TV-Tipps bis 18. April 2014

Donnerstag, 10. April 2014 von Redaktion Alzheimerblog

© Sven Kamin, fotolia.comDonnerstag, 17. April 2014, 22:00 – 23:40 Uhr, 3sat: “An ihrer Seite″

Dieser kanadische Spielfilm der Schauspielerin und Regisseurin Sarah Polley basiert auf einer Kurzgeschichte von Alice Munroe, die im letzten Jahr mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet worden ist.

Der Film handelt von einem Ehepaar, das seit 20 Jahren in einem Haus mitten in der Natur lebt. Fiona (gespielt von Julie Christie) erkrankt an Alzheimer. Sie nimmt dies selbst sehr bewusst wahr. Nachdem sie sich verlaufen hat und Grant (Gordon Pinsent) sie halberfroren im Schnee findet, beschließen beide gemeinsam, dass ein Umzug ins Heim für sie die beste Lösung ist. Im Heim empfiehlt man Grant, Fiona für einige Wochen nicht zu besuchen, damit sie sich in Ruhe eingewöhnen kann. Doch als er sie dann endlich wiedersieht, erkennt sie ihn nicht mehr und hat sich mit einem anderen Heimbewohner, Aubrey, angefreundet…

Als Aubrey von seiner Frau wieder nach Hause geholt wird, bedeutet das für Fiona einen großen Verlust. Und Grant macht sich auf die Suche nach ihm, um mit dessen Frau über seine Rückkehr ins Heim zu sprechen.

Mehr Informationen zum Film:
www.3sat.de/page/?source=/ard/film/165027/index.html

Freitag, 18. April 2014, 9:10 – 9:15 Uhr, MDR: “Glaubwürdig: Anja Tobias”

Anja Tobias ist Altenpflegerin und hat in Heimen und Pflegediensten so ziemlich alles erlebt – bis sie entschied: Hier steige ich aus. Die Katholikin hat die Arbeit nicht mehr mit ihrem Berufsethos und ihrem Glauben vereinbaren können.
Um ihrer Berufung und ihrem Beruf treu zu bleiben – und auch die Familie unter einen Hut zu bekommen – blieb ihr nur die Selbständigkeit. Sie betreut einen kleinen Klienten-Kreis intensiv und persönlich.

Inzwischen ist die Altenpflegerin auch bei Studenten gefragt, die mit ihr in Demenzbetreuung und Pflege zusammen arbeiten wollen. Mit Idealen und Ideen stricken sie gemeinsam an Angeboten für ein menschenwürdiges Altern bis hin zur letzten Stunde.

Mehr zur Sendung:
www.mdr.de/tv/programm/sendung382988.html


Buch für die Praxis: Malen mit Demenz

Samstag, 5. April 2014 von Redaktion Alzheimerblog

Buchhinweis_Malen_CoverDas Buch der Pädagogen und  bildenden Künstler Bärbel und Horst Kießling und ihrer Tochter, der Grafikdesignerin Birgit Osten basiert auf Erfahrungen mit einem Malkurs im Rahmen des von der Robert Bosch Stiftung geförderten Projekts „Menschen mit Demenz in der Kommune.“ Es wendet sich an Professionelle wie auch Laien, die Malkurse für Menschen mit beginnender Demenz durchführen möchten.

Das Buch enthält 15 Arbeitseinheiten zu jeweils einem Thema (z.B.: „Die Kerze“, „Der Baum“, „Das Schiff“). Auf jeweils einer Doppelseite DIN A-4 werden detaillierte Vorschlägen für die Vorgehensweise gemacht und die erforderlichen Materialien aufgelistet.

Die Kurse für bis zu zehn Teilnehmer mit je einer Begleitperson, sollen von einem Leiter mit Assistenten angeleitet werden. Im Vorfeld werden zunächst positive Beziehungen aufgebaut. Für die Malstunden wird jeweils ein fester Ablauf vorgesehen. Stets werden kleine Schritte gemacht, und Pausen zur Entspannung und zum Austausch. Diesem Konzept geht es, so die Autoren, nicht um „Kreativitätsbildung“, sondern um die Nutzung der vorhandenen Kreativität.

Hans-Jürgen Freter, Berlin

Horst und Bärbel Kießling, Birgit Osten: Malen mit Demenz – das Praxishandbuch , 15 erprobte Beispiele für Angehörige, Pflegekräfte, Pädagogen; Mabuse-Verlag,  2013, 60 Seiten, 19,90 Euro

 

 

2 Personen gefällt dieser Artikel.

Stichwörter: , ,


TV-Tipps bis 11. April 2014

Donnerstag, 3. April 2014 von Redaktion Alzheimerblog


© Sven Kamin, fotolia.comSonntag, 06. April 2014, 23:35 – 1:05 Uhr, ARD: “Small World”

Spielfilm (F/D 2010) nach dem Bestseller von Martin Suter. In dem Krimi spielt Gérard Depardieu die Rolle des demenzkranken Konrad Lang, der zunehmend Unterstützung benötigt, um im Alltag zurecht zu kommen. Doch gleichzeitig nähert er sich einem gut gehüteten Familiengeheimnis, das langsam wieder an die Oberfläche drängt…

Mehr Informationen zum Film: http://programm.daserste.de/pages/programm/detail.aspx?id=A0789B54FC944E3AEBFDC1E032513401

Freitag, 11. April 2014, 12:30 – 13:00 Uhr, 3sat: “Besser, schneller, klüger – Pillen fürs Gehirn”

In dieser Dokumentation geht es um Menschen, die Antidementiva und andere Psychopharmaka einnehmen, um ihre Leistungs- und Konzentrationsfähigkeit dadurch zu steigern. Umstritten ist noch, wie gefährlich diese missbräuchliche Medikamenteneinnahme eigentlich ist.

Weitere Informationen im Programmteil: www.3sat.de/programm/?viewlong=viewlong&d=20140411&dayID=ClnDaN11&cx=87


TV-Tipps bis 4. April 2014

Donnerstag, 27. März 2014 von Redaktion Alzheimerblog

© Sven Kamin, fotolia.comFreitag, 28. März 2014, 22:25 – 23:10 Uhr, arte: „Abschied von Oma“

Sabine Jainski hat ihre Großmutter am Ende ihres Lebens ein halbes Jahr lang mit der Kamera begleitet. Sie sagt über den Film:
“Meine unternehmungslustige, fröhliche, zupa­ckende Oma war stets der geliebte Kern unserer Familie. Mit ihren urberliner Sprüchen meisterte sie jedes Problem, noch mit 80 fuhr sie gern auf dem Motorrad-Sozius, las Marcel Proust und Thomas Mann und bastelte mit ihren Enkeln Phantasie-Welten aus Papier. Doch seit einem Sturz liegt sie Tag und Nacht im Bett, ist fast blind und wird körperlich immer schwächer. Trotzdem ist sie geistig präsent, sie macht weiterhin gern Witze, und voll Staunen betrachte ich ihren zähen Lebenswillen. Wartet sie auf den Tod – oder genießt sie trotz all der Einschränkungen noch ihr Leben? Hat sie Angst vor dem Sterben? Was, glaubt sie, wird danach kommen?
Gemeinsam mit meiner Familie habe ich versucht, mir vorzustellen, wie es uns anstelle unserer Oma ergehen würde: Könnten wir auch so diszipliniert und freundlich sein wie sie? Und: Wer wird sich um uns kümmern, wenn wir einmal so alt sind? Schließlich werden die Menschen in Europa immer älter – und immer mehr müssen am Ende des Lebens lange gepflegt werden.

Informationen zum Film und später in der Mediathek:
www.arte.tv/guide/de/047077-000/abschied-von-oma

Freitag, 28. März 2014, 15:20 Uhr und Samstag, 29. März 2014, 10:50 Uhr, SF1: “Karls Frau hat Alzheimer”

Als Annette Baumann mit 64 Jahren an Alzheimer erkrankt, muss Karl Baumann realisieren, dass alle gemeinsamen Pläne für die Zeit nach der Pensionierung durchkreuzt sind. Karl stellt sich der Aufgabe, seine Frau zu Hause zu versorgen, auch als Annettes Fähigkeiten immer stärker abnehmen. Reporterin Martina Lichtsteiner begleitete das Ehepaar Baumann fast drei Jahre lang. Sie erzählt die Geschichte eines Mannes, der immer wieder erkennen muss, dass seine Belastbarkeit Grenzen hat.

Mehr zur Sendung:
www.tvinfo.de/fernsehprogramm/229432845_karls_frau_hat_alzheimer-stationen_einer_krankheit

Samstag, 29. März 2014, 9:30 – 10:15 Uhr, WDR: “Rechtlos und ausgeliefert? – Schicksal Demenz”
(Wiederholung vom 6.3.2014 und früher)

In Pflegeheimen werden über 50% der demenzkranken Bewohner mit Neuroleptika und anderen Psychopharmaka behandelt, obwohl deren Nebenwirkungen bekannt sind. Die Dokumentation stellt die Situation am Fallbeispiel von Walter Mette und seiner Frau vor, zeigt aber auch alternative Wege auf.

Mehr zur Sendung:
www.wdr.de/programmvorschau/suche.html?datum=2014-03-29&medium=F&sender=10

Samstag, 29. März 2014, 12:00 – 12:45 Uhr, WDR:  Quarks & Co “Demenz – Die unbekannt Krankheit”
Wiederholungen: Sonntag, 30. März, 21:30 Uhr und Montag, 31. März, 20:00, eins plus
und Sonntag, 30. März, 19:15 Uhr und Montag 05:45 Uhr, eins festival

“Quarks & Co” fragt, was eine Demenz  eigentlich ist und was sie auslöst. Denn auch nach Jahrzehnten der Forschung ist bis heute unklar, wie die Alzheimer-Erkrankung, die für zwei Drittel aller Demenzfälle verantwortlich gemacht wird, entsteht. Eine neue Theorie besagt, dass es sich um eine sogenannten Prionen-Erkrankung handeln könnte. Oft genug tippen Ärzte bei älteren Menschen zu schnell auf eine Demenz als Auslöser für die Vergesslichkeit und die Desorientierung ihrer Patienten. “Quarks & Co” zeigt, wie es bei den etwa 250.000 jährlichen Demenzdiagnosen in Deutschland auch zu etlichen Fehldiagnosen kommt. Vorgestellt werden auch Möglichkeiten, um das eigene Demenzrisiko zu mindern, Therapieansätze und innovative Wege der Versorgung von menschen mit Demenz wie das “Demenz-Dorf” de Hogeweyk in Holland.

Mehr zur Sendung und Mediathek:
www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/uebersicht-demenz100.html

2 Personen gefällt dieser Artikel.


Frisch gelesen: „Ein Fisch ohne Wasser“

Sonntag, 23. März 2014 von DAlzG

Unbenannt-1Krimi eben anders – so lautet der Untertitel des Buches „Ein Fisch ohne Wasser“.

In der Tat ist dieser Krimi ein wenig anders. Er hat zwar alles, was auch ein normaler Krimi hat: Mord und Totschlag nicht gerade zart besaitet, viele Charaktere, Spannung, Liebe und Leidenschaft. Ungewöhnlich ist, dass jedes Kapitel noch einmal in einfacherer Sprache mit kürzeren Sätzen und größeren Buchstaben geschrieben ist. Das macht die Handlung für viele Menschen einfacher und nicht weniger spannend.

Was bleibt sind allerdings viele handelnde Personen, die man mit ihren verschiedenen Beziehungen erst einmal im Blick behalten muss. Schon für gesunde Menschen nicht so einfach. Als passionierte Krimileserin finde ich den Ansatz der Autorin gut, dieses Genre auch einfacher und womöglich Menschen mit Demenz zugänglich zu machen. Ich selbst möchte später in keinem Fall mit Tiergeschichten gelangweilt werden.

Allerdings bleibt das Verstehen der Handlung auch in einfacher Sprache durchaus anspruchsvoll. Ob dieses Experiment deshalb für Menschen mit Demenz wirklich geeignet ist, bleibt fraglich. Aber egal – wer Mord und Totschlag (natürlich nur im Buch) liebt, wird sich über diese neue Alternative freuen. Woher der Titel kommt, ist mir aber nach wenigen Tagen schon wieder abhanden gekommen. An ein Erdbeerfeld und ein italienisches Restaurant kann ich mich erinnern – aber wann kam der Fisch ins Spiel?

Sabine Jansen

Monika Wilhelmi: Ein Fisch ohne Wasser
Juhr Verlag 2013, 256 Seiten, 9,90 €

1 Person gefällt dieser Artikel.

Stichwörter:


TV-Tipps bis 28. März 2014

Donnerstag, 20. März 2014 von Redaktion Alzheimerblog

© Sven Kamin, fotolia.comSonntag, 23. März 2014, 16:30 – 17:15 Uhr, WDR: “Rechtlos und ausgeliefert? – Schicksal Demenz”
(Wiederholung vom 6.3.2014 und früher)

In Pflegeheimen werden über 50% der demenzkranken Bewohner mit Neuroleptika und anderen Psychopharmaka behandelt, obwohl deren Nebenwirkungen bekannt sind. Die Dokumentation stellt die Situation am Fallbeispiel von Walter Mette und seiner Frau vor, zeigt aber auch alternative Wege auf.

Mehr zur Sendung:
www.wdr.de/programmvorschau/suche.html?datum=2014-03-23

Dienstag, 25. März 2014, 21:00 – 21:45 Uhr, WDR: Quarks & Co “Demenz – Die unbekannt Krankheit”

“Quarks & Co” fragt, was eine Demenz  eigentlich ist und was sie auslöst. Denn auch nach Jahrzehnten der Forschung ist bis heute unklar, wie die Alzheimer-Erkrankung, die für zwei Drittel aller Demenzfälle verantwortlich gemacht wird, entsteht. Eine neue Theorie besagt, dass es sich um eine sogenannten Prionen-Erkrankung handeln könnte. Oft genug tippen Ärzte bei älteren Menschen zu schnell auf eine Demenz als Auslöser für die Vergesslichkeit und die Desorientierung ihrer Patienten. “Quarks & Co” zeigt, wie es bei den etwa 250.000 jährlichen Demenzdiagnosen in Deutschland auch zu etlichen Fehldiagnosen kommt. Vorgestellt werden auch Möglichkeiten, um das eigene Demenzrisiko zu mindern, Therapieansätze und innovative Wege der Versorgung von menschen mit Demenz wie das “Demenz-orf” de Hogeweyk in Holland.

Mehr zur Sendung:
www1.wdr.de/fernsehen/wissen/quarks/sendungen/uebersicht-demenz100.html

Donnerstag, 27. März 2014, 22:00 – 23:30 Uhr, NDR: “Nichts für Feiglinge”

Philip (Frederick Lau) genießt in dieser Tragikomödie sein Leben als Musikstudent. Wenn er in finanzielle Engpässe gerät, hilft schon mal Großmutter Lisbeth (Hannelore Hoger) aus, bei der er aufgewachsen ist. Ansonsten besucht er sie aber nur, wenn es sein muss.

Als sich bei Lisbeth Vergesslichkeit und andere Auffälligkeiten häufen, diagnostiziert der Arzt schließlich eine Demenz. Philip bringt sie kurzerhand in einem Heim unter. Doch Lisbeth zeigt sich dort wenig kooperativ und wird schließlich mit Medikamenten ruhig gestellt. Philip bereut seinen Schritt und will eine andere Lösung suchen – bis dahin quartiert er sie in seiner WG ein…

“Nichts für Feiglinge” behandelt das Thema mit feinem Humor und großer Sensibilität.

Zur Sendungsinfo des NDR:
www.ndr.de/fernsehen/epg/epg1157_sid-1492611.html

1 Person gefällt dieser Artikel.


Lesetipp: Vatter baut ab – Eine Geschichte von Demenz und Liebe

Sonntag, 16. März 2014 von Redaktion Alzheimerblog

Vatter baut ab von Bernd Eichmann„Vatter“, das ist die liebevolle Anrede für den Vater, die Bernd Eichmann seit dessen Rückkehr in die ostwestfälische Heimat verwendet. Vatter lebt seit dem Tod seiner Frau alleine, doch als er an einer Demenz erkrankt, wird schnell deutlich, dass eine andere Lösung notwendig wird. Nachdem der erste Versuch, ein Pflegeheim in Ostwestfalen, gescheitert ist, beschließt der Sohn, seinen Vater mit nach Berlin zu nehmen, sich selbst um ihn zu kümmern und ihm ein Leben in größtmöglicher Selbstbestimmung zu ermöglichen.

Der Vater ist die geliebte Respektsperson, ihm sollen alle Wünsche von den Augen abgelesen werden. Die Voraussetzungen sind gut, es gibt ein Haus, dessen Souterrain seniorengerecht für den Vater umgebaut werden kann, und auch eine Berufstätigkeit des Sohnes scheint keinen größeren Raum einzunehmen. Trotzdem gelangt auch dieser Sohn mit seinen Idealen immer wieder an Grenzen, wenn der Vater beispielsweise trotz besten Trainings und Überwachung auf seinem Weg um die Häuser plötzlich verschwindet. Er erlebt Grenzen der Belastbarkeit und Überforderung.

Bernd Eichmann beschreibt die zwei Jahre intensivster Nähe zu seinem Vater liebevoll und in einer leichten, heiteren Weise. Er beschönigt nicht – die Krankheit schreitet voran und jeder weitere geistige und körperliche Abbau bringt neue Herausforderungen für den Pflegenden mit sich. Doch es gelingt ihm, den Leser die Liebe und den Respekt für die Person und Persönlichkeit des Vaters bis zuletzt miterleben, mitspüren zu lassen.

Ein berührendes Buch.

Susanna Saxl, Berlin

Bernd Eichmann: Vatter baut ab. Eine Geschichte von Demenz und Liebe. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2013, 192 Seiten, 17,99 €

1 Person gefällt dieser Artikel.

Stichwörter: ,


Einsatz für „Irmchen und Maria“ im beschützten Wohnbereich für Demenzkranke

Dienstag, 11. März 2014 von Redaktion Alzheimerblog

Verschiedenes_Irmchen und MariaDas Projekt „Irmchen und Maria“ ist eine Therapie- und Spiele-Box für demenzkranke Menschen. Sie besteht aus einem Buch mit Geschichten von Irmchen (eine alte Eule mit Rheuma) und Maria (ein altes Huhn mit grauem Star), den beiden als Stofftieren und drei Bastelanleitungen per Fotostrecke.

Basis für die Arbeit mit der Box sind folgende Theorien:

  • Jeder Mensch will in der Gemeinschaft produktiv sein, das macht ihn glücklich (Nutzen der Box: kreatives Gestalten für die Gemeinschaft, eigene Produktivität erleben)
  • Lachen ist die beste Medizin (Die Geschichten von „Irmchen und Maria“ regen zum Lachen und Schmunzeln an.)
  • Gefühle werden nicht dement (Die Geschichten laden dazu ein, sich seiner Gefühle bewusst zu werden. Biografiefragen und Erinnerungsarbeit helfen dabei.)
  • „Keep it simple“ oder „verwirrt nicht die Verwirrten“ (Die Bastelanleitungen sind einfach und strukturiert. Es werden nur Naturmaterialien eingesetzt. Auch die Geschichten sind einfach geschrieben.)

Ich besuchte das Haus Lutherpark, pflegen & wohnen Hamburg, um die Box vorzustellen und ein Probespiel zu vereinbaren. In einem Aufenthaltsraum erwarteten uns zum Probespiel fünf Bewohner mit einer mittelschweren bis schweren Demenzerkrankung. Hans-Hermann, eine Betreuungskraft des Hauses, hatte sich mit dem Geschichtenbuch auf diesen Tag vorbereitet. Gemeinsam mit ihm setzten wir uns an einen Tisch: vier Damen, ein Herr, „Irmchen und Maria“ und ich. (Weiterlesen…)

3 Personen gefällt dieser Artikel.

Stichwörter: ,


Lesetipp: Tilla – Eiskönigin wider Willen

Montag, 10. März 2014 von Redaktion Alzheimerblog

Buchhinweis_Ahlborn_TillaEin Erlebnisbericht von Heidi Ahlborn

Tilla war immer eine selbstständige, selbstbewusste und auf ihr Äußeres bedachte Frau, die sich mit viel Fleiß eine gute berufliche Situation erarbeitete. Auch als sie mit über 80 Jahren an einer Demenz erkrankt, wirkt sie äußerlich noch lange „wie aus dem Ei gepellt“, und für notwendige Erledigungen, wie den Besuch beim Arzt, muss die Tochter alle Überredungskünste einsetzen. Fleißig bleibt Tilla bis zuletzt: Jeden Tag greift sie zum Besen und fegt Hof und Gartenwege, egal wie das Wetter ist und ob sie dafür mit dem Pelzmantel bei 20 Grad Wärme vielleicht zu warm gekleidet ist. Heidi Ahlborn erzählt vom Leben mit ihrer Mutter in einer sehr frischen und direkten Sprache, die dem Leser fast das Gefühl vermittelt, ihr über die Schulter zu schauen.

Dabei ist ihr Umgang mit der Mutter immer respektvoll, und auf die verschiedenen Herausforderungen reagiert sie – intuitiv und vielleicht auch aufgrund des Wissens, das sie sich über die Krankheit angeeignet hat, – in einer sehr hilfreichen und kreativen Weise. Zum Beispiel als die Mutter von ihrem Fenster aus Menschen in den Bäumen sitzen sieht, die offenbar dort wohnen, und schließlich sogar die Polizei einschalten will, um ihnen eine ordentliche Unterkunft zu verschaffen. Die Tochter akzeptiert diese Wahrnehmungen als Realität der Mutter, versucht nicht sie ihr auszureden, sondern gibt ihr hilfreiche Erklärungen, die sie verstehen kann: „Den Leuten scheint es im Baum zu gefallen. Wenn sie wollten, könnten sie doch ausziehen.“ Tilla ist zufrieden und winkt ihren „Nachbarn“ daraufhin fröhlich zu. Überhaupt spielt Humor eine große Rolle bei der Bewältigung manch schwieriger Situation.

Die Lektüre dieses Buches gibt allen, die sich um Menschen mit Demenz kümmern, wertvolle Hinweise und neue Perspektiven auf die Krankheit ohne jemals belehrend zu wirken.

Susanna Saxl, Berlin

 

Heidi Ahlborn: Tilla.Eiskönigin wider Willen. Eine wahre Geschichte über das Leben mit Demenz. Mira Motta Verlag 2013, 184 Seiten, 16,90 €
(gibt es auch als E-Book)

2 Personen gefällt dieser Artikel.

Stichwörter: , ,


TV-Tipps bis 14. März 2014

Donnerstag, 6. März 2014 von Redaktion Alzheimerblog

© Sven Kamin, fotolia.comSonnstag, 9.3.2014, 9:15 – 10:00 Uhr, MDR: “Rechtlos und ausgeliefert? – Schicksal Demenz”
(Wiederholung vom 6.3.2014 und früher)

In Pflegeheimen werden über 50% der demenzkranken Bewohner mit Neuroleptika und anderen Psychopharmaka behandelt, obwohl deren Nebenwirkungen bekannt sind. Die Dokumentation stellt die Situation am Fallbeispiel vor, zeigt aber auch alternative Wege auf.

Mehr zur Sendung:
www.mdr.de/tv/programm/sendung366620.html

Montag, 10.3.2014, 22:15 – 23:00 Uhr, rbb: “Ein Leben lang jung – Können wir unser Gehirn gesund halten?”

Weltweit steigt die Zahl der Menschen, die an einer Demenz leiden. Auch die Angst vor der Krankheit nimmt zu. Doch ist Demenz ein Schicksal, das jeden ereilt? Was machen Menschen, die noch im hohen Alter geistig fit sind anders? Was kann man tun, um sein Gehirn möglichst lange gesund zu erhalten? Auf diese Fragen sucht der Dokumentarfilm eine Antwort.

Infos zur Sendung:
www.rbb-online.de/fernsehen/programm/index.htm/from=10-03-2014_06-00/to=11-03-2014_06-00.html

Donnerstag, 13.3.2014, 18:50 – 19:15 Uhr, hr: “service gesundheit: Demenz – Der alltägliche Kampf gegen das Vergessen”

Die Sendung erklärt, welche Symptome auf beginnende Demenz hinweisen können, welche Medikamente den Verlauf der Krankheit verzögern können und welche Hilfsangebote es für Betroffene und für die Angehörigen gibt.

Mehr zur Sendung:
www.hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=55355&key=standard_document_44219348

1 Person gefällt dieser Artikel.


vor »

Unsere Seite bei Facebook