Interview mit Prof. Dr. Hirsch: Humor und Demenz

Sonntag, 29. August 2010 von DAlzG
Foto: Kunczik

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Professor Dr. Hirsch ist Chefarzt der Abteilung für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie an den LVR-Kliniken in Bonn. Er ist ausgebildeter Mediziner und Psychologe und bereits seit 1980 im Bereich der Altersforschung tätig.

Seit wann beschäftigen Sie sich speziell mit dem Thema Humor?

Ich habe schon als Kind bemerkt, mit Recht haben komme ich nicht weiter, auch wenn ich wirklich im Recht bin. Aber wenn ich mit meinem Verhalten gespielt habe und mich mal bewusst kleiner gemacht und damit den anderen überhöht habe, fällt es leichter, unangenehme Situationen nicht mit Macht, sondern mit Humor aufzulösen.

Haben ältere Menschen weniger zu lachen?

Angeblich lachen Kinder 400 mal am Tag, Erwachsene nur 20-30 mal, aber dafür gibt es keine Forschungsergebnisse. Nachgewiesen ist allerdings, dass die Heiterkeit und Gelassenheit im Alter zunimmt. Ich selbst lerne im Kontakt mit älteren Menschen, wie man in kritischen Situationen seinen Humor einsetzen kann.

Ist Humor wirklich angemessen bei so einer ernsthaften Krankheit wie Alzheimer?

Nichts ist so schlimm, wenn man es nicht so schlimm nimmt, wie es ist.
Jede Krankheit ist schlimm, aber man muss auch schauen, welche Ressourcen man hat, und dazu gehört eindeutig Humor. Um das Schlimme muss man nicht sich kümmern, das ist einfach da, aber man sollte lernen, sich auch mit den „anderen“ Seiten zu beschäftigen. Eine davon ist der Humor. Denn dadurch gewinnt man wieder Lebenskraft, die im Alltag weiterhilft.

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„Die Narrenkappe aus Sicht eines Alzheimerkranken“

Samstag, 28. August 2010 von Dagmar Harder

Rheinischer Frohsinn und Alzheimer müssen keine Gegensätze sein. Die Erinnerung an das bunte karnevalistische Treiben, den rheinischen Frohsinn, ist bei einem richtigen (oder auch richtig angelernten) Rheinländer seit frühester Kindheit so tief verankert, dass auch die Alzheimerkrankheit dieses Grundverhalten erst sehr spät in Vergessenheit geraten lässt.

Kaum ertönt die „decke Trumm“ oder ein entsprechend bekanntes Karnevalslied, kommt die Erinnerung hoch und jeder, ob Betroffener oder Angehöriger, macht mit und feiert Karneval so gut er kann.

Der gelungene Versuch der Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V., eine karnevalistische Feier in den eigenen Räumen zu veranstalten mündete in dem festen Vorsatz, am nächsten Rosenmontagszug in der Kreisstadt Euskirchen teilzunehmen.

Schon diese Diskussion weckte verschüttete Erinnerungen an frühere karnevalistische Erlebnisse. Mit dem Schlachtruf „Net lang lamentieren, sondern engagieren“ wurde sich – nicht ohne das Versprechen auf eine Wiederholung abzugeben – verabschiedet.

Einer der Betroffenen schaute sich die Bilder von bekannten Persönlichkeiten mit Alzheimererkrankung – die von der karnevalistischen Dekoration nicht ganz verdeckt waren – an und meinte trocken: „Da bin ich ja in guter Gesellschaft, mir geht es gut“.

Alzheimer Gesellschaft Kreis Euskirchen e.V.
F.d.R. Dagmar Harder

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Im Fokus: Demenz und Humor

Donnerstag, 26. August 2010 von DAlzG

Die Alzheimer-Krankheit ist für jeden Menschen keine leichte Diagnose. Ob Angehörige dement werden oder ob man selbst betroffen ist, immer steht ein nicht gerade einfacher Weg bevor.

Doch gerade weil der Weg nicht so einfach sein wird, ist es wichtig, auch dafür zu sorgen, die Sonnenseiten des Lebens nicht zu vergessen. Denn nur so kann man immer wieder genug Energie tanken für den Umgang mit dementen Menschen, sei es nun im privaten Umfeld oder im Bereich der Pflege.

Humor ist eine Möglichkeit, mit der schlimmen Krankheit umzugehen und sie vielleicht mit etwas mehr Leichtigkeit annehmen zu können.
Wir würden uns freuen, wenn Sie hier im Blog  von Ihren Erfahrungen in Sachen Demenz und Humor berichten würden.

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Musik macht müde

Donnerstag, 26. August 2010 von Martina Rühl

Frau K. bekam eines Morgens von mir das Frühstück im Bett angereicht. Dabei hörten wir eine CD mit Walzerklängen. Sie liebte diese Musik und hatte früher selbst Klavier gespielt.
Mehrmals schwärmte sie mit einem zufriedenen Grinsen:
„Ist das herrliche Musik, einfach herrlich!“
Ich sagte zu ihr: „Hier ist der Becher Kaffee, nehmen Sie ihn mal bitte in die Hand und trinken Sie etwas!“
Sie hob den rechten Arm, ließ ihn wieder fallen und sagte lachend:
„Ich glaube, der Arm ist eingeschlafen, wahrscheinlich hat ihm die Musik auch so gut gefallen wie uns beiden!“

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Betreuter Urlaub: eine organisatorische Herausforderung

Freitag, 23. April 2010 von DAlzG

Seit dem Frühjahr 1999 führt die Alzheimer Angehörigen-Initiative e.V. (AAI) mehrfach jährlich zehntägige Betreute Urlaube durch. Anfangs ging es ausschließlich nach Tarnewitz an die Ostsee. 2002 hat sich die AAI mit dem Gästehaus der Fürst Donnersmarck-Stiftung (FDS) in Bad Bevensen (Lüneburger Heide) ein weiteres Reiseziel erschlossen.
Im Folgenden stellen wir dar, dass diese überaus beliebten betreuten Urlaube nicht nur eine gute Vorbereitung erfordern sondern auch einen guten Kooperationspartner. (Weiterlesen…)

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Haftungsfragen zum Urlaub mit Demenzkranken

Mittwoch, 21. April 2010 von DAlzG
(Quelle: pixelio.de

(Quelle: pixelio.de)

Die Alzheimer Gesellschaft bietet die Möglichkeit an, gemeinsam einen betreuten Urlaub in einer behindertengerechten Unterkunft zu machen. Pflegende können zusammen mit den erkrankten Angehörigen dort einen Urlaub verbringen und zwischendurch die Betreuung der Erkrankten Pflegeschülern überlassen, die zu diesem Zweck mitreisen und von der Alzheimer Gesellschaft als Praktikanten beschäftigt werden. Die Praktikanten werden von einer mitgereisten Mitarbeiterin des Vereins angeleitet. Die Betreuung beinhaltet sowohl die stundenweise Beaufsichtigung der Erkrankten als auch unterschiedliche Hilfen bei der Grundpflege. Frau Müller, die mit ihrem erkrankten Ehemann angereist ist, freut sich darüber, dass der Ehemann jeweils nachmittags von Pflegeschülern betreut wird und sie für einige Stunden allein in der Stadt bummeln kann. Nach einem solchen Ausflug muss sie erfahren, dass ihr Mann sich auf die Suche nach ihr gemacht hat und den Pflegeschülern weg gelaufen ist. Eine mehrstündige Suche war bislang erfolglos. Frau Müller fragt, wie dies passieren konnte und wer dafür verantwortlich ist, falls ihrem orientierungslosen und gehbehinderten Ehemann etwas zustoßen sollte. (Weiterlesen…)

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Urlaub für Demenzkranke und Angehörige in Thailand

Montag, 19. April 2010 von DAlzG

Baan Kamlangchay bietet begleitete Ferien und längere Aufenthalte für Demenzkranke und ihre Angehörigen in Chiang Mai, Nordthailand, an. Ausgebildete thailändische Betreuerinnen und Betreuer unterstützen die Kranken in ihren Alltagsverrichtungen und motivieren sie zu Aktivitäten in einer reizvollen Umgebung im Norden Thailands. Betreuung und Pflege werden rund um die Uhr gewährleistet. Jeder demenzkranken Person wird während ihrer Aufenthaltszeit ein dreiköpfiges persönliches Betreuungsteam zur Verfügung gestellt.
Attraktive Entlastungsangebote ermöglichen den Angehörigen, sich zu entspannen und sich gleichzeitig in ihrer Betreuungsaufgabe neu zu orientieren.

Im Zentrum der Betreuung von Menschen mit Alzheimer steht der zärtliche Umgang, wobei die verbale Verständigung durch die andere Sprache des Betreuungspersonals in den Hintergrund tritt. Die neue gegenseitige Verständigung wird nach jüngsten Erfahrungen nicht als Erschwernis empfunden, sondern ermöglicht neue Ausdrucks- und Kommunikationsformen. Im weiteren haben wir beobachtet, dass sich die Gäste hier in Nordthailand nicht entwurzelt fühlen. Die liebevolle Atmosphäre gibt ihnen ein neues Zuhause. Die vielen visuellen Reize in der schönen Umgebung ermöglichen sogar, dass alte Erinnerungen wieder neu gelebt werden können.
Martin Woodtli
Der Autor ist Leiter von Baan Kamlangchay. Er arbeitete bereits zu einem früheren Zeitpunkt im Auftrag von MEDECINS SANS FRONTIERES SWITZERLAND in Nordthailand. Nach dem Freitod seines Vaters vor zwei Jahren, hat er sich dazu entschieden, mit seiner an Alzheimer erkrankten Mutter nach Thailand auszuwandern. Martin Woodtli organisierte eine 24-Stunden Betreuung für seine Mutter im neuen Zuhause in Chiang Mai. Das Experiment mit seiner Mutter überzeugte ihn dermaßen, dass er mit Baan Kamlangchay ein neues Betreuungsangebot für Menschen mit Alzheimer und ihre Angehörigen aufbaute.

Weitere Informationen: www.alzheimerthailand.com

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Finanzierung von betreuten Urlaubsangeboten

Samstag, 17. April 2010 von DAlzG
(Quelle: pixelio.de

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Betreute Urlaubsangbote für Menschen mit Demenz mit oder ohne deren Angehörige lassen sich grundsätzlich gut finanzieren. Zu Beginn der Planung sollte ein Konzept und eine Kalkulation erarbeitet werden, um entsprechend Anerkennung und Finanzierung durch die Pflegekassen schon im Vorfeld zu klären.
Die Kalkulation umfasst je nach Ausgestaltung des Urlaubes folgende Aufwendungen:
-    Unterkunft und Verpflegung der Urlauber
-    Unterkunft und Verpflegung des Pflege- und Betreuungsteams
-    Honorar für das Pflege- und Betreuungsteam (Fachkräfte, Helferinnen, Praktikanten)
-    Hilfsmittel (Zusatzrollstühle, Badhocker etc.), wenn nicht anderweitig beschafft
-    Pflegehilfsmittel, Reiseapotheke etc.
-    Fahrzeuge und Benzin (VW-Bus o.ä.) für Aktivitäten und anderes
-    Material für Freizeitbeschäftigung und Ausflüge (Spiele, Musik, Liederbücher,
Beschäftigungsmaterial etc.)
-    Haftpflicht- und Unfallversicherung (z.B. beim Unionsversicherungsdienst)
-    An- und Abreisekosten der Urlauber (fällt weg bei selbstorganisierter An- u. Abreise)
-    Referentenhonorare für Angehörigenschulung während des Urlaubs
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abgründe

Montag, 21. Dezember 2009 von helgajuttapetrauwe

die gedanken sind frei…kennt jeder, weiß jeder, was gemeint ist.

aber manchmal fürchte ich mich vor meinen eigenen gedanken…und jetzt, im nachhinein, wird mir noch immer siedendheiß, wenn ich an zwei, drei nachmittage denke, die ich bei meiner mutter verbrachte. ganz seltene, zum glück – die meisten, und das waren viele! waren sehr schön, oft genug habe ich davon berichtet.

wochentage, ausgefüllt mit arbeit, haushalt, dem üblichen halt und dann ab donnerstag ab ins altersheim. manchmal nur ganz kurz, meistens ein bis zwei stunden, zum teil in ruhe, zum teil in innerer hektik. je länger der aufenthalt im heim währte, desto ruhiger konnte ich es anlassen, konnte ich mich im lauf der jahre in den rythmus einfügen.

zurück zu den abgründen: da sass ich dann am bett meiner mutter, sie schlief, ruhig, gleichmäßig. und ich schaute sie an und spürte den gedanken: was wäre, wenn ich jetzt das kopfkissen nehme und ihr auf den kopf lege…wie gesagt – siedendheiß wird mir im nachhinein, vor scham, vor verwunderung über mich selber, vor unverständnis meinen gedanken gegenüber.

natürlich waren diese gedanken weit weg von einer realen umsetzung aber dass sie da waren…erschreckt.

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Mit Volldampf durch den „Waldfrieden“

Samstag, 5. Dezember 2009 von Alzheimer-Telefon

Die Advents- und Weihnachtszeit ist für uns Erzgebirgler eine ganz besondere Jahreszeit.
Es ist eine Zeit in der Familie, in Ruhe und Geborgenheit. Eine Zeit, in der ganz intensiv alle Sinne den Alltag bestimmen und begleiten. Gerüche wie Zimt oder Bratapfel, Weihrauch, Leim oder Lötzinn, die Melodie der Bergmannskapelle, der Turmbläser vom Kirchturm, die Glöckchen der Pyramide oder das Fahrgeräusch der Modellbahn auf dem Eisenbahnbrett.
Kerzen erhellen den Raum, es wird gebastelt, repariert und gebacken.

Diese wohligen Gefühle, oftmals bis in die Kindheit und das junge Erwachsenenalter zurückliegend, sollen in unseren Betreuungsalltag in der Begegnungsstätte „Waldfrieden“ in Thum einfließen und diese oder jene Träumerei wieder lebendig werden lassen. Denn wer erinnert sich nicht gern an seine Kindheit oder auch an das junge Erwachsenenalter, die so genannte Prägezeit.

Was für Mädchen und Mütter Puppenhaus oder Kaufmannsladen waren, ist für Jungen und Väter das geliebte Eisenbahnbrett. Da wurde geklebt und gelötet und jeder Vater war stolz, wenn alles funktioniert. Vom letzten Lohn wurde heimlich noch eine Lok gekauft. So mancher Vater hat für diese Leidenschaft das Rauchen aufgegeben, denn die Familienkasse ließ nicht beides zu. Erlebnisse, Erfahrungen, welche man „nie“ vergisst.

Diese ganzen wohligen Erinnerungen wollen wir in unserer Tagesbetreuung in den Monaten November/Dezember 2009 und Januar 2010 reaktivieren und anbieten. Speziell für unsere männlichen Gäste soll ein Eisenbahnbrett mit Landschaft aufgebaut werden. Gern auch noch mit unterschiedlichsten Utensilien rund um das Thema „Eisenbahn“ (Uniform, Pfeife, Öllampe…, Video).

Wenn dann noch die Schüler des Humanistischen Greifensteingymnasiums Thum oder der Freien Schule „Erzgebirgsblick“ Gelenau  zu Besuch kommen, hoffen wir auf angeregte Gespräche zwischen Jung und Alt am Eisenbahnbrett, am Tannenbaum.
Wir freuen uns auf diese schöne Zeit mit unseren Gästen der Tagesbetreuung des Deutschen Roten Kreuzes in Thum/ Erzgebirge. Wer Lust und Interesse hat, ist gern eingeladen, uns zu besuchen.

Silke Weigel
Leiterin Ambulante Soziale Dienste
DRK KV Annaberg-Buchholz e.V., Herolder Straße 8a, 09419 Thum

 

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