смс приколы


ICH-PASS - Nicht vergessen, was mir wichtig ist

Freitag, 27. Februar 2009 von Alzheimer-Telefon


Wer wird eigentlich wissen, dass ich Leber nicht mag, dass mir Topfblumen viel lieber sind als ein Blumenstrauß und dass ich den Rauch von Zigarren übelerregend finde, wenn ich das selber nicht mehr mitteilen kann? Zum Beispiel nach einem Unfall oder Schlaganfall oder auch durch eine schleichende Demenz. All diese kleinen Dinge, die man weder in einer Patientenverfügung noch in einer Vorsorgevollmacht detailliert aufführt, die aber für das Wohlbefinden doch so wichtig sind, wissen bestenfalls Menschen, die mir sehr nahe stehen.

Eine - wie ich finde - sehr schöne Idee, wie man gerade solche wesentlichen Kleinigkeiten, die in ihrer Gesamtheit letztendlich eine Persönlichkeit ausmachen, festhalten kann, hat Sigrid Hofmaier entwickelt. Sie hat einen “Ich-Pass” zusammengestellt, eine kleine Broschüre, in die man seine Lieblingsmenschen, -lektüre, -düfte, -landschaften eintragen kann, aber auch alles, was man nicht ausstehen kann und was einen nervt. Das Ganze ist mit Bildern illustriert, die wunderbar an Urlaub erinnern…

Vorgestellt wird der Ich-Pass unter www.ich-pass.de.

Stichwörter: ,


Wenn jeder an sich selbst denkt ….

Dienstag, 24. Februar 2009 von Heidi

…ist an alle gedacht? Wenn ich mich um das Wohlergehen meiner Mutter sorge, spiegelt das wider, was ich für mich selbst wünsche. Aber was empfindet Mutter dabei?

Sobald ich ihre Fingernägel von Trauerrändern befreien möchte, entsteht ein Zweikampf. Mutter zieht die Hand weg. Sie versteht nicht, warum jemand an ihren Fingernägeln fummelt. Und genau an diesem Punkt geht es um nicht um sie. Nämlich, weil mich schmutzige Fingernägel anwidern. Und, weil ich Mutter gerne sauber und gepflegt sehe. Zum Dritten, wie peinlich, wenn sie mit dem Marmeladenbrot unter den Nägeln in ihre betreute Gruppe geht.

Wenn ich für jemanden denke, also ihm das eigenständige Denken abspreche, dann möchte ich, dass dieser sich meinen Vorstellungen unterwirft. Ich weiß ja, was für ihn gut ist. Auch wenn der Umsorgte im Augenblick überhaupt nicht einverstanden ist. Im Prinzip geht es dabei aber nur teilweise um den Anderen, denn ich möchte ich zugleich meine eigene Zufriedenheit sichern.

Umgekehrt: denkt jemand Anderer an mich und möchte mir Vorschriften machen, so freut mich dieses nur, wenn es meinen eigenen Wünschen entgegenkommt. Sonst wäre es mir lieber, der Andere hätte in diesem Moment nicht an mich gedacht.

Ich meine, wir pflegende Angehörige können ruhig ab und zu ein bisschen weniger denken. Eine Auszeit von der Pflege und vom Alltag nehmen. Eine Stunde „Frei“-Zeit in der Woche. Raus aus dem Haus, und sei es nur ein Spaziergang um den Häuserblock oder eine Tasse Kaffee bei der Nachbarin. Das tut uns gut und gibt auch unserem kranken Angehörigen eine Verschnaufpause. Man nennt das Selbstpflege. Probieren Sie es aus!

Stichwörter: , ,


Kinderbuch Als Oma seltsam wurde

Dienstag, 10. Februar 2009 von DAlzG
Als Oma seltsam wurde

Als Oma seltsam wurde

An einem Donnerstag wird Oma plötzlich seltsam und geizig. Als das Bäckerauto kommt, kauft sie ihrem kleinen Enkel keine Kekse, so wie sonst immer, sie holt ihr gesamtes Geld von der Bank und versteckt es überall im Haus, sie weiß nicht mehr, wie ihr Enkel heißt und denkt, er sei ihr Sohn.
Bewaffnet mit Pfeil und Bogen übernimt der Sechsjährige nun die Verteidigung seiner Oma gegen mögliche Diebe und Räuber. Zum Glück gibt es einen aufmerksamen Bankangestellten, der einen Arzt zu Oma schickt.
Sehr erleichtert ist der Enkel, als Oma nach der Spritze des Arztes nicht mehr seltsam und geizig ist und ihn wieder erkennt.
Der schwedische Autor Ulf Nilsson hat seine eigenen Erfahrungen mit der Demenz von Großmutter und Mutter in diesem humorvollen Kinderbuch verarbeitet. “Auf so etwas vorbereitet zu sein, ist vielleicht ganz gut. Sich zu trauen, darüber zu sprechen, sich zu trauen, darüber zu scherzen.” (aus der Vorbemerkung).
Detailreich und witzig illustriert wurde das Bilderbuch von Eva Eriksson. Es eignet sich für Kinder ab ca. 4 Jahren.
Ulf Nilsson, Eva Eriksson, Als Oma seltsam wurde, Moritz-Verlag Frankfurt a.M. 2008

Ulrike Oerter, Berlin

Stichwörter:


ruhe auf rezept

Montag, 9. Februar 2009 von helgajuttapetrauwe

in der letzten ZEIT war ein höchst interessanter artikel zum thema psychopharmaka, der mich sehr nachdenklich gemacht hat. bei den besuchen bei meiner mutter sitz ich ja immer in “fröhlicher runde” mit vielen anderen alten dememten damen. die eine  wirkt dabei sehr ruhig, die andere “normal”, die dritte und vierte unruhig bis wirklich anstrengend und belastend für die sitznachbarin. ich denke, dass viele davon medikamentös behandelt werden, andere nicht.

meine vision eines tagesraumes mit wirklich gut eingestellten bewohnerinnen ähnelt einem tagesraum im kindergarten: genauso anstrengend aber auch genauso erfreulich - und genauso wie dort ist gut ausgebildetes, mit freude arbeitendes personal nötig.

ich hoffe, dass in unserer gesellschaft diese erkenntnisse über die menschen mit alzheimer und demenz noch viel bekannter werden und weitere positive folgen haben.

Stichwörter: , ,


Erinnerungspflege

Freitag, 6. Februar 2009 von DAlzG

Vor einigen Tagen bekamen wir per Mail eine Linkempfehlung zu einem Blog zum Thema Erinnerungspflege, die wir hier gerne weitergeben möchten.
Der Blog enthält 33 Anregungen, wie man die geistigen Aktivitäten demenzkrankern Menschen anregen kann. Dieses Blog wurde von einem Sozialpädagogen aufgebaut, der in einer Einrichtung in NRW arbeitet, die auf Bewohner mit Demenzerkrankung spezialisiert ist.

Er selbst beschreibt seine Erfahrungen: “Das Erinnern an “alte Zeiten” ist dabei eine Stärke gerade der altgewordenen Menschen, die uns sonst eher durch ihre “Defizite” auffallen. Insgesamt war ich selbst erstaunt, welche positiven Erfahrungen ich machen konnte.”
In dem Blog gibt es viele unterschiedliche Anregungen, mit denen man an alte Erinnerungen der Dementen anknüpfen kann. Sei es alte Filme oder Fotos anzuschauen, oder Schlager und Lieder aus alten Zeiten anzuhören und gemeinsam zu singen.
Auch Hinweise zu weiterführenden Büchern, die bei der Erinnungspflege weiterhelfen können, werden dort genannt.
Erinnerungspflege kann nicht als Heilmittel eingesetzt werden, hat aber einen nachweisbaren Einfluss auf das persönliche Wohlbefinden der Kranken, wie der Autor in seinem Blog selbst beschreibt.
Schade ist nur, dass das Blog nicht weiter gepflegt wird, aber vielleicht fallen Ihnen selbst auch noch andere Möglichkeiten ein?
Zum Blog geht es hier: http://erinnerungspflege.wordpress.com/

Stichwörter: , , ,