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	<title>Alzheimer BLOG &#187; Stressbewältigung</title>
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	<description>Eine Initiative der Deutschen Alzheimer Gesellschaft</description>
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		<title>„Er hat immer seinen eigenen Kopf“</title>
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		<pubDate>Wed, 20 Apr 2011 11:13:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alzheimer-Telefon</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsstress]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Anruf von Frau M. beim Alzheimer-Telefon: „Mein Mann ist 56 Jahre alt und leidet an Frontotemporaler Demenz. Ich habe mich ja schon darauf eingestellt, dass unserer Leben nach einem festen Rhythmus ablaufen muss, aber manchmal treibt er mich mit seiner Sturheit doch in die Verzweiflung. Gestern sind wir mit der Tram zu einem Termin [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/alzheimertelefon.gif"><img class="alignleft size-full wp-image-2075" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="alzheimertelefon" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/alzheimertelefon.gif" alt="" width="189" height="97" /></a>Ein Anruf von Frau M. beim Alzheimer-Telefon: „Mein Mann ist 56 Jahre alt und leidet an Frontotemporaler Demenz. Ich habe mich ja schon darauf eingestellt, dass unserer Leben nach einem festen Rhythmus ablaufen muss, aber manchmal treibt er mich mit seiner Sturheit doch in die Verzweiflung. Gestern sind wir mit der Tram zu einem Termin beim Neurologen gefahren. An der entsprechenden Haltestelle weigerte er sich dann plötzlich einfach auszusteigen. Ich habe alles versucht, ihn zu überreden, am Arm zu ziehen und bin schließlich sogar laut geworden. Die Mitfahrenden haben schon ganz komisch geguckt, aber es hat alles nichts geholfen. Schließlich war die Station vorbei und da stand er endlich auf und stieg am nächsten Halt mit mir aus. Wir sind dann die Station zurückgelaufen und zum Glück ist unsere Verspätung in der Arztpraxis gar nicht aufgefallen. Aber ich war völlig fertig mit den Nerven. Ich traue mich gar nicht, noch einmal mit ihm die Tram zu benutzen, was mache ich, wenn so etwas noch mal passiert?“</p>
<p>Ich antwortete ihr: „Liebe Frau M., dass das für Sie ein schlimmes Erlebnis war, kann ich gut nachvollziehen. Trotzdem denke ich, dass Sie solche Fahrten mit der Tram weiterhin unternehmen können, wenn Sie innerlich auf eventuelle Zwischenfälle eingestellt sind. Andere Angehörige erzählen, dass es bei ihnen unkomplizierter wird, wenn sie die Dinge manchmal einfach laufen lassen. Oft sind es äußere Anforderungen, die uns unter Druck setzen, wie in Ihrem Fall der anstehende Arzttermin. Hier kann es natürlich helfen, sich frühzeitig auf den Weg zu machen, damit man auch bei Verzögerungen nicht unter Zeitdruck gerät. Es hilft aber auch, sich zu sagen: ‚Mein Mann ist krank. Wenn wir es nicht rechtzeitig schaffen, dann ist das eben so und niemand darf mir daraus einen Vorwurf machen.’ Wenn Ihr Mann wieder einmal nicht aus der Bahn steigen will, rufen Sie einfach in der Praxis an und teilen Sie Ihre Verspätung mit. Dann kann vielleicht schon der nächste Patient vorgezogen werden und Sie können sich so viel Zeit lassen, wie Ihr Mann eben benötigt.“<span id="more-2027"></span></p>
<p>Stress entsteht in ganz unterschiedlichen Situationen. Oft fühlt sich jemand in der gleichen Situation völlig unter Druck, während der andere noch ganz entspannt ist. Das hängt oft damit zusammen, welche Werte wir schon als Kind gelernt haben. Wenn mir beispielsweise Unpünktlichkeit schon als Kind als Charakterschwäche vorgeworfen wurde, bemühe ich mich vielleicht auch als Erwachsene noch immer um Pünktlichkeit und gerate in Stress, wenn ich einmal nicht pünktlich sein kann. Helfen kann es in der akuten Situation, wenn man kurz innehält, tief durchatmet und versucht hinzuschauen, was genau gerade den Stress verursacht. Ist es der Ärger, dass mein Mann wieder einmal gegen mich arbeitet? Dann kann ich mir seine Krankheit ins Bewusstsein rufen. Ist es die (vermeintliche) Erwartung anderer, z.B. auf Pünktlichkeit, die ich enttäusche? Dann kann ich mir bewusst machen, dass mein Anspruch, dass man auch mal auf mich wartet, mindestens so groß ist, wie der Anspruch der anderen auf meine Pünktlichkeit. Oder steht die Peinlichkeit über das auffällige Verhalten meines Mannes im Vordergrund? Dann kann eine kurze Erklärung in die Runde ‚Bitte haben Sie Verständnis, mein Mann ist krank’, helfen.</p>
<p>Angehörige von Demenzkranken sind häufig im „Dauerstress“ und es fällt schwer, alleine Wege zu finden, diesen Stress zumindest punktuell zu reduzieren. Deshalb kann es hilfreich sein, sich in Angehörigengruppen über die Erfahrungen auszutauschen, oder sich in Einzelberatungen oder mit therapeutischer Hilfe Unterstützung zu suchen.</p>
<p>Wichtig ist es aber auch, sich im Alltag kleine Inseln der Erholung zu schaffen. Denn „wer nicht für sich selber sorgt, wird mit seiner Sorge für die anderen keinen Segen bringen“ (Anselm Grün).</p>
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		<title>Wenn der Stress nicht mehr auszuhalten ist – Beratung und Hilfe suchen</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Apr 2011 11:13:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>DAlzG</dc:creator>
				<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>
		<category><![CDATA[Unterstützung]]></category>

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		<description><![CDATA[Gespräch mit Gabriele Tammen-Parr von der Berliner Beratungsstelle Pflege in Not   Pflege in Not ist eine Beratungs- und Beschwerdestelle bei Konflikt und Gewalt in der Pflege älterer Menschen. Seit 1999 werden vor allem pflegende Angehörige beraten, überwiegend telefonisch. Träger der Berliner Beratungsstelle ist das  Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e.V. Gabriele Tammen-Parr leitet die Einrichtung, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Gespräch mit Gabriele Tammen-Parr von der Berliner Beratungsstelle Pflege in Not</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p style="text-align: left;"><em>Pflege in Not ist eine Beratungs- und Beschwerdestelle bei Konflikt und Gewalt in der Pflege älterer Menschen. Seit 1999 werden vor allem pflegende Angehörige beraten, überwiegend telefonisch. Träger der Berliner Beratungsstelle ist das  Diakonische Werk Berlin Stadtmitte e.V. Gabriele Tammen-Parr leitet die Einrichtung, in der drei hauptamtliche und zwei ehrenamtliche Mitarbeiterinnen tätig sind. Pflegen in Not hat im Februar 2011 den Berliner Gesundheitspreis bekommen. </em></p>
<p style="text-align: left;"><strong>Frau Tammen-Parr, wer wendet sich an das Beratungstelefon Pflege in Not?</strong></p>
<p style="text-align: left;">Gabriele Tammen-Parr: Zwei Drittel der Ratsuchenden sind Angehörige, die zu Hause pflegen. Die anderen Anruferinnen sind Angehörige von Heimbewohnern, sowie Mitarbeiterinnen aus Heimen und ambulanten Diensten. Zu 80% erfolgt unsere Beratung telefonisch. Aber wir bieten auch persönliche/psychologische Beratung sowie Mediation an. Wir erhalten etwa 150 Anrufe pro Monat. Die Mehrzahl der Anruferinnen sind pflegende Ehefrauen und Töchter im Alter zwischen 50 und 75. Viele pflegen schon sehr lange, viele acht aber auch mehr als fünfzehn Jahre. Sie rufen an, weil sie sich überlastet fühlen, an ihre Grenzen stoßen, körperlich als auch emotional oder weil es Konflikte gibt. Mit Sätzen wie: „Ich halte es nicht mehr aus!“ oder „Ich habe meine Mutter gerade wieder angeschrien!“ beginnen sie ein Gespräch bei Pflege in Not.<a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/alte-frau-ohne-buch.jpg"><img class="size-full wp-image-2070 aligncenter" style="margin-top: 10px; margin-bottom: 10px;" title="Müde alte Frau" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/alte-frau-ohne-buch.jpg" alt="" width="211" height="208" /></a></p>
<p><strong>Welche Rolle spielen dabei Demenzerkrankungen?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Bei ca. 60% der Beratungen spielt Demenz eine Rolle. Mit einer Demenz werden Betreuung und Pflege häufig noch schwieriger. Von den Angehörigen wird vor allem die emotionale Belastung ganz besonders betont. Die Veränderungen des Partners oder Elternteils führen in der Zeit vor der Diagnosestellung zu vielen Konflikten und Aggressionen. Die veränderten Verhaltensweisen lösen Unverständnis wie auch Angst und Verunsicherung aus. Speziell für pflegende Ehefrauen und Ehemänner ist der Verlust des vertrauten Lebens- und Gesprächspartners häufig mit Einsamkeit verbunden.</p>
<p><strong>Welche Lösungen können Sie den Anrufern vorschlagen?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Einige Probleme lassen sich durch praktische und organisatorische Maßnahmen lösen. Wenn z.B. die Ehefrau Probleme hat, ihren übergewichtigen Mann morgens zu duschen und in dieser Überforderungssituation laut wird, dann kann man durch Einsatz eines ambulanten Pflegedienstes dieses Problem rasch lösen. Häufiger allerdings werden die  Atmosphäre und der Pflegealltag durch Beziehungskonflikte geprägt. Unverziehene und unverarbeitete Konflikte aus der gemeinsamen Geschichte werden nochmal angestoßen. Wenn die oder der Pflegende manchmal ärgerlich ist und auch mal laut wird, ist das ganz normal. Wenn aber der ganze Tag von Gereiztheit, Vorwürfen und Streitereien bestimmt wird, sollte man über die Situation nachdenken und möglichst mit jemandem sprechen. Wichtig ist, sich nicht für das zu schämen was man tut oder denkt, sondern ein Gespräch zu suchen, um die Situation nicht entgleisen zu lassen. Alles was wir verbergen blüht ja im Verborgenen weiter. In unserer Beratung geht es immer um Unterstützung, nicht um Schuldzuweisungen.</p>
<p><strong>Was kann hinter diesen Beziehungskonflikten stecken?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Oft werden alte Konflikte aktualisiert. Verletzungen und Kränkungen, die nicht besprochen oder geklärt wurden. Das sind manchmal Eheprobleme mit einer langen Vorgeschichte. Auch Konflikte zwischen Geschwistern werden durch die Pflege der Eltern plötzlich sehr deutlich. Etwa wenn die Tochter, die sich schon immer benachteiligt fühlte, jetzt pflegen soll. Die Pflege eines Familienangehörigen stellt häufig das gesamte Familiensystem noch mal auf den Prüfstand.<span id="more-2025"></span></p>
<p><strong>Was kann man tun, um eine Überlastung zu vermeiden?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Bei der Übernahme der Pflege sollte man sich fragen: Will ich die Pflege wirklich übernehmen? Kann ich das mit meinen beruflichen, familiären und sonstigen Verpflichtungen vereinbaren? Kann ich das körperlich und seelisch verkraften? Kann ich dabei mit Unterstützung rechnen? Ideal ist ein klärendes „Familiengespräch“, bei dem alle Familienmitglieder zusammen kommen und besprechen: Wer will und kann sich in welchem Umfang an Betreuung und Pflege beteiligen? Wer kann sich nur finanziell beteiligen? Mit wem ist nicht zu rechnen?</p>
<p><strong>Wie ist es mit professioneller Hilfe?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Ganz wichtig ist natürlich, dass die Pflegenden sich über gute professionelle Hilfen, z.B. durch ambulante Pflegedienste und Tagespflege beraten lassen, ebenso über ehrenamtliche Hilfen. Ferner sollte man sich über das Krankheitsbild und den Umgang mit den Kranken informieren. Schließlich gibt es Gesprächsgruppen für Angehörige und Kursangebote wie „Hilfe beim Helfen“ der Alzheimer-Gesellschaften.</p>
<p><strong>O</strong><strong>ft steht im Hintergrund das Versprechen: „Ich werde Dich niemals in ein Pflegeheim geben.“</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Ja, solche Versprechen belasten viele Angehörige. Man sollte dabei stets sagen: „Ich verspreche das, solange es geht.“ Die häusliche Pflege gerade durch ältere Ehepartner kann durch solche Versprechen zu extremen Pflegesituationen führen. Etwa wenn die 80-jährige Ehefrau, die selbst krank und am Ende ihrer Kräfte ist, den 85-jährigen Ehemann pflegt. Dann kann der Umzug ins Heim für alle Beteiligten die beste Lösung sein. Damit gibt man ja die Verantwortung nicht ab und kann trotzdem intensiv im Kontakt bleiben.</p>
<p><strong><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/Frau-mit-Pfanne.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-2072" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" title="Angry mother and frying pan" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/Frau-mit-Pfanne.jpg" alt="" width="222" height="148" /></a>Was empfehlen Sie, wenn jemand in einer schwierigen Situation das Gefühl hat „Ich raste gleich aus“?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Man sollte sich eine „Notbremse“ überlegen, z.B. den Raum verlassen, an die Luft gehen, ein Bad nehmen. Aber auch ein Gespräch mit einer neutralen Person suchen, die meine Gedanken und Handlungen nicht bewertet, sondern hilft bei der Suche nach den Ursachen und Auslösern der konflikthaften Situation.<strong> </strong></p>
<p><strong>Gibt es genug Beratungsmöglichkeiten?</strong></p>
<p>Gabriele Tammen-Parr: Nein, leider nicht. In jeder Stadt sollte es Pflege in Not geben. Aber das ist zurzeit wohl noch unrealistisch. Wichtig wären generell Alten- und Angehörigenberatungsstellen und zumindest in jedem Bundesland eine neutrale Anlaufstelle zum Thema Gewalt in der Pflege älterer Menschen. Pflegende Angehörige leisten Enormes für unsere Gesellschaft. Sie haben unser aller Wertschätzung und Unterstützung verdient!</p>
<p><strong>Vielen Dank für das interessante Gespräch!</strong></p>
<p>Die Fragen stellte Hans-Jürgen Freter</p>
<p>Pflege in Not, Bergmannstr. 44, 10961 Berlin, Beratungstelefon 030 &#8211; 69 59 89 89</p>
<p>Die Broschüre „Gewalt in der Pflege älterer Menschen. Informationen, Rat und Hilfe“ (74 Seiten) kann für 3,50 Euro bestellt werden bei: Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg, Frau Michel, Paulsenstr. 55-56, 12163 Berlin, 030-82097-203, E-Mail: <a href="mailto:michel.r@dwbo.de">michel.r@dwbo.de</a></p>
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</div>
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		<title>„Musst Du noch in die Stadt?“</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Apr 2011 11:05:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martina Rühl</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Alltagsstress]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Erfahrungen mit Stress im Heimalltag Stress ist erfahrungsgemäß im Umgang mit demenzkranken Menschen ein Faktor, der nicht wünschenswert, aber leider nicht komplett auszuschalten ist. Schließlich sind wir alle nur Menschen. Im Wohnbereich für Demenzkranke geraten wir Pflegekräfte z.B. bei personeller Unterbesetzung in Stress. Wenn mir die Zeit davon rennt, dann versuche ich natürlich, mich zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Erfahrungen mit Stress im Heimalltag</strong></p>
<p>Stress ist erfahrungsgemäß im Umgang mit demenzkranken Menschen ein Faktor, der nicht wünschenswert, aber leider nicht komplett auszuschalten ist. Schließlich sind wir alle nur Menschen.</p>
<p>Im Wohnbereich für Demenzkranke geraten wir Pflegekräfte z.B. bei personeller Unterbesetzung in Stress. Wenn mir die Zeit davon rennt, dann versuche ich natürlich, mich zu beeilen. Demenzkranke lassen sich aber nicht gerne hetzen und reagieren darauf auf unterschiedliche Weise. Eine Bewohnerin fragte mich, als ich es tatsächlich eiliger hatte als sonst:“ Mein Gott, was ist denn nur mit dir los? Musst du noch in die Stadt?“</p>
<div id="attachment_2144" class="wp-caption alignleft" style="width: 162px"><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/Stadtstress.jpg"><img class="size-full wp-image-2144" title="Shopping mall" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/04/Stadtstress.jpg" alt="" width="152" height="101" /></a><p class="wp-caption-text">© *Sindy* - Fotolia.com</p></div>
<p>Andere, die ihr Unbehagen nicht mehr verbal ausdrücken können, werden unruhig oder reagieren abwehrend. Was aus Zeitmangel schneller erledigt werden soll, dauert somit wesentlich länger und führt nicht zu dem gewünschten Ergebnis. Mein eigener Stress überträgt sich schnell auf die Demenzkranken, die für Stimmungen ihrer Mitmenschen sehr empfänglich sind. Ich versuche deshalb, wenn ich in ein Bewohnerzimmer gehe, Ruhe auszustrahlen und mich nur auf den Menschen darin und seine individuellen Bedürfnisse zu konzentrieren. Schaffe ich das mal nicht, bitte ich eine Kollegin, einen besonders empfindlichen Bewohner zu versorgen.<span id="more-2020"></span></p>
<p>Für einen Demenzkranken kann außerdem eine Stresssituation entstehen, wenn er überfordert oder mit zu vielen Reizen überflutet wird. Dazu gehören neben lauten Geräuschen im Umfeld auch die Beschallung aus Radio und Fernsehen. Er ist bei diesen Hintergrundgeräuschen nicht in der Lage, sich auf das zu konzentrieren, was gerade von ihm gefordert wird (z.B. essen, Gesicht waschen, Zähne putzen).</p>
<p>Was demenzkranke Menschen noch in Stress geraten lässt, sind Abweichungen von der festen Tagesstruktur und von festen Ritualen. Alles, was nicht so läuft wie sonst, beunruhigt sie.</p>
<p>Wir beobachten immer wieder, dass Veranstaltungen innerhalb des Hauses, wie z.B. Singen, Gymnastik oder eine Weihnachtsfeier, zu denen der Wohnbereich für eine gewisse Zeit verlassen und der gewohnte Tagesablauf unterbrochen wird, zu vermehrter Verwirrtheit führen. Danach wollen jedes Mal einige Bewohner zum Bahnhof oder nach Hause, wissen aber nicht, wie sie dort hin gelangen oder haben kein Geld, um die Fahrt zu bezahlen. Dann sind wir Pflegekräfte gefordert, um beruhigend und ablenkend dem Stress der Betroffenen entgegen zu wirken.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Stress – ein ständiger Begleiter im Alltag pflegender Angehöriger</title>
		<link>http://www.alzheimerblog.de/2011/03/30/stress-%e2%80%93-ein-standiger-begleiter-im-alltag-pflegender-angehoriger/</link>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 11:06:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Alzheimerblog</dc:creator>
				<category><![CDATA[Berichte von Fachleuten]]></category>
		<category><![CDATA[Im Fokus]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer die Betreuung und Pflege eines Demenzkranken übernimmt hat meist die Vorstellung, bei körperlichen Beschwerden Unterstützung zu leisten, im Haushalt zu helfen, und für das Essen zu sorgen. Auf die besonderen Anforderungen aufgrund einer Demenzerkrankung sind die Pflegenden in der Regel nicht vorbereitet. Am Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erzählen sie davon: „Am meisten belastet [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_2155" class="wp-caption alignleft" style="width: 203px"><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Herdaus1.jpg"><img class="size-full wp-image-2155  " title="© Gerhard Seybert - Fotolia.com" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Herdaus1.jpg" alt="" width="193" height="128" /></a><p class="wp-caption-text">© Gerhard Seybert - Fotolia.com</p></div>
<p>Wer die Betreuung und Pflege eines Demenzkranken übernimmt hat meist die Vorstellung, bei körperlichen Beschwerden Unterstützung zu leisten, im Haushalt zu helfen, und für das Essen zu sorgen. Auf die besonderen Anforderungen aufgrund einer Demenzerkrankung sind die Pflegenden in der Regel nicht vorbereitet. Am Alzheimer-Telefon der Deutschen Alzheimer Gesellschaft erzählen sie davon: „Am meisten belastet mich, dass mein Mann immer meine Nähe sucht. Kaum dass ich aus der Türe gehe, ruft er schon nach mir.“ Wenn das Gedächtnis nicht mehr funktioniert, Orientierungsstörungen undVeränderungen der Persönlichkeit hinzu kommen, kann der Alltag schnell aus den Fugen geraten.</p>
<p>Eingespielte Tätigkeiten und Abläufe müssen neu organisiert werden. Eine andere Angehörige sagt: „Mein Mann war früher Elektriker. Er konnte alles. Wenn ich ihm heute sage, er soll die Glühbirne wechseln, verzweifelt er daran. Es stimmt mich traurig, mit anzusehen, was aus ihm geworden ist.“ Die Forschung hat herausgefunden, dass pflegende Angehörige von demenziell erkrankten Menschen stärker unter Stress und Depressionen leiden als andere Pflegende.</p>
<p><strong>Was ist Stress?</strong></p>
<p>Zum besseren Verständnis des Belastungserlebens wird vielfach das Stressmodell des Psychologen Richard Lazarus (1981) herangezogen. Dieses Modell geht davon aus, dass Stress die Folge einer wechselseitigen Beziehung zwischen der Person und externen Ereignissen (z.B. in der Pflege) oder zwischen der Person und inneren Anforderungen (z.B. Ziele, Werte, Aufgaben) ist. Stress entsteht dann, wenn die Anforderungen, die z.B. durch die Krankheit entstehen, die Anpassungsfähigkeiten oder Ressourcen einer Person zu stark beanspruchen oder übersteigen. Dabei ist für das Stresserleben nicht alleine die Situation an sich von Bedeutung, sondern auch die Art und Weise wie die Person die Situation verarbeitet und bewertet. Menschen sind unterschiedlich anfällig für stressauslösende Situationen. Was für den einen schon <a title="Stress" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stress">Stress</a> bedeutet, wird von einem anderen (noch) nicht als Stress empfunden. Bei der Betreuung und Pflege von Demenzkranken wird schnell die höchste Stressstufe erreicht.</p>
<p>In Projekten zur Angehörigenberatung an der Universität Leipzig (Wilz, Adler, Gunzelmann 2001) benannten Angehörige folgende Stressoren als besonders belastend:</p>
<ul>
<li>Einschränkung persönlicher Freiräume („Ich habe kein eigenes Leben mehr.“)</li>
<li>Verlust von Kommunikationsfähigkeiten („Die Mutter ist kein Ansprechpartner mehr“)</li>
<li>Desorientiertheit („Sie möchte immer nach Hause, obwohl sie doch da ist.“)</li>
<li>Fehlende Einsichtsfähigkeit („Sie ist keinen Vernunftgründen zugänglich.“)</li>
<li>Aggressivität („Wutanfälle, Schlagen, Kneifen.“)</li>
<li>Inkontinenz („Er hat mich angekackt.“)</li>
</ul>
<p>Der Grad der Belastung und damit das Wohlbefinden und die Gesundheit der Angehörigen stehen in engem Zusammenhang mit der Situation in der die Pflege stattfindet, besonders Alter und allgemeiner Gesundheitszustand der Pflegenden, der persönlichen Beziehung zu dem Gepflegten und der privaten und professionellen Unterstützung. Ferner spielen die Bewältigungsstrategien („Coping“) der Pflegenden eine wichtige Rolle.</p>
<p><strong>Wie kann Stress bewältigt werden?</strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong></p>
<div id="attachment_2146" class="wp-caption alignright" style="width: 213px"><a href="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Liegestuhl.jpg"><img class="size-full wp-image-2146" title="Rentner im Liegestuhl" src="http://www.alzheimerblog.de/wp-content/uploads/2011/03/Liegestuhl.jpg" alt="" width="203" height="134" /></a><p class="wp-caption-text">© Fotolyse - Fotolia.com</p></div>
<p></strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>Wenn es Angehörigen gelingt, die Pflegesituation immer wieder neu zu bewerten und ihr Augenmerk auf das zu richten, was noch möglich ist, hat dies positive Auswirkungen auf die Pflege. Hilfreich dabei ist:</p>
<ul>
<li><strong>Sich zu informieren. </strong>Informationen sammeln über die Krankheit, über die Möglichkeiten des besseren Umgangs mit den Erkrankten, über Unterstützungsmöglichkeiten, oder auch spezielle Schulungen für Angehörige von Demenzkranken zu besuchen, etwa die Schulungsreihe für Angehörige von Alzheimer- und anderen Demenzerkranken „Hilfe beim Helfen“, die von den örtlichen Alzheimer-Gesellschaften angeboten wird</li>
<li><strong>Sich auszutauschen</strong> mit anderen pflegenden Angehörigen, z.B. in Selbsthilfegruppen, um sich gegenseitig zu entlasten und Tipps zu bekommen, die den Alltag erleichtern, um zu erleben, dass man in dieser Situation nicht allein ist</li>
<li><strong>Sich Individuell beraten zu lassen</strong>. Manchmal entwickelt sich daraus eine andere Sicht auf die Situation, man fühlt sich nicht mehr so hilflos, und es kann gelingen, sich wieder für anderes zu öffnen und mehr auf sich zu achten</li>
<li><strong>Sich Unterstützung zu</strong> <strong>organisieren</strong>: im privaten Umfeld (Familie, Freunde, Nachbarn), durch Ehrenamtliche (Helferinnenkreis, Betreuungsgruppen) oder durch ambulante oder stationäre Angebote.</li>
</ul>
<p><strong>Tipps von Angehörigen für Angehörige zum Stressabbau<br />
</strong>In einer Gruppe von Angehörigen wurden folgende Tipps genannt:</p>
<ul>
<li>Rechtzeitig um Hilfe bitten</li>
<li>Offen mit der Krankheit umgehen – anderen die      „Veränderungen“ erklären</li>
<li>Auch anderen etwas zumuten – nicht nur sich      selbst</li>
<li>Immer wieder mal tief durchatmen</li>
<li>Sich selbst etwas Gutes tun (Bummeln gehen, sich      mit einer Massage oder beim Friseur verwöhnen lassen)</li>
<li>In der Küche das Radio anstellen und dazu tanzen</li>
<li>Kleine Dingen bewusst wahrnehmen und sich daran      erfreuen (etwa an Blumen, Tieren, Bäumen)</li>
<li>Humor: Immer wieder aus vollem Herzen lachen</li>
<li>Einen Film anschauen, ein spannendes Buch lesen      und so in eine andere Welt eintauchen</li>
<li>Körperlich aktiv sein (Spazieren gehen, die      Natur erleben, schwimmen gehen, Fahrrad fahren)</li>
<li>Nicht mit dem Kranken diskutieren – manchmal      hilft es, aus der Situation zu gehen</li>
<li>Gewohnte Muster durchbrechen</li>
</ul>
<p>Darüber hinaus gibt es zahlreiche Möglichkeiten Ruhe und Entspannung zu finden, die z.T. in Kursen vermittelt werden. Etwa die Methode der Progressiven Muskelentspannung nach Jacobsen, Autogenes Training, Yoga. Auch homöopathische Mittel können unterstützend wirken. Bei Belastungen durch Stress, Ängste oder Depression kann psychotherapeutische Unterstützung hilfreich sein, die ärztlich verordnet werden kann.</p>
<p>Jeder sollte das wählen, was ihm individuell entspricht und wozu er einen Zugang findet.<br />
Helga Schneider-Schelte, Berlin</p>
<p>Literatur:</p>
<ol>
<li>Lazarus, R. S. <em>Streß und Streßbewältigung – Ein      Paradigma</em>. In: Filipp, S.-H. (Hrsg.). (1981). <em>Kritische      Lebensereignisse</em>. München: Urban und Schwarzenberg, S. 198-232.</li>
<li>Wilz, G.; Adler, C., Gunzelmann, Th. (2001) <em>Gruppenarbeit      mit Angehörigen von Demenzkranken. Ein therapeutischer Leitfaden</em>.      Göttingen: Hogrefe-Verlag.</li>
</ol>
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		<title>Bedürfnis und Bedarf</title>
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		<pubDate>Tue, 18 Jan 2011 14:58:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Alltag]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Während der Weihnachtsfeiertage und zum Jahresübergang waren unsere Betreuungsgruppen geschlossen. Um die Versorgung meiner Mutter zu gewährleisten nahm ich Urlaub. Zweieinhalb Wochen 24 Stunden Einsatz, wird schon gehen. Ich hatte einen Plan aufgestellt von Soll, Ist, Möchte. Keine von uns beiden sollte zu kurz kommen. Urlaubsgenuss mit geregeltem Tagesablauf. Die ersten beiden Tage lief alles nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Während der Weihnachtsfeiertage und zum Jahresübergang waren unsere Betreuungsgruppen geschlossen. Um die Versorgung meiner Mutter zu gewährleisten nahm ich Urlaub. Zweieinhalb Wochen 24 Stunden Einsatz, wird schon gehen. Ich hatte einen Plan aufgestellt von Soll, Ist, Möchte. Keine von uns beiden sollte zu kurz kommen. Urlaubsgenuss mit geregeltem Tagesablauf.</p>
<p>Die ersten beiden Tage lief alles nach Plan. Ich war morgens, abends, nachts wie üblich im Einsatz. Tagsüber kam mir die Aufgabe des Alleinunterhalters zu. Wohlgemerkt, Mutter spricht nicht mehr. Alleine Aufrichten, Stehen, oder etwa eine Buchseite umblättern, kann sie nicht. Gut, dass wir eine Vogelfutterstelle vor dem Fenster haben. Nach dem Frühstück Mutter aufs Sofa gesetzt, genießt sie den Anblick, döst, schaut interessiert zu. Ich hätte eigentlich meinen Erledigungen nachgehen können. Aber es gab einen Unterschied zwischen dem Bedürfnis und Bedarf.</p>
<p>Unsere Grundbedürfnisse waren identisch: essen, trinken, WC, Aktion, Schlafen. Der Bedarf ein ganz anderer. Mutter braucht drei regelmäßige Mahlzeiten, ich nicht. Sie soll eine bestimmte Menge trinken, ich nur wenn ich Durst habe. Sie müsste alle zwei, drei Stunden aufs WC oder zum Windeln kontrollieren, ich gehe wenn ich muss. Sie ist an ein aktives Betreuungsprogramm außer Haus gewöhnt, mit Spazierengehen, Transport. Ich lese lieber, möchte den Keller aufräumen und das Haus bei dieser Kälte nicht verlassen. Schlafen, Ausruhen? Na ja, nachts bin ich diejenige zum Umlagern, sie schläft dabei weiter. Nachholen am Tag? Während Mutter nach einer Viertelstunde Siesta den Kopf hob und mich erwartungsvoll anschaute, wäre ich lieber noch ein, zwei Stunden auf dem Sofa geblieben. Nie wurde mir so deutlich, dass eine Mahlzeit mittlerweile locker eine Stunde dauert, wenn ich Mutter alleine mit dem Löffel hantieren lasse und nach der Hälfte der Mahlzeit jeden Bissen anleite. Das Trinken einer Tasse Wasser: eine halbe Stunde, wir halten beide die Tasse.</p>
<p><span id="more-1880"></span>Beinahe wäre der Urlaub in absoluten Stress ausgeartet. Bitte, lass mich noch schnell &#8230; ich bin gleich bei dir &#8230; ich komme gleich wieder &#8230; wir wollen doch noch &#8230; Mir rannte die Zeit davon, und es gab Tage, da war mir alles zu viel. Ungeduld, Selbstkritik stellten sich ein.</p>
<p>Zum Glück hatten sich zwei liebe Helferinnen angeboten auszuhelfen. Vor Weihnachten hatte dankend ich abgelehnt. Aber der Zeitbedarf  zur Erfüllung unserer Bedürfnisse hat mich überfordert. Nach Weihnachten griff ich zum Telefon und buchte Besuchertermine, und verschaffte Mutter auch die für sie die so wichtige soziale Anbindung. Es wurde gelacht, gesungen, geschwatzt. Im Grunde das was ich auch tat. Aber sie sah ein anderes Gesicht vor sich, Besuch eben, und ich konnte wirklich ausruhen. In der zweiten Woche war Mutters Bedarf an Schlaf wohl auch etwas gewachsen. Und so erfüllten wir unser Bedürfnis nach Erholung mit dem Luxus, nach dem Morgenkaffee noch mal zwei Stunden im Bett liegen zu bleiben. Damit wurde uns beiden gerecht,  Lerche arrangiert sich mit Morgenmuffel: mit dieser Lösung hatten wir beide einen sagenhaft erholsamen Urlaub.</p>
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		<title>Heute schon gelächelt?</title>
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		<pubDate>Thu, 18 Dec 2008 09:41:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heidi</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erfahrungen von Angehörigen]]></category>
		<category><![CDATA[Stressbewältigung]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine demenzkranke Mutter zeigt fast ununterbrochen ein breites Grinsen. Sie ist deshalb in ihren Betreuungsgruppen ungemein beliebt. Viele kommen ihr besonders nett entgegen. Mittlerweile habe ich herausgefunden, ob sie wirklich strahlt oder nur die Zähne bleckt. Letzteres kombiniert mit Stirnrunzeln bei Konzentration. Es gibt das verzweifelte Lächeln und die Hilflos-Version. Egal welche Variante im Einsatz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Arial;">Meine demenzkranke Mutter zeigt fast ununterbrochen ein breites Grinsen. Sie ist deshalb in ihren Betreuungsgruppen ungemein beliebt. Viele kommen ihr besonders nett entgegen.</span><span style="Arial;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Arial;">Mittlerweile habe ich herausgefunden, ob sie wirklich strahlt oder nur die Zähne bleckt. Letzteres kombiniert mit Stirnrunzeln bei Konzentration. Es gibt das verzweifelte Lächeln und die Hilflos-Version. Egal welche Variante im Einsatz ist, sie führt dazu, in der Straßenbahn, dass Wildfremde uns spontan freundlich zunicken, zurücklächeln, während sie den Rest der Fahrt ernst dreinschauen, deutlich bemüht, jeden Blickkontakt zu vermeiden. Mutter&#8217;s Lächeln dagegen löst sehr leicht ein nettes Schwätzchen aus. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Arial;">Auch ich lächle meine Mutter oft an. Ein Freund hat mir dazu ein Patentrezept verraten. Nämlich, so ZU TUN, als lächelte ich wirklich. Es geht ganz einfach, wenn Sie wollen, probieren Sie es gleich mal aus. Jetzt beim Lesen, später vor dem Spiegel. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Arial;">Sprechen Sie den Buchstaben E (wie Emil) leise und langgezogen aus. EEE! Was passiert? Die Mundwinkel, auf die Sie gerade beinahe drauftreten, wandern nach oben. Die Lippen öffnen sich, die Zähne blitzen. Ähnlich wie beim Fotografieren, wenn alle „sexy“ sagen sollen. Wir grinsen dann. Beim EEE gibt es aber keine Assoziation die uns ablenkt. Ich kann das EEE-Lächeln auch zum Strahlen bringen. Je höher die Tonlage beim Aussprechen, desto näher bin ich am wirklichen Lächeln. Mittlerweile klappt es, einfach nur EEE zu denken. Recht schnell entsteht daraus echt gute Laune.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Arial;">Wir spielen jetzt immer öfter das EEE-Spiel: ich schaue meine Mutter an und sage EEE. </span><span style="Arial;">Ab der vierten, fünften Wiederholung antwortet sie mit EEE. Und fast automatisch sagt unser Sitz-Gegenüber „Süüüß!“ Die Demenz ist für einen Augenblick vergessen. Probieren Sie es aus!</span></p>
</p>
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