrad_Beyreuther
Eine sehr lange Liste von Ehrungen und Auszeichnungen, doch nach dieser Aussage frage ich mich, ob Herr Professor Beyreuther schon einmal in einem Seniorenheim hospitierte? Seit Jahren begleite und betreue ich in einer Seniorenresidenz fünf Menschen, die alle in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden sind. Ich möchte behaupten, sie werden in Ruhe sterben können… Weil sie ihr Leben gelebt haben, es zum großen Teil heute aus einer höheren Warte rückblickend betrachten können. Es ist beeindruckend, wie wissend und weise sie geworden sind. Es macht demütig, welche Güte sie ausstrahlen. Aus unzähligen Gesprächen weiß ich, dass sie vieles nicht vergessen, aber verziehen haben. Ich sehe mit an, dass das sehr hohe Alter den Tod akzeptieren lässt, aber die Lust auf und am Leben bis zuletzt besteht…
Nach meiner Beobachtung sterben Menschen mit Alzheimer nicht anders. Angehörige von Alzheimer-Patienten akzeptieren den Tod vielleicht manchmal eher – mag es daran liegen, dass die Zeit des Abschieds länger dauert?
Ich würde mich freuen, in Kommentaren andere Meinungen zu diesem Artikel zu lesen!
Mit freundlichen Grüßen
M. Paillon





