„Die Narrenkappe aus Sicht eines Alzheimerkranken“
Rheinischer Frohsinn und Alzheimer müssen keine Gegensätze sein. Die Erinnerung an das bunte karnevalistische Treiben, den rheinischen Frohsinn, ist bei einem richtigen (oder auch richtig angelernten) Rheinländer seit frühester Kindheit so tief verankert, dass auch die Alzheimerkrankheit dieses Grundverhalten erst sehr spät in Vergessenheit geraten lässt.
Kaum ertönt die „decke Trumm“ oder ein entsprechend bekanntes Karnevalslied, kommt die Erinnerung hoch und jeder, ob Betroffener oder Angehöriger, macht mit und feiert Karneval so gut er kann.
Der gelungene Versuch der Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V., eine karnevalistische Feier in den eigenen Räumen zu veranstalten mündete in dem festen Vorsatz, am nächsten Rosenmontagszug in der Kreisstadt Euskirchen teilzunehmen.
Schon diese Diskussion weckte verschüttete Erinnerungen an frühere karnevalistische Erlebnisse. Mit dem Schlachtruf „Net lang lamentieren, sondern engagieren“ wurde sich – nicht ohne das Versprechen auf eine Wiederholung abzugeben – verabschiedet.
Einer der Betroffenen schaute sich die Bilder von bekannten Persönlichkeiten mit Alzheimererkrankung – die von der karnevalistischen Dekoration nicht ganz verdeckt waren – an und meinte trocken: „Da bin ich ja in guter Gesellschaft, mir geht es gut“.
Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V.
F.d.R. Dagmar Harder



