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Roman aus Sicht einer Betroffenen: Mein Leben ohne Gestern

Montag, 8. März 2010 von Alzheimer-Telefon

Alice ist eine Frau in den besten Jahren und auf dem Höhepunkt ihrer Karriere. Ihre Kinder habe die Schule hinter sich, sie selbst ist eine anerkannte Professorin für kognitive Psychologie an der renommierten Harvard-Universität. Doch plötzlich beginnt sie Dinge zu verlegen, Termine zu vergessen, verirrt sich beim Joggen in der Nähe ihres Hauses. Nach Monaten der Arztbesuche und Diagnostik erfährt sie schließlich, dass sie an einer frühen Form der Alzheimer-Krankheit leidet. Lisa Genova beschreibt in ihrem Roman Alice’ Weg von den Anfängen der Krankheit über die Schwierigkeit für sie und für ihre Familie, die Diagnose zu akzeptieren, den schrittweisen Rückzug aus dem Arbeitsleben bis in eine Zeit, in der die Namen und die Beziehungen zu den Menschen um sie herum immer undeutlicher werden. Die Autorin zeigt aber nicht nur den Verlust, den die Krankheit mit sich bringt, sondern auch die nach wie vor vorhandenen Kompetenzen, den Willen trotz Alzheimer so lange wie möglich selbstständig und von anderen unabhängig zu bleiben und auch für sich selbst zu sprechen.

Lisa Genova hat für diesen Roman sorgfältig recherchiert, mit Ärzten und Wissenschaftlern aber auch mit vielen Betroffenen selbst gesprochen. Es ist ihr gelungen, ein sehr bewegendes, glaubwürdiges und trotz der traurigen Thematik auch hoffnungsvolles Buch zu schreiben.

Auf jeden Fall lesenswert!

Susanna Saxl, Berlin


“schnurrbrauen”

Mittwoch, 30. Dezember 2009 von helgajuttapetrauwe

ein etwas ungewöhnliches buch zum thema demenz, wobei “demenz” nicht das hauptthema ist, aber im roman eine wichtige rolle spielt und für mich wieder einmal deutlich macht, dass diese krankheit noch viel stärker ins bewußtsein der menschen im alltag allgemein vorrücken muss, um die betroffenen und deren angehörige besser zu verstehen. ebenso wird deutlich, dass kulturelle und gesellschaftliche hintergünde zwar keine rolle spielen im “demokratischen” zuschlagen von alzheimer/demenz aber wohl im umgang damit…

es geht in diesem roman um sowohl den persönlichen als auch den kulturellen gedächtnisverlust einer kanadierin, deren ursprung in der karibik liegt. ihr sohn, erst vor den verhältnissen geflüchtet, kehrt zurück und versucht, das mosaik ihrer schwindenden erinnerungen zusammenzusetzen.

david chariandry: der karibische dämon, verlag suhrkamp 16,80 €

p.s.: das wort “schnurrbrauen”, im buch ein zarter roter faden, ist für mich so typisch für das sprachverhalten dementer und berührt mich

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“Alzheimer und Ich” - aus der Sicht eines Betroffenen

Montag, 7. Dezember 2009 von Alzheimer Gesellschaft e.V.

Dass sich Alzheimer-Kranke selbst an die Öffentlichkeit wenden,

ist eine relativ neue Entwicklung. Das ist gut, weil nur die Kranken selbst sagen können, wie es ihnen geht. Auch verändern sie damit das Bild der Demenzkranken in der Gesellschaft. Denn noch sehen viele in einem Alzheimer-Kranken das Bild eines verwirrten Menschen, der sich, seine Erinnerungen und seine Persönlichkeit gänzlich verloren hat.

„Alzheimer und ich“ gehören zu den wenigen Büchern, in denen ein Demenzkranker selbst über sein Leben und Erleben schreibt: „Dies ist ein Versuch einen Beleg zu hinterlassen für das, was sich in meinem Kopf abspielt.“ Mit diesen Worten lässt uns Richard Taylor teilhaben an seiner Traurigkeit, seiner Angst und seiner bewundernswerten Art, das Leben mit einer Demenz zu meistern. Auch uns Anderen – nicht von einer Demenz betroffenen Menschen – kann er etwas beibringen, wenn er von seinem „Dankbarkeitstagebuch der einfachen Freuden“ schreibt. Neben all dem Verlust, der da ist und den man auch nicht schön reden und schreiben kann, entdeckt er kleine Freuden.

Das Buch von Richard Taylor wird helfen, das Bild in der Gesellschaft zu verändern und Demenzkranke ernst zu nehmen. Es ist praktisch und berührend, es gibt Einblicke und regt zum Nachdenken an. Ein wichtiges Buch: Denn nur die Betroffenen selbst können uns diese Einblicke geben und sagen, wie es sich anfühlt, mit einer Demenz zu leben.

Sabine Jansen

Richard Taylor: Alzheimer und Ich.
241 Seiten, 2008, Verlag Huber, Bern, 22,95 €, ISBN: 3456846436

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Buchtipp: Paradies im Niemandsland

Montag, 30. November 2009 von Alzheimer Gesellschaft e.V.
Paradies im Niemandsland

Paradies im Niemandsland

Paradies im Niemandsland
Alzheimer Eine literarische Annäherung

„Als sie wieder sehen konnte, erblickte sie vor sich eine weite Ebene, von der man normalerweise die Alpen sah. Aber heute war da überall Dunst. Ja, das war ja auch ihre Situation. Überall Dunst. Sie konnte Jörg nicht mehr verstehen, sie verstand nicht den Sinn seiner Krankheit und auch nicht, wie das alles weitergehen sollte.“
Diese Situation voller Verzweiflung stellte zugleich den Beginn einer neuen Sichtweise dar: „Der ganze Horizont war Himmel….Sie hatte das Gefühl, in die Unendlichkeit zu schauen.“ In eindrücklichen Bildern gelingt es der Autorin die Gefühlswelt von Barbara einzufangen, die sich entschieden hat, ihren Freund zu begleiten, der an Alzheimer erkrankt ist. Parallel dazu tauchen immer wieder Erinnerungen auf an die Mutter, die ebenfalls an Alzheimer erkrankt ist. Doch bei ihrem Lebenspartner Jörg gelingt es ihr, neue Wege zu beschreiten. Sie findet Möglichkeiten, durch die der Mann, den sie liebt, sich ausdrücken kann. Die kleine Katze „Lea“ – „ein Schlüssel zu einer verborgenen Welt“ und die Kunsttherapeutin Lisa, die ihm „Fenster voll von Ferne“ öffnete.
Ein berührendes Buch, das Angehörige ermutigen kann, den Menschen, den sie lieben und der erkrankt ist, auch in seinen Fähigkeiten zu sehen und die Momente des Glücks wahrzunehmen und auszukosten.

Eleonore von Rotenhan: Paradies im Niemandsland: Alzheimer. Eine literarische Annäherung, Radius-Verlag 2009, ISBN 978-3871733413, 15 €

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Lesetipp: Das Anti-Alzheimer-Buch

Freitag, 27. November 2009 von DAlzG
Auf unterhaltsame und verständliche Art informieren die Autoren, Hans Förstl als Direktor einer psychiatrischen Universitätsklinik und Carola Kleinschmidt als Fachjournalistin, in diesem Buch über die Alzheimer-Krankheit, die damit verbundenen Veränderungen im Gehirn und heutige und künftige Behandlungsansätze. Dabei lernt man auch die Personen kennen, die an dem Erkenntnisgewinn der letzten Jahrzehnte beteiligt waren, was das Buch sehr menschlich macht und weniger medizinisch.

Im Vordergrund des Buches stehen aber nicht nur die Fakten rund um die Alzheimer-Krankheit und ihre Entdeckung und Beforschung, sondern Hinweise und Tipps zum gesunden Altern und zu den Möglichkeiten der Prävention der Alzheimer-Erkrankung. Dabei ist die Gesundheit nur ein Teil. Die Autoren räumen auch dem Geheimnis der Zufriedenheit im Alter mit all seinen Einschränkungen einen Platz in ihrem Buch ein und wollen explizit nicht dem Jugendwahn anhängen.

Der Titel wirkt zunächst verwirrend und lässt nicht erkennen, was das Buch bietet. Aber er macht neugierig und als Leserin bereut man nicht, das Anti-Alzheimer-Buch in die Hand genommen zu haben. Fazit: Ein sehr lesbares Buch, das nicht nur informiert sondern auch Mut macht, sich dem Thema und dem eigenen Altern offensiv zuzuwenden und seine Lebensweise anders auszurichten.

Sabine Jansen, Berlin

Hans Förstl, Carola Kleinschmidt: Das Anti-Alzheimer-Buch, Kösel-Verlag München 2009, 224 Seiten, ISBN 978-3-466-30814-9, € 17,95

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Fernsehtipp: Servicezeit, WDR 24.08.09

Donnerstag, 20. August 2009 von Alzheimer-Telefon

“Die Suche nach Medikamenten gegen die Alzheimerkrankheit läuft weltweit auf Hochtouren. Doch die Erfolgsbilanz der Pharmaforscher ist bisher ernüchternd: Selbst mit den modernsten Präparaten lässt sich der geistige Verfall nicht verhindern, sondern bestenfalls um ein bis zwei Jahre hinauszögern. Doch wann ist endlich mit wirksameren Medikamenten zu rechnen? Sind die Forscher möglicherweise auf einem falschen Weg? Wo bekommen Angehörige schnelle Hilfe? Kann man der Krankheit vorbeugen? Die Servicezeit Gesundheit versucht diese zentralen Fragen in einer Schwerpunktsendung in anschaulichen Beiträgen und verständlich für den Zuschauer zu beantworten.”

Alzheimer - Ursachen, Therapien, Hilfe in Servicezeit, WDR, 24.08.09 um 18:20.

Weitere Informationen: “Servicezeit

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Fernsehtipp: Vivo, “Demenz” 3sat am 08.08.2009

Freitag, 7. August 2009 von Alzheimer-Telefon

Das 3sat-Magazin “vivo” berichtet unter dem Titel “Wenn man nach und nach des eigene Leben vergisst” über Menschen, die mit Demenz leben. Im “vivo”-Porträt erzählt ein Demenz-Kranker von seinem Leben. “vivo”-Reporter Gregor Steinbrenner erlebt einen Tag in einer Wohngemeinschaft für Demenzkranke. Außerdem besucht “vivo” den Fotografen Michael Hagedorn, der sich einem ganz besonderen Projekt widmet: Über lange Zeiträume begleitet er an Demenz erkrankte Menschen mit der Kamera.

Samstag, 8. August 2009 17:30 Uhr 3 Sat  vivo Demenz

Weitere Informationen und Hintergründe finden Sie auf der Website von 3sat.

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Buchtipp: Kochen für Menschen mit Demenz

Donnerstag, 30. Juli 2009 von Alzheimer-Telefon

Kochbücher gibt es in zahllosen Massen. Doch einen internationalen Preis gewinnen nur die wenigsten. Das Buch “Kochen für Menschen mit Demenz” hat es geschafft. Im Wettbewerb „Gourmand World Cookbook Awards“ wurde das Buch im Juli 2009 zum Besten in der Kategorie “Ernährung und Gesundheit” gewählt. Die Jury würdigte damit die innovative Leistung des Autorenteams.

In dem Buch werden nicht nur Rezepte vorgestellt, sondern auch das Verhalten demenzkranker Menschen, speziell im Bereich Essen und Trinken, erläutert. So können sich Angehörige und Pflegekräfte schneller auf die Patienten und deren Bedürfnisse einstellen.

Auf der Website www.genuss-im-alter.de gibt es mehr Informationen zum Buch, unter anderem auch Vorschaubilder aus dem Kochbuch.

Books on Demand, 96 Seiten, 19,90 EUR

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Kinderbuch “Ein himmlischer Platz”

Dienstag, 9. Juni 2009 von Alzheimer-Telefon
G. Kuijer: Ein himmlischer Platz

G. Kuijer: Ein himmlischer Platz

Werden alte Leute im Heim tatsächlich an Stühlen festgebunden? Müssen Katja, die unbedingt mit ihm gehen will, obwohl sie so viel größer ist, und er sich deshalb alleine um die alte Frau Raaphorst kümmern, die Gabeln und Schlüssel, Töpfe und Dachpfannen verwechselt? Und warum gibt es eine Kuhstraße aber keine Alzheimerstraße?

Dies sind nur ein paar der schwierigen Fragen, auf die Florian eine Antwort finden muss, nachdem sich, an einem eigentlich ganz gewöhnlichen Tag, plötzlich ein Spatz in seinen Haaren eingenistet hat. Ein fast schon philosophisches Buch über erste Liebe, Gefühle, die einem wie Elefanten durch den Leib trampeln, und die Möglichkeiten, das Richtige zu tun, auch wenn man erst 10 Jahre alt ist.

Eine empfehlenswerte Lektüre - nicht nur zum Thema Demenz - für Kinder ab 10 Jahren.

Guus Kuijer: Ein himmlischer Platz, Verlag Friedrich Oetinger, 2007, 112 Seiten, 9,90 €

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»Ich habe Alzheimer«: Wie die Krankheit sich anfühlt

Mittwoch, 3. Juni 2009 von Bastian Buchtaleck

In dem Buch „Ich habe Alzheimer“ zeichnet die Journalistin und Autorin Stella Braam den Krankheitsverlauf ihres Vaters René minutiös nach. Die gemeinsame Reise von Vater und Tochter beginnt in dem holländischen Ort Tillburg, wo René noch ganz eigenständig lebt. Als die voranschreitende Alzheimer-Erkrankung den Umzug in eine Pflegeanstalt nötig macht, ruft René aufgeregt: „Hierher komme ich nie wieder zurück“. Tatsächlich begleitet Braam ihren Vater durch alle Stationen der Krankheit und webt medizinische Informationen geschickt mit ein.

Entstanden ist ein 185 Seiten langes, anrührendes Buch, bei dem der Leser spürt, wie die Tochter Stella Schritt für Schritt Abschied von ihrem Vater René nimmt. Gleichzeitig zeigt sich, wie quälend langsam der Abschied vom Leben für Alzheimer-Patienten sein kann und mit welcher Kraft der Körper am Leben festhält, während die Erinnerungen Tag für Tag versiegen. Mit jeder Seite wird das Buch dringlicher: es weist ebenso auf Missstände bei der Versorgung und Pflege von dementen Menschen hin, wie auf Persönlichkeitsveränderungen und Stimmungsschwankungen, die im Krankheitsverlauf nicht die Ausnahme, sondern die Regel sind oder auf die sich wandelnde Alterspyramide.

Das Buch schwankt dabei zwischen einem persönlich-emotionalen Erfahrungsbericht und einem kühl beobachtenden Protokoll. Glücklicherweise bleibt Braam dabei so sachlich es ihr unter den gegebenen Umständen möglich ist. Herausragend ist die ‘Forderliste’ von René, eines seiner letzten Schriftstücke. Mit wackeliger Grammatik und schwerfälligen Worten warnt dieser vor einer kommenden „Demenz-Explosion“ und mahnt, dass auch Alzheimer-Patienten wie Menschen zu behandeln seien. Noch wäre Zeit, Renés Liste ernst zu nehmen. Die Veröffentlichung des Buchs „Ich habe Alzheimer“ ist ein Schritt in diese Richtung. Nun muss es nur noch viele Leser finden.

Braam, Stella: „Ich habe Alzheimer“. Wie die Krankheit sich anfühlt, Beltz, Weinheim 2007, 185 Seiten, ISBN 978-3-407-85763-7, 17,90 €

Bastian Buchtaleck

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