Buchtipp: Paradies im Niemandsland
Paradies im Niemandsland
Alzheimer Eine literarische Annäherung
„Als sie wieder sehen konnte, erblickte sie vor sich eine weite Ebene, von der man normalerweise die Alpen sah. Aber heute war da überall Dunst. Ja, das war ja auch ihre Situation. Überall Dunst. Sie konnte Jörg nicht mehr verstehen, sie verstand nicht den Sinn seiner Krankheit und auch nicht, wie das alles weitergehen sollte.“
Diese Situation voller Verzweiflung stellte zugleich den Beginn einer neuen Sichtweise dar: „Der ganze Horizont war Himmel….Sie hatte das Gefühl, in die Unendlichkeit zu schauen.“ In eindrücklichen Bildern gelingt es der Autorin die Gefühlswelt von Barbara einzufangen, die sich entschieden hat, ihren Freund zu begleiten, der an Alzheimer erkrankt ist. Parallel dazu tauchen immer wieder Erinnerungen auf an die Mutter, die ebenfalls an Alzheimer erkrankt ist. Doch bei ihrem Lebenspartner Jörg gelingt es ihr, neue Wege zu beschreiten. Sie findet Möglichkeiten, durch die der Mann, den sie liebt, sich ausdrücken kann. Die kleine Katze „Lea“ – „ein Schlüssel zu einer verborgenen Welt“ und die Kunsttherapeutin Lisa, die ihm „Fenster voll von Ferne“ öffnete.
Ein berührendes Buch, das Angehörige ermutigen kann, den Menschen, den sie lieben und der erkrankt ist, auch in seinen Fähigkeiten zu sehen und die Momente des Glücks wahrzunehmen und auszukosten.
Eleonore von Rotenhan: Paradies im Niemandsland: Alzheimer. Eine literarische Annäherung, Radius-Verlag 2009, ISBN 978-3871733413, 15 €


Gefällt mir!


