danach
langsam sickert es in mein bewußtsein: auch wenn es klar war: es ist nicht einfach nur ein nicht-mehr-da-sein, wenn die alzheimerkranke mutter gestorben ist, keine erleichterung – unabhängig von dem, was man gemeinhin “trauer” nennt – klar bin ich traurig! aber eben auch nicht “erleichtert”…
mir fehlt vor allem die verantwortung…die ruhe, die sie mir gab, die zärtlichkeit und zuwendung, diese völlig unvoreingenommene zuneigung. und das schlichte, anspruchslose einfach-da-sein, was mir natürlich durch die liebevolle pflege des heimes so erleichtert wurde. eine klare eindeutige verpflichtung, ohne hinterfragen, mit…ja! …mit genuss ausgeführt. weder ansprüche an rein praktischen dingen, einkaufen, dinge erledigen, noch ansprüche an diskussionen über was auch immer; aber natürlich auch keine ratschläge, keine person, die als einzige weiß, wie man die strümpfe so stopft, dass man es kaum sieht (wer stopft heutzutage noch strümpfe??), die weiß, wie gulasch gemacht wird und wie man die bettwäsche so zieht, dass man sie super in den schrank ordnen kann. keine fragen mehr über die kinder, die arbeit. gut. das alles gab es ja nun bereits seit 3-4 jahren nicht mehr – aber jetzt ist es so endgültig. erst jetzt fühl ich mich vollständig “erwachsen”. ist das so, weil meine mutter alzheimer hatte oder obwohl?
ich merke beim schreiben, wie verunsichert ich bin, wie meine gedanken hüpfen, sich widersprechen. was kommt da alles noch??





