Tiere bereichern das Leben
Tiere können Demenzkranken anders begegnen als Menschen: ohne Sprache, spontan und direkt. Wenn sie weich sind und sich bereitwillig streicheln lassen, regen sie die Kranken zur Kontaktaufnahme an und können sie aktivieren. Auf dieser Seite stellen wir anhand dreier Beispiele den Einsatz von Hunden und erste Erfahrungen mit einer computergesteuerten Robbe vor.
Angefangen hat das Ganze vor etlichen Jahren als ich meine im Altenheim lebende Oma mit meinen zwei Schäferhunden besuchte. Jedes Mal, wenn wir in das Heim kamen, haben sich alle anderen Bewohner so gefreut, dass ich die Besuche bald zu einer festen Institution machte.
Mittlerweile gehe ich mit zwei Hündinnen regelmäßig in vier verschiedene Einrichtungen: Akashi, einer weißen Akita-Hündin, und Molly, einer kleinen Mischlingshündin. Akitas sind ausgeglichen, nicht zu stürmisch und mit einer stoischen Ruhe und Geduld ausgestattet. Auch ihr Aussehen spielt eine große Rolle: Akashi hat ein rundes Gesicht, kleine dunkle Knopfaugen und Plüschohren fast wie ein Teddybär.
Die Demenzkranken blühen bei der Begegnung mit den Tieren förmlich auf. Sie sprechen mit ihnen, erzählen ihnen ihre Ängste, Sorgen und Nöte. Auf einmal sprechen die Menschen auch miteinander, beschäftigen sich mit dem Nachbarn, oder sie passen auf die Hunde auf, dass niemand zu grob mit ihnen umgeht.
Ich bin stets dabei und kann jederzeit eingreifen, wenn es dem Menschen oder dem Tier zuviel wird. Ich trainiere die Hunde ausschließlich über positive Verstärkung. Sie bekommen vorher genügend Auslauf, damit die erste Power raus ist, und hinterher einen Spaziergang ohne Leine, um den Stress abzubauen. Eine Stunde knuddeln und geknuddelt werden ist für die Hunde harte Arbeit.
Susanne Kaufmann-Marder
Die Autorin ist seit 16 Jahren hauptberuflich Hundeerzieherin und Verhaltensberaterin und führt Schulungen durch. Sie hat eine Ausbildung als Demenzhelferin absolviert und ist im Vorstand der Alzheimer Gesellschaft Euskirchen tätig.
Autorin:
Susanne Kaufmann-Harder






Samstag, 27. September 2008 um 17:51
Liebe Frau Kaufmann-Harder,
haben Sie Ideen, wie man demenzkranken Familienmitgliedern auf diese oder ähnliche Weise helfen könnte – ohne gleich einen Hund oder eine Katze anzuschaffen? Wissen Sie, ob es sowas wie Tierkurse für Demenzkranke gibt?
Ich finde die Thematik hochspannend und weiss, dass meine eigene, an Demenz erkrankte Mutter sehr gerne Katzen streichelt. Ich habe bereits im Pflegeheim nachgefragt: Katzen sind dort leider nicht erlaubt.
Vielleicht haben Sie eine Idee?
Vielen Dank und mit freundlichen Grüßen aus der Schweiz,
B. Moll