Wo bleibt die Würde eines demenzkranken Menschen

Dienstag, 2. Februar 2010 von Brigitte

Es begann im Jahr 2006, da fiel uns auf, daß Mutti Sachen anstellte, wie das nasse Handtuch in einen Cosmetikeimer zu stecken,  ihre Brille nicht mehr zu finden. Was man ihr sagte kurze Zeit später vergessen hat, sie es immer wieder neu fragte, bis man selber am Durchdrehen war. Das sie einen anrief und immer wieder die gleichen Fragen stellten, die man ihr immer wieder beantwortet bis man nicht mehr ans Telefon gehen wollte. Dafür schäme ich mich heute. Das sie ihr Geld suchte und man es ihr weggenommen hat. Das sie ihre Brille suchte sie später in Papier eingewickelt  in irgend einer Schublade. Leider lagen unsere Nerven blank und wir reagierten falsch und hatten keine Geduld. Wir wollten mit Mutti zum Arzt, aber sie verweigerte es. Sie wurde immer aggressiver und ging zum Teil auf uns los. Heute denke ich sie hatte Angst, weil wir sie nicht verstanden und sie immer berichtigten. Mein Vater stellte Antrag auf Pflegestufe, der medizinische Dienst lehnte dies zwei Mal ab. Wir wußten uns nicht mehr zu helfen.

Damals ahnten wir das sie an Alzheimer oder Demenz leidet. Ich erkundigte mich bei einer Beratungsstelle. Man sagte mir ,man müsse sich an das Amtsgericht wenden und den Fall schildern. Das wollte ich dann auch nicht, so tat es mein Vater. Vom Amtsgericht und anderen Stellen kamen Leute vorbei, die sich meine Mutter anschauten, mein Vater legte sich zu diesem Zeitpunkt ins Krankenhaus und überließ mir den Part. Sie war sauer auf mich, daß ich so etwas mit der eigenen Mutter mache . Ich war hilflos, am Ende entschied der Amtsrichter, daß meine Mutter eine Berufsbetreuerin zugewiesen bekommt das war im Mai 2007. Mein Vater nahm sich dann eine Putzfrau und meine Mutter sah rot, denn sie sah die Geliebte meines Vaters darin und griff diese Frau immer an.  Als dies die Betreuerin mitbekam entschloss sie sich, daß meine Mutter ins Krankenhaus nach Friedberg gebracht werden sollte. Sie bestellte einen Krankenwagen und die Polizei und erklärte meiner Mutter, daß sie nun freiwillig mitgehen kann oder sie die Hilfe der Polizei nutzen muß.

Meine Mutter fügte sich und wurde im Juli 2007 nach Friedberg auf die Geriatrische Station gebracht. Dort blieb sie 4 Wochen. Am Anfang tat sie sich schwer mit einer Zimmernachbarin, aber am Ende vertrugen sie sich. Mein Vater erklärte sich bereits eine ausländische Pflegekraft einzustellen damit Mutti wieder nach Hause kam, dann entschloss er sich wieder dagegen. Als es dann so weit war,  trafen wir uns zu einem Abschlußgespräch. Die Angehörigen, die Ärzte und die Betreuerin sowie meine Mutter war anwesend und man sprach über die Befunde.  Vor dem Arzt hatte sich mein Vater damals geäußert das er sich eine ausländische Kraft ins Haus nimmt, daß sagte der Arzt dann auch. Die Betreuerin sagte, daß  er das nicht mehr tun will ,er würde es alleine schaffen. Der Arzt fragte dann meine Mutter was sie denn dazu sagt. Meine Mutter sagte, was soll ich sagen, ich muß mich fügen und das tat mir damals schon weh. Aber ich habe selber meinen Kopf voll von Problemen, da ich vor dem Scherbenhaufen meiner Ehe stand .  Die Betreuerin sah es wie ich, daß das nicht gut geht, denn meine Vater kommandierte meine Mutter nur rum, ging einkaufen und ließ sie alleine . Deshalb  entschied sie sich meine Mutter sofort nach dem Krankenhausaufenthalt im Juli 2007 in ein Heim in Schotten zu bringen. Es wurde schon die Polizei dort verständigt, falls mein Vater meine Mutter mitnehmen würde.  Meine Mutter reagierte aggressiv gegen meinen Vater, so daß man ihm verbot meine Mutter zu besuchen. Mir war der Weg von Eschborn nach Schotten zu weit.. So suchte Vater ein neues Heim in meiner Nähe. Ich habe mir einige Heime angeschaut, die hatten mehr einen Krankenhausstil und so entschied mich dann für das private Heim in Oberursel, weil es ein kleines Heim mit nur 18 Bewohnern war und man sagte, daß man viel mit Ihnen macht, sie zusammen kochen, daß sie sich frei bewegen können und das sie sich alle lieb haben. Ich habe dem geglaubt, weil ich wollte das Mutti unter Menschen ist und es ihr besser geht als bei meinem Vater. Ich entschloss mich für dieses Heim, obwohl es ein Altbau war, daß aus  3 Stockwerken besteht und es keinen Aufzug gab, weil es ein denkmalgeschütztes Haus ist. Die Treppen sind recht steil. Mutti bekam ein Zimmer im 3. Stock und wir hatten schon Angst, sie würde die Treppen runterfallen, wenn sie nicht weiß wo sie ist. Heute weiß ich, daß sie abends Schlaftabletten bekamen, daß es nicht der Fall ist.  Die Betreuerin war mit dem Wechsel nach Besichtigung einverstanden und so kam meine Mutter am 1.8.2007 in dieses Heim. Durch das Krankenhaus bekam sie die Pflegestufe I zugewiesen.

Als wir dann meine Mutter nach dem ersten Eingewöhnungstag besuchten, war sie sehr freundlich in Gegenwert der Pfleger und als wir alleine saßen beschimpfte sie meinen Vater, daß er sie in ein Heim steckte nach so vielen Jahren. Ich lief weinend raus.

Meine Mutter war zwar jäzornig, redete ununterbrochen und lief herum, räumte alles weg oder schüttete die Getränke aus. Wenn sie laufend sagte, sie müsse auf die Toilette, waren die Pfleger und -pflegerinnen genervt und sie ordneten Toilettentraining an. Das war damit verbunden, daß die Leute 40 Minuten auf dem Toilettenstuhl setzten und damit sie nicht aufstanden, wurde dieser vor dem Waschtisch festgestellt. So lernte meine Mutter nach deren Wünschen auf die Toilette zu gehen und nicht mehr zu sagen, wenn sie mal muß.

Am 7.8.2007  bekamen wir den Anruf, daß meine Mutter nach Köppern  für soziale Psychiatrie  eingewiesen wurde, weil sie sich weigerte nachts die Schlaftablette zu nehmen. Ich rief die Betreuerin an und bat sie, sie dort rauszuholen, denn sie war doch erst in Friedberg und sie soll sich die Unterlagen dort holen. Ich bekam zur Antwort, der behandelnde Arzt ist im Urlaub und der Bericht ist noch nicht geschrieben. Die Ärzte gaben zur Antwort, uns interessieren nicht die Ergebnisse anderer Krankenhäuser, wir machen unsere eigenen Untersuchungen. Meine Mutter war dann dort zur Einstellung 3 Monate und bekam folgende Medikamente Lorazepam, Ciatyl, Melperon, Torasemid, Kalinor und Zietyl. Meine Mutter kam als lebens Wrack zurück, wurde im Bett festgebunden, hat sich die Infussion rausgerissen und kam mit einem kaputten Arm zurück, denn sie konnte ihn nicht mehr gerade machen. Ich war so wütend auf dieses Heim und mein Vertrauen war eigentlich hin.

Danach lief meine Mutter nur noch mit Einlagen rum und sagte nicht mehr, wenn sie auf die Toilette mußte. Wurde sie zur Toilette geführt, saß sie oft eine Stunde dort. Kurz nachdem meine Mutter aus Köppern zurück kam meldete sich der Medizinische Dienst an. Meine Mutter hatte im 2. Stock ihr ZImmer und in diesem befand sich in der Mitte eine Säule. Mutti stand auf und lief mit geschlossenen Augen dagegen und hatte ein blaues Gesicht. Machte nicht mehr die Augen auf und mußte gefüttert werden. Dieser Zustand wurde dann mit Pflegestufe III bewertet. Danach wurden die Medikamente wieder reduziert. Meine Mutter lief wieder herum und aß selber. Mein Vater versuchte die Pflegestufe auf zwei zurücksetzen zu lassen, aber die Pflegedienst meinte, sie haben das beschlossen und es bleibt so. Mein Vater durfte rückwirkend ab Heimbeginn nachzahlen.

Da meine Mutter jetzt in meine Nähe wohnte, gab die Betreuerin die Betreuung ab und ich wurde im November 2007 die Betreuerin meiner Mutter. Im Februar 2008 stellte das Heim mit dem behandeltenden Arzt  den Antrag, daß man meine Mutter am Stuhl fixieren kann. Ich war im Urlaub. Ich war nicht dabei Ließ den Beschluß rückgängig machen, denn man fixierte meine Mutter ohne meine Zustimmung schon genug, in dem man sie an die Wand setzte und auf der Gegeneite einen Rollstuhl festgestellt, oder sie setzten sie in ein Sofa, wo der Federkern kaputt war . Sie konnte sich dort nur am Tisch wieder hochziehen und den schob man ihr dann auch weg, oder aber sie zogen ihr den Pullover über die Stuhllehne, oder setzten sie in einen Nebenraum in einen Stuhl und legten ihr die Füsse hoch. Dies schrieb ich an das Gericht und zog den Antrag zurück.

Am Ende setzten sie sie nur noch in das Sofa zogen ihr den Tisch weg, damit sie nicht mehr aufstehen konnte, aber ich schwieg.

Immer wenn meine Mutter fast nur noch schlief,bat ich den Arzt  die Medikamente zu reduzieren, was das Heim ärgerte, denn eine Pflegerin meinte, wie ich es wagen könnte das zu ändern, wo sie jetzt so gut eingestellt war. Es gibt eine Frau die seit Beginn des Heimes dort lebte, die laut rief, wenn jemand aufstand, der nicht aufstehen sollte und schon war jemand des Pflegepersonals zur Stelle.

Neue Leute die kamen und nicht pflegeleicht waren, wurden erst mal auf Urlaub geschickt, wie man es so schön nannte, daß war dann Köpern. Ein Prof. Dr. kam dort dann wieder raus und wurde in einem Rollstuhl festgebunden, es hieß er hätte einen Schlaganfall bekommen. Später stellte ich fest, daß das gar nicht stimmte, denn wenn man ihn zur Toilette führte lief er alleine. Seine Frau nahm ihn gott sei dank irgendwann raus. Eine andere Frau sprach immer vom Teufel und die TÖchter würden klingeln und man wolle sie vergiften. Das Ende vom Lied sie war Monate in Köppern und danach nicht wieder zuerkennen. Fiel sie einmal hin, forderten sie die Frau K. auf aufzustehen, sie könnten sie nicht heben und ließen sie liegen, dann hoben sie sie doch zu tritt auf. Die Frau wurde dann auch oft nur ins Bett gelegt. Auch sie wurde ins Krankenhaus eingewiesen und die Kinder gaben sie in ein anderes Heim. Horst ist seit dem wir da sind an einem Stuhl festgebunden. Er macht immer die Anstalten aufstehen zu wollen, aber der Gurt hält ihn fest. Meine Mutter schaute dem immer zu und machte diese Bewegungen irgendwann auch. Keine hatte Zeit mit ihm zu laufen und irgendwann konnte er nicht mehr laufen und hatte die Stuhlhaltung angenommen.  Am Ende hatte er die Stuhlhaltung.  Dann gab es noch eine Frau Fischer, die immer lächelte und fragte wer man ist und wann es zu essen geht. Eines Tages wurde sie bestraft, weil sie Leute angeblich dazu bewegt, daß sie nicht mehr essen und mußte nun immer im Vorraum alleine essen. Wenn ich da war rief sie mich zu sich und weinte. Eine Pflegerin sah das, meinte sie soll die Leute nicht belästigen und sie mußte in einen Nebenraum gehen, damit sie so lernt. Die Frau ist 93 Jahre alt. Dann gibt es nur die Irmgard, die immer von der Laterne erzählt. Diese wurde dann krank und mußte wochenlang im Bett liegen. Ich bin dann in das Zimmer gegangen um Kleidung für meine Mutter zu holen, da war sie in dem Zimmer in ein Abstellzimmer mit Bett geschoben. Mehr paßte dort nicht hinein. Sie war alleine dort oben wühlte ihre Bettdecke auseinander. Ich dachte schon sie liegt dort zu Sterben.

Die Bewohner sitzen zu lange in ihren nassen Einlagen, sodaß die Stühle nass waren. Oft setzten wir uns als Besuche in nasse Stühle. Das Leder löste sich von diesen Stühlen auf, dann kamen Stuhlkissen drauf, später verschwanden diese wieder und es kamm so Betteinlagen darauf.

Ich hatte genug gesehen und meldete es bei der Heimaufsicht. Ich schilderte Sachen die ich gesehen habe. Ich fragte ob das normal wäre. Sie sagten nein und sie wollten dies überprüfen. SIe wollten meinen Namen nennen, damit war ich nicht einverstanden, denn ich wollte meiner Mutter nicht schaden, aber sie hätten es sowieso gewußt, denn mein Vater schoss immer quer und machte mich auch klein. Man versprach mir es allgemein zu überprüfen. Es dauerte über 4 Monate bis sie es taten, denn als ich wieder hörte, daß man meiner Mutter den Pullover über die Stuhllehne zogen, damit sie nicht aufstand, hatte ich genug, rief ihm Heim an und sagten ihnen das sie meine Zustimmung dafür nicht haben, da bekam ich zur Antwort, daß hätte sie sich selber gemacht daraufhin rief ich er neut die Heimaufsicht an. Was ich nicht wußte war, daß die Heimaufsicht sich einen Tag vorher ankündigten und das war im Mai 2009. Das Heim war super vorgewarnt. Sie hatten die beste Pflegerin, die gekündigt hatte um Hilfe gebeten. Sie pflegte die Leute, schmickte sie und waren auf alles vorbereitet, am Ende stand ich als Lügnerin, ich verstand die Welt nicht mehr und bin anschließend zur Therapie gegangen. Was hätte ich davon so etwas anzuzeigen, wenn es nicht stimmt. Danach mied man meine Mutter, wie man es später zugab, denn die Heimaufsicht nannte meinen Namen. Meine Mutter ging aber auf die Leute zu und so hat sie sie doch wieder erweicht.Man fragte gleich nach wie sie mich los werden könnten. Sie sagten ich wäre eine Schlage und sie warten auf einen Fehler den ich mache. Mein Vater nahm das zum Anlass noch mehr unfrieden zu stiften, denn er wollte das ich raus flog, denn es war ihm alles zu teuer immerhin zahlte er 1.800 Euro im Monat aus eigener Tasche.

Mehrmals ging ich mit meiner Mutter raus und sie sagte mir, daß es jetzt passiert war und sie die Hosen nass hatten, weil sie sie nicht auf die Toilette setzten. Mutti lief ungepflegt herum, teilweise eine Woche die Haare nicht gewaschen, teilweise roch sie unangenehm, als hätte man sie tagelang nicht gewaschen.

Ich hätte Mutti am liebsten rausgenommen. Hatte ich ein anderes Heim, war es meinem Vater zu teuer. Mutti wieder zu meinem Vater zu geben und eine Pflegekraft zu nehmen, da vertraute ich meinem Vater nicht mehr, denn er hätte sie rausgeekelt und was hätte ich dann gemacht. Ich bin gesundheitlich angeschlagen und brauch Bewegung und kann nicht den ganzen Tag zu Hause eingesperrt sein.

Was immer dann geschah. Ich war im September mit meiner Mutter draußen sie ist viel gelaufen, wir waren Kaffee trinken und einen Tag später lag sie da und machte keinen Augen mehr auf. Der Arzt setzte per Fax die Medkamente ab. Sie schlief 14 Tage, danach war es nicht mehr so wie früher. Sie war unsicher auf den Beinen, die Ursache fand niemand heraus.  Ich schaffte es, daß Mutti wieder herumlief, wenn auch wackelig und sie kippte den Kaffee über die Leute.

2009 war dann das Jahr wo sie viel hinfiel. Aber es ist ja auch niemand da der sich um die Leute kümmert. Es sind zwei Personen, wobei eine immer mit dem Essen zubereiten beschäftigt war und die andere versorgt nach und noch die Leute oder macht die Aufzeichnungen. Die Leute waren immer sich selber überlassen. Damals fragte ich, ob ich nicht ein Spiel kaufen kann und mit den Leuten spielen. Man sagte mir sie können nichts mehr. Im Flur war ein Programm angeschlagen von 15.00 – 17.00 Uhr, aber es wurde davon nie etwas gemacht. Um 15.00 Uhr war sowieso Kaffee trink Zeit.

Meine Mutter war zum Schluß die Einzige die noch rumlief und plapperte. Die Leute anfaßte.

Meine Mutter fiel dann so oft, daß sie einmal am Kopf genäht wurde, daß andere Mal dachte ich sie müssen ihr alle Zähne ziehen. Wie auch immer sie gefallen war, es weiß niemand, denn es kümmerte sich ja auch niemand um die Leute. Immer wenn meine Mutter zum Arzt gehen mußte, wurde ich gerufen mitzufahren. Dort wurde ich auch mehrfach darauf hingewiesen, daß man bei ihr keine Zahnpflege macht. Meine Mutter war stolz, daß sie mit 80 Jahren noch ihre Zähne hatte. Mit 81 Jahren fielen ihr durch Nichtpflege ein Teil der  unteren Zähne aus. Als ich das Heim daraufhin ansprach bekam ich zur Antwort, sie läßt sich die Zähne nicht putzen und ich kann mich entscheiden, sie putzen ihr die Zähne, wenn man ihr wieder mehr Medikamente gibt. Also verzichtete ich darauf.

Einmal kam ich mittags um meine Mutter zu füttern. Auf dem Plan stand Kartoffeln, Fisch, Remouladensoße, Nachtisch. In Wirklichkeit gab es viel zu festen Kartoffelbrei, Fischstäbchen und rote Beete Salat. Meine Mutter konnte es kaum runterschlucken so trocken war es und als Nachtisch, Kirschen aus dem Glas. Da begriff ich, daß der Plan nur für Besucher da steht.

Bewohner bekommen den Brei mit der SPitze, daß ging schneller. Wie ich heute weiß, ist das verboten.

Der Brei wird um 17.00 Uhr gekocht und auf Teller verteilt. Es roch immer nach Zwiebackbrei. Um 18.00 Uhr war Essenszeit, der Brei hatte schon Haut gezogen und war kalt. Wenn man Glück hatte kam er in die Mikrowelle . Sah ekelhaft aus.

Am 31.10.2009 traf ich mich mit meinem Vater und wir gingen mit meiner Mutter Kaffee trinken. Meine Mutter lächelte so schön, so holte ich meinen Fotoapparat aus dem Auto und machte Fotos. Am 2.11. wurde sie wegen 37 Fieber ins Bett gelegt. Sie schlief wieder nur. Ich wollte das man sie nicht nur im Bett ließ, denn sie lebte im ersten Stock und alle Leute die nicht mehr laufen können, verrotten dort oben. Sie sehen keinen mehr  der reinkommen , sie warten bis sich jemand erbarmt nach ihnen zu schauen. Ein paar Tage zuvor ging ich eine Jacke holen, da lag dort eine Frau schon seit Wochen, weil sie mal hingefallen war. Ich war entsetzt. Sie war nur noch Haut und Knochen und hatte kaum etwas an.  Später kam sie ins Krankenhaus.

Frau Fischer lag dann auch in dem Zimmer denn man schnitt ihr immer stückweise das Bein ab, aber sie wurde nie wieder aufgesetzt und verrottet in ihrem Bett bis zum nächsten Stück Bein abnehmen. Beim letzten Mal holte sie sich im Krankenhaus den MRSA Keim und als Mutti dort im Zimmer lag, kam sie zurück. Maria war eine Frau die noch viel von sich erzählte, später schlief sie fast nur noch und seit dem sie einmal gefallen ist hat sie nun den Bauchgurt und darf nicht mehr aufstehen. Heute liegt sie einen Tag im Bett und am anderen Tag sitzt sie und sie am Stuhl angebunden.Irmgard hat sich die Hand gebrochen und soll nicht rumlaufen, den Gurt hat sie wohl nicht, denn man sucht andere Wege sie am Aufstehen zu hindern und sie reißt sich den Gips laufend ab und man versucht ihr die Hände festzufinden. Diese Leute liegen wie meine Mutter jetzt im ersten Stock in einem 3 Bett Zimmer. Dann ist noch Horst oben, der sitzt auch alleine im Zimmer. Seit dem er nicht mehr mithelfen kann , dass er die Treppe hinunter kommt, seit dem muß er dort oben bleiben. Das Pflegepersonal kommt nur hoch wenn es etwas zu essen gibt. sonst tut sich da nichts.

Ich war jeden Tag seit dem 2.11. da. Kam ich sagte man mir, sie hätten meine Mutter gerade ins Bett gelegt. Sie schlief aber fest. Was mich auch störte war, daß meine Mutter ein Schlafanzugoberteil an hatte, aber unten rum nur eine Netzhose mit Windeleinlage. Das Schlafanzugoberteil wurde trotz Fieber 3 Tage nicht gewechselt und anschließend hatte sie einen Pilz.

Am 16.11. bekam ich den Anruf, daß man meine Mutter ins Krankenhaus nach Bad Homburg verlegt. Ich wollte es nicht, weil die Leute aus dem Heim dort zum Teil an dem MRSA Keim gestorben sind. Aber sie kam trotzdem dort hin. Man sagte mir abends, daß meine Mutter total ausgetrocknet ist und durch die vielen Schlaftableten die man ihr gab, der Natriumwert auf 185 war. Man wunderte sich das sie das überlebte.

Wieder bat ich das man meine Mutter mobilisiert. Inzwischen habe ich das Heim gekündigt um 1.12. Ich wollte meine Mutter dort nie wieder hingeben. Ich hatte dann ein neues Heim gefunden. Der Besitzer schaute sich meine Mutter im Krankenhaus an und meinte sie wäre in einem schlechten Zustand und fragte ob man sie mal auf die Bettkante setzt. Nein dafür hätte sie keine Zeit. Er untersuchte meine Mutter und setzte sie dann auch auf die Bettkante. Da machte sie die Augen auf. Man verspach mir dann das ein Physiotherapeut kommt. Dann kam wieder die Antwort, 3 Leute wären krank sie haben keine Leute. Am nächsten Tag setzen sie meine Mutter einfach 3 Stunden in einen Stuhl.  Dabei heißt es doch langsam mobilisieren. Wenn ich dann die Arztberichte lesen, welche Untersuchungen sie an meiner Mutter vornahmen ohne mich davon zu informieren bekomme ich die Krise und ganz besonders werde ich das grinsende Gesicht des Arztes nicht vergessen, als er mir sagte, ach sie sind die Betreuerin, da muß ich sie ja fragen, wenn wir ein MRT mit ihr machen müssen. Ich sagte ja und er tat es ohne meine Zustimmung.

Am 9.12. sollte sie dann endlich in ein anderes Krankenhaus verlegt werden. Ich bat darum sie wieder zu mobiliseren damit sie wieder laufen kann. Am 5.12. bekam sie Fieber. Man brauchte sie zum Lungenröntgen. Zwei Tage später bekomme ich den Anruf, sie hat den MRSA Keim.  Als ich dann zu ihr fuhr, fragte ich warum sie nicht isoliert liegt, bekam ich zur Antwort, sie hätten keine Anweisung dafür.Erst 3 Tage danach kommt sie in ein Einzelzimmer und von da an muß man sich vermummen. Die Venen sind schlecht, es werden immer neue Zugänge am Hals gelegt. Am 16.12. verlegt man sie in das Diakonissen Haus nach Frankfurt. Ich bekam den Anruf, daß es nicht gut aussieht. Am 19.12. sagt mir die Ärztin, daß sie einen letzten Versuch starten, weil meine Mutter sich verkrampft, man es aber nicht weiß was die Ursache ist. Sie geben ihr ein Parkison Mittel. Schlägt das auch nicht an, wollen sie die Versorgung abschalten. Am 19.12. komme ich hin und sie haben ihr eine Nasensonde gelegt.  Man hat Hoffnung. Am 21.12. bekomme ich gesagt, es war Arztwechsel und er hat den Aktenvermerk nicht richtig gelesen und es so entschieden und man bittet um Entschuldigung.  Ich schaue zu, wie man ihr die Nasensonde zieht und alle Geräte abschaltet. Sie hatte Sauerstoff bekommen und ihn jedem Arm eine Infussion.  Von da an , schaute ich dem langsamen Sterben meiner Mutter zu und hätte am liebsten geschrien sie sollen damit aufhören. Am 26.12. sagte mir dann noch der Pfleger, daß man meiner Mutter noch am 19.12. eine Rückenmarkpunktion machte. Das wußte ich nicht. Zieht man auch aus einem sterben Menschen noch das Geld. Am 27.12. war ich noch bis 21.00 Uhr bei meiner Mutter. Ein Auge schloß sie nicht mehr ich bekam Angst und ging. Um 22.20 Uhr starb meine Mutter und ich war um 0.15 Uhr noch einmal dort mich von ihr zu verabschieden. Ich bin durch die Hölle gegangen. Ich habe den Kampf verloren meiner Mutter zu helfen.

Meine Mutter konnte nichts mehr sagen, daß haben viele Menschen ausgenutzt.

Das Krankenhaus in Bad Homburg stellte an die Barmer eine Rechnung aus in Höhe von 3.667,16 Euro  in der Zeit vom 16.11.-16.12.2009 und das Diakonissen Haus in Frankfurt vom 16.12. – 27.12.2009 in Höhe von 1.950,60.

Mein Vater zahlte im Heim für diese schlechte Behandlung monatlich aus eigener Tasche 1.800 Euro selber.

Hier hat man sich an einem hilflosen Menschen bereichert und ich frage mich, wo bleibt die Menschenwürde vor dem Alter.

Wenn man die Menschen in ein Heim gibt, zahlt die Pflegekasse. Behält man die Person zu Hause, bekommt man weniger und muß selbst sehen, wie er über die Runden kommt. Wo bleibt da die Gerechtigkeit. Man zwingt ja so, die Leute wegzugeben.

Da jammern die Krankenkassen das kein Geld mehr in den Kassen ist und dann schauen sie zu, wie die Krankenhäuser sich an alten sterbenden Menschen noch bereichern damit die Kasse klingelt und es interessiert sie nicht mal.

Dann frage ich mich, wenn auf dieser Station schon der Keim ausgebreitet war, warum dauert es erst 5 Tage bis man in ein Einzelzimmer kommt. So überträgt man es doch viel schneller. Kein Heim hätte mir Mutti mit diesem Keim genommen.

Ich muß mit der Schuld leben meine Mutter weggegeben zu haben, denn wenn man ehrlich zu sich selber ist, würde eine Mutter ihr Kind  nie weggeben und es so verenden lassen. Ich durfte lernen was uns im Alter erwarten kann und das ist erschreckend und man hat Angst vor den Krankenhäusern, daß man dort nicht mehr lebend raus kommt.

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Ein Kommentar zu “Wo bleibt die Würde eines demenzkranken Menschen”

  1. Dagmar schreibt:

    Der Artikel hat mich sehr berührt, und ich bin froh, dass ich meine Mutter zu Hause gepflegt habe. Es war anstrengend, aber ich habe alles für meine Mutter getan. Ihr ging es gut, gut mit ihrer Alzheimer. Jede Hilfe,die möglich war nutzte ich. Die Selbsthilfegruppe gab Kraft und die Erfahrungen halfen mir.Mit Tagespflege,Häuslicher Krankenpflege,Kurzzeitpflege, Helferin des Märkischen Sozialvereins,private Kräfte kamen wir beide sehr gut klar.Jeden betroffenen Familienangehörigen kann ich nur empfehlen Kontakt, zu anderen Betroffenen zu suchen.
    Ich bin 67 Jahre, auch ich gehöre zu den Personen,die Angst haben vor evtl. Hilfslosigkeit. Das ausgeliefert zu sein, den ganzen Tag in beschissenen Windel zu liegen, oder man vor Schmerzen schreit,weil man sich nicht anders äußern kann, und deshalb stillgestellt wird. Ich habe keine Tochter, die sich um mich kümmern kann.Die höheren Sätze der einzelnen Pflegestufen werden leider nur an Pflegeeinrichtungen gezahlt. Diese Sätze sollten auch dazu genutzt werden können, um im Privatbereich Pflegekräfte einzustellen.Pflegkräfte, die den Druck seelich in den Einrichtungen nicht mehr aushalten, könnten in 2-3 Pflegefamilien arbeiten.Das lassen die Pflegeheime nicht zu, denn sie wollen auf Kosten der Kranken verdienen.
    Ich gebe Ihnen ich einen Rat: suchen sie für sich professionelle Hilfe. Ihre Schuldgefühle dürfen Sie nicht beherrschen. Die Trauer, das Zusehen ohne Hilfe leisten zu können, die eigene Ohnmacht, private Probleme usw. kann Sie an den Abgrund führen. Suchen und nehmen Sie Hilfe an. In den Jahren, wo ich Mutti gepflegt habe, war mein Grundsatz ” wenn es mir gut geht – geht es Mutti auch gut” Mir geht es nur gut,wenn ich mir die Zeit nehme persönliche Interessen nachzugehen ohne schlechtes Gewissen.
    Dagmar

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