“Remember” – ein schöner Song zum Thema Alzheimer

Donnerstag, 27. Mai 2010 von Susanna S.

Louise van Aarsen ist Wissenschaftlerin und Sängerin/Liedermacherin. Ihre Mutter, die aus den Niederlanden stammte, ist im November an der Alzheimer-Krankheit gestorben. Zur Erinnerung an sie hat Louise van Aarsen ein schönes und bewegendes Lied mit dem Titel “Remember” (Erinnern) geschrieben.

Der Song ist im Internet bei YouTube zu hören. Illustriert ist das Video mit Bildern ihres Ehemannes, Jan Van Aarsen.
Louise von Aarsen hofft, dass auch andere Trost durch dieses Lied finden und ruft dazu auf, die Forschung bei der Bekämpfung der Demenz zu unterstützen.

Sie finden das Lied auf YouTube unter http://www.youtube.com/watch?v=oGOTBKUbELk.

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wer tröstet wen?

Dienstag, 5. Mai 2009 von helgajuttapetrauwe

erst war ich etwas beunruhigt, als ich heute wie gewohnt meine mutter im heim besuchte: sie war so traurig und das ist an sich nicht ihre art – sie ist eher der sonnenschein des tagesraums mit ihrem strahlenden lächeln als antwort auf jede ansprache. aber heute war sie eben traurig. man sah es am mund, an den augen; man spürte es. und als ich sie fragte, warum – ihr alzheimer läßt ja eigentlich keine “vernünftige” antwort mehr zu – lächelte sie traurig und streichelte mir zärtlich die wange. SIE MIR! was für eine fantastische übertragung ihres kummers auf mich. und ICH fühlte mich tatsächlich getröstet…

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nach dem sturz

Montag, 26. Januar 2009 von helgajuttapetrauwe

scharf durchbricht blauer schmerz die grauen wolken, die um ihr bewußtsein schweben. nein! denkt/ruft? sie, ballt ihre ganze kraft, versucht, sich zu halten. sie reissenkratzenzerren – bis sie nachgibt – aufgibt. ein kleiner weicher laut.

sacht gleiten ihre hände, unsicher, tastend, über die bettdecke. da ist sie, die kante des tuches; die wird geglättet, gefaltet, bei gelegt. das bringt die bläue zum rückzug; aber die kann warten, ist geduldig.
falten, glätten, legen. ein tiefer aber zittriger atemzug füllt ihre lunge, verlässt sie wieder. ihre runden braunen augen, mit kleinen pupillen, leer, saugen sich am gesicht der tochter fest, halten sie fest. die ergreift ihre glättende, faltende hand, warm, beschützend, bald gebettet in das tuch – gefaltet, geglättet, bei gelegt. die tochter lacht leise, es gefällt ihr, eingewickelt zu werden. und wie eine antwort formt sich ein lächeln, ein strahlen fast auf den erschöpften zügen der mutter.

zurück im heim
müdemüdemüde. aber erleichtert. ein erleichtertes weinen. später dann fast alltag: am tisch sitzen mit den ganzen anderen, zuhören, ohne etwas zu hören, lächeln, ohne erwartungen.
auch die tochter ist erleichtert, geht ohne schlechtes gewissen nach hause zum ausruhen. die schwester, eine der anderen töchter kommt ja auch – vier schultern zum tragen.

zu müde zum faltenglättenbeilegen – die augen rollen weg, der kopf kippt, der mund öffnet sich langsam; sie beginnt leise zu schnarchen.
am nächsten tag ein kurzer schock: sie sitzt nicht im tagesraum.
das morphium hilft, aber stört; es verunsichert, stumpft ab. so friedlich liegt sie da in ihrem zimmer, ihrem bett mit dem hohen gitter, klein, dünn, die beine leicht angezogen, gestützt durch ein kissen. vorsichtig schiebt die tochter ihre hand in die der mutter; betrachtet die haut mit ihren braunen flecken, einige erhaben, aufgewölbt, karzinogen? der gedanke wird ungerührt beiseite geschoben. das gitter drückt, die haltung ist unbequem; wird sie wach werden, wenn sie sich jetzt zurückzieht? sie schläft weiter, auch ungerührt, träumend von früher, von zu hause, von ihrer mutter? die bläue ist verdrängt von der stumpfheit des morphiums.

so will es keiner haben; gefragt wird sie nicht. elementare beürfnisse: essentrinkenguckendabeisein. so wollen wir es. (Weiterlesen…)

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